Gartenmauern begrenzen das Grundstück oder dienen als Wind- und Sichtschutz auf der Terrasse. Hier erfahren Sie, wie Sie solch eine Mauer selbst bauen. Sie ist ein vollständiges Bauwerk mit Fundament und Abdeckung – ist also nicht mal so „nebenbei“ gemauert.

Gartenmauer mauern

Welche Steine eignen sich?

Prinzipiell lassen sich für eine Gartenmauer alle Arten von Mauersteinen verwenden, die auch beim Hausbau zum Einsatz kommen – also Ziegelsteine, Kalksandstein oder Porenbetonsteine. Allerdings kommt es auch darauf an, ob Sie die Mauer als Sichtmauerwerk ausführen oder sie später verputzen wollen.

Empfehlenswert ist allerdings ein Sichtmauerwerk, da bei einer freistehenden Mauer der Putz den Witterungsverhältnissen sehr stark ausgesetzt und dadurch schnell abplatzen kann. Für Sichtmauerwerk eignen sich insbesondere Klinker, Verblender oder auch Kalksandsteine.

Letztere sind auch in großen Formaten erhältlich, mit denen sich eine ganz besondere Optik erzielen lässt. Auch aus Naturstein oder Betonsteinen lassen sich Gartenmauern natürlich herstellen.

freistehende Mauer Abmessungen

Welche Höhe ist möglich?

Wie bereits angedeutet, ist eine freistehende Mauer ganz besonders der Witterung ausgesetzt. Es fehlen außerdem aussteifende Querwände, die Windlast muss also ganz alleine von der Gartenmauer abgefangen werden.

Dazu braucht es auf jeden Fall ein ausreichend dimensioniertes Fundament, dazu gleich mehr. Außerdem ist die Höhe begrenzt. Sie hängt von der Dicke der Mauer ab. Folgende maximalen Mauerhöhen sind möglich:

Wanddicke (in cm) Zulässige Höhe (in cm)
17,5 137
24 188
30 240
36,5 316

Wie lang darf die Mauer sein?

So wie eine freistehende Gartenmauer nicht zu hoch werden darf, so ist auch die Mauerlänge begrenzt. Mehr als sechs bis acht Meter sollte eine Mauerabschnitt nicht lang werden. Benötigen Sie eine längere Gartenmauer, müssen Sie Bewegungsfugen einplanen.

Solch eine Fuge verläuft senkrecht zur Wand und komplett durch die Mauer. Sie bekommen dadurch komplette voneinander getrennte Mauerteile. Ein Mauerteil endet hier und ein davon unabhängiger Teil beginnt.

Das Fundament für die freistehende Mauer

Wie bei allen Bauwerken im Freien muss das Fundament so tief in den Baugrund reichen, dass es in einen frostfreien Bereich hineinreicht. Machen Sie das nicht, besteht die Gefahr, dass der Frost das Fundament hochdrückt und es dadurch reißt.

Die frostsichere Tiefe liegt hierzulande bei rund 80 Zentimetern. So tief müssen Sie den Graben ausschachten. Und sogar noch etwas mehr, denn unter dem Fundament braucht es noch eine etwa 15 bis 20 Zentimeter starke Drainage- und Sauberkeitsschicht aus Schotter oder Kies.

Zusätzlich ist noch eine Bewehrung anzuraten. Sie sorgt dafür, dass das Fundament besser vor Rissen geschützt ist und auch Zugkräfte aufnehmen kann, die zum Beispiel bei einer Durchbiegung entstehen. Hier erfahren Sie mehr dazu.

Damit die Mauer vor Spritzwasser geschützt ist, sollte das Fundament außerdem etwa 30 Zentimeter aus dem Boden schauen. Das Mauerwerk ist dadurch außerdem besser vor aufsteigender Feuchtigkeit geschützt.

Als Selbermacher werden Sie sicher auch den Beton für das Fundament selbst anmischen. Dazu brauchen Sie Zement, Wasser und Zuschlagstoffe in Form von einer Kiesmischung. Wie das funktioniert, erfahren Sie hier.

