Eine Alternative zur herkömmlichen DacheindeckDach mit Bitumenschindeln eindeckenung mit Ziegel, Betonsteinen oder Schiefer gesucht? Bitumenschindeln sind leicht und einfach zu verlegen, Selbermacher können sich daher problemlos an kleinere Projekte wie Gartenhäuser, Carports, Garagen oder Vordächer ran wagen. Mit den Schindeln lassen sich jedoch auch komplette Häuser eindecken, hier sollte alleine schon aus Sicherheitsgründen jedoch ein Fachmann ans Werk. Bitumenschindeln werden zum Beispiel von Easy Shingle, Bardoline, Gutta oder Isola angeboten und sind im Baumarkt oder Baustoffhandel erhältlich.

Grundsätzliche Informationen zur Verlegung

Die Verlegung der Bitumenschindeln erfolgt bei allen Herstellern im Prinzip gleich, es müssen auf jeden Fall die Fachregeln des Zentralverbands des Deutschen Dachdeckerhandwerks eingehalten werden. Viel Platz für Experimente bleibt da nicht, was nicht bedeutet, dass es im Detail von Hersteller zu Hersteller etwas anders aussehen kann.

Es muss also beim Verlegen der Schindeln immer genau nach Herstellerangaben vorgegangen werden. In der Regel bekommt man beim Kauf von Bitumenschindeln eine Verlegeanleitung an die Hand oder kann sie sich auf der Herstellerseite herunterladen.

Kann das der Selbermacher?

Ich möchte mit diesem Beitrag lediglich darüber informieren, wie das Verlegen von Bitumenschindeln grundsätzlich funktioniert. Sie können dann einschätzen, ob Sie sich die Arbeit zutrauen oder ob die Schindeln für Sie überhaupt in Frage kommen.

Darüber hinaus habe ich einige interessante Informationen zum Thema Bitumenschindeln zusammengetragen. So findet sich hier ein gut gemachtes Video, in dem die Schindelverlegung gezeigt wird. Auch möchte ich eine schöne Anleitung im PDF-Format vorstellen. Der entsprechende Link ist ganz unten zu finden.

Grundsätzliches zum Thema Bitumenschindeln

BitumenschindelnBitumenschindeln haben – wie andere Dacheindeckungen auch – die Aufgabe, vor Regen, Schnee, Hitze oder UV-Strahlen zu schützen. Das klappt bei richtiger Ausführung ganz gut, so dass von einer Lebensdauer von 25 bis 35 Jahren ausgegangen werden kann.

Die Schindeln bestehen nicht komplett aus Bitumen, sondern besitzen eine Einlage aus Glasvlies, die für die notwendige Stabilität sorgt. Die Optik der Bitumenschindeln wird durch eine Beschichtung aus mineralischem Granulat erzeugt. Das verhindert zudem, dass das Bitumen allzu sehr klebrig wird.

Verschiedene Oberflächen und Farben

Auf eine ansprechende Optik braucht bei Bitumenschindeln nicht verzichtet werden, sind sie doch in verschiedenen Formen und Farben erhältlich. So gibt es sie zum Beispiel in Grün, Rot, Braun oder Blauschwarz.

Selbst in Schieferoptik sind sie erhältlich. So gibt es zum Beispiel beschieferte Bitumenschindeln mit einer Oberfläche in Anthrazit, Schiefergrün oder Schieferblau. Eine beliebte Form ist auch bei Bitumenschindeln die klassische Biberform, die Schindeln sind zudem noch rechteckig, dreieckig oder trapezförmig erhältlich. Welche Schindelform verwendet werden kann, hängt auch von der Dachneigung ab, das stellt sich folgendermaßen dar:

Sparrenlänge Schindelformen Regeldachneigung
≤ 10 m Rechteck, Trapez ≥ 15° (26,8 %)
> 10 m Rechteck, Trapez ≥ 20° (36,4 %)
≤ 10 m Biber, Dreieck ≥ 20° (36,4 %)
> 10 m Biber, Dreieck ≥ 25° (46,6 %)

Eine feste Unterlage ist notwendig

Bitumenschindeln benötigen eine glatte, feste Unterlage, auf die sie genagelt und gegebenenfalls auch geklebt werden. Das können Verkleidungsbretter, Schichtholz oder furnierte Bauplatten sein, wobei Bretter mindestens 24 mm dick sein sollten, ansonsten reichen 22 mm aus.

Da Bitumenschindeln dampfdicht sind, braucht es insbesondere bei ausgebauten Dachgeschossen mit Wärmedämmung unbedingt eine Hinterlüftung, damit Feuchtigkeit entweichen kann. Die Belüftung zwischen Dachunterseite und Dämmung muss mindestens zwei Zentimeter betragen.

Schalungsbahnen zum Schutz der Holzschalung

Um die Holzschalung zu schützen, müssen auf dieser Schalungs- bzw. Unterlagsbahnen verlegt werden. Diese Vordeckung besteht meist aus Bitumenbahnen und wird häufig passend zu den Schindeln von den Herstellern angeboten. Befestigt wird sie mit den gleichen Breitkopfnägeln, mit denen danach auch die Bitumenschindeln angenagelt werden.

Diese Nägel sind korrosionsgeschützt und so konzipiert, dass möglich wenig Feuchtigkeit unter sie kriechen kann. Feuchtigkeit ist bekanntlich der Feind aller Konstruktionen und beeinträchtigt die Lebensfähigkeit des Bauteils in der Regel doch erheblich.

Video: So funktioniert die Dacheindeckung mit Bitumenschindeln

Bitumenschindeln auf die Unterdeckung nageln

Auf der Unterdeckung werden schließlich die Bitumenschindeln angenagelt und an besonders sensiblen Stellen wie an den Dachrändern auch geklebt. Es sollten so viele Nägel wie nötig, aber so wenige wie möglich verwendet werden, da jeder Nagel die Dachhaut durchstößt.

Hier gilt es auf die Herstellerangaben zu achten, denn je nach Schindelform sind mal mehr und mal weniger Breitkopfnägel notwendig. Liegt die Dachneigung über 60°, müssen zusätzliche Breitkopfstifte verwendet werden, damit die Schindeln auf dem Dach bleiben.

Selbstklebepunkte sorgen für einen sicheren Verbund

Der Verbund der verschiedenen Bitumenschindeln untereinander wird durch Selbstklebepunkte oder –streifen gewährleistet, die sich auf der Oberseite befinden. Sie verkleben von selbst, wenn sich die Schindeln bei Sonnenschein erwärmen. Das Eigengewicht reicht da vollkommen aus. Scheint die Sonne nicht oder es ist zu kalt, kann mit einem Heißluftgerät nachgeholfen werden.

Ortgang, Traufe, First oder Kehle lassen sich ebenfalls mit Bitumenschindeln herstellen, die entsprechend zugeschnitten werden müssen. Wie geschnitten werden muss, hängt von der Schindelform ab, es sind also wieder die Herstellerangaben zu beachten.

Wichtige Informationen:

PDF-Anleitung: Otto Wolff SHINGLAS

Video: Easy Shingle

Fotos: Isola Deutschland