Wie sich der U-Wert oder Wärmedurchgangskoeffizient berechnen lässt, habe ich an anderer Stelle ausführlich beschrieben. In diesem Beitrag soll es eher um die Dämmwerte verschiedener Baumaterialien und Bauteile gehen. Damit es nicht nur Theorie bleibt, habe ich aber auch ein drei Beispiele eingebaut. Einmal ganz allgemein, wie Sie den U-Wert einer Wand berechnen. Im zweiten Beispiel erfahren Sie, wie Sie die Dicke des Dämmstoffs ermitteln, um einen festgesetzten U-Wert zu erreichen und im dritten Beispiel erläutere ich, wie das bei einer Fertighaus-Wand funktioniert.

Dämmwerte von Baumaterialien und Baustoffen

Grundsätzliches

Der U-Wert eines Bauteils hängt im Wesentlichen von seiner Dicke und der Wärmeleitfähigkeit λ des Baumaterials ab. Je niedriger λ, desto weniger Wärme kann durch das Bauteil entweichen, desto besser also der Dämmwert.

Wenn Sie wissen wollen, wie gut Ihre Wand oder das Dach dämmt – müssen Sie drei Dinge wissen – wie dick ist das Bauteil, aus welchem Material besteht es und welche Dichte besitzt es.

Besteht das Bauteil aus mehreren Schichten, müssen Sie für jede Schicht den Wärmedurchgangswiderstand R kennen. Diesen erhalten Sie, wenn Sie die jeweilige Bauteildicke in Metern durch die Wärmeleitfähigkeit teilen. Der Kehrwert von R ergibt dann den U-Wert.

Für die gängigsten Baumaterialien und Bauteildicken habe ich die Berechnung des Wärmedurchgangswiderstands R bereits vorgenommen. Einfach die Werte in den nachfolgenden Tabellen ablesen.

MauerwerkPutzBetonHolzBekleidungenDämmstoffe
Tabelle 1: Dämmwerte von Mauerwerk einschließlich Mörtelfugen
Steinart Dichte ρ in kg/m³ Wärmeleitfähigkeit λ in W/(m*K)  Wärmedurchgangswiderstand R = d/λ in m²K/W bei einer Dicke von
11,5 cm 24 cm 30 cm 36,5 cm 42,5 cm 49 cm
Vollklinker, Hochlochklinker, Keramikklinker 1800 bis 2400 0,81 bis 1,4 0,082 bis 0,142 0,171  bis 0,296 0,214 bis 0,370 0,261 bis 0,451 0,304 bis 0,525 0,35 bis 0,605
Vollziegel, Hochlochziegel, Füllziegel 1200 bis 2400 0,50 bis 1,4 0,082 bis 0,230 0,171  bis 0,480 0,214 bis 0,600 0,261 bis 0,730 0,304 bis 0,850 0,35 bis 0,980
Hochlochziegel HLzA und HLzB 550 bis 1000 0,27 bis 0,45 0,256 bis 0,426 0,533 bis 0,889 0,667 bis 1,111 0,811 bis 1,351 0,944 bis 1,574 1,089 bis 1,815
Hochlochziegel HLzW 550 bis 1000 0,19 bis 0,29 0,397 bis 0,605 0,828 bis 1,263 1,034 bis 1,579 1,259 bis 1,921 1,466 bis 2,237 1,690 bis 2,579
Kalksandstein 1000 bis 2600 0,50 bis 1,80 0,064 bis 0,230 0,133  bis 0,480 0,167 bis 0,600 0,203 bis 0,730 0,236 bis 0,850 0,272 bis 0,980
Porenbeton-Plansteine 350 bis 800 0,11 bis 0,25 0,460 bis 1,045 0,960 bis 2,182 1,200 bis 2,727 1,460 bis 3,318 1,700 bis 3,864 1,960 bis 4,455
Betonsteine 450 bis 2000 0,20 bis 0,99 0,116 bis 0,575 0,242 bis 1,200 0,303 bis 1,500 0,369 bis 1,825 0,429 bis 2,125 0,495 bis 2,450

Beachten Sie beim Ablesen der Werte, dass die Baumaterialen teilweise unterschiedliche Dichten besitzen. Ich habe jeweils den höchsten und den niedrigsten Wert genommen. Wenn Sie nicht wissen, welche Dichte Ihre Wand besitzt, nehmen Sie einfach einen Wert dazwischen.

