Zwei Fahrräder passen rechnerisch in eine schmale Box. Alltagstauglich ist sie deshalb noch lange nicht. Breite Lenker verhaken sich, Pedale stoßen gegen die Wand und schwere E-Bikes lassen sich nur mühsam rangieren.
Die Fahrradgarage in dieser Anleitung ist deshalb bewusst etwas größer geplant. Sie misst fertig verkleidet etwa 1,90 × 2,40 m. Innen bleiben rund 1,61 × 2,11 m freie Fläche. Das reicht für zwei übliche City-, Trekking- oder Mountain-E-Bikes, die nebeneinander stehen und unabhängig voneinander herausgeholt werden können.
Die Konstruktion erhält ein flach geneigtes Pultdach, eine etwa 1,60 m breite Doppeltür, eine hinterlüftete Holzfassade und einen fest im Beton verankerten Anschließbügel. Einen Holzboden gibt es nicht. Die Fahrräder werden nahezu schwellenfrei auf eine gepflasterte Fläche geschoben.

Inhaltsverzeichnis
- Das Projekt im Überblick
- Warum die Fahrradgarage außen 1,90 m breit sein muss
- Fahrräder vor dem Bau ausmessen
- Geeigneten Standort auswählen
- Baurecht vorab klären
- Der festgelegte Wandaufbau
- Materialliste
- Zuschnittliste für den Holzrahmen
- Zuschnitt für die Türen
- Benötigte Werkzeuge
- Fahrradgarage selber bauen: Schritt für Schritt
- 1. Grundfläche markieren
- 2. Punktfundamente herstellen
- 3. Gepflasterten Boden anlegen
- 4. Hintere Wand vormontieren
- 5. Seitenwände bauen
- 6. Wandrahmen aufstellen
- 7. Türsturz montieren
- 8. Sparren und Dachplatten montieren
- 9. EPDM-Dach abdichten
- 10. Fassadenbahn anbringen
- 11. Hinterlüftung und Holzfassade montieren
- 12. Türflügel bauen
- 13. Doppeltür einstellen und sichern
- 14. Belüftungsöffnungen einsetzen
- 15. Anschließbügel im Boden verankern
- 16. Holzoberflächen schützen
- E-Bike-Akkus besser nicht in der Holzgarage laden
- Typische Fehler beim Bau
- Pflege und Wartung
- Fazit: Mehr Platz einplanen als rechnerisch nötig
Das Projekt im Überblick
| Merkmal | Ausführung |
| Fertiges Außenmaß | ca. 190 × 240 cm |
| Lichte Innenfläche | ca. 161 × 211 cm |
| Höhe vorne | ca. 210 cm ohne Dachüberstand |
| Höhe hinten | ca. 190 cm ohne Dachüberstand |
| Lichte Türöffnung | ca. 160 × 190 cm |
| Dachform | Pultdach mit EPDM-Abdichtung |
| Untergrund | Pflasterfläche mit sechs Punktfundamenten |
| Wandaufbau | Holzrahmen, OSB, Fassadenbahn, Hinterlüftung, Holzschalung |
| Geeignet für | zwei übliche E-Bikes |
| Nicht geeignet für | Lastenräder, Dreiräder oder große Anhänger |
| Schwierigkeitsgrad | anspruchsvoll |
| Benötigte Personen | mindestens zwei |
| Bauzeit | mehrere Arbeitstage zuzüglich Beton- und Trocknungszeiten |
Die genannten Holzquerschnitte sind für das beschriebene Referenzmodell gedacht. Sie ersetzen keine statische Bemessung. In Regionen mit hohen Schnee- oder Windlasten müssen Sparren, Türsturz, Verbindungsmittel und Verankerung gegebenenfalls stärker ausgeführt werden.
Warum die Fahrradgarage außen 1,90 m breit sein muss
Als Orientierung können die Empfehlungen des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs für Fahrradabstellanlagen dienen. Bei ebenerdiger Aufstellung sieht der ADFC mindestens 70 cm Abstand zwischen zwei Stellpositionen vor. Übliche Fahrräder können zudem bis zu etwa 190 cm lang sein.
