Früher war klar, was mit dem Bereich zwischen den Hängeschränken und der Arbeitsplatte bzw. Küchenspüle passiert – zum Fliesenspiegel gab es keine Alternative. Heute gibt es für die Gestaltung der Küchenrückwand zahlreiche Möglichkeiten – Fliesen sind nur eine davon. So gibt es zum Beispiel Wandpaneele aus Glas, Plexiglas, Aluminium, Edelstahl oder Holzwerkstoffen. Insgesamt acht Möglichkeiten möchte ich etwas näher vorstellen.

Küchenrückwand aus Mosaikfliesen

Küchenrückwand aus Mosaikfliesen. Foto: epr/Hagebau

Möglichkeit 1 – Fliesen

Wie bereits erwähnt, sind Fliesen der Klassiker unter den Küchenrückwänden. Und das hat seinen Grund. Sie lassen sich einfach reinigen und ihnen macht es nichts aus, wenn sie mit Soße befleckt werden. Fliesen sehen auch nach Jahren aus wie am ersten Tag. Sie bleichen nicht aus und altern nur sehr langsam

Der Schwachpunkt sind die Fugen, die mit der Zeit eine unschöne Färbung annehmen. Sie müssen entweder damit leben, die Fugen überstreichen oder sie erneuern. Das ist allerdings eine Heidenarbeit und mit ganz viel Schmutz und Staub verbunden. Generell lässt sich das Problem mit großformatigen Fliesen abmildern, ganz ohne Fugen funktioniert es allerdings nicht. Wer keine Fugen haben möchte, muss eine andere Küchenrückwand wählen.

Generell sind Fliesen aber nach wie vor ein tollen Material, wenn es um die Verkleidung der Küchenwand über der Spüle geht. Noch nie war die Auswahl so vielfältig wie heute. Ob Steinoptik oder Holzdekor, ob kleine Mosaikfliesen oder Großformate – Fliesen gehören noch lange nicht zum alten Eisen.

Möglichkeit 2 – Acrylglas

Acrylglas ist die etwas günstigere Alternative zur Küchenrückwand aus ESG-Sicherheitsglas. Was die Farben und Dekore angeht, gibt es keine Unterschiede zu Glaspaneelen. Die Rückwände werden ebenfalls von hinten bedruckt, da gibt es keine Einschränkungen, was die Optik angeht. Sie ist nach Jahren noch genauso wie am ersten Tag.

Zwei Unterschiede zu Glas gibt es bei Plexiglas-Küchenrückwänden dann aber doch: Acrylglas lässt sich zum Beispiel nachträglich auf das passende Maß kürzen. Auch lässt sich nach Jahren noch ein Loch für eine weitere Steckdose aussägen. Für Selbermacher ist sie wesentlich einfacher zu handhaben.

Bei der Reinigung müssen Sie jedoch aufpassen. Allzu scharfe Reiniger oder Poliermittel können den Kunststoff angreifen, da die Oberfläche weicher als Glas ist. Im Normalfall ist es jedoch überhaupt nicht notwendig, so hart ranzugehen. Der Schmutz lässt sich auch mit normalen Reinigungsmitteln entfernen.

Küchenrückwand aus gefärbten Glas

Küchenrückwand aus gefärbten Glas. Foto: epr/Saint Gobain Glass

Möglichkeit 3 – Glas

Ähnlich leicht zu reinigen und zu pflegen wie Fliesen sind Küchenrückwände aus Glas. Und sie besitzen keine Fugen. Glasrückwände sind in allen erdenklichen Designs erhältlich. So gibt es Unidekore in allen Farben dieser Welt oder Motivdekore mit jedem Motiv, das man sich vorstellen kann. Auf Wunsch auch ein Foto von der ganzen Familie oder vom letzten Urlaub. Da von hinten bedruckt wird, bleibt die Optik auch beim Putzen erhalten.

Mit einer Glasrückwand lassen sich problemlos alte Fliesen überdecken. Und zwar so, dass nichts mehr von ihnen zu sehen ist. Einzige Nachteile von Glas als Alternative zum Fliesenspiegel: Es zerspringt leicht und kann nicht mehr bearbeitet.

Insbesondere bei der Montage reicht es, die Paneele einmal unsanft abzusetzen und schon zerspringt sie in tausende von Einzelteilen. Außerdem lassen sich nachträglich keine Löcher mehr bohren. Zum Beispiel für ein Regal oder eine zusätzliche Steckdose. Und haben Sie sich vor der Bestellung vermessen, ist das Pech. Eine zu lange Küchenrückwand aus Glas lässt sich nicht kürzen.

Möglichkeit 4 – Aluminium

Küchenrückwände aus Alu sind als Spritzschutz äußerst beliebt. Es handelt sich dabei um echte Leichtgewichte und sie lassen sich zudem einfach bohren oder kürzen. In der Regel sind die Rückwände nicht komplett aus Aluminium, sondern sie besitzen einen Kern aus Kunststoff. Das nennt sich Alu-Verbundplatte, wobei diese unter verschiedenen Markennamen wie Dibond, Dilite oder diversen anderen Namen erhältlich ist.

Alu-Küchenrückwände sind in verschiedenen Stärken erhältlich – zum Beispiel in 2, 3 oder 4 Millimeter Stärke. Wer zur Miete wohnt und den Spritzschutz bei Auszug mitnehmen möchte, sollte eine 4 Millimeter starke Platte nehmen und diese nur punktuell ankleben. Die Platten lassen sich beliebig bedrucken. Sie müssen also auch hier nicht auf ein individuelles Design verzichten. Und fugenlos ist die Montage ebenfalls.