Letztlich ist das Ganze aber immer nur eine überschlägige Berechnung. Wenn es wirklich ernst wird und Sie Ihre Fassade nach den Erfordernissen der Energieeinsparverordnung dämmen müssen, ist immer eine detaillierte Berechnung eines Experten notwendig.

Tabelle 2: Dämmwerte von Putz
Putzart Dichte ρ in
kg/m³
Wärmeleitfähigkeit λ in W/(m*K)  Wärmedurchgangswiderstand R = d/λ in m²K/W bei einer Dicke von
5 mm 10 mm 15 mm 20 mm 100 mm
Putzmörtel aus Kalk, Kalkzement und hydraulischem Kalk 1800 1,0 0,005 0,01 0,015 0,020 xxx
Putzmörtel aus Kalkgips, Gips, Anhydrit, Kalkanhydrit 1400 0,70 0,007 0,014 0,021 0,029 xxx
Leichtputz 700 bis 1300 0,25 bis 0,56 0,009 bis 0,020 0,018 bis 0,040 0,027 bis 0,060 0,036 bis 0,080 xxx
Gipsputz 1200 0,51 0,010 0,020 0,029 0,039 xxx
Wärmedämmputz Ab 200 0,12 bis 0,24 xxx xxx xxx 0,083 bis 0,167 0,417 bis 0,833
Kunstharzputz 1100 0,7 0,007 0,014 0,021 0,029 xxx

Putzdicken nach DIN V 18550 und DIN EN 998-1:

  • Mehrlagiger Außenputz: mittlere Putzdicke 20 mm
  • Innenputz mehrlagig: mittlere Putzdicke15 mm
  • Innenputz einlagig: mittlere Putzdicke 10 mm
  • Dünnlagenputz: mittlere Putzdicke 3 bis 5 mm
  • Sanierputz: mittlere Putzdicke mind. 20 mm
  • Wärmedämmputz mittlere Putzdicke:
    Unterputz 20 bis 100 mm
    Oberputz 8 mm
    Ausgleichsputz 4 mm
Tabelle 3: Dämmwerte von Bauteilen aus Beton
Betonart Dichte ρ in
kg/m³
Wärmeleitfähigkeit λ in W/(m*K) Wärmedurchgangswiderstand R = d/λ in m²K/W bei einer Dicke von
8 cm 15 cm 20 cm 30 cm 40 cm
Unbewehrter Beton 1800 bis 2400 1,15 bis 2,5 0,032 bis 0,070 0,06 bis 0,130 0,08 bis 0,174 0,120 bis 0,261 0,160 bis 0,348
Bewehrter Beton 2300 bis 2400 2,3 bis 2,5 0,032 bis 0,035 0,06 bis 0,065 0,08 bis 0,087 0,120 bis 0,130 0,160 bis 0,174
Leichtbeton und Stahlleichtbeton mit geschlossenem Gefüge 800 bis 2000 0,39 bis 1,35 0,059 bis 0,205 0,111 bis 0,385 0,148 bis 0,513 0,222 bis 0,769 0,296 bis 1,026
Dampfgehärteter Porenbeton 350 bis 1000 0,11 bis 0,29 0,276 bis 0,727 0,517 bis 1,364 0,690 bis 1,818 1,034 bis 2,727 1,379 bis 3,636
Leichtbeton mit haufwerksporigem Gefüge 600 bis 2000 0,22 bis 1,20 0,067 bis 0,364 0,125 bis 0,682 0,167 bis 0,909 0,250 bis 1,364 0,333 bis 1,818
Leichtbetonteile mit Naturbims 400 bis 1300 0,12 bis 0,47 0,170 bis 0,667 0,319 bis 1,25 0,426 bis 1,667 0,638 bis 2,500 0,851 bis 3,333
Leichtbetonteile mit Blähton 400 bis 1700 0,13 bis 0,76 0,105 bis 0,615 0,197 bis 1,154 0,263 bis 1,500 0,395 bis 2,308 0,526 bis 3,077

Wände aus Beton sind in der Regel zwischen 8 und 40 cm stark. Abweichungen sind natürlich immer möglich. Im Zweifel müssen Sie sich Ihren R-Wert selbst ausrechnen – also die Dicke in Meter durch die Wärmeleitfähigkeit λ teilen. Bei zweischaligen Beton-Bauteilen mit innenliegender Dämmung müssen Sie die Wärmedurchgangswiderstände aufaddieren, wie ich es im nachfolgenden Beispiel zeige.