Für eine private Fahrradgarage sind diese Mindestwerte jedoch knapp. E-Bikes besitzen häufig:
- breite Lenker,
- Spiegel,
- Körbe,
- fest montierte Taschen,
- breite Pedale,
- sperrige Displays und Bedienelemente.
Bei 1,40 m Innenbreite bliebe für zwei Stellplätze keinerlei Reserve. Die hier geplanten 1,61 m ergeben etwa 80 cm pro Fahrrad.
Das fertige Außenmaß muss deutlich größer sein, weil der Wandaufbau Platz benötigt. Pro Wand kommen zusammen:
- 80 mm Holzrahmen,
- 15 mm OSB-Platte,
- 30 mm Hinterlüftung,
- etwa 20 mm Fassadenholz.
Die gesamte Wand ist damit ungefähr 145 mm dick. Bei 1,90 m Außenbreite bleiben rund 1,61 m im Inneren.
Fahrräder vor dem Bau ausmessen
Die angegebenen Maße passen nicht automatisch für jedes E-Bike. Stellen Sie beide Fahrräder vor der Planung nebeneinander und messen Sie:
- die gesamte Länge,
- die maximale Lenkerbreite,
- die Höhe von Körben und Spiegeln,
- die Breite mit montierten Taschen,
- den benötigten Abstand zwischen den Fahrrädern.
Lassen Sie zwischen den Lenkern mindestens etwa 10 cm Platz. Prüfen Sie außerdem, ob sich beide Räder herausnehmen lassen, ohne das jeweils andere verschieben zu müssen.
Für ein Lastenrad muss die Garage deutlich länger und meist auch breiter geplant werden.
Geeigneten Standort auswählen
Die Fahrradgarage sollte möglichst nah an Hauseingang oder Zufahrt stehen. Ein weit entferntes Abstellgebäude ist im Alltag unbequem und wird möglicherweise nicht konsequent genutzt.
Der Standort sollte:
- ohne Treppen erreichbar sein,
- nicht in einer Mulde liegen,
- genügend Platz vor der Tür bieten,
- möglichst gut einsehbar sein,
- eine kontrollierte Dachentwässerung ermöglichen,
- Abstand zu Hauswand und empfindlichen Bauteilen besitzen.
Vor der Doppeltür sollten mindestens etwa 1,50 m freie Bewegungsfläche bleiben. Die Türen öffnen nach außen, damit im Inneren kein Platz verloren geht.
Das Dachgefälle verläuft nach hinten. Regenwasser darf dort weder gegen eine Hauswand noch auf das Nachbargrundstück laufen.
Baurecht vorab klären
Ob eine Fahrradgarage ohne Baugenehmigung errichtet werden darf, richtet sich nach der jeweiligen Landesbauordnung und dem konkreten Standort.
Zusätzlich können gelten:
- Bebauungspläne,
- Abstandsflächen,
- Vorschriften zur Grenzbebauung,
- Vorgarten- und Gestaltungssatzungen,
- Denkmalschutz,
- Vorgaben zur Grundstücksversiegelung,
- Regeln zur Niederschlagsentwässerung.
Verfahrensfrei bedeutet nicht automatisch zulässig. Besonders im Vorgarten, im Außenbereich oder unmittelbar an der Grundstücksgrenze können strengere Vorschriften gelten.
Mieter benötigen die Zustimmung des Eigentümers. Bei Wohnungseigentum kann zusätzlich ein Beschluss der Eigentümergemeinschaft erforderlich sein.
Der festgelegte Wandaufbau
Die Garage erhält von innen nach außen folgenden Aufbau:
- tragender Holzrahmen, 80 mm tief,
- 15 mm OSB/3-Platte,
- diffusionsoffene Fassadenbahn,
- 30 mm senkrechte Konterlattung,
- etwa 20 mm waagerechte Holzschalung.
Die OSB-Platten steifen die Wände aus. Die Fassadenbahn schützt sie vor Feuchtigkeit, die durch Fugen der Holzschalung gelangen kann.
