Verputzte Außenwände sehen gut aus und schützen zudem zuverlässig vor Regen und anderen Witterungseinflüssen. Hier erfahren Sie, welche Möglichkeiten es gibt, eine Außenwand zu verputzen und auf was Sie dabei achten müssen.

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Eine verputzte Fassade sieht klasse aus und schützt vor Witterungseinflüssen (Foto: epr/Saint-Gobain Weber)

Grundsätzliches zu Außenputzen

Ein Außenputz besteht in aller Regel aus zwei Schichten – dem Grund- bzw. Unterputz sowie dem dekorativen Oberputz. Bei unebenem Mauerwerk kann der Grundputz aus mehreren Lagen bestehen. Der Oberputz ist hingegen nur wenige Millimeter dick und bestimmt die Optik der Fassade. Sie werden auch als Dekor- oder Strukturputze bezeichnet.

Bei Wärmedämmverbundsystemen (WDVS) entfällt der Unterputz. Der Unterbau besteht hier aus Dämmstoffplatten, die auf die Fassade geklebt werden. Es kommen verschiedene Dämmstoffe wie Mineralwolle, Schaumstoffe oder Holzfaserdämmplatten zum Einsatz. Damit der Oberputz auf der Dämmung haftet, wird ein Armierungsgewebe in eine Spachtelschicht eingebettet.

Unterputz und Oberputz müssen aufeinander abgestimmt sein, also bestenfalls von einem Hersteller und aus dem gleichen System stammen. Welche Putzarten es für die beiden Schichten gibt und auf was Sie bei der Untergrundbehandlung achten müssen, ist in den folgenden drei Tabellen zusammengefasst:

Verschiedene Unterputze – Grundputze

Putzart Zusammensetzung Dafür wird er verwendet
Kalkzementputz Kalk und Zement als Bindemittel, Sand als Zuschlagstoff Eignet sich für Untergründe aus Ziegel, Kalksandstein oder Leichtbeton. Glatte Untergründe aus Beton müssen mit Spritzbewurf vorbehandelt werden.
Kalkzement-Leichtputz Kalk und Zement als Bindemittel, Sand sowie mineralische Leichtzuschläge oder Polystyrolkügelchen als Zuschläge Eignet sich für Untergründe aus hochwärmedämmenden Hochlochziegeln, Leichtbeton oder Porenbeton.
Kalkzement-Faserleichtputz Kalk und Zement als Bindemittel, Sand sowie Leichtzuschläge sowie mineralische Fasern als Zuschläge Eignet sich für Untergründe aus extrem leichten Wandbaustoffen – zum Beispiel Leichthochlochziegel, Porenbeton oder Leichtbeton.
Kalkputz Kalk als Bindemittel, Sand als Zuschlagstoff Eignet sich für die Sanierung und Restaurierung von Fachwerkfassaden.
Zementputz Zement als Bindemittel, Sand als Zuschlag Eignet sich als Vorspritzmörtel für Mauern oder Betonwände.

Verschiedene Oberputze – Strukturputze & Dekorputze

Putzart Zusammensetzung Dafür wird er verwendet
Mineralischer Edelputz Weißzement und Weißkalkhydrat als Bindemittel, Sand und verschieden gebrochene Mineralstoffe in unterschiedlichen Korngrößen als Zuschläge Wird auf mineralischen Unterputzen verwendet, sind wasserdampfdurchlässig. Haften schlecht auf nicht saugenden Flächen. Lassen sich schlecht einfärben.
Silikatputz Gebrauchsfertiger Putz aus anorganischen Silikaten und bis zu 5% organischer Kunstharzanteil. Verschieden gebrochene Mineralstoffe in unterschiedlichen Korngrößen als Zuschläge. Eignet sich für mineralische Untergründe, WDVS, denkmalgeschützte Fassaden. Wasserdampfdurchlässig. Lässt sich bedingt einfärben.
Siloxanputz Gebrauchsfertiger Putz mit Siloxan und Acrylat-Copolymer-Dispersion als Bindemittel. Verschieden gebrochene Mineralstoffe in unterschiedlichen Korngrößen als Zuschläge. Eignet sich für grundierte, mineralische Unterputze, für WDVS. Gute Beständigkeit gegen Schlagregen.
Kunstharzputz Gebrauchsfertiger Putz mit einer Kunststoffdispersion als Bindemittel. Verschieden gebrochene Mineralstoffe in unterschiedlichen Korngrößen als Zuschläge. Eignet sich gut für WDVS, haftet auch auf nichts saugenden Untergründen. Lässt sich einfärben. Gute Beständigkeit gegen Schlagregen.
Kalkfeinputz Sumpfkalk dient als Bindemittel. Verschieden gebrochene Mineralstoffe in unterschiedlichen Korngrößen als Zuschläge. Eignet sich z.B. für Außenfassaden von Sichtfachwerk.

