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Containerhaus kaufen & bauen: Leben auf kleinem Raum

Containerhäuser galten früher als unattraktiv. Mittlerweile hat sich das Bild gewandelt. Das Interesse an Containerhäusern, Modulhäusern und Minihäusern ist wegen der Tiny-House-Bewegung stark angestiegen. Vor allem haben sich solche Häuser im Design mächtig verbessert. Die platzsparenden und ideenreichen Innenausstattungen sind oft ebenso sehenswert wie die äußere Fassade.

Containerhaus

Containerhäuser haben viele Vorteile: Sie sind transportabel. Sie können gegebenenfalls aufeinander gestapelt werden. Mehrere Module können nach Belieben kombiniert und nach Bedarf erweitert werden. Und: Solche Klein-Häuser sind preislich deutlich günstiger als traditionelle Wohnhäuser. Containerhäuser bilden heute die bezahlbare Alternative zum Reihenhaus oder zum Flachdach-Bungalow.

Kleine Modulhäuser werden aber auch als Ferienhaus, Mini-Büro oder als Anbau eines bereits bestehenden Wohnhauses genutzt. Auch ganze Studentenwohnheime oder Unterkünfte für Flüchtlinge werden aus Wohncontainern errichtet.

Was ist ein Containerhaus?

Auch wenn der Begriff „Containerhaus“ nach einem klar definierten Terminus klingt, umfasst er verschiedene Arten von Wohnhäusern. Meistens werden zu Wohnmodulen umgebaute Schiffscontainer so bezeichnet. Umgebaute Seecontainer liegen als Upcycling-Häuser voll im Trend. Der größte Vorteil eines Containerhauses ist, dass ausgediente Schiffscontainer preiswert zu haben sind. Günstiger können Singles, digitale Nomaden oder junge Paare kaum zu einem eigenen Haus kommen.

Oftmals erweist sich der Eigenausbau eines Seecontainers aber als komplex und problembeladen. Die spezifische Bauweise eines Seecontainers sorgt für die nötige Stabilität. Sie erschwert jedoch das Umfunktionieren in ein Wohnhaus. Das Ausfräsen von Tür- und Fensteröffnungen sorgt nämlich für eine ins Wanken geratende Statik. Das solide Stahlskelett eines Baucontainers eignet sich daher besser für den Umbau zum Containerhaus. Hier bleibt die Statik von Fenster- und Türöffnungen unbeeinflusst, denn sie sind meist schon vorhanden.

Tiny House, Modulhaus, Minihaus – die Unterschiede

Containerhäuser ist der Oberbegriff für kleine Häuser, die modulartige zusammengebaut werden. Nicht immer werden sie jedoch aus ausrangierten Containern errichtet. Manches Containerhaus sieht zwar auf den ersten Blick aus wie ein umgebauter Baucontainer. Tatsächlich handelt es sich aber um ein Modulhaus. Dieses besteht nicht aus einem upcycelten Seecontainer. Es kann aber dieselben Standardmaße aufweisen.

Das Standard-Innenmaß eines 20-Fuß-Seecontainers ist mit 5,90 Metern Länge, 2,35 Metern Breite und 2,39 Metern Höhe vorgegeben. Die Wohnfläche liegt demnach bei etwa 14 Quadratmetern. Ein 40-Fuß-Seecontainer bietet eine Länge von 12,03 Metern bei einer Breite von 2,35 Meter. Die Höhe ist identisch. Die nutzbare Wohnfläche ist mit 28 Quadratmetern doppelt so groß.

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Modulhaus-Container, die mit den Grundmaßen eines Frachtcontainers angelegt werden, können problemlos und preisgünstig per LKW, Bahn oder Frachtschiff an jeden Ort der Welt verfrachtet werden. Wer ein Modulhaus mit anderen Maßen besitzen möchte, kann sich einen entsprechenden Modulhaus-Container bauen lassen. Er erhält dann ein würfelförmiges oder rechteckiges Modul-Fertighaus. Dessen einzelne Container-Elemente können beliebig miteinander kombiniert und jederzeit um ein Modul erweitert werden.