Zwischen Fassadenbahn und Schalung bleibt eine durchgehende Hinterlüftungsebene. Luft kann unten eintreten und oben wieder austreten. Die Öffnungen werden mit einem Lüftungs- beziehungsweise Insektenschutzprofil abgedeckt.

Materialliste
Die Mengen enthalten eine kleine Reserve. Bei Fassadenholz sollten zusätzlich etwa 10 % Verschnitt eingeplant werden.
Holzrahmen
- 6 Pfosten, 80 × 80 mm:
- 2 Stück à 210 cm,
- 2 Stück à 200 cm,
- 2 Stück à 190 cm
- etwa 40 lfm Rahmenholz, 60 × 80 mm
- 1 Türsturz aus Brettschichtholz, ca. 80 × 160 × 1770 mm
- 5 Dachsparren, ca. 60 × 120 × 2470 mm
- etwa 16 lfm Rahmenholz für die Türen, ca. 45 × 70 mm
- etwa 35 lfm Konterlattung, ca. 30 × 50 mm
- etwa 19 m² Fassadenbretter
Platten und Fassadenaufbau
- 7 OSB/3-Platten, 15 mm, etwa 2500 × 1250 mm
- 2 geeignete Dachplatten, mindestens 22 mm, etwa 2500 × 1250 mm
- etwa 20 m² diffusionsoffene Fassadenbahn
- Anschluss- und Klebebänder für die Fassadenbahn
- Lüftungsprofile oder Insektenschutzgitter für die Hinterlüftung
- EPDM-Dachbahn, etwa 220 × 270 cm
- zum Dachsystem passender Flächenkleber
- Rand- und Anschlusskleber
- Dachrand- und Tropfprofile
- optional eine kleine Dachrinne
- passende Schrauben mit Dichtscheiben
Fundament und Boden
- Beton für sechs Punktfundamente
- 6 höhenverstellbare Pfostenträger
- Pflastersteine oder Platten für etwa 5 m²
- Frostschutzmaterial beziehungsweise Schotter
- Bettungssplitt
- Material für eine seitliche Einfassung
- Beton für ein separates Fundament des Anschließbügels
Türen und Sicherung
- 6 ausreichend tragfähige Türbänder
- 2 Türgriffe
- 2 Türfeststeller
- 2 innenliegende Riegel für den passiven Türflügel
- wetterfestes Schloss oder massive Überfalle
- durchgehende Schrauben, Muttern und große Unterlegscheiben
- massiver Anschließbügel oder geprüfter Bodenanker
- hochwertige Fahrradschlösser
Befestigungsmittel
- zugelassene Winkelverbinder
- Holzbauschrauben in passenden Längen
- korrosionsbeständige Fassadenschrauben
- Schwerlastanker für die Pfostenträger
- Befestigungsmittel nach Vorgabe des Plattenherstellers
- Holzschutz für Schnittflächen und Hirnholz
Zuschnittliste für den Holzrahmen
Die folgenden Maße beziehen sich auf das Referenzmodell. Schräg verlaufende Ständer sollten erst nach dem Ausrichten der Pfosten endgültig zugeschnitten werden.
| Bauteil | Querschnitt | Stück | Länge |
| vordere Eckpfosten | 80 × 80 mm | 2 | 2100 mm |
| mittlere Seitenpfosten | 80 × 80 mm | 2 | 2000 mm |
| hintere Eckpfosten | 80 × 80 mm | 2 | 1900 mm |
| seitliche untere Riegel | 60 × 80 mm | 2 | 2270 mm |
| hinterer unterer Riegel | 60 × 80 mm | 1 | 1770 mm |
| seitliche obere Riegel | 60 × 80 mm | 2 | ca. 2280 mm |
| hinterer oberer Riegel | 60 × 80 mm | 1 | 1770 mm |
| Türsturz | 80 × 160 mm | 1 | 1770 mm |
| hintere Zwischenständer | 60 × 80 mm | 2 | ca. 1740 mm |
| seitliche Zwischenständer vorne | 60 × 80 mm | 2 | ca. 1890 mm |
| seitliche Zwischenständer Mitte | 60 × 80 mm | 2 | ca. 1840 mm |
| seitliche Zwischenständer hinten | 60 × 80 mm | 2 | ca. 1790 mm |
| Dachsparren | 60 × 120 mm | 5 | ca. 2470 mm |
Die genauen Längen der seitlichen Zwischenständer hängen von den Pfostenträgern und der tatsächlichen Höhe des gepflasterten Bodens ab. Deshalb werden sie nach dem Aufstellen und Ausrichten der äußeren Pfosten kontrolliert.