Untergrundvorbehandlung

Damit der Außenputz haftet, muss der Untergrund auf jeden Fall sauber, trocken und saugfähig sein. Größere Unebenheiten müssen beseitigt werden, bei frisch betonierten Wänden sind Trennmittel wie Schalungsöle oder Zementschleier zu beseitigen. Außerdem darf der Untergrund nicht zu sehr oder zu wenig saugfähig sein. Hier müssen Sie eventuell mit einer geeigneten Untergrundvorbehandlung vorarbeiten:

Eigenschaft Untergründe Überprüfen Vorbehandlung
Normal saugend Ziegel, Porenbeton, Bims, Leichtbeton, Blähbeton, Kalksandstein Wasser zieht in benetzte Wand langsam ein Ohne Vorbehandlung
Nicht saugend – glatt Kalksandstein, geschalte Betonwände, glatte Betonsteine Wasser perlt von benetzter Wand ab Mit Haftbrücke oder Haftmörtel grundieren
Unterschiedlich und schlecht saugend Kalksandstein Wasser zieht unterschiedlich schnell und stark in benetzte Wand ein Mit Haftbrücke oder Haftmörtel grundieren
Stark saugend Porosierte Ziegel, Porenbeton, Kalksandstein, Altputzflächen Wasser zieht schnell und stark in die Wand ein. Mit Aufbrennsperre grundieren
Inhomogener Untergrund Mischmauerwerk,

Natursteinwände

Keine Prüfung – ist immer Vorbehandlung nötig Vorspritzputz aufbringen
Sandende und kreidende Fläche Altputzflächen Abrieb bleibt an angefeuchteter Hand haften Mit Tiefengrund vorbehandeln
Unzureichende Tragfähigkeit Altputzflächen Teile des Putzes bleiben an Klebeband haften, wenn ruckartig abgezogen Losen Altputz entfernen, Fläche mit Spachtel ausgleichen

Körnig, glatt oder sanft geschwungen: Edelputze bieten zahllose Möglichkeiten zur individuellen Fassadengestaltung. (Foto: epr/Saint-Gobain Weber)

Fassade verputzen in fünf Schritten

Die grundsätzlichen Dinge zum Verputzen einer Außenwand kennen Sie nun, jetzt geht es an den praktischen Teil:

Schritt 1: Untergrund vorbereiten

Behandeln Sie zunächst den Untergrund vor, wie es im Kapitel zuvor beschrieben ist, schließen Sie Fehlstellen mit Reparaturmörtel oder tragen Sie eine Grundierung ein, damit der Putz auf dem Untergrund haftet.

Bringen Sie nun mit Ansetz- oder Putzmörtel Putzprofile oder Putzschienen in Abständen von rund 50 Zentimetern an der Fassade an. Sie sorgen dafür, dass die richtige Putzstärke eingehalten wird und bilden außerdem den Systemabschluss.

Schritt 2: Unterputz anmischen

Mischen Sie jetzt den Unterputz an. Halten Sie sich unbedingt an die Angaben des Herstellers. Wenn der Putz später nicht haftet, liegt es häufig daran, dass beim Anmischen zu viel oder zu wenig Wasser verwendet wurde. Besorgen Sie sich am besten einen Bohrmaschinenquirl im Baumarkt, dieser sorgt dafür, dass der Putz klümpchenfrei angemischt werden kann.

Schritt 3: Unterputz auftragen

Den fertig angemischten Unterputz müssen Sie nun an die Fassade bringen. Das kann beim Anfänger erst einmal für Probleme sorgen, doch mit etwas Übung geht das später recht einfach von der Hand. Verteilen Sie den Putz mit der Kelle zwischen zwei Putzschienen und glätten Sie ihn mit einer Kartätsche oder Brett.

Tragen Sie die neue Schicht auf die noch nasse Schicht darunter auf. Der Profi sagt „nass in nass“ dazu. Wichtig: Rühren Sie immer nur soviel Putz an, wie Sie verarbeiten können. Ist der Putz erst einmal angezogen, lässt er sich nicht mehr an die Wand bringen.

Schritt 4:  Unterputz abreiben

Warten Sie vor dem Abreiben die Anziehzeit ab. Diese ist nicht mit der Trockenzeit zu verwechseln. Die Anziehzeit hängt von der Art des verwendeten Putzes ab und beträgt bis zu eineinhalb Stunden. Reiben Sie nun den Putz mit einem Reibebrett oder Schwammbrett ab.

Bevor Sie den Oberputz auftragen, muss der Unterputz trocken sein, sonst besteht die Gefahr, dass der Putz reißt oder instabil wird. Die Trockenzeit hängt von der Dicke des Putzes ab. Pro Millimeter müssen Sie mit einem Tag Trockenzeit rechnen. Bei manchen Putzsystemen müssen Sie noch eine zweite Unterputzlage aufbringen.

Schritt 5: Oberputz auftragen

Mit dem Oberputz geben Sie der Fassade das endgültige Aussehen, dementsprechend sorgfältig müssen Sie nun vorgehen. Tragen Sie den Putz mit der Glättkelle auf und geben Sie ihm anschließend die gewünschte Struktur. Zum Beispiel mit einem Reibebrett, Filzbrett oder Moosgummibrett. Oder wählen Sie einen Dekorputz wie Rauputz oder Scheibenputz.

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