Eines vorweg: Wer glaubt, in einem Bad mit Fenster vor Schimmelbildung sicher zu sein, täuscht sich. In der Praxis schaut dort der Schimmel genauso vorbei wie im innenliegenden Badezimmer. Wer nicht richtig und ausreichend lüftet, bekommt immer Probleme, denn Fliesen und sonstige versiegelte Flächen machen aus jedem Bad eine Tropfsteinhöhle.

Handtuchheizung innenliegendes Bad

In einem warmem Bad gibt es weniger Schimmel. Foto: Vasco

Irgendwo muss die feuchte Luft vom Duschen oder Baden hin und wenn sie nicht entweichen kann, schlägt sie sich zuallererst auf den kalten Oberflächen nieder. Dort trifft sie auf die überall vorhandenen Schimmelsporen, die sofort ihre Arbeit aufnehmen und sich fleißig vermehren, wenn sie weiter gefüttert werden.

Ohne Lüftung geht es nicht

In vielen Altbauten findet man noch die natürliche Badentlüftung, bei ihr wird die Luft ohne die Hilfe von Ventilatoren über Lüftungsschächte ausgetauscht. Da zieht es im Bad dann schon einmal wie Hechtsuppe, aus energetischen Gesichtspunkten ist diese Art der Lüftung daher nicht mehr zu empfehlen.

Heute kommen in der Regel elektrische Ventilatoren oder auch zentrale Lüftungssysteme mit Wärmerückgewinnung zum Einsatz. Das ist dann jedoch extrem aufwendig und teuer. Bleiben wir bei den Ventilatoren. Sie haben häufig das Problem, dass sie nicht lange genug nachlaufen. Es ist daher auf eine ausreichende Nachlaufzeit zu achten. So klappt es dann auch mit dem Abtransport der Feuchtigkeit aus dem fensterlosen Bad.

Lüftung Badezimmer

Ohne Lüftung geht es im fensterlosen Bad nicht. Foto: Jung

Schlechte Gerüche bekämpfen

Die mechanische Lüftung entfernt nicht nur feuchte Luft, sondern auch schlechte Gerüche. Doch das kann mitunter etwas dauern. Wer nicht so lange warten möchte, für den ist auf jeden Fall ein WC mit Geruchsabsaugung zu empfehlen. Solch eine Toilette lässt den Mief erst gar nicht in den Raum und lässt alle Klobenutzer aufatmen.

Will die feuchte Luft partout nicht aus dem Bad entschwinden, müssen Sie für Durchzug sorgen. Das heißt: Badezimmertür auf und das Fenster vom benachbarten Zimmer ebenfalls. Die übrige Wohnung sollte für die Feuchtigkeit jedoch tabu sein – zu den übrigen Räumen müssen die Türen daher geschlossen werden.

Sorgen Sie für ausreichend Wärme

Je kälter das Badezimmer, desto eher ist die Raumluft mit Feuchtigkeit gesättigt, der sogenannte Taupunkt unterschritten. Der Wasserdampf setzt sich dann umso schneller auf den Badwänden oder der Decke ab. Das ist beim innenliegenden Bad genauso wie beim Badezimmer mit Fenster.

Eine höhere Raumtemperatur erhöht nicht nur die Behaglichkeit, insbesondere nach dem Duschen, sie hilft zudem bei der Schimmelproblematik, denn es kondensiert weniger feuchte Luft aus. Ideal sind rund 23° Celsius.

Handtuchtrockner gegen Feuchtigkeit

Zusätzlich zur herkömmlichen Badheizung leisten Handtuchtrockner gute Dienste im Kampf gegen die Feuchtigkeit. Die elektrischen Handtuchheizkörper trocknen die feuchten Handtücher wesentlich schneller und sorgen für zusätzliche Wärme im Raum. Toller Nebeneffekt – nach der nächsten Dusche ist das Handtuch kuschelig warm.

Kalkputz und Kalkfarbe fürs  Bad

Kalkfarbe und Kalkputz eignen sich bestens fürs Bad. Foto Leinos

Kalkputz puffert Feuchtespitzen ab

Auf den ersten Blick mögen mit Fliesen oder Latexfarbe versiegelte Flächen eine tolle Sache sein. Doch sie sind besonders anfällig für Feuchteschäden, denn sie können keinen Wasserdampf aufnehmen. Die Feuchtigkeit kondensiert und der Schimmel hat leichtes Spiel. Als natürliche Alternative empfiehlt sich Luftkalkputz, er ist diffusionsoffen und kann Feuchtespitzen abpuffern. Was will man mehr im fensterlosen Badezimmer.

Und noch etwas macht Kalkputz zu einem echten Problemlöser in Sachen Schimmel. Kalk wirkt desinfizierend und bietet keinen Nährboden für Schimmelsporen. Es ist jedoch darauf zu achten, dass der Putz keine organischen oder chemischen Zusätze enthält, denn dann ist es mit dem Schimmelschutz vorbei. Gestrichen wird dann mit einer Kalkfarbe, die ähnlich gute Eigenschaften wie der Putz hat.

Für den Spritzwasserbereich ist Kalkputz nicht geeignet

Für den Spritzwasserbereich, also rund um die Badewanne oder in der Dusche ist der herkömmliche Kalkputz nicht so gut geeignet, da es dort dann doch zu feucht zugeht. Wer auch hier nicht auf Kalk verzichten möchte, muss zu Tadelakt greifen. Dieser Putz wird mit einer speziellen Olivenölseife behandelt und wird auf diese Weise dauerhaft wasserabweisend. Oder eben doch zu Fliesen, was sicherlich die pflegeleichteste Alternative ist.

Nicht alles ist schlecht in einem fensterlosen Badezimmer – wie man die Dunkelheit vertreiben kann, habe ich in einem anderen Beitrag beschrieben.