Zuschnitt für die Türen
Die lichte Öffnung zwischen den vorderen Eckpfosten beträgt rund 1610 mm. Beide Türflügel werden erst gebaut, wenn der Rahmen steht und die endgültige Öffnung ausgemessen wurde.
Bei einer fertigen Öffnung von 1610 × 1900 mm sind Türflügel von ungefähr 795 × 1885 mm ein realistischer Ausgangspunkt. Fugen, Anschläge und Beschläge müssen dabei berücksichtigt werden.
Pro Türflügel werden benötigt:
- 2 senkrechte Rahmenhölzer, etwa 1885 mm,
- 2 waagerechte Rahmenhölzer, etwa 655 mm,
- 1 diagonal zugeschnittene Strebe,
- eine OSB-Beplankung,
- Fassadenbretter passend zur Wandbekleidung.
Die Diagonalstrebe verläuft von der unteren Bandseite zur oberen freien Ecke. So wird verhindert, dass der Türflügel mit der Zeit absackt.
Benötigte Werkzeuge
Für den Bau benötigen Sie mindestens:
- Kapp- oder Handkreissäge,
- Stichsäge,
- Akkuschrauber,
- Bohrmaschine oder Bohrhammer,
- Wasserwaage,
- Richtlatte,
- Zimmermannswinkel,
- Maßband,
- Schlagschnur,
- Schraubzwingen,
- Leiter,
- Spaten,
- Handstampfer oder Rüttelplatte.
Zum Schutz gehören außerdem Handschuhe, Schutzbrille und Gehörschutz. Große Wandteile und Türflügel sollten immer zu zweit bewegt werden.

Fahrradgarage selber bauen: Schritt für Schritt
Ist das Holz zugeschnitten, das benötigte Werkzeug bereitgelegt, kann der Bau der Fahrradgarage beginnen. Wir führen Sie Schritt für Schritt durch das Projekt.
1. Grundfläche markieren
Markieren Sie eine gepflasterte Fläche von etwa 2,00 × 2,50 m. Sie ist etwas größer als die fertige Garage und verhindert, dass Fassadenholz unmittelbar über Erde oder Rasen endet.
Der eigentliche Holzrahmen misst außen etwa 1,77 × 2,27 m. Durch OSB-Platten, Lattung und Fassadenholz wächst die fertige Konstruktion auf ungefähr 1,90 × 2,40 m.
Prüfen Sie die Rechtwinkligkeit über die Diagonalen. Sind beide Diagonalen gleich lang, ist das Rechteck rechtwinklig.
2. Punktfundamente herstellen
Die Garage steht auf sechs Punktfundamenten:
- vier unter den Eckpfosten,
- zwei unter den mittleren Seitenpfosten.
Die Fundamente müssen auf tragfähigem Boden gründen und entsprechend den örtlichen Boden- und Frostverhältnissen tief ausgeführt werden. Häufig werden dafür Tiefen um 80 cm angesetzt. Das ist jedoch kein bundesweit verbindliches Maß.
Die Pfostenträger werden exakt ausgerichtet und einbetoniert oder nachträglich mit zugelassenen Ankern befestigt. Alle sechs Auflager müssen auf derselben Höhe liegen.
Die Holzpfosten sollen später mehrere Zentimeter Abstand zum Pflaster haben. Dadurch können sie nach Regen abtrocknen und stehen nicht dauerhaft im Spritzwasser.