Tabelle 4: Dämmwerte von Bauteilen aus Holz
Dichte ρ in
kg/m³
Wärmeleitfähigkeit λ in W/(m*K) Wärmedurchgangswiderstand R = d/λ in m²K/W bei einer Dicke von
12 cm 14 cm 16 cm 18 cm 20 cm
Bauholz 450 bis 700 0,12 bis 0,18 0,667 bis 1,000 0,778 bis 1,167 0,889 bis 1,333 1,000 bis 1,500 1,111 bis 1,667

Holz kommt insbesondere bei Fertighäusern als Baumaterial zum Einsatz. Komplett aus Holz sind die Häuser in der Regel aus wirtschaftlichen Gründen nicht. Eine Riegelkonstruktion übernimmt die tragende Rolle, die Zwischenräume sind mit Dämmstoff gefüllt. Die Riegel sind in der Regel zwischen 12 und 20 cm breit.

Der U-Wert lässt sich hier nicht so ganz einfach berechnen, es müssen die Bereiche aus Holz und die Gefache separat betrachtet werden. Wie das funktioniert, dazu später ein Beispiel.

Tabelle 5: Dämmwerte von Bekleidungen
Dichte Ρ in
kg/m³
Wärmeleitfähigkeit λ in W/(m*K) Wärmedurchgangswiderstand R = d/λ in m²K/W bei einer Dicke von
12,5 mm 15 mm 18 mm 22 mm 25 mm 30 mm
Gipskartonplatten 800 0,25 0,05 0,06 0,072 0,088 0,1 0,12
Wandbauplatten aus Gips 750 bis 1200 0,35 bis 0,58 0,022 bis 0,036 0,026 bis 0,043 0,031 bis 0,051 0,038 bis 0,063 0,043 bis 0,071 0,052 bis 0,086
OSB-Platten 650 0,13 0,091 0,115 0,138 0,169 0,192 0,231
Spanplatten 300 bis 900 0,10 bis 0,18 0,069 bis 0,125 0,083 bis 0,150 0,100 bis 0,180 0,122 bis 0,220 0,139 bis 0,250 0,167 bis 0,300
Zementgebundene Spanplatten 1200 0,23 0,054 0,065 0,078 0,096 0,109 0,130
Sperrholz 300 bis 1000 0,09 bis 0,24 0,052 bis 0,139 0,063 bis 0,167 0,075 bis 0,200 0,092 bis 0,244 0,104 bis 0,278 0,125 bis 0,333
Holzfaserplatten und MDF 250 bis 800 0,07 bis 0,18 0,069 bis 0,179 0,083 bis 0,214 0,100 bis 0,257 0,122 bis 0,314 0,139 bis 0,357 0,167 bis 0,429
Die Stärke der verschiedenen Bekleidungen ist unterschiedlich. Gipskartonplatten sind zum Beispiel oft 12,5 mm stark. Bei doppelter Beplankung ergibt sich eine Stärke von 25 mm. OSB-Platten fangen bei 12 mm Stärke an und gehen bis 40 mm. Diese Stärke kommt aber höchstens bei hoch belasteten Konstruktionen oder erhöhten Brandschutzanforderungen zum Einsatz. Ich habe sie daher weggelassen.

