Egal ob bei  Neubau oder Sanierung – die Kosten für ein neues Badezimmer hauen immer gewaltige Lücken ins Portemonnaie. Die Sanitärinstallation gehört traditionsgemäß zu den teureren Anschaffungen beim Hausbau. Doch was kostet sie genau? Ich habe mich umgeschaut.

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Ein Monteur bei der Arbeit (Foto: Viega)

Was gehört zur Sanitärinstallation?

Nicht alles, was im Bad benötigt wird, gehört strenggenommen zur Sanitärinstallation. Fliesen, Elektro- oder Malerarbeiten kommen in der Regel noch obendrauf. Der Leistungsumfang für die Sanitärinstallation kann bei einem Einfamilienhaus in etwa so aussehen:

  • Abwasserleitungen & Anschluss an Kanal
  • Entlüftung des Badezimmers über das Dach
  • Zentrale Wasserversorgung ab Wasserzähler
  • Hauswasserstation mit Schmutzfilter und Rückflussverhinderer
  • Rohinstallation der Kalt- und Warmwasserleitungen
  • Vorwandinstallation Badezimmer
  • Sanitärgegenstände fürs Bad
  • Armaturen fürs Bad
  • Waschmaschinenanschluss

Möglicherweise sieht es bei Ihnen etwas anders aus, doch die grundlegenden Posten sind hier aufgeführt. Unterschiede gibt es zum Beispiel bei der Warmwasserbereitung. Diese kann zentral mit einem mit Gas oder Heizöl betriebenen Warmwasserboiler geschehen oder dezentral mit Hilfe von Durchlauferhitzern oder lokalen Warmwasserspeichern.

Bei einem Altbau kommen außerdem noch die Kosten für die Entsorgung des alten Badezimmers hinzu. Zusätzliche Kostenfaktoren können der Austausch der Wasserleitungen oder die Erneuerung der Elektrik sein.

Es ist daher unglaublich schwierig, eine allgemeingültige Formel für die Kosten der Sanitärinstallation zu finden. Zumal jeder andere Ansprüche hat. Ein Luxusbad kostet nun einmal wesentlich mehr als ein Standardbad. Wer einiges selbst macht, kann zudem Kosten sparen, wobei da eher Arbeiten wie „alte Sanitärgegenstände entfernen“ gemeint sind. An die eigentliche Sanitärinstallation sollten Sie sich nur ran wagen, wenn Sie vom Fach sind.

Kosten für die reine Sanitärinstallation

Gehen Sie bei den Kosten für die reine Sanitärinstallation, so wie sie im Kapitel davor aufgelistet ist, von etwa vier Prozent der Neubaukosten für ein Einfamilienhaus aus. Kostet das Haus zum Beispiel 250.000 Euro, so müssen Sie an den Installations-Fachbetrieb 10.000 Euro bezahlen.

Von den 10.000 Euro gehen etwa 50 Prozent zulasten der Sanitär-Einrichtungsgegenstände – also 5.000 Euro. Hier gibt es erwartungsgemäß die größten Differenzen, da Waschbecken, Toilette, Badewanne und Co. doch recht unterschiedlich viel kosten.

Sowohl bei der Sanitärinstallation als auch bei den Gegenständen ist das Verhältnis von Arbeitskosten zu Materialkosten jeweils rund vierzig zu sechzig Prozent. Das Material ist also teurer als der Arbeitslohn.

Kosten für komplette Badezimmer

Mit der Sanitärinstallation alleine ist das Bad noch lange nicht fertig – es müssen noch Heizungen montiert, Fliesen verlegt oder Wände verputzt werden. Ein wichtiger Faktor ist außerdem die Badgröße – ein kleines Gäste-WC ist naturgemäß um einiges günstiger als ein großes Wellnessbad.

Ich habe in der folgenden Tabelle zusammengestellt, was ein komplettes Badezimmer – abhängig von Größe und Ausstattung in etwa kosten wird. Nehmen Sie das als groben Richtwert.

kleines Bad

(bis 6 m²)

durchschnittliches Bad

(6 bis 11 m²)

großes Bad

(ab 11 m²)

Normale Ausstattung 15.000 – 18.000 € 19.000 – 24.000 € Ab 27.000 €
Komfortable Ausstattung 19.000 – 25.000 € 25.000 – 30.000 € Ab 34.000 €
Luxuriöse Ausstattung Ab 26.000 € Ab 31.000 € Ab 50.000 €

Ein Badezimmer mit normaler Ausstattung hat alles, was es im Bad benötigt – allerdings ohne zusätzlichen Schnickschnack oder ausgefallene Designs. Aber auch die Standardausrüstung kann modern und funktional sein sowie ein zeitloses Design besitzen.

Bei einem Bad mit komfortabler Ausstattung gibt es zum Beispiel noch eine Regendusche und die Produkte sind hochwertig. Zum Einsatz kommt hochwertige Markenware, die durch ein besonders gelungenes Design überzeugt.

Bei einem Luxusbad gibt es zusätzlich noch einen Whirlpool oder/und Dampfsauna – oder es werden tolle Lichteffekte realisiert. Die Dusche besitzt eventuell eine Schwallbrause, die Badewanne ist freistehend und ein Dusch-WC sorgt für zusätzlichen Komfort.

So wird es günstiger

Die oben genannten Preise gelten für komplett von Handwerksbetrieben eingerichteten Badezimmern. Sie beziehen also auch die Sanitärgegenstände über den Handwerker ihres Vertrauens. Der gibt in der Regel nicht den Einkaufspreis direkt an Sie weiter, sondern schlägt noch etwas obendrauf.

Günstiger ist es sicherlich, wenn Sie die Waren selbst im Baumarkt oder in einem Onlineshop kaufen. Allerdings besteht dann die Gefahr, dass der Handwerker sich weigert, die Produkte einzubauen. Das müssen Sie im Vorfeld unbedingt abklären.  Gegebenenfalls lässt sich der Sanitärbetrieb darauf ein, dass Sie ihm zum Ausgleich einen höheren Stundenlohn bezahlen.

Wenn Sie keinen konkreten Fachhandwerker im Blick haben, kann ich Ihnen die Seite werkprofi.de empfehlen. Dort finden Sie SHK-Handwerker aus ganz Deutschland, die bereit sind, von Ihnen gekaufte Produkte einzubauen.  Ok – das Ganze ist auch ein klein wenig Werbung von mir, da die Seite von meinem Arbeitgeber betrieben wird.

Wenn Sie handwerklich einigermaßen geschickt sind, können Sie die Sanitärgegenstände natürlich auch selbst einbauen oder selbst Fliesen legen. Hier haftet dann allerdings keiner, wenn dabei etwas schief geht. Am Ende kann es dann teurer werden, als wenn Sie gleich einen Fachmann beauftragt hätten.

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