Damit der Druck nicht ausbleicht oder durch Reinigung beschädigt wird, ist eine spezielle Oberflächenversiegelung notwendig. Das kann eine Folie sein oder eine andere Versiegelung. Achten Sie auf jeden Fall beim Kauf auf die Herstellerangaben.

Küchenrückwand aus Edelstahl-Dekorplatten

Küchenrückwand aus Edelstahl-Dekorplatten. Foto: epr/Gutta

Möglichkeit 5 – Edelstahl

Natürlich gibt es auch Küchenrückwände in Edelstahl-Optik, aber wer will denn schon eine Kopie, wenn er auch das Original haben kann? Also ein echtes Stahlblech zum Überdecken des Fliesenspiegels. Eine saubere und moderne Sache. Und wer nicht nur eine geschliffene Platte an der Wand haben möchte, für den gibt es Edelstahlplatten in verschiedenen Designs – zum Beispiel mit Karo- oder Rautenmuster, in Leder- oder Leinenoptik.

Nachteilig bei der Montage ist sicherlich das Gewicht. Einige Kilo bringt solch eine Edelstahl-Küchenrückwand auf die Waage. Da braucht es einen starken Kleber und starke Hände, schließlich muss die Stahlplatte solange festgehalten werden, bis der Kleber wirkt.

Bei glänzenden Oberflächen wie poliertem Edelstahl sieht man jeden Fingerabdruck und jeden Spritzer. Die Pflege ist jedoch recht einfach. Sie dürfen nur kein fettendes Pflegemittel verwenden. Besser sind fettlösende Mittel – in etwa so wie bei Glas. Weniger empfindlich ist gebürstetes Edelstahl – oder eines des oben beschriebenen Designs.

Möglichkeit 6 – Holz

Massivholzpaneele werden sich die wenigsten an die Küchenrückwand nageln wollen, doch Holzwerkstoffe wie MDF, OSB oder HPL sind schwer im Kommen. Solche Werkstoffe sind weit weniger feuchteempfindlich als Echtholz, zumal sie häufig noch zusätzlich beschichtet werden. Gerne werden auch beschichtete Spanplatten genommen.

MDF-Platten sind in jedem Baumarkt erhältlich. Sie lassen sich ganz individuell in der Wunschfarbe streichen und problemlos sägen oder bohren. Wichtig ist es, die Platte abschließend mit Klarlack zu behandeln, damit sie sich problemlos reinigen lässt. Dabei die Rückseite und vor allem die Ränder nicht vergessen. Sie sind besonders anfällig für Feuchteschäden.

Bei OSB-Platten handelt es sich um Grobspanplatten – es sind also grobe Späne sichtbar. Die Verarbeitung und Behandlung ist ähnlich wie bei MDF, ich möchte daher nicht weiter darauf eingehen.

Äußerst hart im Nehmen sind HPL-Platten. Der dekorative Schichtstoff besteht aus verschiedenen Papierbahnen, die in Harz getränkt und unter hohem Druck verpresst werden. Die oberste Schicht kann alles Mögliche sein: durchgefärbtes oder bedrucktes Papier, Holzfurnier oder Metallfolie. Besonders bekannt sind HPL-Platten der Marke Resopal.

Möglichkeit 7 – Naturstein

Küchenrückwände aus Naturstein sind besonders exklusiv. Es gibt sie aus Schiefer, Granit, Sandstein oder Marmor. Es ist allerdings zu beachten, dass Marmor empfindlich gegen Säure reagiert. Es sollte daher besser nicht der Essig aus dem Salatdressing an die Wand spritzen. Oder zumindest sofort wieder entfernt werden.

Richtig edel ist eine Naturstein-Küchenrückwand, wenn sie aus einem Stück gefertigt ist. Da ist dann nix mehr mit Selbermachen, da müssen Profis ran. Mit kleinen Riemchen geht das schon eher. Das funktioniert dann in etwa so wie das Fliesenlegen.

Manchmal muss es kein echter Stein sein, da reicht die Naturstein-Optik aus. Hier ist die Auswahl riesig. Es gibt sie als HPL-Platten oder aus Kunststoff. Auch Fliesen, Glas, Alu-Verbundplatten oder Acryl sind in Steinoptik erhältlich.

Fliesenfolien Fliesensticker

Fliesensticker für hässliche Fliesen

Möglichkeit 8 – Folie

Wer in einer Mietwohnung lebt, nicht viel Geld ausgeben möchte und schnelle Resultate sehen möchte, kann den alten Fliesenspiegel mit Folie bekleben. Solche Fliesensticker sind in allen gängigen Fliesengrößen erhältlich. Und das in vielen verschiedenen Farben.

Ich selbst habe die Küchenrückwand mit Fliesenstickern in Schwarz und Weiß beklebt. Selbst über dem Herd, wo das Wasser schon einmal heftig dampft, halten die Sticker. Und das bereits seit einigen Jahren. Bei Auszug kann ich die Folie einfach wieder abziehen. Dann kann der Vermieter nicht meckern. Alles ist so, wie er es erwartet.

Extratipp zum Schluss

Leichtere Platten müssen nicht unbedingt an die Wand geklebt werden, sie lassen sich auch mit Ringmagneten befestigen. Ok, es braucht einige Löcher in der Wand, um die Magnete an die Wand zu schrauben. Doch Löcher sind auf jeden Fall vermieterfreundlicher. Sie lassen sich bei Auszug leichter verspachteln als Kleberreste zu entfernen. Außerdem kann die Küchenrückwand dann zwischendurch abgenommen und gründlich gereinigt werden.