Terrasse bauen: Welches Fundament ist das richtige?

Von Dominik Hochwarth

Eine Terrasse soll möglichst viele Jahre halten. Ob das gelingt, entscheidet sich allerdings nicht bei den Terrassenplatten, den Dielen oder der Farbe des Belags. Ausschlaggebend ist vor allem der Unterbau.

Viele Schäden entstehen nicht an der sichtbaren Oberfläche, sondern darunter. Terrassen sacken ab, einzelne Platten kippen, Holzterrassen werden uneben oder Regenwasser bleibt stehen. Die Ursache liegt häufig in einem ungeeigneten Fundament, mangelnder Verdichtung oder einer fehlenden Entwässerung.

Wer eine Terrasse bauen möchte, sollte deshalb bereits in der Planungsphase überlegen, welches Fundament zur gewählten Konstruktion und zum vorhandenen Boden passt.

Terrasse bauen
Welches Fundament eignet sich für Ihre Terrasse? Erfahren Sie, wann Schotterfundamente, Punktfundamente oder Betonplatten sinnvoll sind und welche Fehler Sie vermeiden sollten.

Inhaltsverzeichnis

Warum das Fundament so wichtig ist

Das Fundament erfüllt mehrere Aufgaben gleichzeitig. Es verteilt die Last der Terrasse auf den Untergrund, verhindert Setzungen, schützt vor Frostschäden und sorgt dafür, dass Niederschlagswasser abgeleitet wird.

Wie aufwendig das Fundament ausfallen muss, hängt vor allem von drei Faktoren ab:

  • Art des Terrassenbelags
  • Bodenbeschaffenheit
  • Belastung der Terrasse

Eine kleine Holzterrasse benötigt in der Regel einen anderen Unterbau als eine große Natursteinterrasse mit Überdachung.

Der Boden entscheidet mit

Bevor überhaupt über Beton, Schotter oder Punktfundamente nachgedacht wird, lohnt ein Blick auf den vorhandenen Boden.

Sandige Böden lassen Wasser meist gut versickern und gelten als vergleichsweise tragfähig. Lehmige oder tonhaltige Böden speichern dagegen Feuchtigkeit. Hier besteht ein höheres Risiko für Frostschäden und Staunässe. Besonders kritisch können aufgeschüttete oder schlecht verdichtete Böden sein. In solchen Fällen sind häufig stärkere Tragschichten oder aufwendigere Fundamente erforderlich.

Wer unsicher ist, sollte bei größeren Projekten einen Blick in das Baugrundgutachten des Hauses werfen oder sich von einem Fachbetrieb beraten lassen.

Welches Fundament passt zu welcher Terrasse

Schotterfundament: Die Standardlösung für viele Terrassen

Für die meisten Terrassen aus Betonplatten, Pflastersteinen oder Keramikplatten genügt ein fachgerecht aufgebauter Schotterunterbau.

Dafür wird zunächst der Mutterboden entfernt. Anschließend folgt eine Tragschicht aus Frostschutzmaterial oder Schotter. Diese wird lagenweise verdichtet. Darauf kommt eine Ausgleichsschicht aus Splitt.

Der große Vorteil dieser Bauweise: Wasser kann versickern und spätere Reparaturen sind vergleichsweise einfach möglich.

Typischer Aufbau

  1. Mutterboden entfernen
  2. Geotextil gegen Unkraut und Materialvermischung verlegen
  3. Schotter- oder Frostschutzschicht einbauen
  4. Lagenweise verdichten
  5. Splittbett herstellen
  6. Terrassenplatten verlegen

Je nach Boden und Belastung beträgt die Stärke der Tragschicht meist zwischen 20 und 40 Zentimetern.

Terrasse mit Schotterfundament

Punktfundamente für Holz- und WPC-Terrassen

Holzterrassen und WPC-Terrassen werden häufig auf Punktfundamenten gegründet.

Dabei werden einzelne Betonfundamente an den späteren Auflagepunkten der Unterkonstruktion hergestellt. Auf ihnen ruhen Pfostenträger oder Tragbalken.

