Gartenhaus selbst bauen: Anleitung für ein Gerätehaus mit Pultdach

Von Dominik Hochwarth

Ein Gartenhaus für Werkzeug, Rasenmäher und Gartengeräte lässt sich auch ohne Zimmermannsausbildung selbst bauen. Entscheidend ist, die Konstruktion einfach zu halten: ein rechteckiger Grundriss, gerade Wände, ein Pultdach und möglichst wenige komplizierte Anschlüsse.

Diese Anleitung beschreibt ein 2 × 3 m großes Holzhaus mit Pultdach. Es ist nicht gedämmt und ausschließlich als Gerätehaus vorgesehen. Die Grundfläche beträgt 6 m². Durch eine 1,40 m breite Doppeltür passen auch Schubkarre, Rasenmäher oder breite Gartengeräte.

Für den Bau sollten Sie zu zweit arbeiten. Planen Sie je nach Erfahrung drei bis fünf Arbeitstage ein. Fundament, Anstrich und Dachabdichtung können zusätzliche Trocknungszeiten erfordern.

selbst gebautes Gartenhaus
Das selbst gebaute Gartenhaus misst 2 × 3 m und bietet mit seiner breiten Doppeltür ausreichend Platz für Rasenmäher, Werkzeug und Gartengeräte.

Inhaltsverzeichnis

Das Gartenhaus im Überblick

MerkmalAusführung
Außenmaß3,00 × 2,00 m
Grundfläche6 m²
Wandhöhe vorneetwa 2,30 m
Wandhöhe hintenetwa 2,05 m
DachformPultdach
Dachneigungetwa 7°
Dachüberstandrund 20 cm
Türzweiflügelig, etwa 1,40 × 2,00 m
Fundamentneun Erdschrauben
KonstruktionHolzrahmen mit OSB-Aussteifung
Fassadehinterlüftete Holzbekleidung
Dachabdichtungvollflächig verklebte EPDM-Bahn
NutzungWerkzeug und Gartengeräte

Die angegebenen Holzquerschnitte eignen sich als Orientierung für ein leichtes Gerätehaus an einem normalen, geschützten Standort. In schneereichen Regionen, an stark windexponierten Standorten sowie bei einer geplanten Dachbegrünung oder Photovoltaikanlage müssen Dach und Verankerung gesondert bemessen werden.

Eine isometrische Gesamtansicht des fertigen Gartenhauses.
Grafik 1: Gartenhaus mit allen Maßen

Vor dem Bau: Darf das Gartenhaus an dieser Stelle stehen?

Ein kleines Gerätehaus ist in vielen Bundesländern verfahrensfrei. Das bedeutet jedoch nicht automatisch, dass es überall auf dem Grundstück gebaut werden darf.

Die zulässige Größe unterscheidet sich je nach Landesbauordnung. In Nordrhein-Westfalen sind Gebäude ohne Aufenthaltsraum, Toilette oder Feuerstätte bis zu einem Brutto-Rauminhalt von 75 m³ verfahrensfrei. Baden-Württemberg nennt im Innenbereich eine Grenze von 40 m³. Das hier beschriebene Gerätehaus kommt auf ungefähr 13 m³ und liegt damit deutlich darunter.

Trotzdem können ein Bebauungsplan, örtliche Gestaltungsvorschriften, Abstandsflächen oder festgelegte Baugrenzen den Standort einschränken. Auch verfahrensfreie Bauwerke müssen sämtliche öffentlich-rechtlichen Anforderungen erfüllen. Das Gartenhaus sollte deshalb nicht einfach direkt an die Grundstücksgrenze gesetzt werden. Fragen Sie im Zweifel beim zuständigen Bauamt nach und lassen Sie sich die Auskunft möglichst schriftlich bestätigen.

Für eine Parzelle in einer Kleingartenanlage gelten zusätzliche Regeln. Nach dem Bundeskleingartengesetz darf eine Laube einschließlich überdachtem Freisitz höchstens 24 m² groß und nicht zum dauerhaften Wohnen geeignet sein. Hinzu kommen die Vorgaben des Kleingartenvereins.

