Sie planen ein neues Bad im Keller? Grundsätzlich kein Problem, es sind aber einige Dinge zu beachten, die es im „normalen“ Badezimmer nicht gibt. Erfahren Sie hier alles über das Kellerbad.

Im Keller oft notwendig: eine Hebeanlage (Foto: epr/SFA Sanibroy)

Wie sieht es aus rechtlicher Sicht aus?

Bevor Sie bereits planen, wo Dusche, Klo und Waschbecken hinsollen, müssen Sie sich Gedanken über einige rechtliche Dinge machen. Vielleicht ist es gar nicht möglich, ein Badezimmer im Keller einzubauen. Oder zumindest nicht so, wie Sie es sich überlegt hatten.

Ein Badezimmer kommt oft nicht alleine daher – Schlafzimmer, Wohnzimmer, Büro oder Kellerbar sollen zusätzlich entstehen. Warum das so wichtig ist? Das hängt mit der Musterbauordnung (MBO) zusammen. Die kennt Aufenthaltsräume und solche, die es nicht sind. Und ein Bad oder WC sind in der Regel kein Aufenthaltsraum.

Besonderheiten bei Aufenthaltsräumen

Für Aufenthaltsräume gelten nämlich laut Bauordnung bestimmte Regeln, die eingehalten werden müssen. Das fängt bei ausreichender Deckenhöhe an (In Nordrhein-Westfalen sind es zum Beispiel 2,40 Meter, in anderen Bundesländern gelten andere Werte), geht weiter über den zweiten Rettungsweg bis hin zu ausreichender Belüftung und Belichtung durch Fenster.

Auch sind für Aufenthaltsräume die Vorgaben der Energieeinsparverordnung (EnEV) einzuhalten – die Räume müssen dann ausreichend gedämmt sein. Eine Heizung braucht es obendrein, aber auf die wollen Sie im Bad wahrscheinlich sowieso nicht verzichten.

All das braucht es nicht unbedingt für ein Bad. Wenn dazu noch ein Aufenthaltsraum kommt, allerdings schon. Wobei es natürlich gut überlegt werden sollte, ob man sich ein Badezimmer antut, bei dem es im Falle eines Brandes nur eine Fluchtmöglichkeit gibt – die dann eventuell durch Feuer versperrt ist.

Selbst nutzen oder vermieten?

Wollen Sie Ihren Keller später als Einliegerwohnung vermieten, braucht es auf jeden Fall eine Genehmigung. Wollen Sie nur ein Bad im Keller einbauen, um nicht nach dem Joggen mit den verschmutzten Klamotten durchs Haus marschieren zu müssen, ist das in der Regel genehmigungsfrei.

Prinzipiell sollten Sie aber auf jeden Fall vorher Kontakt mit dem örtlichen Bauamt aufnehmen. Es wäre ziemlich doof, wenn sich Ihre Umbaumaßnahmen im Nachhinein als Schwarzbau herausstellen. Das macht sich insbesondere dann ganz schlecht, wenn Sie ihr Haus irgendwann einmal verkaufen wollen oder müssen. Oder eben die Kellerwohnung vermieten wollen.

Ist der Keller bereits als Aufenthaltsraum genehmigt, können Sie problemlos nachträglich ein Bad oder WC einbauen. Diese Umbaumaßnahmen sind dann nicht genehmigungspflichtig. Wenn Sie für das neue Bad allerdings tragende Wände einreißen oder Fenster einbauen möchten, sieht es wieder anders aus.

Eine Hebeanlage pumpt das Abwasser zur Kanalisation (Foto: epr/Grundfos)

Technische Voraussetzungen schaffen

Klar – auch in einem „normalen“ Bad braucht es Zu- und Abwasserleitungen, Stromleitungen und noch einiges mehr. Bei einem Kellerbad ist es jedoch ungleich komplizierter.

Hebeanlagen für das Kellerbad

Das größte Problem ist meist, dass das Abwasser nicht mit dem üblichen Gefälle abgeleitet werden kann. Oft liegt die Rückstauebene darüber, so dass das Wasser vom Keller nach oben gepumpt werden muss.

Dafür gibt es Hebeanlagen, die in verschiedenen Ausführungen erhältlich sind. Manche dieser Anlagen sind so leistungsfähig, dass damit das Abwasser des kompletten Bades entsorgt werden kann. Andere werden in die Toilette eingebaut oder sind Bestandteil der Duschtasse. Praktisch sind Pumpen, die Fäkalien und Toilettenpapier zerkleinern, bevor das Abwasser abgepumpt wird.

Lüftung muss sein

Wenn in Kellerräumen Fenster verbaut sind, dann sind sie in der Regel recht klein. Zu klein, um das Bad nach dem Duschen oder Baden ausreichend zu belüften. Es braucht daher im Keller auf jeden Fall eine leistungsfähige Lüftungsanlage.