Ein Minihaus wird oft synonym als Mikrohaus, Kleinhaus, Single-Haus, „Nomad-Home“ oder Tiny House bezeichnet. Eine vereinheitlichende Bezeichnung gibt es bisher nicht. Ein Tiny House ist meistens ein Minihaus. Es kann mit Rädern transportfähig gemacht werden. Solche Kleinsthäuser haben in der Regel 25 bis maximal 40 Quadratmeter bewohnbare Fläche. Ein Minihaus steht fest an einem Platz. Oftmals bietet ein Minihaus zwischen 50 und 100 Quadratmetern Wohnfläche. Damit ist es oft nicht mehr versetzbar. Die Wohnfläche kann auf einer oder zwei Ebenen angelegt werden.

Minihäuser können kostengünstig angefertigt und unterhalten werden. Mit 50 Quadratmetern Wohnfläche unterliegen sie nicht einmal der Energieeinsparverordnung (EnEV).

Vorteile eines Containerhauses

Viele Modulbauten früherer Tage wurden nur zeitweise als Containerbauten eingesetzt. Sie waren nicht besonders wohnlich. Das hat sich mittlerweile geändert. Designerisch und architektonisch haben die Minihäuser aufgeholt. Sie sind längst konkurrenzfähig geworden und bieten viel Ambiente auf kleinstem Raum. Die hohe Zahl unterschiedlicher Modelle bietet für jeden Bedarf passende Alternativen. Zudem haben Modulhäuser und Containerhäuser viele Vorteile.

Der Bau eines Modulhauses dauert meist nur einige Wochen. Bei vollen Auftragsbüchern können allerdings auch mehrere Monate vergehen. Im Unterschied zum konventionellen Hausbau entfallen viele Probleme, die in der Bauphase sonst üblich sind. Ein Modulhaus ist herrlich flexibel. Modul-Erweiterungen nach Familienzuwachs, An- oder Umbauten sind jederzeit realisierbar. Eine zweite Ebene kann mit einem weiteren Modul erreicht werden. Modulbauten benötigen lediglich ein einfaches Punkt- oder Streifenfundament. Teure Erdarbeiten entfallen.

Umzüge sind mit einem Container- oder Modulhaus problemlos. Das komplette Haus kann per LKW an einen neuen Standort verfrachtet werden. Zudem sind Modulbauten meist preisgünstiger als Fertig- oder Massivhäuser.

Für wen eignen sich Containerhäuser?

Ein Container- oder Modulhaus ist erstaunlich vielseitig. Es kann als gewerblicher oder privater Büro- oder Arbeitsplatz genutzt werden, aber auch als Fahrrad-Garage hinter Altbauten dienen. Ein Minihaus kann als Garten- oder Ferienhaus genutzt werden. Es wird als mobiles Wohnhaus für junge Paare, digitale Nomaden und Studenten genutzt.

Auch bei temporärem Mehrbedarf an Wohnraum sind ein Modulhaus, ein Minihaus oder Tiny House nutzbar. Firmen können ihren Showroom darin einrichten. Beim Umbau eines Wohnhauses kann ein Teil der Besitztümer ins Containerhaus umgelagert werden. Das kleine Haus kann einem Jugendlichen im elterlichen Garten als eigener Rückzugsraum dienen.

Studentwohnheim aus Wohncontainern
Studentwohnheim aus Wohncontainern

Menschen mit minimalistischen Bedürfnissen schätzen Containerbauten. Modulhäuser sind aber durchaus auch als dauerhafter Wohnraum im Einsatz. Das modulare Heim ist jederzeit erweiterbar – im Gegensatz zum Tiny House. Dieses kann dafür leichter an einen anderen Standort versetzt werden.

Wenn ein junges Paar zunächst nur ein Wohn-Modul bewohnt, kann es mit wachsender Familie und mehr Wohlstand weitere Wohn-Module auf seinem Grundstück aufstellen. Ein Containerhaus kann aber auch als Anbau bei einem ererbten oder erworbenen Haus genutzt werden. Eine preiswertere und schnellere Erweiterung des Wohnraums ist kaum denkbar.

Sind Containerhäuser in Deutschland legal?

In den USA gelten Minihäuser auf Rädern als Wohnmobile, nicht als Gebäude. Daher unterliegen sie auch nicht dem Baurecht. Bei bestimmten Abmessungen bedürfen sie in Amerika nicht einmal einer amtlichen Zulassung.

In Deutschland unterliegen Modulhäuser wie Tiny Houses jedoch dem Baurecht. Ohne eine Baugenehmigung dürfen Wohn-Container oder Modulhäuser nicht gebaut oder aufgestellt werden. In manchen Bundesländern gelten für Wohngebäude unter 50 Quadratmetern Grundfläche vereinfachte Bauanträge.