Der richtige Standort

Wählen Sie eine ebene Stelle, auf der sich nach Regen kein Wasser sammelt. Ein Standort in einer Senke ist ungeeignet. Dort bleibt der Boden länger feucht, und Spritzwasser belastet die Holzfassade.

Berücksichtigen Sie außerdem:

  • Die Tür benötigt ausreichend Platz zum Öffnen.
  • Dachwasser muss auf dem eigenen Grundstück abgeführt werden.
  • Zur Rückseite sollte genügend Platz für Anstrich und Wartung bleiben.
  • Große Bäume können Äste, Laub und dauerhaft Schatten auf das Dach bringen.
  • Unterirdische Strom-, Wasser- oder Entwässerungsleitungen dürfen nicht beschädigt werden.
  • Ein Zugang für sperrige Geräte sollte auch nach dem Bau erhalten bleiben.

Richten Sie die höhere Vorderseite möglichst so aus, dass Schlagregen und Hauptwindrichtung das Gebäude nicht unnötig belasten. Wichtiger als die Himmelsrichtung ist jedoch eine zuverlässige Verankerung.

Warum Erdschrauben als Fundament sinnvoll sind

Für ein kleines Gartenhaus kommen mehrere Fundamentarten infrage. Gehwegplatten auf einem Splittbett sind günstig, bieten aber keine ausreichende Sicherung gegen Wind. Eine betonierte Bodenplatte ist robust, für einen einfachen Geräteschuppen jedoch vergleichsweise aufwendig.

Diese Anleitung verwendet deshalb neun Erdschrauben mit verstellbaren Auflagen. Sie tragen die Holzkonstruktion, halten sie vom feuchten Boden fern und können gleichzeitig zur Verankerung dienen.

Erdschrauben funktionieren allerdings nicht in jedem Untergrund. Größere Steine, Bauschutt, alte Fundamente oder sehr felsiger Boden können das Eindrehen verhindern. Länge und Durchmesser müssen zur Bodenbeschaffenheit und zum jeweiligen System passen. Beachten Sie die Bemessungs- und Montageangaben des Herstellers.

Materialliste für das Gartenhaus

Die Mengen enthalten eine kleine Reserve. Holz wird im Handel nicht immer in den hier genannten Längen angeboten. Der endgültige Zuschnitt richtet sich deshalb nach den verfügbaren Handelslängen.

Fundament und Boden

  • 9 Erdschrauben mit verstellbaren U- oder Flachköpfen
  • 3 Lagerhölzer, etwa 100 × 100 mm, jeweils 3,00 m lang
  • 2 Rahmenhölzer, etwa 45 × 95 mm, jeweils 3,00 m lang
  • 6 Bodenbalken, etwa 45 × 95 mm, jeweils rund 1,91 m lang
  • etwa 6 m² OSB/3-Verlegeplatten, 22 mm dick
  • Trennstreifen aus EPDM oder Bitumenbahn
  • Winkelverbinder und zugelassene Holzbauschrauben

Wände

  • etwa 65 laufende Meter Konstruktionsvollholz, ungefähr 60 × 100 mm
  • etwa 20 m² OSB/3-Platten, 15 mm dick
  • etwa 25 m² diffusionsoffene Fassadenbahn
  • etwa 45 laufende Meter Konterlattung, ungefähr 30 × 50 mm
  • etwa 22 m² Fassadenbretter oder Profilholz
  • Lüftungs- und Insektenschutzgitter
  • Fassadenschrauben aus Edelstahl

Dach

  • 7 Sparren, etwa 60 × 120 mm und 2,40 m lang
  • etwa 8,5 m² OSB/3-Platten, 18 mm dick
  • eine EPDM-Dachbahn von ungefähr 3 × 4 m
  • zum Dachsystem passender Flächenkleber, Primer und Anschlusskleber
  • Dachrand- und Tropfprofile
  • etwa 3,40 m Dachrinne einschließlich Halter und Fallrohr
  • Sparrenpfettenanker oder vergleichbare zugelassene Verbinder