Diese Lösung spart Beton und Erdarbeiten. Gleichzeitig bleibt der Bereich unter der Terrasse gut belüftet, was insbesondere bei Holzkonstruktionen von Vorteil ist.

Punktfundamente eignen sich besonders für:

  • Holzterrassen
  • WPC-Terrassen
  • erhöhte Terrassen
  • Terrassen an Hanglagen

In vielen Regionen Deutschlands werden Punktfundamente frostfrei gegründet. Als Richtwert gelten etwa 80 Zentimeter Tiefe. Je nach Region, Bodenart und örtlichen Gegebenheiten können jedoch auch andere Tiefen erforderlich sein.

Punktfundament für die Terrasse

Streifenfundamente für höhere Belastungen

Streifenfundamente verlaufen als durchgehende Betonstreifen unter tragenden Bauteilen.

Sie kommen häufig zum Einsatz, wenn größere Holzterrassen gebaut werden oder höhere Lasten zu erwarten sind. Auch bei schwierigen Bodenverhältnissen kann diese Bauweise sinnvoll sein.

Der Aufwand liegt zwischen Punktfundament und Betonplatte.

Betonplatte: Nicht immer die beste Lösung

Viele Heimwerker gehen davon aus, dass eine durchgehende Betonplatte automatisch die hochwertigste Lösung darstellt. Das stimmt nur teilweise.

Eine Betonplatte bietet zwar eine hohe Tragfähigkeit und minimiert Setzungen. Gleichzeitig erhöht sie aber den Aufwand erheblich. Außerdem müssen Entwässerung, Gefälle und gegebenenfalls Abdichtung sorgfältig geplant werden. Andernfalls kann Wasser auf der Platte stehen bleiben und langfristig Schäden verursachen.

Sinnvoll ist eine Betonplatte beispielsweise:

  • bei sehr schweren Natursteinbelägen
  • bei besonderen statischen Anforderungen
  • bei problematischen Böden
  • bei Terrassen mit außergewöhnlich hohen Belastungen

Für viele klassische Gartenterrassen ist sie dagegen nicht zwingend notwendig.

Schraubfundamente als Alternative

In den vergangenen Jahren haben sich Schraubfundamente zunehmend etabliert. Dabei werden verzinkte Stahlfundamente in den Boden geschraubt. Betonarbeiten entfallen vollständig.

Schraubfundamente eignen sich insbesondere für:

  • Holzterrassen
  • WPC-Terrassen
  • Hanggrundstücke
  • schwer zugängliche Grundstücke

Ein weiterer Vorteil: Die Konstruktion kann bei Bedarf später wieder rückgebaut werden.

Keramikplatten auf Stelzlagern

Immer beliebter werden großformatige Keramikplatten auf Stelzlagern.

Hier liegen die Platten nicht direkt im Splittbett, sondern auf höhenverstellbaren Kunststofflagern. Diese Bauweise bietet mehrere Vorteile:

  • Wasser läuft unter den Platten ab
  • Leitungen können darunter verlegt werden
  • einzelne Platten lassen sich leicht austauschen
  • Unebenheiten können ausgeglichen werden

Voraussetzung ist allerdings ein ausreichend tragfähiger Untergrund.

Wie stark muss der Unterbau ausgeführt werden?

Die erforderliche Aufbauhöhe hängt von der späteren Belastung und den Bodenverhältnissen ab. Auf tragfähigen, gut drainierenden Böden genügt oft ein schlankerer Aufbau als auf lehmigen oder wenig tragfähigen Böden.

Als grobe Orientierung gelten folgende Werte:

TerrassenartTypische Aufbauhöhe
Holzterrasse auf Punktfundamentenabhängig von Unterkonstruktion
Pflasterterrasse25 bis 45 cm
Betonplatten25 bis 40 cm
Keramikplatten25 bis 40 cm
Natursteinplatten30 bis 50 cm

Die tatsächlichen Werte können je nach Belastung und Bodenbeschaffenheit abweichen. Ein schwerer Natursteinbelag stellt andere Anforderungen als eine leichte Holzterrasse.