Auf die Optik kommt es an

Anders wird hierzulande selbst mit dem Aussehen solcher Häuser umgegangen. Es existieren Vorschriften hinsichtlich der Optik solcher Häuser. Vorschriften bestimmen, welche Höhe, Fassadengestaltungen, Dachformen und -neigungen oder Dacheindeckungen am Haus gegeben sein dürfen.

Sehen die Bebauungspläne beispielsweise Satteldächer vor, werden Containerbauten automatisch nicht genehmigt. Durch eine Bauvoranfrage bei der zuständigen Baubehörde sollte vorab geklärt werden, wie es diesbezüglich aussieht. Selbst auf dem eigenen Grundstück darf nicht einfach losgebaut werden.

In Deutschland unterliegt auch das Ortsbild bestimmten Verfügungen. Manche Gemeinden erlauben zwar den Bau von Minihäusern. Sie schreiben aber durch Ortsgestaltungssatzungen vor, welche Farben und Materialien die Fassaden haben müssen, oder wie die Fenster aussehen dürfen.

Wo darf man Containerhäuser aufstellen?

Wer in Deutschland dauerhaft in einem Minihaus wohnen möchte, benötigt grundsätzlich eine Baugenehmigung. Das gilt auch für ein bewegliches Tiny House mit Rädern.

Als Fahrzeug gilt ein Haus auf Rädern bzw. ein fest verbautes Modul auf einem Trailer. In diesem Fall wird eine Wohnwagen-Zulassung benötigt. Minihäuser ohne eigene Räder oder Trailer-Montage werden als Ladung betrachtet. Ladungen können auf Tiefladern oder Transport-Trailern umgesetzt werden.

Steht ein Minihaus aber fest auf einem Grundstück und wird dauerhaft bewohnt, gilt es laut Landesbauordnung als Gebäude. Es wird in die Gebäudeklasse 1 einsortiert. Damit wird meist eine Baugenehmigung fällig, selbst wenn das Kleinhaus Räder hat.

Büro in Containerhaus
Büro in einem Containerhaus

Die Art der Nutzung entscheidet also darüber, ob ein kleines Haus als dauerhafter Wohnraum, als Wochenendhaus oder Ferienhaus, oder als Wohnwagen eingestuft wird. Module oder Container, die dauerhaft bewohnt werden sollen, benötigen ein Grundstück. Dieses muss gemäß der „BauNVO für Wohngebäude“ zugelassen sein.

Das Grundstück muss folglich in einem Wohngebiet, in einem urbanen Randbereich, in Mischgebieten mit gewerblichen Nutzungen und Wohnbauten, in einem Kleinsiedlungsgebiet oder Dorfgebieten liegen. Die örtlichen Bebauungspläne regeln, welches Haus wo gebaut werden darf.

Auch eine Ortsgestaltungs-Satzung kann es unmöglich machen, ein Kleinhaus irgendwo aufzustellen. Oftmals dürfen Tiny Houses daher nur in ausgewiesenen Sondergebieten oder auflagenarmen Gebieten stehen, die zur „Entwicklung der Wohnnutzung“ dienen.

Eine weitere Anforderung ist die Erschließung des Grundstücks. Dieses muss an die Wasser-, Abwasser- und Stromversorgung angeschlossen, sowie mit dem öffentlichen Straßen- und Wegenetz verbunden sein. Den Rest der Auflagen regelt die jeweiligen Landesbauordnung (LBO). Dabei gibt es mehrere Möglichkeiten:

1. Verfahrensfreier Bau

In diesem Fall muss kein Bauantrag gestellt werden. Ein Kenntnisgabe-Verfahren ist nicht nötig. Es muss aber eigenverantwortlich geprüft werden, ob das Bauvorhaben planmäßig ausgeführt werden darf. Sämtliche behördlichen Genehmigen und Befreiungen müssen vorgelegt-Nachweis. Fragen können an die Baurechtsbehörde oder ein Architekturbüro gerichtet werden.

2. Genehmigungsfreies Bauen

In diesem Fall existieren in jedem Bundesland eigene Bauanzeige-, Kenntnisgabe- oder Mitteilungs-Pflichten. Die Baugenehmigung erfolgt mit einer in der Landesbauordnung festgesetzten Frist, sobald die Einreichung der Bauvorlagen bestätigt wurde.