Tür

  • etwa 15 laufende Meter Rahmenholz, ungefähr 45 × 70 mm
  • Fassadenbretter für zwei Türflügel
  • 6 kräftige Ladenbänder oder Kreuzgehänge
  • 2 Verriegelungsriegel
  • Schloss, Überfalle oder Kastenschloss
  • Türanschlagleisten und Dichtband

Schrauben und Kleinmaterial

  • Holzbauschrauben 6 × 120 mm
  • Holzbauschrauben 6 × 80 mm
  • Plattenschrauben etwa 4 × 50 mm
  • Edelstahlschrauben für die Fassade
  • Winkelverbinder
  • Lochband oder Montageband
  • Dichtband
  • Holzschutzlasur oder deckender Außenanstrich
  • Hirnholzschutz für Schnittflächen

Verwenden Sie für tragende Bauteile trockenes, maßhaltiges Konstruktionsholz. Stark verdrehte, gerissene oder nasse Hölzer erschweren den Aufbau erheblich.

Diese Werkzeuge benötigen Sie

Beim Sägen von Holzwerkstoffplatten entsteht viel Staub. Arbeiten Sie mit Absaugung und tragen Sie Schutzbrille, Gehörschutz und eine geeignete Staubmaske.

Bauablauf im Überblick
Bauablauf im Überblick

Gartenhaus selber bauen: Schritt-für-Schritt-Anleitung

1. Grundfläche abstecken

Markieren Sie ein Rechteck von 3,00 × 2,00 m mit Schnüren und Pflöcken. Prüfen Sie anschließend die beiden Diagonalen. Sind sie gleich lang, sind die Ecken rechtwinklig.

Bei einem Rechteck von 3 × 2 m beträgt die Diagonale rund 3,61 m.

Entfernen Sie Pflanzen und lockeren Oberboden. Rund um das spätere Gartenhaus ist ein mindestens 30 cm breiter Streifen aus grobem Kies sinnvoll. Er vermindert Spritzwasser und verhindert, dass Erde oder Pflanzen unmittelbar an die Fassade reichen.

Der Informationsdienst Holz empfiehlt im Sockelbereich grundsätzlich einen ausreichenden Abstand zwischen Holz und Gelände. Bei einem Kiesstreifen kann die Unterkante der Holzbekleidung mindestens 15 cm über dem Gelände angeordnet werden. Ohne geeigneten Spritzschutz sind größere Abstände erforderlich.

Draufsicht auf das 3 × 2 m große Gartenhaus.
Grafik 2: Fundamentplan mit Erdschrauben

2. Positionen der Erdschrauben markieren

Die neun Erdschrauben stehen in einem Raster aus drei Reihen mit jeweils drei Schrauben. Die äußeren Punkte werden ungefähr 15 cm von den Gebäudekanten eingerückt.

Die drei Lagerhölzer verlaufen später über die 3 m lange Gebäudeseite:

  • ein Lagerholz nahe der Vorderwand,
  • eines in der Mitte,
  • eines nahe der Rückwand.

Spannen Sie Schnüre über die vorgesehenen Achsen. Kontrollieren Sie das Raster sorgfältig, bevor Sie mit dem Eindrehen beginnen.

3. Erdschrauben eindrehen und ausrichten

Drehen Sie die Erdschrauben senkrecht und entsprechend den Herstellerangaben in den Boden. Prüfen Sie die Ausrichtung während des Eindrehens mehrfach mit der Wasserwaage.

Die Auflagepunkte müssen anschließend exakt auf einer Höhe liegen. Schon wenige Millimeter Unterschied können dazu führen, dass Boden, Wände und Tür später nicht sauber passen.

Befestigen Sie die drei 3 m langen Lagerhölzer auf den Schraubköpfen. Zwischen Metall und Holz kommt ein geeigneter Trennstreifen. Verschrauben oder verbolzen Sie die Hölzer mit den Auflagen.

