Viele träumen von einem Schwedenhaus oder Holzhaus – mit einer Holzfassade lässt sich der Traum zumindest äußerlich verwirklichen. Und das problemlos auch nachträglich bei einem Massivhaus. Eine Holzfassadenverkleidung ist die tolle Möglichkeit, aus einem beliebig aussehenden Gebäude einen richtigen Hingucker zu zaubern. Und das ist gar nicht so schwer.

Holzfassade Schwedenrot

Eine farbige Holzfassade wie in Skandinavien. Foto: SchwörerHaus

Grundsätzliche Informationen

Bei Holzfassaden handelt es sich um vorgehängte Fassaden, es gibt also stets einen Luftspalt zwischen Holz und Hauswand. Holz mag es nicht, wenn es dauerhaft in Feuchtigkeit steht, daher muss es immer gut durchgepustet werden, damit es schnell wieder trocknet. Und auch die Hauswand soll schnell abtrocknen.

Sie müssen also stets dafür sorgen, dass die Luft zirkulieren kann. Das geschieht mit der sogenannten Grundlattung, die an die Fassade gedübelt wird. Auf den Abstandshölzern werden dann letztlich die Holzfassadenelemente befestigt.

Arten von Holzfassaden

Möglichkeiten der Holzmontage:

  • Boden-Deckel-Montage
  • Nut- und Federmontage
  • Stülpschalung
  • Lamellenoptik

Je nach Art der Montage, werden die Fassadenhölzer senkrecht oder waagerecht angeschraubt, wobei unterschiedliche Holzprofile zum Einsatz kommen.

Das Keilprofil eignet sich zum Beispiel für Stülpschalungen. Hier werden die einzelnen Profile waagerecht übereinander gestülpt. Das Regenwasser läuft über die Tropfnasen ab.

Bei der Boden-Deckel-Schalung werden die Holzprofile senkrecht montiert. Es werden dafür Glattkantprofile in unterschiedlichen Formaten verbaut. Die Profile eignen sich auch für Lamellenfassaden.

Wer eine Blockhausoptik erzeugen will, greift zu Brettern mit einer abgerundeten Oberfläche. Es lässt sich danach nicht mehr unterscheiden, ob es sich um massives Holzhaus oder ehemals um ein Steinhaus handelt.

Schick sehen auch Holzfassaden aus Rhombusleisten aus. Die Leisten werden in regelmäßigen Abständen auf die Unterkonstruktion geschraubt, wobei der Abstand nicht mehr als 1,5 cm betragen sollte.

Eine interessante Zusammenstellung der verschiedenen Möglichkeiten habe ich bei Osmo gefunden.

Holzfassaden und die Wärmedämmung

Häufig werden Holzfassaden zusätzlich mit einer Wärmedämmung ausgestattet. Dann braucht es neben Grundlattung noch eine Traglattung, denn die Grundlatten dienen hier ausschließlich zur Aufnahme des Dämmstoffs.

Die Traglatten stellen dann die zwingend notwendige Luftzirkulation sicher. Zudem muss bei gedämmten Holzfassaden mit diffusionsoffenen, wasserabweisenden Folien dafür gesorgt werden, dass die Fassadendämmung unter dem Holz nicht feucht wird.

Welche Dämmstoffe können verwendet werden?

Generell können alle Dämmstoffe verwendet werden, die auch sonst bei der Fassadendämmung zum Einsatz kommen. Wer bei einem natürlichen Material bleiben will, kann zu Holzfaserplatten greifen. Sie haben zudem den Vorteil, dass auf den relativ festen Platten die Unterkonstruktion gut befestigt werden kann.

Wenn auf eine besonders gute Dämmwirkung und hohen Brandschutz geachtet wird, sind mineralische Dämmstoffe wie Mineralwolle eine gute Wahl. Mindestens 10 cm sollte die Dämmschicht sein, um gute Resultate zu erzielen. Je nach U-Wert des Dämmstoffs kann die Schicht mal mehr und mal weniger dick sein.

Holzarten für die Holzfassade

Zum Einsatz kommen heimische Nadelhölzer wie Fichte, Kiefer, Lärche und Douglasie sowie die dauerhaften Laubhölzer wie Robinie, Eiche oder Kastanie. Das sind recht teure Holzarten, dafür können sie auch ohne Oberflächenbehandlung verwendet werden.

Das gilt auch die Lärche, die mit der Zeit eine silbrige Patina bekommt. Wem das nicht gefällt, muss die Fassade entsprechend behandeln. Einen Einfluss auf Festigkeit und Qualität des Holzes hat das Ergrauen nicht. Es ist letztlich nur eine Frage des persönlichen Geschmacks, ob die Alterungserscheinungen in Kauf genommen werden.

Das bedeutendste und auch günstigste Holz ist Fichte. Sie besitzt eine hohe Festigkeit und ist sehr gut verfügbar. Ohne regelmäßige Oberflächenbehandlung wird die Holzfassade jedoch ganz schnell unansehnlich. Dafür können zum Beispiel Lasuren verwendet werden, bei denen die Holzmaserung sichtbar bleibt – oder aber Lacke, die für Farbe an der Fassade sorgen.

Oberflächenbehandlung Holzfassade

Eine Oberflächenbehandlung lässt das Holz neu erstrahlen. Foto: Remmers

Farbe für die Holzfassade

Farbige Holzfassaden liegen voll im Trend. Erlaubt ist dabei, was gefällt. Das kann zum Beispiel ein Anstrich mit Schwedenrot, wenn das Haus einen nordischen Charakter erhalten soll. Aber auch Blau, Grün oder Gelb sind möglich. Insbesondere, wenn nur Teilbereiche der Fassade mit Holz verkleidet werden.

Wer es dezenter haben will, greift zum Beispiel zu einem Grauton. In Verbindung mit Stein oder Metall wirkt dieser Farbe sehr modern und exklusiv. Gerne werden der Farbe Metall-Pigmente zugegeben. Sie lassen die Holzfassade elegant schimmern.

Wer es sich einfach machen will, nimmt bereits endbehandelte Hölzer. Das erspart das aufwendige Streichen der Fassade. Wer den Anstrich selbst in Angriff nehmen möchte, findet im Handel eine Vielzahl an Farbtönen. Da ist für jeden der passende Farbton dabei.

Preis für eine Holzfassade

Wer sich die Holzfassade machen lässt, muss sicherlich mit einem Preis von um die 200 Euro pro Quadratmeter rechnen. Selbermacher sparen sich die Lohnkosten, aber unter 100 Euro pro Quadratmeter ist auch hier nur wenig zu machen. Je nach verwendeter Holzart kann es deutliche Abweichungen nach oben oder nach unten geben.

Der Preis ist natürlich heiß – aber es steckt auch jede Menge Material in einer Holzfassade. Mit den Holzpaneelen alleine ist es nicht getan. Da braucht es noch eine Grundlattung und Traglattung, die Dämmung samt Schalungsbahn ist stets ebenfalls nicht billig. Schließlich sind noch Dübel und nichtrostende Schrauben notwendig, vom Werkzeug ganz zu schweigen.

Eine Holzfassade ist letztlich ein teures, aber auch lohnenswertes Vergnügen, bietet sie doch eine unvergleichliche Optik.