Auf den ersten Blick scheint eine Drainage die perfekte Lösung für einen trockenen Keller zu sein. Das Wasser fließt ab und die Kellerwände bleiben trocken. Doch so einfach ist das nicht. Nicht in jedem Fall ist eine Drainage die Lösung gegen Feuchtigkeitsprobleme. Erfahren Sie hier, warum das so ist.

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Regen ist gut für die Umwelt – aber schlecht fürs Haus. Eine Drainage hilft. Grafik: geralt / Pixabay / PublicDomainPictures / Creative Commons CC0

Was macht eine Drainage überhaupt?

Kurz gesagt – eine Drainage leitet das Regenwasser an den Kellerwänden vorbei in den Untergrund. Sie verhindert, dass sich Wasser an den Wänden staut, was zu Feuchtigkeitsschäden führen kann. Die Gebäudedrainage ist keine Alternative zur Kellerabdichtung, sondern nur eine Ergänzung. Sie hat allerdings Einfluss darauf, wie der Keller abzudichten ist.

Das Sickerwasser wird durch eine Sickerschicht zu einem mit Vlies umwickeltes Drainagerohr geführt. Es befindet sich etwas unter dem Kellerboden und besitzt ein leichtes Gefälle. Das Rohr besitzt umlaufend kleine Öffnungen, durch die das Wasser hineingelangt. Häufig werden die Drainagerohre in einer Ringleitung um das Gebäude geführt. Um die Drainagerohre herum sorgt eine Kiesschicht dafür, dass das Wasser besser fließt und die Rohre nicht versanden.

Bei Flächen über 200 Quadratmetern ist zusätzlich eine Flächendrainage ratsam. In diesem Fall wird der Bereich unter der Bodenplatte ebenfalls entwässert. Es ist eine ausreichend dicke Sickerschicht aus Kies einzuplanen. Eine Trennschicht über dem Kies verhindert, dass Beton hineinfließen und die Poren verstopfen kann. Manchmal werden durch das Fundament bis zur Ringdrainage gelegt.

Wann ist sie nötig?

In der DIN 4095 ist genau geregelt, wann eine Drainage nötig ist. Die DIN ist aber bei den Experten einigermaßen umstritten, da durch eine Dränanlage in den Wasserhaushalt eingegriffen wird. Außerdem können falsch eingebaute Anlagen mehr Schaden anrichten als sie nutzen. Und nicht regelgeform eingebaute Drainagen sind sehr häufig anzutreffen.

Eine Drainage braucht es dann, wenn das Sickerwasser nicht schnell genug abfließen kann. Das ist insbesondere bei bindigen Böden der Fall – zum Beispiel bei Lehm oder Ton. Fließt das Regenwasser schnell ab, braucht es kein Gebäudedrainung. Das gilt auch, wenn sich im Boden Wasser staut – zum Beispiel bei hohem Grundwasser. Dann kommt in der Regel eine weiße Wanne zum Einsatz. Das heißt der Keller wird komplett aus wasserundurchlässigem Beton gegossen.

Eine Ausnahme bilden ältere Gebäude, die nicht auf einer durchgehenden Bodenplatte gegründet sind. Ältere Bodenplatten können zum Beispiel durch Verwendung von minderwertigem Beton undicht sein. Oder der Anschluss zwischen einer nachträglich gegossenen Bodenplatte und dem aufgehenden Mauerwerk ist nicht dicht. Hier sorgt eine Drainage für eine geringere Wasserbelastung und weniger Feuchtigkeitsprobleme.

Welche Möglichkeiten gibt es?

Das Regenwasser lässt sich auf verschiedene Weise nach unten zu den Drainagerohren transportieren. Diese sogenannte Drainageschicht erfasst alle erdberührten Bauteile und reicht bis etwa 15 Zentimeter unter die Geländeoberfläche. Für die Herstellung der Drainageschicht kommen in der Praxis verschiedene Methoden zum Einsatz:

  • Stufenfilter
  • Drainagesteine
  • Drainageplatten
  • Drainagematten

Stufenfilter

Stufenfilter bestehen aus einer Sickerschicht und einer Filterschicht. Als Sickerschicht fungiert zum Beispiel Kies der Sieblinie 4/32 mm. Das Größkorn hat hier einen Durchmesser von 32 Millimetern, das kleinste Korn besitzt einen Durchmesser von 4 Millimetern. Alternativ kommt häufig ein Kies der Sieblinie 8/16 mm zum Einsatz.

Zwischen Erdreich und Sickerschicht wird eine Filterschicht angeordnet. Sie verhindert, dass feine Partikel in die Drainage eingeschwemmt werden und diese zusetzen. Die Filterschicht besteht zum Beispiel aus einem Sand der Körnung 0/4 mm oder einem Filtervlies.