3. Gepflasterten Boden anlegen
Zwischen den Fundamenten wird eine gepflasterte Fläche hergestellt:
- Oberboden entfernen.
- Untergrund verdichten.
- Frostschutzmaterial lagenweise einbauen und verdichten.
- Seitliche Einfassung herstellen.
- Bettungssplitt abziehen.
- Pflastersteine oder Platten verlegen.
- Fläche abrütteln beziehungsweise verfugen.
Der Boden erhält ein leichtes Gefälle aus der Garage heraus beziehungsweise von angrenzenden Gebäuden weg. Direkt vor der Tür darf sich kein Wasser sammeln.
Eine hohe Türschwelle ist nicht vorgesehen. Zwischen Pflaster und Türunterkante bleibt lediglich die notwendige Bewegungsfuge.

4. Hintere Wand vormontieren
Bauen Sie die Rückwand auf einer ebenen Fläche zusammen. Sie besteht aus:
- zwei hinteren Eckpfosten,
- unterem und oberem Riegel,
- zwei Zwischenständern.
Prüfen Sie die Diagonalen und verschrauben Sie den Rahmen mit zugelassenen Verbindern.
Die OSB-Beplankung kann bereits im Liegen montiert werden. Beachten Sie dabei die Befestigungs- und Fugenangaben des Plattenherstellers. Sämtliche Plattenstöße müssen auf einem Rahmenholz liegen.
5. Seitenwände bauen
Die beiden Seitenwände fallen von vorne nach hinten um etwa 20 cm ab. Montieren Sie zunächst:
- den vorderen Eckpfosten,
- den mittleren Seitenpfosten,
- den hinteren Eckpfosten,
- den unteren Riegel,
- den schrägen oberen Riegel,
- drei Zwischenständer.
Die endgültigen Längen der Zwischenständer werden direkt am aufgebauten Rahmen ermittelt. Dadurch lassen sich kleine Höhenunterschiede der Fundamente ausgleichen.
Auch die Seitenwände erhalten eine OSB-Beplankung zur Aussteifung.

6. Wandrahmen aufstellen
Stellen Sie zuerst die Rückwand und anschließend beide Seitenwände auf. Sichern Sie jedes Bauteil provisorisch mit schrägen Latten.
Richten Sie die Pfosten lotrecht aus und verbinden Sie die Wandrahmen miteinander. Danach werden die Pfosten mit den Metallträgern verschraubt.
Kontrollieren Sie:
- Lot und Waage,
- die Außenmaße,
- beide Diagonalen,
- die Höhe der oberen Riegel,
- die lichte Türöffnung.
Die Garage muss bereits in diesem Zustand steif stehen. Bewegliche oder verdrehte Wandrahmen dürfen nicht durch die spätere Fassadenverkleidung kaschiert werden.

7. Türsturz montieren
Die vorderen Eckpfosten dienen gleichzeitig als Türpfosten. Zwischen ihnen bleibt eine lichte Öffnung von ungefähr 161 cm.
Der Türsturz liegt auf beziehungsweise zwischen den beiden vorderen Pfosten. Für das Referenzmodell ist ein Brettschichtholzquerschnitt von etwa 80 × 160 mm vorgesehen.
Seine Unterkante muss so hoch liegen, dass nach Montage von Türanschlag und Beschlägen rund 190 cm Durchgangshöhe bleiben.
Der Sturz trägt einen Teil der Dachlast über der breiten Öffnung. Er darf nicht durch einen einfachen Fassadenriegel ersetzt werden. Bei abweichenden Abmessungen oder hohen Schneelasten muss der Querschnitt überprüft werden.
8. Sparren und Dachplatten montieren
Die fünf Sparren verlaufen von der hohen Vorderseite zur niedrigeren Rückwand. Verteilen Sie sie gleichmäßig über die Breite.
Jeder Sparren wird mit geeigneten Verbindern an Vorder- und Rückwand befestigt. Die Verbindungen müssen nicht nur Druckkräfte, sondern auch Windsog aufnehmen können.