Mauern der Gartenmauer

Ist der Beton ausgehärtet, geht es ans Mauern. Um zu verhindern, dass später Feuchtigkeit die Gartenmauer hochkriecht, kommt unter die erste Steinschicht eine Bitumenbahn oder Abdichtungsfolie. Legen Sie Absperrung in eine Mörtelschicht.

Als Mörtel eignet sich zum Beispiel ein Kalkzementmörtel. Schauen Sie auf der Verpackung, ob dieser für den Außenbereich geeignet ist. Wollen Sie den Mörtel selbst anmischen, hier gibt es das Rezept dazu.

1. Schritt

Bringen Sie zunächst für die erste Steinschicht Richtschnüre an – und zwar rechts und links über die gesamte Länge des Fundaments. Die Schnüre sollten so hoch wie eine Steinschicht plus den Mörtel sein.

Richtschnur Gartenmauer

2. Schritt

Tragen Sie nun mit der Kelle Mörtel auf die Bitumenbahn auf. Nicht zu viel Mörtel nehmen, nur so viel, wie zwischen die Schnüre passt. Das spart Mörtel und hilft für beim sauberen Mauern.

Mörtel auftragen

3. Schritt

Der nächste Schritt ist superwichtig: Legen Sie den ersten Stein exakt in Waage. Wenn Sie hier schlampen, wird die gesamte Mauer krumm. Das lässt im Prinzip später nicht mehr ausgleichen. Verwenden Sie zum Messen eine Wasserwaage. Auch ein Senklot kann hilfreich sein, um festzustellen, ob die Mauer gerade ist.

Gartenmauer Stein in Waage

4. Schritt

Bevor Sie den zweiten Stein setzen, tragen Sie Mörtel auf die Stoßfuge auf. Auch hier nicht zu viel nehmen – gerade bei Sichtmauerwerk sollten Sie darauf achten, dass sie den Stein nicht zu sehr mit Mörtel beschmutzen.

5. Schritt

Fahren Sie so Stein für Stein fort, bis die erste Reihe gesetzt ist. Dabei immer entlang der Richtschnur mauern und immer wieder mit der Wasserwaage prüfen, ob alles in Ordnung ist.

6. Schritt

Je nachdem, für welchen Mauerverband (siehe nächstes Kapitel) Sie sich entscheiden, fangen Sie die zweite Reihe mit einem halben oder mit einem um 90 Grad gedrehten Stein an. Auf jeden Fall müssen Sie im Versatz mauern. So arbeiten Sie sich Schicht für Schicht nach oben, bis Sie die gewünschte Höhe erreicht haben.

Gartenmauer Steinreihen

Schönes Sichtmauerwerk

Wenn Sie sich für ein Sichtmauerwerk entscheiden, haben Sie die Wahl zwischen verschiedenen Arten von Verbänden. Je nach Verband werden die Steine anders angeordnet. Es lässt sich also die Optik der Gartenmauer ganz wesentlich beeinflussen. Übliche Verbände sind zum Beispiel Kreuzverband, Blockverband, Binderverband, Holländischer Verband oder Wilder Verband.

Binderverband

Binderverband

Blockverband

Blockverband

Holländischer Verband

Holländischer Verband

Kreuzverband

Kreuzverband

Wilder Verband

Wilder Verband

Abdeckung der Gartenmauer

Ist die Gartenmauer fertig, braucht es noch eine Abdeckung. Sie dient als Schutz vor Regen und Verwitterung. Damit das Wasser sauber abtropft, muss die Mauerkrone mindestens drei Zentimeter über die Wand hinausragen.

Als Abdeckung eignen sich zum Beispiel fertige Betonplatten, die in den verschiedensten Ausführungen erhältlich sind. Die Platten verlegen Sie in einem Mörtelbett. Verschließen Sie die Fugen zwischen den Platten mit einem dauerelastischen Dichtungsmaterial.

Gut funktionieren auch hartgebrannte, frostbeständige Fliesen für die Mauerabdeckung. Sie lassen sich ebenfalls ins Mörtelbett oder auch mit Fliesenkleber verlegen. Hier müssen Sie vor dem Verkleben der Fliesen eventuelle Unebenheiten ausgleichen.