Tabelle 6: Dämmwerte von Dämmstoffen
Dämmstoff Dichte Ρ in
kg/m³
Wärmeleitfähigkeit λ in W/(m*K)  Wärmedurchgangswiderstand R = d/λ in m²K/W bei einer Dicke von
5 cm 10 cm 15 cm 20 cm 25 cm 30 cm
Mineralwolle 15 bis 200 0,030 bis 0,050 1,000 bis 1,667 2,000 bis 3,333 3,000 bis 5,000 4,000 bis  6,667 5,000 bis 8,333 6,000 bis 10,000
Expandiertes Polystyrol (EPS) 15 bis 30 0,032 bis 0,040 1,250 bis 1,563 2,500  bis 3,125 3,750 bis 4,688 5,000 bis 6,250 6,250 bis 7,813 7,500 bis 9,375
Extrudiertes Polystyrol (XPS) 25 bis 45 0,030 bis 0,040 1,250 bis 1,667 2,500 bis 3,333 3,750 bis 5,000 5,000 bis 6,667 6,250 bis 8,333 7,500 bis 10,000
1,690 bis 2,579 30 bis 100 0,024 bis 0,030 1,667 bis 2,083 3,333 bis 4,167 5,000 bis 6,250 6,667 bis 8,333 8,333 bis 10,417 10,000 bis 12,500
Mineralschaum 115 bis 300 0,045 bis 0,065 0,769 bis 1,111 1,538  bis 2,222 2,308 bis 3,333 3,077 bis 4,444 3,846 bis 5,556 4,615 bis 6,667
Schaumglas 115 bis 200 0,040 bis 0,060 0,833 bis 1,250 1,667 bis 2,500 2,500 bis 3,750 3,333 bis 5,000 4,167 bis 6,250 5,000 bis 7,500
Blähperlit 90 bis 490 0,045 bis 0,070 0,714 bis 1,111 1,429  bis 2,222 2,143 bis 3,333 2,857 bis 4,444 3,571 bis 5,556 4,286 bis 6,667
Expandierter Kork 100 bis 220 0,045 bis 0,060 0,833 bis 1,111 1,667  bis 2,222 2,500 bis 3,333 3,333 bis 4,444 4,167 bis 5,556 5,000 bis 6,667
Holzfaserdämmstoff 30 bis 270 0,040 bis 0,090 0,556 bis 1,250 1,111 bis 2,500 1,667 bis 3,750 2,222 bis 5,000 2,778 bis 6,250 3,333 bis 7,500
Hanfdämmung 20 bis 25 0,040 bis 0,045 1,111 bis 1,250 2,222 bis 2,500 3,333 bis 3,750 4,444 bis 5,000 5,556 bis 6,250 6,667 bis 7,500
Zellulosefasern 30 bis 80 0,040 bis 0,045 1,111 bis 1,250 2,222 bis 2,500 3,333 bis 3,750 4,444 bis 5,000 5,556 bis 6,250 6,667 bis 7,500
Schafwolle 15 bis 60 0,035 bis 0,045 1,111 bis 1,429 2,222 bis 2,857 3,333 bis 4,286 4,444 bis 5,714 5,556 bis 7,143 6,667 bis 8,571
Strohballen 90 bis 125 0,038 bis 0,072 0,694 bis 1,316 1,389 bis 2,631 2,083 bis 3,947 2,778 bis 5,263 3,472 bis 6,579 4,167 bis 7,895
Seegras 70 bis 80 0,045 bis 0,046 1,087 bis 1,111 2,174  bis 2,222 3,261 bis 3,333 4,348 bis 4,444 5,435 bis 5,556 6,522 bis 6,667

Den U-Wert einer Wand ermitteln

Mit den Werten aus den Tabellen lässt sich recht einfach der U-Wert einer Wand- oder Dachkonstruktion ermitteln. Sie müssen nur wissen, wie dick und aus welchem Material die einzelnen Schichten sind. Die R-Werte werden ganz einfach addiert, dazu kommen noch die beiden Wärmeübergangswiderstände Rsi und Rse.

Rsi und Rse bezeichnen die Wärmeübergangswiderstände zwischen Luft und Bauteil. Sie sind für drinnen und draußen unterschiedlich. Rsi ist der innere, Rse der äußere Wert. Nach DIN EN ISO 6946 gelten folgende Werte:

Tabelle 7: Wärmeübergangswiderstände zwischen Luft und Bauteil
Richtung des Wärmestroms
Aufwärts Horizontal Abwärts
Rsi 0,10 0,13 0,17
Rse 0,04 0,04 0,04

Hier die benötigten Formeln:

R=d/λ=Rsi + d1/λ1 + d2/λ2 + dn/λn + Rse

U= 1/R

Beispiel 1
Sie besitzen ein altes, ungedämmtes Haus aus Kalksandstein, das außen mit einem 20 mm dicken Kalkzementputz und innen mit einem 10 mm starken Gipsputz versehen ist. Die Mauerstärke beträgt 36,5 cm. Wie groß ist der U-Wert?

Lösung:

Mit Hilfe der obigen Tabellen mit den R-Werten lässt sich der U-Wert recht einfach ermitteln. Sie benötigen lediglich die Werte für die Mauer aus Kalksandstein, den Innen- und den Außenputz. Die Werte für die Wärmeübergangswiderstände entnehmen Sie Tabelle 7 und dort der mittleren Spalte. Schließlich geht es um einen horizontalen Wärmestrom durch die Wand.

In Tabelle 1 können Sie nachschauen, welchen R-Wert Kalksandstein bei einer Mauerdicke von 36,5 cm besitzt. Hier haben wir bereits ein kleineres Problem, denn der Werkstoff ist in unterschiedlichen Dichten zwischen 1000 und 2600 Kg/m³ erhältlich. Dementsprechend gibt es auch verschiedene Wärmeleitfähigkeiten λ und somit auch verschiedene Wärmedurchgangswiderstände.