Anschließend werden die Dachplatten montiert. Alle Plattenstöße müssen auf einem Sparren liegen. Schraubenköpfe dürfen nicht hervorstehen, da sie die EPDM-Bahn beschädigen könnten.
Das Dach misst mit den Überständen etwa 1,97 × 2,47 m. An der Vorderseite schützt der Überstand die Türen vor Schlagregen.

9. EPDM-Dach abdichten
Das Dach fällt auf etwa 2,27 m um 20 cm ab. Das entspricht ungefähr 5° beziehungsweise knapp 9 % Gefälle.
Dieser Wert ist für viele vollflächig verklebte EPDM-Systeme ausreichend. Entscheidend sind jedoch die Vorgaben des gewählten Herstellers.
Die Bahn wird möglichst in einem Stück verlegt:
- Dachfläche reinigen.
- EPDM-Bahn auslegen und entspannen lassen.
- Eine Hälfte zurückschlagen.
- Flächenkleber auftragen.
- Bahn faltenfrei auflegen und andrücken.
- Zweite Hälfte auf dieselbe Weise verkleben.
- Randbereiche mit dem vorgesehenen Kontaktkleber befestigen.
- Tropf- und Randprofile montieren.
An der niedrigen Rückseite kann eine kleine Dachrinne angebracht werden. Sie leitet das Wasser in eine zulässige Versickerung oder Regentonne.

10. Fassadenbahn anbringen
Die außenliegenden OSB-Platten dürfen nicht ungeschützt der Witterung ausgesetzt bleiben.
Bringen Sie eine diffusionsoffene Fassadenbahn nach Herstellervorgabe auf. Die Bahnen werden überlappt und an den Stößen verklebt.
Besondere Sorgfalt erfordern:
- Gebäudeecken,
- Türöffnung,
- Dachanschluss,
- unterer Wandabschluss,
- Durchdringungen und Lüftungsöffnungen.
Die Bahn muss Wasser nach außen ableiten können. Ihre Unterkante darf nicht so eingeschlossen werden, dass sich Feuchtigkeit hinter der Fassade sammelt.
11. Hinterlüftung und Holzfassade montieren
Schrauben Sie senkrechte Konterlatten auf die tragenden Rahmenhölzer. Die Latten schaffen einen etwa 30 mm tiefen Lüftungsraum.
Unten und oben bleibt die Hinterlüftung offen. Lüftungsprofile oder engmaschige Gitter verhindern, dass Insekten und kleine Tiere eindringen.
Anschließend wird die waagerechte Holzschalung montiert. Verwenden Sie korrosionsbeständige Fassadenschrauben.
Zwischen Pflaster und unterstem Fassadenbrett sollten mehrere Zentimeter Abstand bleiben. Die Unterkante benötigt eine saubere Tropfkante, damit Wasser nicht zum Holzrahmen zurückläuft.
12. Türflügel bauen
Messen Sie die fertige Türöffnung an mehreren Stellen. Verwenden Sie nicht ungeprüft die Planmaße.
Bauen Sie beide Türrahmen auf einer vollkommen ebenen Fläche. Jeder Flügel besteht aus:
- zwei senkrechten Hölzern,
- oberem und unterem Querriegel,
- einer diagonalen Strebe,
- OSB-Beplankung,
- Fassadenbrettern.
Die Türblätter können schwer werden. Beschläge und Rahmenhölzer müssen für dieses Gewicht geeignet sein.
Jeder Türflügel erhält drei stabile Bänder. Die Befestigung erfolgt im tragenden Holzrahmen, nicht nur in Fassadenbrettern oder OSB.
Verwenden Sie nach Möglichkeit durchgehende Schrauben mit Muttern und großen Unterlegscheiben. Von außen erreichbare Schrauben sollten sich nicht einfach herausdrehen lassen.
13. Doppeltür einstellen und sichern
Montieren Sie zuerst den passiven Türflügel. Er wird innen mit je einem Riegel nach oben und unten fixiert. Der untere Riegel greift in eine stabile Metallhülse im Boden.
Anschließend folgt der aktive Türflügel mit Schloss oder Überfalle.