Die Lagerhölzer müssen mindestens etwa 15 cm über dem fertigen Gelände liegen. So bleibt die Konstruktion außerhalb des unmittelbaren Spritzwasserbereichs.

4. Bodenrahmen bauen

Legen Sie die beiden 3 m langen Rahmenhölzer parallel auf eine ebene Fläche. Setzen Sie die sechs rund 1,91 m langen Querbalken dazwischen.

Die Querbalken liegen ungefähr im Abstand von 60 cm. Die beiden äußeren Hölzer bilden gleichzeitig Vorder- und Rückseite des Rahmens.

Verschrauben Sie alle Verbindungen mit zugelassenen Holzbauschrauben. Kontrollieren Sie wieder die Diagonalen. Anschließend wird der fertige Rahmen auf die drei Lagerhölzer gesetzt und mit Winkeln oder langen Schrauben kraftschlüssig befestigt.

Der Bodenrahmen darf nicht nur lose aufliegen. Die Verbindung von Erdschrauben, Lagerhölzern und Bodenrahmen sichert das Gartenhaus gegen Verschieben und Abheben.

Aufbau des Bodenrahmens
Grafik 3: Aufbau des Bodenrahmens

5. Bodenplatten verlegen

Verlegen Sie 22 mm dicke OSB/3-Platten quer zu den Bodenbalken. Die Plattenstöße müssen auf einem Balken liegen. Versetzen Sie die Querfugen gegeneinander.

Halten Sie die vom Plattenhersteller vorgeschriebenen Dehnungsfugen ein. Schrauben Sie die Platten zuerst an den Rändern und anschließend auf den dazwischenliegenden Balken fest.

Schützen Sie offene Plattenkanten während des Baus vor Regen. OSB/3 verträgt zeitweise erhöhte Luftfeuchtigkeit, sollte jedoch nicht über längere Zeit durchnässt werden.

Für Rasenmäher und schwere Geräte kann der fertige Boden später mit einem widerstandsfähigen Bodenlack beschichtet werden.

6. Vorder- und Rückwand bauen

Die Vorderwand wird etwa 2,30 m hoch, die Rückwand etwa 2,05 m. Aus diesem Höhenunterschied ergibt sich über die Gebäudetiefe von 2 m eine Dachneigung von rund 7°.

Bauen Sie die Rahmen zunächst liegend auf dem Boden:

  1. Unteres und oberes Rahmenholz zuschneiden.
  2. Eckständer einsetzen.
  3. Weitere Ständer in einem Raster von höchstens etwa 62,5 cm verteilen.
  4. Türöffnung in der Vorderwand einrahmen.
  5. Über der Tür einen ausreichend steifen Sturz einsetzen.
  6. Verbindungen verschrauben.

Die Türöffnung sollte etwa 1,40 m breit und mindestens 2,00 m hoch sein. Der genaue Abstand richtet sich nach den später gebauten Türflügeln und den Beschlägen.

Richten Sie die Wände nacheinander auf. Fixieren Sie sie zunächst mit schrägen Hilfslatten. Kontrollieren Sie mit der Wasserwaage, ob sie lotrecht stehen.

Wandrahmen mit Türöffnung
Grafik 4: Wandrahmen mit Türöffnung

7. Seitenwände einsetzen

Die Oberkanten der Seitenwände folgen der Dachneigung. Vorne sind sie etwa 25 cm höher als hinten.

Messen Sie die Seitenwände erst aus, nachdem Vorder- und Rückwand provisorisch stehen. So können Sie kleine Abweichungen berücksichtigen. Schneiden Sie die oberen Rahmenhölzer im passenden Winkel zu und setzen Sie die Ständer darunter.

Verbinden Sie alle vier Wände an den Ecken. Verschrauben Sie die unteren Rahmenhölzer mit dem Bodenrahmen.

Kontrollieren Sie danach:

  • Stehen alle Wände lotrecht?
  • Sind die gegenüberliegenden Wände parallel?
  • Sind die Gebäudediagonalen gleich?
  • Ist die Türöffnung rechtwinklig?
  • Liegen Vorder- und Rückwand auf der vorgesehenen Höhe?