Für die Berechnung nehmen wir λ = 0,5 W/mK an, dieser Wert gilt bei einer Dichte von 1000 Kg/m³. Da λ in der Gleichung R=d/λ im Nenner steht, besitzen Werkstoffe mit der geringsten Leitfähigkeit den größten Wärmedurchgangskoeffizienten. Sie geben also auf der rechten Seite den unteren Wert an, während Sie auf der linken Seite oben stehen. Das ist erst einmal verwirrend. Für λ = 0,5 W/mk bekommen wir daher einen R-Wert von 0,73 m²K/W.

In Tabelle 2 finden Sie die R-Werte für Putze. Außen wird ein Kalkzementputz verwendet und 20 mm dick aufgetragen, innen ein 10 mm starker Gipsputz. Die beiden zugehörigen Werte betragen jeweils 0,02 m²K/W.

Jetzt haben wir alle benötigten Werte und können den R-Wert der bestehenden Wand errechnen:

R (Bestand) = Rse + R (Kalkzementputz) + R (Kalksandstein) + R (Gipsputz) + Rsi

Die Zahlen eingesetzt, sieht das so aus:

0,04 + 0,02 + 0,73 + 0,02 + 0,13 = 0,94 m²K/W

Daraus dann den U-Wert berechnen:

U = 1/R = 1/0,94 = 1,064 W/m²K

Wie dick muss die Dämmung sein, um die EnEV zu erfüllen?

Der im vorigen Kapitel errechnete U-Wert ist in den Augen der Energieeinsparverordnung natürlich viel zu hoch. Momentan fordert die EnEV bei bestehenden Gebäuden bei Wänden einen Wert von 0,24 W/m²K.

Beispiel 2
Sie besitzen ein altes, ungedämmtes Haus aus Kalksandstein, das einen U-Wert von 1,064 W/m²K besitzt. Die Energieeinsparverordnung fordert einen U-Wert von 0,24 W/m²K). Wie dick muss die Dämmung sein, damit dieser Wert erreicht wird? Und mit welchen Dämmstoffen lässt sich das erreichen? 

Lösung:

Mit der Formel U = 1/R lässt sich die erforderliche Dicke ganz einfach ermitteln. R ist hier gleich der Summe aller R-Werte des Bauteils, in diesem Fall also R (Bestand) plus R (Dämmmung). Daraus ergibt sich folgende Gleichung:

U (erforderlich) = 1 / (R (Bestand) + R (Dämmung))

Bis auf den Wärmedurchgangswiderstand R(Dämmung) kennen wir alle Werte. Lösen wir also danach auf:

R(Dämmung) = 1 / U (erforderlich) – R (Bestand)

R(Dämmung) = 1 / 0,24 – 0,94 = 3,227 m²K/W

Der Wärmedurchgangswiderstand muss also größer als 3,227 m²K/W sein, damit die Vorgaben der EnEV erfüllt werden.

Schauen wir in die Tabelle 6 nach. Sie haben dort jede Menge Auswahl, denn im Prinzip lässt sich mit jedem Dämmstoff der erforderliche U-Wert erreichen. Ist nur die Frage, wie dick er sein soll. Bei einer gewählten Dämmstoffdicke von 15 cm können Sie zum Beispiel EPS-Hartschaum, Schafwolle oder auch Mineralwolle verwenden, sofern die Wärmeleitfähigkeit bei 0,030 oder 0,040 W/(m*K) liegt.

Soll die Dämmstoffdicke lediglich 10 cm betragen, müssen Sie einen Dämmstoff mit möglichst geringer Leitfähigkeit verwenden. Dazu mehr im nächsten Kapitel.

So sieht es bei vorgegebener Wärmeleitfähigkeit aus

Wenn Sie einen bestimmten Dämmstoff bereits ins Auge gefasst haben und dessen Wärmeleitfähigkeit kennen, können Sie die obige Formel auch nach der Dämmstoffdicke d auflösen. Wir erinnern uns R=d/λ. Das sieht dann so aus:

R (Dämmung) = d (Dämmung) / λ (Dämmung) = 1 / U (erforderlich) – R (Bestand)

Ziehen wir das λ auf die rechte Seite, ergibt sich folgende Gleichung:

d (Dämmung) = λ / U (erforderlich) – λ / R (Bestand))

Bei einer guten, weil kleinen Leitfähigkeit von λ = 0,03 W / mK benötigen wir folgende Dämmstoffdicke:

d (Dämmung) = 0,03 / 0,24 – 0,03 / 0,94 = 0,125 – 0,032 = 0,093 m

Die Dämmung muss in diesem Fall rund 10 Zentimeter dick sein.

