Gartendusche selber bauen: Boden, Ablauf und Sichtschutz richtig lösen

Von Dominik Hochwarth

Eine Duschsäule, ein Gartenschlauch und ein Holzrost – mehr scheint eine Gartendusche nicht zu brauchen. In der Praxis liegen die entscheidenden Probleme jedoch unter und neben der Dusche.

Ohne tragfähigen Untergrund wird der Boden matschig. Fehlt das Gefälle, bleiben Pfützen stehen. Eine ungeprüfte Versickerung kann rechtlich und technisch problematisch sein. Und ein hoher Sichtschutz wird bei Wind schnell zur Belastungsprobe für Pfosten und Fundamente.

Dieser Ratgeber zeigt, wie Sie Boden, Ablauf, Wasseranschluss und Sichtschutz so planen, dass die Gartendusche sicher steht, schnell trocknet und sich im Winter vollständig entleeren lässt.

Gartendusche mit Holzboden und Sichtschutz
Edle Gartendusche mit Holzboden und Sichtschutz

Inhaltsverzeichnis

Das Wichtigste in Kürze

BauteilEmpfehlung
Duschflächemindestens etwa 90 × 90 cm, komfortabler sind 100 × 120 cm
Bodentragfähig, frostsicher und barfuß rutschhemmend
Gefälleetwa 1,5 bis 2 % zum Ablauf
Entwässerungvor dem Bau mit der Kommune beziehungsweise dem Entwässerungsbetrieb klären
Wasser mit Seifenicht ungeprüft im Garten versickern
Holzrostnur über entwässertem, belüftetem und zugänglichem Untergrund
Sichtschutzstandsicher gegründet und gegen Wind ausgesteift
Außenleitungvollständig entleerbar oder fachgerecht frostsicher verlegt
feste TrinkwasserleitungAnschluss und Sicherungseinrichtungen durch einen Fachbetrieb

Darf Duschwasser im Garten versickern?

Diese Frage sollte vor dem ersten Spatenstich geklärt werden.

Auch Wasser ohne Seife kann rechtlich als Abwasser gelten, weil es beim Duschen durch Schweiß, Hautpartikel, Kosmetikreste oder Schmutz verändert wird. Ob kleine Mengen auf dem eigenen Grundstück versickern dürfen, hängt unter anderem ab von:

  • Landesrecht,
  • kommunaler Entwässerungssatzung,
  • Vorgaben der Wasserbehörde,
  • Bodenbeschaffenheit,
  • Grundwasserstand,
  • Lage in einem Wasser- oder Heilquellenschutzgebiet.

Eine bundesweit gültige Regel nach dem Muster „klares Wasser darf versickern“ gibt es nicht.

Seife, Shampoo und Poolchemikalien

Sobald Seife, Shampoo oder andere Pflegeprodukte verwendet werden, ist eine einfache Versickerung im Garten keine geeignete Standardlösung.

Das gilt besonders für Wasser nach dem Baden in:

  • chlorierten Pools,
  • Salzwasserpools,
  • Whirlpools,
  • Becken mit Algiziden oder anderen Pflegemitteln.

In diesen Fällen sollte die zulässige Entsorgung mit der Kommune oder dem Entwässerungsbetrieb abgestimmt werden. Häufig ist ein Anschluss an die Schmutz- oder Mischwasserkanalisation erforderlich.

So gehen Sie sicher vor

Vor dem Bau klären Sie:

  1. Wie wird die Dusche genutzt?
  2. Sind Seife oder Shampoo vorgesehen?
  3. Darf das Wasser örtlich versickern?
  4. Ist ein Anschluss an die Grundstücksentwässerung möglich?
  5. Welche Anforderungen gelten für Ablauf, Geruchsverschluss und Rückstau?

Erst danach sollte der Bodenaufbau festgelegt werden.

Referenzaufbau Gartendusche

Der empfehlenswerte Referenzaufbau

Für eine kleine Gartendusche eignet sich beispielsweise folgende Konstruktion:

  • Duschfläche etwa 100 × 120 cm,
  • verdichtete Schottertragschicht,
  • etwa 2 % Gefälle,
  • gefasste und zugängliche Ablaufebene,
  • abnehmbarer Holzrost,
  • örtlich zulässige Ableitung,
  • saisonaler Wasseranschluss,
  • vollständig entleerbare Duschsäule,
  • L-förmiger Lamellensichtschutz,
  • Pfosten auf Punktfundamenten mit Pfostenträgern.