Eine dezentrale Lüftung mit Wärmerückgewinnung ist in diesem Fall die Ideallösung. Sie sorgt dafür, dass genügend frische Luft ins Bad kommt, dieses zugleich im Winter nicht zu stark auskühlt. Sie können Ihr Kellerbad natürlich auch an eine zentrale Lüftungsanlage anschließen.

Für ausreichend Licht sorgen

Ideal ist es natürlich, wenn das Bad im Keller mit Tageslicht versorgt wird. Das erleichtert zudem das Lüften ungemein. Das Problem: Keller liegen meist unter der Erde und Licht kommt allenfalls durch einen Lichtschacht in den Keller. Wobei wirklich von Licht lässt sich hier nicht sprechen. Nicht ganz dunkel trifft es besser.

Ein Lichtgraben kann hier eventuell für Abhilfe sorgen. Dabei handelt es sich um einen mindestens einen Meter breiten Graben, der ums Haus gezogen wird. Das ermöglicht den Einbau von „richtigen“ Fenstern. Bei Durchbrüchen in der Kelleraußenwand müssen Sie auf jeden Fall einen Statiker beauftragen, der das Ganze durchrechnet.

Wollen oder können Sie nicht für Tageslicht im Keller sorgen, müssen Sie sich mit elektrischer Beleuchtung behelfen – wie in anderen innenliegenden Bädern auch. Über die Badbeleuchtung habe ich an anderer Stelle bereits ausführlich geschrieben. Deshalb möchte ich hier darauf verzichten.

Richtig dämmen

Wenn Sie den Keller zum Wohnraum umbauen, ist eine Kellerdämmung Pflicht, aber auch wenn Sie „nur“ ein Badezimmer planen, sollten Sie den Keller unbedingt dämmen. Schließlich wollen Sie es dort ausreichend warm haben und nicht unnötig Energie durch Boden und Wand verblasen.

Womit ich bereits die beiden Bereiche genannt habe, die gedämmt werden müssen: Boden und Wand. Die Decke brauchen Sie nicht unbedingt zu dämmen, wenn der Keller durchgehend geheizt wird. Wenn nicht, ist eine Dämmung der Kellerdecke ebenfalls anzuraten.

Im Optimalfall wurde der Keller bereits bei der Errichtung gedämmt – zum Beispiel mit einer Perimeterdämmung und einer Dämmschicht unter der Bodenplatte. Eine nachträgliche Dämmung ist immer nur die zweitbeste Lösung.

So ist zum Beispiel bei der Dämmung des Fußbodens klar, dass Sie etwas an Raumhöhe verlieren. Und die ist im Keller häufig sowieso bereits schon knapp bemessen. Der Dämmstoff muss außerdem trittfest sein und Sie müssen Feuchtekondensation unbedingt vermeiden. Hier sollten Sie auf jeden Fall einen Fachmann zurate ziehen.

Das gilt auch für die Kellerinnendämmung. Auch hier besteht bei falsch ausgeführter Dämmung die Gefahr, dass Sie sich Schimmelprobleme in den Keller holen. Zum Einsatz kommen zum Beispiel Verbundplatten, die aus Polyurethan bestehen und mit einer Gipskartonplatte versehen sind. Auch Kalziumsilikatplatten eignen sich für die Innendämmung des Kellers.

Ein Heizung muss im Kellerbad sein (Foto: epr/Anapont)

Das Bad im Keller heizen

Für die Heizung im Kellerbad stehen Ihnen prinzipiell die gleichen Heizsysteme wie im übrigen Haus zur Verfügung: Sie können Badheizkörper montieren oder die Heizung in Wand oder Fußboden integrieren.

Insbesondere Fußbodenheizungen sind für das Badezimmer im Keller sehr zu empfehlen. Das können wassergeführte oder elektrische Heizungen sein.

Elektrische Fußbodenheizungen haben den Vorteil, dass sie nicht so viel Höhe wegnehmen. Sie werden unter den Fliesen verlegt und über einen eigenen Stromkreis ans Hausstromnetz angeschlossen. Bietet Ihr Stromanbieter einen speziellen Heiztarif an, kann sich diese Variante durchaus lohnen.

Wassergeführte Fußbodenheizungen haben eine größere Aufbauhöhe. Sie werden in den Estrich integriert und sind häufig günstiger im Betrieb. Dafür ist die Installation aufwändiger.

Bei den Heizkörpern kommen im Bad häufig Handtuchheizungen zum Einsatz. Hier müssen Sie aber genau auf die Heizleistung schauen, manche eignen sich wirklich nur zum Erwärmen von Handtüchern, sind also eine reine Zusatzheizung.

 

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