3. Vereinfachtes Baugenehmigungs-Verfahren

Dafür ist die untere Bauaufsichtsbehörde zuständig. Das Antragsformular zur Genehmigung eines entsprechenden Bauvorhabens muss in diesem Fall bei der Gemeindeverwaltung eingereicht werden. Die benötigten Bauunterlagen werden in der regional geltenden Landesverordnung genau festgelegt.

Eine bautechnische Prüfung ist meistens Pflicht. Der Bauantrag wird vom Hauseigentümer oder dem Tiny House-Konstrukteur eingereicht. Beide müssen bauvorlageberechtigt sein. Meistens liegen Architekten, Bauingenieure, Bautechniker oder Handwerksmeister aus dem Bauhauptgewerbe den Bauantrag vor.

4. Campingplatz-Standort ohne Baugenehmigung

Wenn ein Tiny-Rollenhaus oder kleines Modulhaus auf dem Campingplatz steht, bedarf der Campingplatz einer behördlichen Wohnnutzung im Bebauungsplan. In diesem Fall werden weder eine amtliche Baugenehmigung, noch eine behördliche Stellplatzgenehmigung benötigt. Die Landesverordnung macht für Camping- und Wochenendplätze jedoch zwei Auflagen:

a. Das Kleinhaus darf nicht größer als 50 Quadratmeter sein.
b. Das Kleinhaus darf eine lichte Höhe von 3,50 Meter nicht überschreiten.

Nur auf einigen Campingplätzen lassen die Betreiber ein kleines Tiny House mit maximal vier Metern Höhe zu.

Weitere Vorschriften

Ein Klein- oder Modulhaus ohne Bad und Küche darf laut der „Landesbauordnung für Wohnungen“ nicht genehmigt werden. Es gilt somit nicht mehr als gewöhnliches Wohnhaus. Ein Minihaus muss für eine behördliche Genehmigung mindestens 2,40 Meter hohe Aufenthaltsräume aufweisen. In einigen Bundesländern lautet diese Auflage allerdings anders. Manchmal werden diesbezüglich gar keine Auflagen gemacht.

Beim Vorhandensein von fensterlosen Nasszellen und Toiletten muss eine effiziente Lüftungsanlage gegeben sein. Viele der Tiny Houses bestehen komplett aus Holz. In diesem Fall müssen sie meist eine Blitzschutz-Anlage vorweisen können. Der Landesbauverordnung unterlegen im Übrigen auch die eingebauten Türen und Fenster sowie die Treppen. Zudem müssen auch bei Minihäusern Fluchtwege ausgewiesen werden.

Was kostet ein Containerhaus?

Containerhäuser, die im Eigenbau-Verfahren aus einem ausgemusterten Seecontainer ausgestattet werden, können mit einfacher Grundausstattung bei Kosten von 10.000 Euro landen. Schon umgebaute und eingerichtete Seecontainer sind ab etwa 15.000 Euro zu haben. Ein ausgebauter Wohncontainer kann jedoch Quadratmeterpreise von 1.600 bis 2.600 Euro erzeugen.

Je mehr Container für das Haus übereinander und nebeneinander gestapelt werden, desto niedriger ist der Quadratmeterpreis. Preiserhöhungen sind meist verbesserten Wärmedämmungs-Maßnahmen, aufwendiger gestalteten Fassaden oder anderen Sonderwünschen geschuldet.

Die Transportkosten nicht vergessen

Ein kleines Container-Modulhaus ist ab 60.000 Euro zu erwerben. Bei aufwändigerer Innenausstattung oder höherer Modulzahl kann sich der Preis beträchtlich erhöhen. Nicht zu unterschätzen sind auch die Transportkosten für ein Containerhaus. Je nach Anzahl der umzusetzenden Wohncontainer und der zurückzulegenden Entfernung können die Transportkosten erheblich ausfallen. Solche Kosten sollten in der Angebotserstellung extra ausgewiesen werden.

Ältere Reihenhäuser preisgünstig zu kaufen, kann eine Kostenlawine für Umbauten, Sanierungsmaßnahmen, Heizungserneuerung und Wärmedämmung lostreten. Möglicherweise sind Containerhäuser die bessere Alternative. In jedem Fall ist ein kleines Haus in Modulbauweise meist deutlich günstiger als jedes Fertighaus.

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