Erst wenn alles stimmt, werden die Verbindungen endgültig festgezogen.

Wandaufbau und Sockeldetail
Grafik 6: Wandaufbau und Sockeldetail

8. Wände mit OSB-Platten aussteifen

Die OSB-Platten verhindern, dass sich der Holzrahmen seitlich verformt. Beginnen Sie an einer Ecke und richten Sie die erste Platte exakt lotrecht aus.

Die Plattenstöße müssen auf einem Holzständer liegen. Halten Sie die vorgeschriebenen Fugen zwischen den Platten ein und verwenden Sie ausreichend korrosionsgeschützte Schrauben.

Arbeiten Sie Wand für Wand. Entfernen Sie die provisorischen Schrägstützen erst, wenn die Beplankung das Gebäude aussteift.

Lassen Sie die Türöffnung zunächst etwas kleiner ausgeschnitten und sägen Sie die Platten erst nach dem Befestigen bündig entlang des Holzrahmens aus. Dadurch bleibt die Kante sauber.

9. Dachsparren montieren

Markieren Sie auf Vorder- und Rückwand die Positionen der sieben Sparren. Der Abstand beträgt ungefähr 50 cm.

Die Sparren sind etwa 2,40 m lang. Dadurch entstehen vorne und hinten jeweils rund 20 cm Dachüberstand. Seitlich sollte das Dach ebenfalls ungefähr 20 cm über die Wand hinausragen.

Setzen Sie die Sparren auf die oberen Rahmenhölzer und sichern Sie sie mit geeigneten Sparrenpfettenankern oder zugelassenen Holzbauverbindern. Eine einfache Verschraubung von oben reicht als Sicherung gegen Wind nicht aus.

Überprüfen Sie, ob alle Sparren in einer Ebene liegen. Unebenheiten würden sich später auf der Dachfläche abzeichnen und könnten den Wasserablauf behindern.

Dachaufbau mit Pultdach
Grafik 5: Dachaufbau mit Pultdach

10. Dachschalung verlegen

Verlegen Sie 18 mm dicke OSB/3-Platten quer zu den Sparren. Die kurzen Plattenstöße liegen immer auf einem Sparren. Fugen benachbarter Reihen werden gegeneinander versetzt.

Schraubenköpfe müssen bündig sitzen und dürfen nicht aus der Oberfläche hervorstehen. Entfernen Sie scharfe Kanten, Splitter und Verschmutzungen. Die Dachfläche muss trocken, eben und sauber sein, bevor die Abdichtung folgt.

An der niedrigen Dachkante wird später die Rinne montiert. Das Regenwasser darf nicht unkontrolliert hinter die Fassade laufen.

11. EPDM-Dachbahn verkleben

Für ein kleines Pultdach ist eine einteilige EPDM-Bahn praktisch. Sie kommt ohne offene Flamme aus und eignet sich für flach oder gering geneigte Dächer sowie ausdrücklich für kleinere Gebäudedächer.

Breiten Sie die Bahn zunächst locker auf dem Dach aus. Richten Sie sie so aus, dass an allen Seiten ausreichend Material für die Randanschlüsse verbleibt. Lassen Sie die ausgelegte Bahn entsprechend den Herstellerangaben entspannen.

Klappen Sie anschließend eine Hälfte zurück und tragen Sie den zum System gehörenden Kleber auf. Verkleben Sie die Bahn abschnittsweise und streichen Sie sie blasenfrei an. Danach folgt die zweite Hälfte.

An Dachkanten, Ecken und Übergängen sind die Systemdetails des Herstellers einzuhalten. Verwenden Sie ausschließlich Kleber, Primer, Anschlussbänder und Profile, die für die gewählte Dachbahn freigegeben sind.

Improvisierte Anschlüsse mit Silikon oder ungeeigneten Klebebändern werden häufig schon nach wenigen Jahren undicht.

12. Dachrinne montieren

Montieren Sie die Rinne an der niedrigen Rückseite des Pultdachs. Sie benötigt ein leichtes Gefälle in Richtung Fallrohr.