Ob das Wasser in eine genehmigte Versickerung oder in die Kanalisation geleitet wird, richtet sich nach Nutzung und örtlichen Vorgaben.

Standort und Größe festlegen

Ein guter Standort ist sonnig, gut belüftet und vor unerwünschten Blicken geschützt.

Er sollte außerdem:

  • nicht direkt an der Hausfassade liegen,
  • einen kontrollierten Wasserablauf ermöglichen,
  • nicht in einer feuchten Senke liegen,
  • ausreichend Abstand zu Keller, Fundament und Böschungen besitzen,
  • keine Leitungen oder Wurzeln gefährden,
  • gut vom Wasseranschluss erreichbar sein.

Vor Aushub und Fundamentarbeiten müssen unterirdische Leitungen ausgeschlossen werden. Dazu gehören beispielsweise:

  • Strom,
  • Wasser,
  • Gas,
  • Entwässerung,
  • Bewässerungsleitungen,
  • Telekommunikation.

Wie groß sollte die Duschfläche sein?

Eine Fläche von 90 × 90 cm ist das untere praktikable Maß. Komfortabler sind etwa 100 × 120 cm.

Der entwässerte Bereich sollte größer als der eigentliche Duschstrahl sein. Spritzwasser landet sonst neben der befestigten Fläche und weicht dort den Boden auf.

Planen Sie zusätzlich Platz für:

  • Ein- und Ausstieg,
  • Armbewegungen,
  • Handtuchhaken,
  • Ablagen,
  • eine mögliche Umkleidezone.

Ein möglichst schwellenarmer Einstieg reduziert die Stolpergefahr.

Welcher Boden eignet sich?

Der Duschboden muss gleichzeitig:

  • sicher begehbar,
  • rutschhemmend,
  • frostsicher,
  • leicht zu reinigen,
  • schnell trocknend,
  • ausreichend tragfähig sein.

Vier Varianten kommen infrage.

Holzrost

Ein Holzrost fühlt sich barfuß angenehm an. Er darf jedoch nicht direkt auf Rasen oder Erde liegen.

Ein möglicher Aufbau:

  1. tragfähiger Untergrund
  2. gegebenenfalls Trennvlies
  3. verdichtete Schottertragschicht
  4. gefasste Ablaufebene oder stabile Auflager
  5. belüftete Unterkonstruktion
  6. abnehmbarer Holzrost

Wichtig ist, dass der Rost zur Reinigung angehoben werden kann. Unter ihm sammeln sich Haare, Blätter, Sand und Biofilm.

Achten Sie auf:

  • splitterarme Dielen,
  • versenkte Schrauben,
  • abgerundete Kanten,
  • ausreichende Belüftung,
  • Abstand zum Erdreich,
  • barfuß geeignete Oberflächenbehandlung.

Die Fugenbreite richtet sich nach Holzart, Dielenbreite, Holzfeuchte und Herstellerangaben. Mehrere Millimeter Abstand sind meist erforderlich, damit Wasser ablaufen kann.

Pflaster oder Platten

Pflaster und Platten sind robust und pflegeleicht. Sie brauchen jedoch eine tragfähige Tragschicht und ein gleichmäßiges Gefälle.

Geeignet sind beispielsweise:

  • raue Betonplatten,
  • rutschhemmender Naturstein,
  • frostbeständiges Feinsteinzeug,
  • geeignete Außenplatten,
  • drainagefähiges Pflaster auf passendem Unterbau.

Achten Sie ausdrücklich auf eine Eignung für nass belastete Barfußbereiche. Eine Rutschhemmung für das Begehen mit Schuhen ist nicht automatisch für eine Dusche geeignet.

Bodenvarianten für die Gartendusche

Betonfläche mit Ablauf

Eine Betonfläche mit Bodenablauf ist technisch eindeutig, aber aufwendiger.

Zu planen sind:

  • tragfähiger Unterbau,
  • frostsicherer Beton beziehungsweise Belagsaufbau,
  • Gefälle,
  • Ablaufanschluss,
  • Rand- und Bewegungsfugen,
  • gegebenenfalls Abdichtung,
  • rutschhemmende Oberfläche.

Soll die Betonfläche gefliest oder abgedichtet werden, müssen Abdichtung, Ablauf, Fugen und Belag als zusammengehöriges System geplant werden.