Drainagesteine

Bei Drainagesteinen handelt es sich um Hohlkörper aus Beton, durch die das Wasser hineinfließt und dann nach unten zu den Drainagerohren geleitet wird. Das gelingt durch die Verwendung von haufwerksporigem Beton. Bei diesem sind die Gesteinskörnungen gleich groß, so dass sie sich nur berühren. Es entstehen Lufthohlräume, durch die das Wasser fließen kann. Die Steine werden ohne Vermörtelung an das Mauerwerk angelegt. Anschließend kann die Baugrube sofort verfüllt werden. Eine spezielle Filterschicht braucht es bei Drainagesteinen nicht.

Drainageplatten

Mit Drainageplatten schlagen Sie zwei Fliegen mit einer Klappe – fungieren Sie doch als Drainage und Wärmedämmung gleichermaßen. Häufig bestehen die Platten aus EPS-Hartschaum und besitzen an der Außenseite feine Kanäle, durch die das Wasser schnell und druckfrei abfließen kann. Damit sich die Kanäle nicht zusetzen, ist ein Vlies aufkaschiert. Das wirkt wie ein Filter und hält die kleinsten Partikel zurück. Die Drainageplatten müssen einlagig im Verband verlegt werden. Kreuzstöße sind zu vermeiden. Die Platten gibt es auch mit Stufenfalz, was eine dichte Verlegung vereinfacht. finden Sie

Drainagematten

Ist keine Kellerdämmung erwünscht oder benötigt, sind Drainagematten die Alternative. Es handelt sich dabei um eine Art Noppenbahnen mit Vlies. Sie werden gerne für die Perimeterabdichtung verwendet. Das Filtervlies sorgt dafür, dass die Noppen nicht verschlammen. Die aus Kunststoff hergestellten Matten sind zwischen 10 und 50 Millimeter stark und lassen sich besonders einfach verlegen, da sie meist als Rollenware geliefert werden. Sie lassen sich außerdem bei jedem Wetter verarbeiten. Die genoppten Drainagematten verhindern zugleich, dass die Kellerabdichtung beim Verfüllen der Baugrube beschädigt wird.

Vorteile einer Drainage

Ich habe viele Vorteile einer Drainage bereits beschrieben, hier noch einmal die wichtigsten Stichpunkte:

  • Mauerwerk wird mit einfachen Mitteln vor Feuchtigkeit geschützt
  • Reduzierung der Wasserbelastung
  • Kellerabdichtung weniger aufwändig
  • Weniger Feuchteschäden bei älteren Gebäuden

Nachteile einer Drainage

Einige Nachteile einer Drainage sind im bisherigen Beitrag ebenfalls bereits durchgedrungen. Hier noch einmal in der Kurzfassung:

  • Teuer in der Anschaffung
  • In der Regel Rigole notwendig
  • Fehleranfällig bei der Montage
  • Regelmäßige Wartung notwendig

Die Nachteile möchte ich noch etwas ausführlicher beschreiben. Zunächst zum Preis, genaue Angaben möchte ich hier nicht machen. Aber generell ist eine Drainage ziemlich teuer. Mit etwas Kies und Drainagerohren ist es leider nicht getan. So braucht es an den Gebäudeecken zum Beispiel noch zusätzlich Spülschächte. Sie haben einen Durchmesser von etwa 30 Zentimetern und dienen der Wartung.

Häufig dürfen Sie das Wasser aus den Drainagerohren nicht in die Kanalisation oder in ein Gewässer leiten. Sie benötigen dann zusätzlich noch eine Rigole, in der das Wasser aufgefangen und anschließend versickert wird. Das verursacht zusätzliche Kosten. Erkundigen Sie sich unbedingt vorher beim örtlichen Bauamt, wie Sie mit dem anfallenden Wasser aus der Gebäudedränung zu verfahren haben.

Bei der Montage einer Drainage können sehr viele Fehler passieren. Häufig haut das zum Beispiel mit dem Gefälle der Drainagerohre nicht hin. Dann funktioniert das ganze System nicht. Oder die Filterschicht wird falsch ausgeführt, dann setzen sich die Rohre zu schnell zu und nix geht nicht mehr. Oder es werden statt den starren Drainagerohren flexible Rohre verwendet. Die sind aber nur für vorrübergehende Drainagen während der Bauzeit erlaubt.

Eine Drainage kann außerdem nur zuverlässig ihren Dienst verrichten, wenn sie regelmäßig gewartet wird. Sie sollte mindestens einmal im Jahr durchgespült werden.Dazu braucht es die oben erwähnten Spülschächte.

Fazit

Ob eine Drainage für Ihr Haus notwendig ist, hängt von der Bodenbeschaffenheit, der Bauart und der Gründung des Gebäudes ab. Ein schlechter Boden lässt sich durch geeignete Abdichtungsmaßnahmen noch ausgleichen, bei alten Gebäuden ist aber eine Drainage oft unumgänglich. Generell überwiegen die Nachteile einer Gebäudedrainage gegenüber den Vorteilen.

 

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