Wichtig sind:
- gleichmäßige Fugen,
- ausreichender Abstand zum Pflaster,
- ein überdeckter Mittelspalt,
- gesicherte Scharnierstifte,
- stabile Türanschläge,
- fest im Rahmen verankerte Beschläge.
Eine massive Überfalle bietet keinen wirksamen Schutz, wenn sie lediglich mit kurzen Schrauben in dünne Bretter geschraubt wird.
14. Belüftungsöffnungen einsetzen
Nasse Reifen und feuchte Fahrräder bringen regelmäßig Wasser in die Garage. Ohne Luftaustausch trocknet die Konstruktion nur langsam.
Planen Sie auf gegenüberliegenden Seiten dauerhaft offene Zu- und Abluftöffnungen:
- Zuluft möglichst weit unten,
- Abluft auf der gegenüberliegenden Seite möglichst weit oben.
Vier wettergeschützte Gitter mit beispielsweise etwa 15 × 15 cm Außenmaß sind für die kleine Garage ein praktikabler Ausgangspunkt. Entscheidend ist jedoch der tatsächlich freie Lüftungsquerschnitt. Lamellen und Insektenschutz können ihn stark verringern.
Die Lüftung verhindert nicht jede Kondenswasserbildung. Eine dunkle Garage in voller Sonne kann sich zudem stark aufheizen. Ein teilweise beschatteter Standort ist daher günstiger.
15. Anschließbügel im Boden verankern
Die verschlossene Holzkonstruktion ist nur die erste Sicherungsebene. Beide Fahrräder sollten zusätzlich mit dem Rahmen an einem fest verankerten Gegenstand angeschlossen werden.
Der Anschließbügel erhält deshalb ein eigenes Betonfundament. Eine Befestigung nur in Pflastersteinen oder Holz reicht nicht.
Der Bügel sollte:
- für beide Fahrradrahmen erreichbar sein,
- den Einsatz von Bügel- oder Kettenschlössern ermöglichen,
- nicht unmittelbar am Boden enden,
- keine leicht zugänglichen Schraubverbindungen besitzen,
- so angeordnet sein, dass Fahrräder nicht aneinanderstoßen.
Reine Vorderradhalter eignen sich nicht als alleinige Sicherung. Das Fahrrad kann trotz blockiertem Rad weggetragen werden.
Prüfen Sie außerdem die Bedingungen Ihrer Hausrat- oder Fahrradversicherung. Eine selbst gebaute Holzgarage gilt nicht automatisch bei jedem Versicherer als ausreichend gesicherter Raum.
16. Holzoberflächen schützen
Sämtliche Schnittflächen und Hirnholzbereiche sollten bereits vor der Montage behandelt werden.
Geeignet sind je nach Holzart:
- offenporige Lasuren,
- deckende Wetterschutzfarben,
- geeignete Außenöle.
Besondere Aufmerksamkeit benötigen:
- untere Brettenden,
- Türunterkanten,
- Schnittflächen,
- Schraublöcher,
- Stirnseiten der Dachhölzer.
Der konstruktive Holzschutz bleibt wichtiger als der Anstrich. Holz, das dauerhaft im Wasser steht oder nicht abtrocknen kann, wird auch durch eine Lasur nicht zuverlässig geschützt.
E-Bike-Akkus besser nicht in der Holzgarage laden
Eine Steckdose in der Fahrradgarage wirkt zunächst praktisch. Eine unbeheizte Holzgarage ist jedoch nicht automatisch ein geeigneter Ladeort.
Problematisch können sein:
- Frost,
- hohe Temperaturen im Sommer,
- Kondenswasser,
- feuchte Ladegeräte,
- Wärmestau,
- brennbare Materialien in unmittelbarer Nähe.
Verwenden Sie ausschließlich das vom Hersteller vorgesehene Ladegerät. Beschädigte oder auffällig verformte Akkus dürfen nicht weiter geladen werden.