Kiesfläche

Kies lässt Wasser optisch schnell verschwinden, ist als alleiniger Duschboden aber nur bedingt geeignet.

Nachteile:

  • wenig komfortabel für nackte Füße,
  • schwer zu reinigen,
  • Haare und Schmutz bleiben zwischen den Steinen,
  • Kies wird in den Untergrund gedrückt,
  • Wasser kann sich darunter stauen.

Sinnvoller ist Kies als Gestaltungsschicht rund um einen Holzrost oder eine feste Trittfläche.

Wie viel Gefälle braucht der Boden?

Für eine geschlossene Duschfläche sind etwa 1,5 bis 2 % Gefälle zum Ablauf ein sinnvoller Richtwert.

Bei 2 % ergeben sich:

Entfernung zum AblaufHöhenunterschied
50 cm1 cm
100 cm2 cm
120 cm2,4 cm
150 cm3 cm

Das Gefälle muss bereits im tragenden Untergrund oder in der Ablaufebene angelegt werden.

Bei stark strukturierten oder unebenen Platten kann ein größeres Gefälle nötig sein. Entscheidend ist, dass keine Pfützen zurückbleiben.

Die erforderliche Aushubtiefe und Dicke der Tragschicht hängen von Bodenart, Belag und örtlicher Frosteinwirkung ab. Für eine massive Platte ist deshalb eine standortbezogene Planung sinnvoll.

Ablauf richtig lösen

Haben Sie sich für einen Duschboden entschieden, müssen Sie sich im nächsten Schritt um den Ablauf des Wassers kümmern. Hierfür haben Sie verschiedene Möglichkeiten.

Gartendusche Wasser versickern oder Kanalanschluss

Oberirdische Ableitung

Eine offene Ableitung in eine Mulde oder bepflanzte Fläche bleibt sichtbar und lässt sich leicht kontrollieren.

Sie kommt jedoch nur infrage, wenn:

  • die örtliche Entwässerung dies erlaubt,
  • das Wasser ausreichend gering belastet ist,
  • der Boden es aufnehmen kann,
  • keine Vernässung entsteht,
  • das Wasser nicht zum Gebäude oder Nachbarn läuft.

Eine Mulde darf nicht dauerhaft wassergefüllt bleiben.

Rigole oder Sickerkörper

Eine Rigole speichert Wasser vorübergehend und gibt es an den Boden ab.

Vor dem Bau müssen geklärt werden:

  • rechtliche Zulässigkeit,
  • Durchlässigkeit des Bodens,
  • Grundwasserabstand,
  • Abstand zum Gebäude,
  • Wassermenge,
  • Speichervolumen,
  • Wartungszugang,
  • Schutz vor Verschlammung.

Ein Vlies verhindert nur, dass Boden und Speichermaterial ineinanderwandern. Es reinigt kein belastetes Duschwasser.

Kanalanschluss

Bei regelmäßiger Nutzung oder Wasser mit Pflegeprodukten ist ein gefasster Anschluss an die zulässige Abwasserleitung meist die klarere Lösung.

Dazu gehören:

  • Bodenablauf oder Rinne,
  • herausnehmbarer Schmutzfang,
  • Geruchsverschluss,
  • ausreichend dimensionierte Leitung,
  • fachgerechtes Leitungsgefälle,
  • Reinigungsmöglichkeit,
  • Frostschutz,
  • Berücksichtigung der Rückstauebene.

Der Anschluss an die Grundstücksentwässerung sollte fachgerecht geplant werden.

Geruchsverschluss nicht vergessen

Ein Ablauf zur Schmutz- oder Mischwasserleitung braucht einen Geruchsverschluss.

Bei selten genutzten Außenduschen kann das Sperrwasser verdunsten. Möglich sind:

  • regelmäßiges Nachfüllen,
  • ein herausnehmbarer Geruchsverschluss,
  • ein mechanischer Geruchsverschluss,
  • winterfeste Lösungen nach Herstellerangabe.

Ein offenes Abwasserrohr unter dem Holzrost ist keine geeignete Lösung.

Sickertest nur als grobe Vorprüfung

Ein einfacher Test kann zeigen, ob der Boden Wasser sehr langsam aufnimmt. Er ersetzt jedoch keine fachliche Bemessung und keine Genehmigung.

Einfacher Test

  1. Testloch an der geplanten Stelle ausheben.
  2. Boden anfeuchten beziehungsweise vorsättigen.
  3. Wasser bis zu einer markierten Höhe einfüllen.
  4. Absinken des Wasserstands beobachten.
  5. Versuch mehrmals wiederholen.