Wie tief muss ein Terrassenfundament sein?

Eine pauschale Antwort gibt es nicht. Die erforderliche Tiefe hängt von Fundamentart, Bodenverhältnissen und regionalem Frostaufkommen ab.

Als grobe Orientierung gelten:

FundamentartÜbliche Tiefe
Punktfundamentetwa 80 cm
Streifenfundamentetwa 80 cm
Schotteraufbau20 bis 40 cm
Betonplatteetwa 30 bis 40 cm Aufbauhöhe

Wichtiger als die exakte Tiefe ist eine fachgerechte Ausführung mit ausreichendem Frostschutz.

Gefälle und Entwässerung nicht vergessen

Eine Terrasse sollte niemals vollkommen waagerecht gebaut werden.

Fachleute empfehlen in der Regel ein Gefälle von etwa zwei Prozent vom Haus weg. Das entspricht ungefähr zwei Zentimetern Höhenunterschied pro Meter Terrassenlänge.

Zusätzlich sollte das Wasser auch seitlich oder über versickerungsfähige Flächen abgeleitet werden können. Besonders bei lehmigen Böden kann eine zusätzliche Drainage sinnvoll sein.

Vorsicht am Hausanschluss

Ein häufiger Fehler entsteht direkt an der Fassade.

Die Terrasse darf nicht dazu führen, dass Spritzwasser dauerhaft gegen die Hauswand gelangt oder die Sockelabdichtung überdeckt wird. Auch Türschwellen und Entwässerungsrinnen müssen bei der Planung berücksichtigt werden.

Wer hier Fehler macht, riskiert Feuchtigkeitsschäden am Gebäude.

Was kostet das Fundament einer Terrasse?

Die Kosten hängen stark von Bodenverhältnissen, Größe und Eigenleistung ab.

Zur Orientierung:

FundamentartKosten pro m²
Schotterunterbauetwa 15 bis 40 €
Punktfundamenteetwa 20 bis 60 €
Schraubfundamenteetwa 40 bis 100 €
Streifenfundamenteetwa 50 bis 120 €
Betonplatteetwa 80 bis 180 €

Die Werte dienen lediglich als grobe Orientierung. Regionale Preisunterschiede können erheblich sein.

Fehler beim Terrassenbau

Die häufigsten Fehler beim Terrassenbau

Direkt auf den Rasen bauen

Der Untergrund setzt sich mit der Zeit. Die Terrasse wird uneben.

Schotter nicht ausreichend verdichten

Eine unzureichende Verdichtung gehört zu den häufigsten Ursachen für spätere Setzungen.

Frostschutz vernachlässigen

Vor allem bei lehmigen Böden kann Frost erhebliche Schäden verursachen.

Kein Gefälle einplanen

Regenwasser bleibt auf der Oberfläche stehen.

Fundament zu knapp dimensionieren

Die Konstruktion verliert langfristig an Stabilität.

Welche Fundamentart passt zu welcher Terrasse?

TerrassenartGeeignetes Fundament
HolzterrassePunktfundament oder Schraubfundament
WPC-TerrassePunktfundament oder Schraubfundament
PflasterterrasseSchotterunterbau
BetonplattenSchotterunterbau
KeramikplattenSchotterunterbau oder Stelzlager
NatursteinSchotterunterbau, in Sonderfällen Betonplatte

Fazit

Das beste Fundament für eine Terrasse gibt es nicht. Entscheidend sind Belag, Boden und Nutzung.

Für viele Holz- und WPC-Terrassen genügen Punktfundamente oder Schraubfundamente. Voraussetzung ist jedoch eine ausreichend tragfähige und dauerhaft entwässerte Gründung.

Terrassenplatten werden häufig auf einem verdichteten Schotterunterbau verlegt. Eine durchgehende Betonplatte ist dagegen eher die Ausnahme als die Regel.

Wer auf einen tragfähigen Untergrund, ausreichenden Frostschutz und eine funktionierende Entwässerung achtet, schafft die Grundlage für eine Terrasse, die viele Jahre stabil bleibt.

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