Führen Sie das Regenwasser so ab, dass weder die Fundamente noch das Nachbargrundstück belastet werden. Geeignet sind beispielsweise:

  • eine Regentonne mit Überlauf,
  • eine zulässige Versickerungsmulde,
  • ein vorhandener Regenwasseranschluss.

Das Fallrohr sollte nicht direkt neben einem Lagerholz oder einer Erdschraube enden.

13. Fassade vor Feuchtigkeit schützen

Bringen Sie auf den OSB-Platten eine diffusionsoffene Fassadenbahn an. Beginnen Sie unten und arbeiten Sie nach oben, damit die oberen Bahnen die unteren überdecken. Anschlüsse und Überlappungen werden nach den Vorgaben des Herstellers verklebt.

Darauf folgt eine senkrechte Konterlattung. Der Hohlraum zwischen Fassadenbahn und Holzbekleidung ermöglicht, dass eingedrungene Feuchtigkeit ablaufen und die Rückseite der Bretter trocknen kann.

Verschließen Sie die Öffnungen am unteren und oberen Rand mit Lüftungs- oder Insektenschutzprofilen. Die Luft muss zirkulieren können, Insekten und Kleintiere sollen jedoch nicht hinter die Fassade gelangen.

Montieren Sie anschließend die waagerechten Fassadenbretter. Die Unterkante bleibt mindestens 15 cm über dem Kiesstreifen. Offene Hirnholzflächen werden besonders sorgfältig geschützt, weil Holz dort schnell Wasser aufnimmt. Ausreichende Dachüberstände und ein funktionierender Sockel gehören zu den wichtigsten baulichen Holzschutzmaßnahmen.

Doppeltür richtig aussteifen
Grafik 7: Doppeltür richtig aussteifen

14. Doppeltür bauen

Bauen Sie zwei gleich große Türrahmen aus Hölzern von ungefähr 45 × 70 mm. Jeder Rahmen erhält eine diagonale Strebe.

Die Diagonale muss von der unteren Bandseite zur oberen Schließseite verlaufen. Nur so stützt sie das Gewicht der Tür ab. Wird die Strebe umgekehrt eingebaut, kann der Türflügel mit der Zeit absacken.

Bekleiden Sie die Außenseite mit denselben Brettern wie die Fassade. Lassen Sie zwischen Türflügeln, Rahmen und Schwelle ausreichend Bewegungsspiel. Holz quillt bei hoher Feuchtigkeit und schwindet bei Trockenheit.

Befestigen Sie jeden Türflügel mit drei kräftigen Ladenbändern. Einer der Flügel wird oben und unten mit Riegeln festgestellt. Der zweite erhält Schloss oder Überfalle.

Eine kleine Tropfkante über der Tür verhindert, dass Regenwasser in den oberen Türspalt läuft.

15. Lüftungsöffnungen einbauen

Ein ungedämmtes Gerätehaus benötigt keine aufwendige Lüftungsanlage. Zwei dauerhaft offene Lüftungsgitter sind jedoch sinnvoll:

  • eines unten in einer Seitenwand,
  • eines oben in der gegenüberliegenden Wand.

Die versetzte Anordnung unterstützt den Luftaustausch. Die Öffnungen werden mit engmaschigem Gitter gegen Insekten geschützt.

Stellen Sie nasse Gartengeräte nicht dauerhaft im geschlossenen Haus ab. Entfernen Sie Erde und Pflanzenreste, und lassen Sie Rasenmäher oder Schubkarre zunächst abtrocknen.

16. Holzoberflächen behandeln

Streichen Sie die Fassadenbretter möglichst vor der Montage auch auf Rückseiten, Kanten und Schnittflächen. Besonders sorgfältig werden Hirnholz und untere Brettenden behandelt.

Geeignet sind:

  • offenporige Holzschutzlasuren,
  • deckende Wetterschutzfarben,
  • geeignete Fassadenöle für die verwendete Holzart.