Bleibt das Wasser lange nahezu stehen, ist eine einfache unterirdische Versickerung ungeeignet.

Der Test sagt jedoch nichts Sicheres über:

  • Grundwasser,
  • Schichtenwasser,
  • notwendiges Volumen,
  • Gebäudeabstände,
  • Langzeitverhalten,
  • rechtliche Zulässigkeit.

Bei hohem Grundwasser, Altlastenverdacht, Hanglage oder Nähe zum Gebäude ist fachlicher Rat erforderlich.

Bodenaufbau der Gartendusche

Holzrost bauen

Für eine Fläche von etwa 100 × 120 cm kann der Rost aus drei oder vier tragenden Unterzügen und darauf verschraubten Terrassendielen bestehen.

Wichtig ist:

  • gleichmäßige und stabile Auflagerung,
  • keine kippenden Elemente,
  • lösbare Befestigung,
  • ausreichende Fugen,
  • keine hervorstehenden Schrauben,
  • abgerundete Kanten.

Vermeiden Sie geschlossene Rahmen, in denen Wasser stehen bleibt.

Konstruktiver Holzschutz

Entscheidend ist nicht nur die Holzart, sondern vor allem der konstruktive Schutz.

Dazu gehören:

  • Abstand zum Erdreich,
  • gute Belüftung,
  • freier Wasserablauf,
  • keine Wasserfallen,
  • geschützte Stirnseiten,
  • austauschbare Einzelteile.

Eine dichte Beschichtung kann problematisch werden, wenn Wasser durch kleine Schäden eindringt und nicht mehr austrocknet.

Wasseranschluss und Frostschutz

Kümmern wir uns im nächsten Schritt um den Wasseranschluss und den Frostschutz. Schauen wir uns an, was alles möglich ist:

Saisonaler Anschluss über Gartenschlauch

Für eine einfache Gartendusche genügt häufig ein saisonaler Schlauchanschluss.

Der Außenwasserhahn benötigt eine für den Anwendungsfall geeignete Sicherungseinrichtung gegen Rückfließen. Das Schlauchende darf nicht in verschmutztes Wasser eintauchen.

Welche Sicherungseinrichtung erforderlich ist, sollte ein Installationsfachbetrieb beurteilen.

Nach der Nutzung sollte der Schlauch nicht dauerhaft unter Druck stehen.

Solardusche

Solarduschen erwärmen Wasser in einem Speicher.

Zu beachten sind:

  • Wasser kann sehr heiß werden,
  • das erste Wasser vor der Nutzung prüfen,
  • Speicher nach längeren Standzeiten spülen oder entleeren,
  • Herstellerangaben zur Reinigung beachten,
  • Tank vor Frost vollständig entleeren.

Lange stehendes, warmes Wasser sollte nicht als Trinkwasser verwendet werden. Lassen Sie es nach längeren Nutzungspausen zunächst ablaufen und vermeiden Sie, den ersten Wasserstrahl direkt über Gesicht oder Kopf laufen zu lassen.

Bei Kindern ist eine Temperaturbegrenzung sinnvoll.

Fester Warm- und Kaltwasseranschluss

Ein fester Anschluss bietet Komfort, erfordert aber eine fachgerechte Planung.

Dazu gehören:

  • geeignete Sicherung gegen Rückfluss,
  • frostsichere Leitungsführung,
  • Absperrung im Gebäude,
  • vollständige Entleerung,
  • sichere Warmwassertemperatur,
  • geeignete Außenarmatur.

Arbeiten an der Trinkwasserinstallation gehören in die Hände eines eingetragenen Installationsbetriebs.

Winterbetrieb vermeiden

Die Außenleitung sollte mit Gefälle zu einem Entleerungspunkt geführt werden. Sackstellen, in denen Wasser zurückbleibt, sind zu vermeiden.

Vor dem Winter:

  1. Zuleitung im frostfreien Bereich absperren.
  2. Außenarmatur öffnen.
  3. Leitung vollständig entleeren.
  4. Schläuche und Duschkopf abnehmen.
  5. Solartank leeren.
  6. Geruchsverschluss nach Herstellerangabe sichern.

Sichtschutz standsicher bauen

Ein Sichtschutz muss Privatsphäre schaffen und gleichzeitig Wind aushalten.

