Trockenestrich ist gerade bei der Altbausanierung mehr als eine Alternative zu einem nass eingebrachten Fließestrich. Solch ein flüssiger Estrich braucht viele Tage, bis der endgültige Bodenbelag aufgebracht werden kann. Nach dem Verlegen der Trockenestrichplatten kann hingegen sofort weitergearbeitet werden. Die Estrichplatten sind fast jeder Beanspruchung gewachsen, die im häuslichen Umfeld anfallen und lassen sich zudem meist recht einfach verlegen.

Trockenestrichplatten

Allgemeine Informationen zu Trockenestrichplatten

Bei Trockenestrich handelt es sich zum Beispiel um etwas dickere Gipsbauplatten, OSB-, Span-, Holzfaser oder Leichtbetonplatten, die eigens für die Verlegung auf dem Fußboden hergestellt werden. Sie sind mit Nut und Feder oder Stufenfalz ausgestattet, so dass sie miteinander verbunden werden können und somit eine geschlossene Fläche bilden. Wer möchte, kann sich auch Trockenestrichplatten mit aufkaschierter Dämmung kaufen. Diese eignen sich insbesondere für die Dachbodendämmung, wenn der Speicher nicht ausgebaut werden soll.

Der Trockenestrich und die alten Holzbalkendecken

Trockenestrichplatten sind nicht nur schnell einsatzbereit, sondern auch leichter als herkömmliche Estriche. Sie können daher insbesondere auf alten Holzbalkendecken ihre Vorzüge ausspielen. Trotzdem ist es ratsam, vor dem Ausbringen einer zusätzlichen Belastung einen Statiker zu Rate zu ziehen. Der kann Ihnen genau sagen, ob die Last nicht doch zu schwer ist. Zudem darf bei der Holzbalkendecke nichts federn oder nachgeben. Und wenn lose Dielen vorhanden sind, müssen diese erst befestigt werden.

Sind Massivdecken noch feucht, muss eine PE-Folie verlegt werden

Auch auf Massivdecken können die Trockenestrichplatten verlegt werden. Ist noch Restfeuchte in der Decke enthalten, muss eine PE-Folie zwischen Decke und Estrich dafür sorgen, dass die Feuchtigkeit nicht hochsteigt. Zu beachten ist zudem, dass bei einer Bodenplatte eine Abdichtung nach DIN 18195 vorhanden sein muss, bevor der Trockenestrich verlegt wird. Ist sie nicht da, muss dies schleunigst nachgeholt werden. Keine Probleme gibt es bei Zwischendecken, die keine Restfeuchte enthalten, hier braucht es keine Folien und auch sonst nichts zu beachten.

Trockenestrichplatten funktionieren nur auf völlig ebenen Untergründen

Trockenestrichplatten benötigen eine völlig ebene Fläche. Ist die nicht vorhanden, was in Altbauten meist der Fall ist, muss der Fußboden zunächst egalisiert werden. Das geschieht in der Regel mit Hilfe einer Trockenschüttung oder mit einer Nivelliermasse. Die Nivelliermasse eignet sich insbesondere für kleinere Unebenheiten bis etwa 20 mm Höhe. Was darüber liegt, wird mit einer Ausgleichsschüttung eingeebnet. Bei einer Holzbalkendecke muss vor dem Ausbringen der Schüttung gegebenenfalls ein Rieselschutz angebracht werden, damit nichts von oben in den Suppenteller rieselt.

Eine Ausgleichsschüttung verbessert den Schall-, Wärme- und Brandschutz

Wir möchten an dieser Stelle zeigen, wie das Verlegen von Estrichplatten mit einer Ausgleichsschüttung funktioniert. Bei einer Ausgleichsschüttung handelt es sich um kleine Körnchen, meist aus Blähton oder Blähperlite. Die sind nicht nur ungeheuer leicht, weil sie größtenteils aus Luft bestehen, sondern verbessern auch den Schall-, Brand- und Wärmeschutz. Sie schlagen damit gleich mehrere Fliegen mit einer Klappe und ebnen nicht nur den Fußboden damit ein. Nach der ganzen Theorie, können wir nun endlich loslegen und mit der Verlegung beginnen.

Das Verlegen der Trockenestrichplatten ist denkbar einfach

Zunächst werden die Randdämmstreifen angebracht, denn der Trockenestrich wird schwimmend verlegt. Das bedeutet, dass die Estrichplatten nirgends direkten Kontakt mit dem Bauwerk haben. Durch diese entkoppelte Verlegung wird die Schallübertragung unterbrochen. Das freut alle, die sonst noch im Haus leben, denn dann hören sie nicht jedes Gehgeräusch. Sie können dann also ohne schlechtes Gewissen mit Ihren Stöckelschuhen durchs Zimmer tanzen. Und auch die Herren der Schöpfung dürfen dann eine heiße Sohle aufs Parkett legen.

Trockenestrichplatten verlegen in sechs Schritten:
Randdämmstreifen verlegen

  • Randdämmstreifen verlegen

Boden mit Schüttung ausgleichen

  • Boden mit Schüttung ausgleichen

erste Platte verlegen

  • Erste Estrichplatte verlegen

Trockenestrichplatte anlegen

  • Nächste Trockestrichplatten verlegen

Trockenestrich verkleben

  • Trockestrichplatten verkleben

Trockenestrichplatten verschrauben

  • Trockestrichplatten verschrauben

Betreten verboten: die Ausgleichsschüttung ausbringen

Beim Verteilen der Ausgleichsschüttung fangen Sie am besten am Ende des Raumes an und arbeiten sich dann zur Tür vor. Sie dürfen die Ausgleichsschüttung nämlich nicht mehr betreten, wenn sie mit der Richtlatte erst einmal begradigt ist. Wer nach seinem eigenen System vorgehen möchte, kann auch mit sogenannten Laufinseln arbeiten. Dabei handelt es sich um Plattenreste, die auf die Schüttung aufgelegt werden und die Last verteilen, so dass keine Abdrücke entstehen.

Ab in die Ecke – mit dem Verlegen der Platten in der Raumecke beginnen

Wenn es nun ans Verlegen der Platten geht, funktioniert der Weg genau andersrum. Die erste Estrichplatte wird an der Tür verlegt und dann geht es weiter in den übrigen Raum. Auch hier kann man sich wieder mit den Laufinseln helfen. Um den Verschnitt klein zu halten, empfiehlt es sich meist in einer der vier Ecken anzufangen. Ist dort keine Tür, haben Sie vielleicht ein Problem, das sich aber durch die Verwendung der Laufinseln umgehen lässt. So kann nun die erste Reihe mit Estrichplatten verlegt werden.

Fest zusammen stehen: Trockenestrichplatten kleben und schrauben

Bei der Verlegung der Estrichplatten ist darauf zu achten, dass diese in Fluren oder in schmalen Räumen längs erfolgen sollte. Zudem muss der Versatz zwischen zwei Elementen mindestens zwanzig Zentimeter betragen, damit es zur gewünschten Verbundwirkung kommt. In den Ecken und entlang der Wände müssen die Falze, die zur Wand zeigen, abgesägt werden (z.B. mit einer Handkreissäge). Untereinander werden die Estrichelemente mit einem speziellen Kleber verbunden und zusätzlich noch verschraubt oder geklammert. So wird ein Höhenversatz durch Aufquellen des Klebers verhindert.

Alle Fotos: Fermacell