Herausnehmbare Akkus sollten nach Möglichkeit an einem trockenen, frostgeschützten Ort innerhalb des vom Hersteller freigegebenen Temperaturbereichs geladen werden. Bei fest eingebauten Akkus gelten die Vorgaben des Fahrradherstellers.
Eine lose Verlängerungsleitung oder Mehrfachsteckdose ist keine dauerhafte Lösung. Soll die Garage einen festen Stromanschluss erhalten, muss dieser von einem Elektrofachbetrieb geplant und ausgeführt werden.
Typische Fehler beim Bau
Außen- und Innenmaß werden verwechselt
Das fertige Außenmaß umfasst nicht nur den Holzrahmen, sondern auch OSB, Lattung und Fassadenholz. Wer lediglich einen 1,90 m breiten Rahmen baut, erhält eine deutlich größere Garage als geplant.
Die Garage wird zu schmal
Zweimal 70 cm ergeben rechnerisch 1,40 m. Für Wände, Lenker, Pedale und Bewegungsraum reicht das nicht.
Eine hohe Schwelle bleibt stehen
Schwere E-Bikes sollten ohne Anheben in die Garage geschoben werden können. Ein durchgehender Bodenbalken in der Türöffnung ist deshalb ungeeignet.
Die Fundamente sind nicht verankert
Eine leichte Holzkonstruktion muss auch gegen Wind und Abheben gesichert werden. Lose aufgestellte Pfostenfüße reichen nicht.
Der Türsturz ist zu schwach
Über der breiten Doppeltür fehlt eine tragende Wand. Der Sturz muss deshalb Dachlasten zuverlässig zu den seitlichen Pfosten ableiten.
Die OSB-Platten bleiben ungeschützt
OSB/3 ist feuchtebeständig, aber nicht für eine dauerhaft ungeschützte Außenbewitterung gedacht.
Die Hinterlüftung wird blockiert
Die Luftschicht hinter der Fassade funktioniert nur, wenn sie unten und oben offen bleibt.
Die Türen werden nur an der Schalung befestigt
Türbänder und Schloss müssen im tragenden Rahmen verankert sein.
Die Fahrräder werden nicht zusätzlich angeschlossen
Eine Holztür kann aufgebrochen werden. Ein betonierter Anschließbügel erhöht den Aufwand für Diebe deutlich.
Akkus werden unbeaufsichtigt geladen
Die Garage ist kein automatisch geeigneter Ladeplatz. Temperatur, Feuchtigkeit und Herstellervorgaben müssen berücksichtigt werden.
Pflege und Wartung
Kontrollieren Sie die Fahrradgarage mindestens einmal jährlich:
- Dachbahn auf Beschädigungen,
- Dachränder und Regenrinne,
- Schrauben und Winkelverbinder,
- Türbänder und Verriegelungen,
- Holzschutz an Schnittkanten,
- Abstand der Fassadenbretter zum Boden,
- freie Lüftungsöffnungen,
- Korrosion am Anschließbügel.
Nach starken Stürmen sollte zusätzlich geprüft werden, ob sich Pfosten, Dach oder Türrahmen verschoben haben.
Fazit: Mehr Platz einplanen als rechnerisch nötig
Eine gute Fahrradgarage für zwei E-Bikes benötigt mehr als zweimal 70 cm Stellplatzbreite. Bei dem hier beschriebenen Wandaufbau sind rund 1,90 m fertige Außenbreite erforderlich, damit innen etwa 1,61 m verbleiben.
Ebenso wichtig sind:
- eine etwa 1,60 m breite Doppeltür,
- ein nahezu schwellenfreier Zugang,
- fest verankerte Pfosten,
- ein tragfähiger Türsturz,
- ein dichtes EPDM-Dach,
- eine hinterlüftete Holzfassade,
- ein im Beton befestigter Anschließbügel.
Die Garage schützt die Fahrräder vor Witterung und erschwert einen Diebstahl. Vollständig diebstahlsicher wird eine Holzkonstruktion dadurch nicht. Entscheidend ist die Kombination aus stabilen Türen, belastbarer Verankerung und hochwertigen Fahrradschlössern.