Geeignete Formen sind:

  • L-förmige Wand,
  • U-förmige Einfassung,
  • versetzter Zugang,
  • Lamellenwand,
  • Kombination aus Wand und Bepflanzung.

Eine offene L-Form reicht häufig aus. Sie trocknet schneller und ist weniger windanfällig als eine vollständig geschlossene Kabine.

Sinnvolle Maße

Als Orientierung:

  • Höhe etwa 180 bis 200 cm,
  • Breite je Seite etwa 100 bis 140 cm,
  • Eingang etwa 60 bis 80 cm,
  • ausreichend Abstand zum Duschkopf.

Die passende Höhe hängt von Gelände, Nachbarbebauung und Blickrichtung ab.

Sichtschutz für die Gartendusche

Lamellen statt geschlossener Wand

Schräg oder versetzt angeordnete Lamellen bieten Sichtschutz und lassen Luft hindurch.

Vorteile:

  • geringere Windangriffsfläche,
  • schnellere Trocknung,
  • weniger eingeschlossene Feuchte,
  • leichteres Erscheinungsbild.

Prüfen Sie die Blickdichtigkeit vor der endgültigen Montage aus mehreren Richtungen.

Fundamente und Aussteifung

Eine zwei Meter hohe Wand kann bei Wind erhebliche Kräfte aufnehmen. Kleine Einschlaghülsen oder eine Befestigung am Duschrost reichen dafür meist nicht.

Geeignet sind je nach Konstruktion:

  • Punktfundamente,
  • einbetonierte Pfostenträger,
  • auf Beton befestigte Schwerlastanker,
  • tragfähige Bodenplatten,
  • ausgesteifte Rahmen.

Holzpfosten sollten nicht direkt in feuchter Erde oder im Beton stehen.

Fundamente dürfen den Wasserablauf, die Ablaufleitung oder eine mögliche Rigole nicht blockieren.

Je dichter und höher die Wand ist, desto größer sind Windlast und Fundamentbedarf. Auch eine U-förmige Konstruktion benötigt tragfähige Verbindungen und Aussteifungen.

Bei hohen, geschlossenen oder besonders exponierten Sichtschutzwänden ist fachlicher Rat sinnvoll.

Duschsäule separat befestigen

Die Duschsäule darf nicht nur an dünnen Lamellen oder leichten Sichtschutzfeldern hängen.

Geeignete Befestigungen sind:

  • eigener tragfähiger Pfosten,
  • massiver Sichtschutzpfosten,
  • stabile Rahmenkonstruktion,
  • Bodenplatte,
  • Fundament,
  • geeignete Wand.

Schläuche und Leitungen müssen so geführt werden, dass keine Stolperstellen oder scharfen Knicke entstehen.

Baurecht und Grundstücksgrenze

Für Sichtschutzwände gibt es keine bundesweit einheitliche Höhen- und Abstandsregel.

Zu prüfen sind:

  • Landesbauordnung,
  • Nachbarrechtsgesetz,
  • Bebauungsplan,
  • kommunale Satzung,
  • Einordnung als Einfriedung oder bauliche Anlage,
  • Abstand zur Grundstücksgrenze.

Vor dem Bau einer festen oder hohen Wand an der Grenze sollte das örtliche Bauamt gefragt werden.

Bei Mietobjekten ist die Zustimmung des Vermieters erforderlich, sobald Fundamente, feste Leitungen oder dauerhafte Sichtschutzelemente vorgesehen sind.

Elektrische Sicherheit

Pumpen, Beleuchtung, Steckdosen oder elektrische Pooltechnik gehören nicht ungeschützt in den Spritzwasserbereich.

Elektrische Anlagen müssen:

  • für den Einsatzort geeignet sein,
  • ausreichenden Schutz gegen Feuchtigkeit besitzen,
  • fachgerecht angeschlossen sein,
  • durch geeignete Schutzmaßnahmen abgesichert werden.

Gewöhnliche Verlängerungskabel und Steckverbindungen sollten nicht im Duschbereich liegen. Planung und Anschluss gehören zur Elektrofachkraft.

Notwasserweg mitplanen

Ein Duschplatz nimmt nicht nur Duschwasser, sondern auch Regen auf. Ablauf und Umgebung müssen deshalb zusätzliche Wassermengen bewältigen können.

Planen Sie einen Notwasserweg für den Fall, dass der Ablauf verstopft.