Eine farblose Lasur bietet außen meist nur einen begrenzten Schutz gegen UV-Strahlung. Pigmentierte Beschichtungen schützen besser. Beachten Sie die Angaben des Beschichtungsherstellers zu Grundierung, Schichtzahl und Wartungsintervallen.

Tragende Hölzer sollten nicht allein durch chemische Beschichtungen geschützt werden. Abstand zum Boden, Dachüberstand, Hinterlüftung und schneller Wasserablauf sind für die Dauerhaftigkeit wichtiger.

Typische Fehler beim Bau eines Gartenhauses

Das Fundament wird nicht exakt ausgerichtet

Ein schiefer Unterbau lässt sich später kaum korrigieren. Türen klemmen, Wände stehen nicht lotrecht und Wasser bleibt auf dem Dach stehen. Nehmen Sie sich deshalb für das Fundament mehr Zeit als für jeden anderen Arbeitsschritt.

Das Gartenhaus wird nicht verankert

Ein nur auf Gehwegplatten abgestellter Holzschuppen kann bei Sturm verschoben oder angehoben werden. Alle Bauteile vom Dach bis zum Fundament müssen kraftschlüssig miteinander verbunden sein.

Die Fassade reicht bis zum Boden

Holz unmittelbar über Erde oder Rasen bleibt lange feucht. Halten Sie Abstand zum Gelände und legen Sie einen Spritzschutzstreifen aus Kies an.

Das Dach hat zu wenig Gefälle

Wasser darf nicht dauerhaft auf der Dachfläche stehen. Die hier gewählten 25 cm Höhenunterschied über 2 m Gebäudetiefe ergeben ein deutliches Gefälle von etwa 12,5 % beziehungsweise 7°.

Dachränder werden nur mit Dichtmasse abgedichtet

Dichtstoffe sind kein Ersatz für mechanisch gesicherte Randprofile und systemgerechte Anschlüsse. Besonders Ecken und Dachkanten müssen entsprechend dem verwendeten EPDM-System ausgeführt werden.

Die Hinterlüftung wird vergessen

Ohne Abstand zwischen Fassadenbrettern und Fassadenbahn kann eingedrungene Feuchtigkeit schlechter trocknen. Die Konterlattung darf deshalb nicht entfallen.

Zu frisches oder verdrehtes Holz wird verarbeitet

Feuchtes Holz verändert beim Trocknen seine Form. Türen verziehen sich, Fugen öffnen sich und Fassadenbretter können reißen. Verwenden Sie trockenes und möglichst gerades Konstruktionsholz.

Wann ein Fachbetrieb hinzugezogen werden sollte

Ein kleines Gerätehaus ist ein realistisches Eigenbauprojekt. Professionelle Unterstützung ist jedoch sinnvoll, wenn:

  • der Boden stark aufgefüllt, felsig oder wenig tragfähig ist,
  • sich das Grundstück in Hanglage befindet,
  • der Standort starkem Wind ausgesetzt ist,
  • hohe Schneelasten zu erwarten sind,
  • das Dach begrünt oder mit Solarmodulen belegt werden soll,
  • das Gartenhaus direkt an einer Grundstücksgrenze stehen soll,
  • Strom fest im Gebäude installiert werden soll.

Den elektrischen Anschluss muss eine Elektrofachkraft ausführen. Verlängerungskabel sind keine dauerhafte Gebäudeinstallation.

Checkliste vor der ersten Nutzung

  • Fundament fest und vollständig verankert
  • Wände lotrecht und ausgesteift
  • Sparren mit geeigneten Verbindern gesichert
  • Dachbahn ohne offene Stellen oder Falten
  • Dachränder und Ecken systemgerecht ausgeführt
  • Dachrinne und Fallrohr montiert
  • Holzfassade mindestens 15 cm über dem Gelände
  • Hinterlüftung unten und oben offen
  • Türflügel leichtgängig und verriegelt
  • Schnittkanten und Hirnholz beschichtet
  • Regenwasser wird kontrolliert abgeführt
  • Lüftungsgitter gegen Insekten geschützt

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