Bitumenbahnen sind unentbehrlich zur Abdichtung von Flachdächern, Kellern, Gründächern, Gartenhäusern oder Garagendächern. Auch Terrassen oder Balkone lassen sich bestens mit Bitumen abdichten. Zum Schutz gegen Bodenfeuchtigkeit bei drückendem und nicht drückendem Wasser werden die Bitumenwerkstoffe ebenfalls ab und an eingesetzt. Es lohnt sich also, Bitumenbahnen einmal etwas genauer unter die Lupe zu nehmen.

Bitumenbahnen

Bitumenbahnen bewähren sich bereits seit vielen Jahren bei der Gebäudeabdichtung, was sicher auch daran liegt, dass sie selbst größere Beanspruchungen nicht aus der Form geraten lässt. Dank der Bitumenbeschichtung lassen sich die Bahnen zudem auch noch nach Jahren reparieren. Zur Not kann eine weitere Bitumenbahn auf der alten verlegt werden, so dass Wasser es noch schwieriger hat, einen Durchschlupf zu finden. Die Reparatur und Wartung ist also denkbar einfach.

Gießverfahren, Schweißverfahren oder Kaltselbstklebebahnen?

Bitumenbahnen Gießverfahren

Bitumenbahnen Gießverfahren

Das Verlegen der Bitumenbahnen erfolgt auf verschiedene Arten, z.B. dem Gießverfahren oder dem Schweißverfahren. Beim Gießverfahren braucht es noch zusätzlich heißes und damit flüssiges Bitumen aus einem Eimer, um die Bahnen miteinander zu verkleben. Es ist das ältere der beiden Verfahren, wird aber heutzutage nur noch von wenigen Dachdeckerfirmen angewandt. Der Untergrund muss beim Gießverfahren vollkommen trocken sein, so dass eine Verlegung nur bei schönem Wetter möglich ist.

Beim Schweißverfahren ist kein Klebebitumen notwendig, denn hier ist das benötigte Bitumen zum Verschweißen bereits mit an Bord, also auf der Bahn. Demzufolge heißen sie auch Bitumen-Schweißbahnen. Zur Verlegung ist ein Propanbrenner notwendig, mit dem zudem ein leicht feuchter Untergrund getrocknet werden kann. Mit dem Brenner wird die Unterseite der Schweißbahn erhitzt und die angeschmolzene Bitumenschicht zum Verkleben verwendet.

So werden Bitumenbahnen im Schweißverfahren verarbeitet

Kaltklebeverfahren

Eine weitere Art von Bitumenbahnen soll an dieser Stelle nicht verschwiegen werden. Es handelt sich dabei um Kaltklebebahnen, die im kalten Zustand verarbeitet werden. Dafür sind sie werkseitig mit einer Kaltklebemasse versehen, die durch Entfernen der unterseitigen Abziehfolie aktiviert wird. Die Verarbeitung geht dadurch wesentlich schneller, zudem kann mit den Kaltklebebahnen in hitzeempfindlichen Bereichen gearbeitet werden. In der Praxis wird oft eine Lage Kaltselbstklebebahn und eine zweite Lage Schweißbahn darüber aufgebracht.

So werden Kaltklebebahnen verarbeitet

Polymerbitumenbahnen für mehr Belastungsfähigkeit

Bitumenbahnen Schweißverfahren

Bitumenbahnen Schweißverfahren

Grundsätzlich wird zwischen Bitumenbahnen und Polymerbitumenbahnen unterscheiden, wobei als obere Lage bei Bitumenabdichtungen heutzutage die letztgenannten verwendet werden sollen. Diese werden je nach beigefügtem Polymer als Elastomerbitumenbahnen (Abkürzung PYE) oder Plastomerbitumenbahnen (PYP) bezeichnet. Durch Zugabe von Polymeren werden die Eigenschaften des Bitumens verbessert, so dass sie leichter Wärme oder Kälte widerstehen und insgesamt altersbeständiger sind.

Bitumenbahnen bestehen aus Trägereinlagen, die beidseitig mit einer Bitumendeckmasse umhüllt sind. Handelt es sich um Oberbelagsbahnen, besitzen sie zudem noch eine mineralische Bestreuung. Die dient als leichter Oberflächenschutz und kann verschiedenfarbig ausfallen, je nach verwendeter Gesteinsart. Die Trägereinlagen dienen der Armierung der Bitumenbahnen und bestimmen zum Beispiel das mechanische Verhalten hinsichtlich Höchstzugkraft, Dehnung, Dimensionsstabilität.

Probleme von Bitumenbahnen

Bitumenbahnen Kaltselbstklebeverfahren

Bitumenbahnen Kaltselbstklebeverfahren

Auch wenn Bitumenbahnen tolle Eigenschaften besitzen, sind sie vor Schäden nicht gefeit. Von stehendem Wasser oder Blasenbildung über Dachhautfalten oder Nahtbrüchen bis hin zu Deckschichtbrüchen oder undichten Anschlüssen reichen die Probleme. Und ist das Wasser erst einmal im Haus, ist es immer schwierig zu erkennen, wo es eigentlich herkommt. Flachdachbesitzer sollten ihr Dach daher regelmäßig von einem Dachdecker inspizieren lassen, um einer feuchten Decke von vornherein aus dem Weg zu gehen.

Solch einer Bitumenbahn als Dachabdichtung ist ziemlichen Strapazen ausgesetzt. Im Sommer kann es auf dem Dach schon einmal über 80 Grad Celsius heiß werden und im Winter macht der Frost dem Bitumen zu schaffen. Zwischendurch der eine oder andere Hagelschauer, da wird klar, dass Bitumenbahnen kein leichtes Leben führen. Zumal das Bauwerk selbst immer in Bewegung ist, alleine schon durch die Wärmeausdehnung der verschiedenen Materialien. Die Bitumenbahnen müssen dann jede Bewegung mitmachen.

Fotos: die bitumenbahn GmbH