Das Wasser darf nicht fließen in Richtung:

  • Hauswand,
  • Kellerabgang,
  • Lichtschacht,
  • Nachbargrundstück,
  • elektrische Anlagen.
Gartendusche selber bauen Schritt für Schritt

Schritt für Schritt zur Gartendusche

Schritt 1: Nutzung festlegen

Klären Sie, ob Seife verwendet wird und ob ein saisonaler oder fester Wasseranschluss vorgesehen ist.

Schritt 2: Entwässerung abstimmen

Fragen Sie Kommune oder Entwässerungsbetrieb, wie das Duschwasser abgeleitet werden darf.

Schritt 3: Standort prüfen

Berücksichtigen Sie Blickschutz, Leitungen, Gebäudenähe, Boden und Wasserwege.

Schritt 4: Fläche ausheben

Entfernen Sie Oberboden und ungeeignete Schichten entsprechend dem geplanten Aufbau.

Schritt 5: Tragschicht einbauen

Schotter lagenweise einbringen, verdichten und bereits mit dem nötigen Gefälle herstellen.

Schritt 6: Ablauf setzen

Ablauf oder Rinne am Tiefpunkt einbauen und auf Dichtheit sowie freien Durchfluss prüfen.

Schritt 7: Oberfläche herstellen

Platten, Pflaster oder Ablaufebene mit gleichmäßigem Gefälle fertigstellen.

Schritt 8: Holzrost montieren

Rost stabil, herausnehmbar und ohne Stolperkanten auflegen.

Schritt 9: Duschsäule befestigen

Duschsäule an einer tragfähigen Konstruktion montieren und Wasserleitung entleerbar ausführen.

Schritt 10: Sichtschutz aufstellen

Pfosten gründen, Rahmen aussteifen und Lamellen oder Felder montieren.

Schritt 11: Probelauf durchführen

Lassen Sie mehrere Minuten Wasser laufen und prüfen Sie:

  • Bleiben Pfützen stehen?
  • läuft Wasser am Ablauf vorbei?
  • vernässt die Umgebung?
  • bleibt Wasser an Holzbauteilen stehen?
  • gelangt Wasser zur Fassade?
  • bleibt der Sichtschutz stabil?
  • funktioniert der Notwasserweg?

Wartung nicht vergessen

Eine Gartendusche bleibt nur dauerhaft funktionstüchtig, wenn sie regelmäßig kontrolliert wird.

Sinnvoll sind:

  • Holzrost anheben und reinigen,
  • Schmutzfang und Ablauf säubern,
  • Algenbelag entfernen,
  • Schrauben und Pfostenträger prüfen,
  • Holz auf Risse und Fäulnis kontrollieren,
  • Solarspeicher nach längeren Pausen spülen,
  • Leitung vor Frost vollständig entleeren.

Sechs typische Fehler

Versickerung ungeprüft bauen: Auch Wasser ohne Seife kann abwasserrechtlich relevant sein. Vorher die örtlichen Vorgaben klären.

Holzrost direkt auf Erde legen: Der Rost sinkt ein, bleibt feucht und beginnt zu faulen.

Gefälle vergessen: Ein Ablauf funktioniert nur, wenn das Wasser ihn auch erreicht.

Glatten Boden wählen: Glatte Fliesen oder polierter Stein können nass gefährlich rutschig werden.

Sichtschutz zu schwach gründen: Hohe geschlossene Wände entwickeln bei Wind erhebliche Kräfte.

Wasserleitung nicht entleerbar bauen: Restwasser kann Armaturen und Leitungen bei Frost sprengen.

Fazit

Eine Gartendusche beginnt nicht mit dem Duschkopf, sondern mit der Frage, wohin das Wasser fließt.

Für einen dauerhaften Aufbau sind entscheidend:

  • eine rechtlich und technisch geklärte Entwässerung,
  • ein tragfähiger Untergrund,
  • etwa 1,5 bis 2 % Gefälle,
  • eine barfuß rutschhemmende Oberfläche,
  • ein zugänglicher Ablauf,
  • ein abnehmbarer Holzrost,
  • eine vollständig entleerbare Wasserleitung,
  • ein standsicher gegründeter Sichtschutz,
  • ein Notwasserweg für verstopfte Abläufe und Starkregen.

Wer Boden, Ablauf und Fundamente zuerst plant, spart sich spätere Umbauten und verhindert, dass aus der Gartendusche eine dauerhafte Nässezone wird.

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