Feuchter Keller, Schimmel an der Schlafzimmerwand oder tropfendes Dachfenster – kaum etwas beschäftigt den Hausbesitzer (und Mieter) mehr als das Thema Feuchtigkeit. Die Ursachen sind vielfältig und die Beseitigung mal mehr und mal weniger schwierig. Manchmal braucht es den Fachmann, manchmal müssen die Bewohner einfach nur ihr Verhalten ändern.

Keller entfeuchten

Foto: epr/Hygrosan

Feuchtigkeitsursachen auf einem Blick

Mit Feuchtigkeit ist nicht zu spaßen, bietet sie doch den idealen Nährboden für Schimmelpilze. Und die sorgen für allerlei Krankheiten an Haut und Atemwegen. Auch die Bausubstanz leidet, wenn sie über längere Zeit einer Feuchtebelastung ausgesetzt ist. Eine Beseitigung der Ursache der Feuchtigkeit ist daher dringend anzuraten.

Dem Gebäude geht es wie dem alten Rom – viele Wege führen dorthin. Das gilt insbesondere für die Feuchtigkeit, die jede Schwachstelle gnadenlos ausnutzt. In irgendeiner Zeitschrift, deren Namen ich mittlerweile vergessen habe, entdeckte ich vor Jahren eine interessante Grafik, in der die verschiedenen Feuchtigkeitsursachen aufgezeichnet waren. Ungefähr sah das so wie in der folgenden Zeichnung aus:

Feuchtigkeit im Haus

11 Gründe für Feuchtigkeit im Haus

  1. Mangelhafte Anschlüsse (z.B. Schornstein, Dachflächenfenster)
  2. Fehler in der Dachhaut (z.B. defekte oder fehlende Dachziegel)
  3. Tauwasserbildung in der Dachkonstruktion wegen defekter oder fehlender Dampfbremse)
  4. Innere Einflüsse (kochen, baden, duschen, waschen, spülen, Pflanzen, Menschen, Haustiere)
  5. Niederschlag von Feuchtigkeit an kalten Wandflächen
  6. Fehler in der Vertikalabdichtung der Kellerwände
  7. Leck im Wasser- oder Abwasserrohr
  8. Fehlende oder fehlerhafte Horizontalabdichtung
  9. Wassereintritt durch Hochwasser oder Starkregen
  10. Balkontür undicht, Wärmebrücken an Fenster, Tür oder Sturz
  11. Regenrinne verstopft oder defekt

1. Problem – feuchter Keller

Wie man anhand der Grafik gut sehen kann, muss zwischen Feuchtigkeitseintrag von außen und von innen unterschieden werden. Wenn die Feuchtigkeit von draußen in die Wohnung gelangt, liegt in der Regel immer ein Baufehler vor (Hochwasser oder andere Katastrophen einmal ausgenommen. Über die Kellerabdichtung habe ich bereits an anderer Stelle ausführlich berichtet. Sofern die Feuchtigkeit durch die Kellerwände oder den Kellerboden in die Räume gelangt, sollten Sie unbedingt einen Fachmann dazuholen. Er wird ihnen genau sagen, welche Maßnahmen getroffen werden müssen.

Wenn Regenwasser über den Lichtschacht und das Kellerfenster in das Untergeschoss sprudelt, ist das ärgerlich, lässt sich aber gut in den Griff kriegen. Im Handel sind zum Beispiel hochwasserdichte Fenstern und druckwasserdichte Lichtschächte erhältlich. Manchmal reicht schon eine spezielle Lichtschachtabdeckung aus.

Häufig sind Feuchtigkeitsprobleme im Keller hausgemacht, das gilt insbesondere für unbeheizte Keller. Dort sollten Sie niemals Ihre Wäsche trocknen. Die Feuchtigkeit setzt sich besonders gerne an den kalten Kellerwänden ab, was zu einer munteren Schimmelproduktion führt. Aus diesem Grund sollten Sie im Sommer auch die Kellerfenster geschlossen halten, damit die feuchtereiche Warmluft draußen bleibt.

2. Problem – Feuchtigkeit durchs Dach

Schimmel an der Wand

Schimmel an der Wand

Gehen wir vom Keller unter das Dach, denn hier warten ebenfalls einige Feuchtigkeitsfallen. Hier ist zunächst einmal ein fehlerhafter Dachaufbau beim ausgebauten Dach zu nennen. Schnell sammelt sich dann Tauwasser in der Konstruktion, Schimmelbildung ist die Folge. Sie sollten daher beim Ausbau des Dachgeschosses unbedingt einen Fachmann dazuholen. Der kann ihnen genau sagen, wie dick die Dämmschicht sein muss und wie die Dampfbremse bzw. Dampfsperre eingebaut werden muss.

Eine defekte Regenrinne oder ein fehlender Dachziegel können ebenfalls die Ursache dafür sein, wenn Sie plötzlich einen feuchten Fleck an der Wand sehen. Die Mängel sollten schnell beseitigt werden, bevor die Sache noch schlimmer wird. Ist die Regenrinne nur verstopft, geht das relativ einfach, in anderen Fällen hilft oft nur eine Feuchtemessung, um dem Übeltäter auf die Spur zu kommen.

Wärmebrücken sind ebenfalls eine Schwachstelle in der Wandkonstruktion. Dort ist die Wandoberfläche kälter als im übrigen Raum und die feuchte, warme Raumluft sammelt sich bevorzugt dort. Schimmelschäden sind die Folge (siehe Foto). Wärmebrücken findet man häufig im Bereich von Rollladenkästen, sofern diese nicht richtig gedämmt sind. Auch der Anschluss des Balkons an die Fassade ist in dieser Hinsicht fehleranfällig.

3. Problem – falsches Lüften

Morgens unter die Dusche und abends ein entspannendes Bad, zwischendurch noch kochen, spülen und Wäsche waschen. Auch Menschen, Haustiere und Pflanzen beteiligen sich fleißig bei der Feuchteproduktion. Im Haus wird täglich jede Menge Feuchtigkeit produziert, die möglichst schnell nach außen transportiert werden muss.

Diese Arbeit übernimmt bei modernen Häusern häufig eine mechanische Lüftungsanlage. Bei der Mehrzahl der Wohnungen muss die feuchte Luft allerdings per Hand aus dem Haus befördert werden. Das gekippte Fenster auf Dauerstellung ist hierbei nicht das Mittel der Wahl, da hierbei die Wände im Bereich des Fensters zu stark abkühlen. Besser ist es, die Fenster mehrmals am Tag komplett aufzureißen und die Räume für einige Minuten durchzupusten.

Das war es erst einmal, es gibt aber sicher noch viele weitere Möglichkeiten, wie Feuchtigkeit ins Haus gelangen kann. Schreiben Sie mir einen Kommentar, dann werde ich die Liste erweitern.