U-Wert beim Fertighaus oder bei Zwischensparrendämmung

Bei einem Fertighaus oder einem Dach gibt es keinen homogenen Schichtaufbau wie bei Mauerwerk. Vielmehr bestehen die Bauteile aus Holzbalken mit Zwischenräumen. Diese sind häufig mit Dämmung gefüllt. Der U-Wert einer solchen Konstruktion lässt sich mit folgender Formel berechnen:

U= (U (Gefach) x Gefachbreite + U(Rippen) x Rippenbreite)) / (Gefachbreite + Rippenbreite)

Bevor ich jetzt anfange, herumzutheoretisieren, hier gleich einmal ein Fall aus der Praxis.

Beispiel 3
Ein Fertighaus besitzt eine Wand aus senkrechten Riegeln und Gefachen dazwischen. Nehmen wir an, der Riegel hätte eine Stärke von 20 cm und das Gefach ist 80 cm breit. Außerdem ist es komplett mit Mineralwolle gefüllt. Wie groß ist der U-Wert der Wand?

Lösung:

U (Rippen): Hier schauen wir in die Tabelle Holz bei 20 cm. Der R-Wert beträgt 1,667 m²K/W. Der U-Wert ist dann 1/1,667 = 0,6 W/m²K

U-Gefach: Eine 20 cm starke Schicht Mineralwolle hat laut Tabelle einen R-Wert von minimal 4 m²K/W. Der U-Wert beträgt dann ¼ = 0,25 W/m²K.

Tragen wir die Werte in die obige Formel ein, erhalten wir folgenden U-Wert:

U = (0,25 W/m²K x 0,2 m + 0,6 W/m²K x 0,8 m) / (0,8 m + 0,2 m) = 0,05 + 0,48 = 0,53 W/m²K

Das ist aber noch nicht der U-Wert der gesamten Fertighauskonstruktion, denn die Gefache müssen noch beplankt werden und zumindest verputzt.

Nehmen wir an, dass die Wand nach außen und innen mit einer 15 mm starken OSB-Platte verkleidet ist. Zusätzlich kommt innen noch eine doppelte Beplankung mit Gipskartonplatten dazu. Hier ist die Stärke zweimal 12,5 mm, also 25 mm. Der Innen- und Außenputz ist so wie in Beispiel 1.

Berechnen wir den R-Wert:

R (Fertighaus) = 1/U = 1/0,53 = 1,887 m²K/W

R (Bestand) = Rse + R (Kalkzementputz) + R (OSB) + R (Fertighaus) + R (OSB) + R (Gipskarton) + R (Gipsputz) + Rsi =

0,04 + 0,02 + 0,115 + 1,887 + 0,115 + 0,071 + 0,02 + 0,13 = 2,398 m²K/W

U (Bestand) = 1 / 2,398 m²K/W = 0,42 W/m²K

Die Vorgaben der Energieeinsparverordnung werden damit nicht erreicht, die Wand muss also zusätzlich gedämmt werden. Schauen wir einfach nach, wieviel Dämmung zusätzlich draufgepackt werden muss, um den geforderten Wert von 0,24 W/m²K zu erreichen.

Nehmen wir wieder diese Formel:

R(Dämmung) = 1 / U (erforderlich) – R (Bestand)

Nun noch die Werte einsetzen:

R (Dämmung) = 1 / 0,24 – 2,398 = 4,167 – 2,398 = 1,768 m²K/W

Wenn Sie frei sind in der Wahl des Dämmstoffes und der Dämmstoffdicke, gehen Sie in Tabelle 6 und schauen Sie, welche Kombinationen den gesuchten R-Wert überschreiten.

Dicke der Dämmung bei bekannter Wärmeleitfähigkeit

Haben Sie bereits einen Dämmstoff ins Auge gefasst und kennen Sie dessen Wärmeleitfähigkeit, rechnen Sie so die Dicke aus:

d (Dämmung) = R (Dämmung) x λ (Dämmung)

= 1,768 x 0,040 = 0,07 m

Es braucht also eine zusätzliche Dämmung von mindestens 7 cm.

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