Haus vor der Sanierung entrümpeln: Was muss vorher raus?

Von Dominik Hochwarth

Muss vor einer Sanierung wirklich das ganze Haus leer sein? Nein. Wer nur die Fenster austauschen lässt, muss anders vorbereiten als jemand, der Böden, Leitungen und Innenwände erneuert. Klar ist aber: Arbeitsbereiche und Transportwege sollten frei sein, bevor die Handwerker kommen.

Gerade bei einer größeren Sanierung lohnt es sich deshalb, frühzeitig auszusortieren. Dabei sollten Sie allerdings zwischen Entrümpeln und Rückbauen unterscheiden. Möbel und Kartons können raus. Bei alten Bodenbelägen, Klebern oder Dämmstoffen ist dagegen manchmal Vorsicht geboten.

Teilweise ausgeräumter Wohnraum mit Kartons, abgedecktem Sofa und Leiter vor einer Sanierung
Vor einer größeren Sanierung sollten Möbel, Hausrat und persönliche Gegenstände aus den Arbeitsbereichen entfernt oder geschützt werden.

Vor dem Entrümpeln mit den Handwerkern sprechen

Bevor Sie Schränke schleppen und Räume leerräumen, klären Sie zunächst, welche Flächen tatsächlich benötigt werden. Fragen Sie die beteiligten Betriebe:

  • Welche Räume müssen vollständig leer sein?
  • Welche Wege werden für Material und Bauschutt benötigt?
  • Wo sollen Baustoffe und Werkzeuge lagern?
  • Welche Einbauten entfernen die Handwerker selbst?
  • Welche Räume können während der Sanierung weiter genutzt werden?

Das verhindert doppelte Arbeit. Es wäre beispielsweise wenig sinnvoll, eine Einbauküche selbst zu zerlegen, wenn deren Ausbau ohnehin Bestandteil des Auftrags ist.

Bei einer umfassenden Kernsanierung oder einem geplanten Neubau sieht es anders aus: Werden große Teile des Innenausbaus entfernt, sollte das Gebäude vorher weitgehend von Hausrat befreit sein.

Infografik zeigt sechs Schritte zur Vorbereitung eines Hauses auf eine Sanierung
Von der Abstimmung mit den Handwerkern bis zur Prüfung alter Baustoffe: Diese sechs Schritte bereiten Haus oder Wohnung auf die Sanierung vor.

Was muss vor der Sanierung raus?

Als Faustregel gilt: Alles Bewegliche sollte aus den Bereichen verschwinden, in denen intensiv gearbeitet wird. Dazu gehören vor allem:

  • Möbel und lose Regale
  • Teppiche und Läufer
  • Elektrogeräte
  • Kartons und eingelagerter Hausrat
  • Bilder, Vorhänge und Dekoration
  • Lebensmittel und Vorräte
  • empfindliche oder wertvolle Gegenstände

Bei kleinen Renovierungen können schwere Möbel manchmal im Raum bleiben und geschützt werden. Sobald geschliffen, gestemmt oder abgebrochen wird, ist ein leerer Raum meist die bessere Lösung. Baustaub findet seinen Weg auch unter Abdeckfolien und in Schränke.

Wie viel Sie tatsächlich räumen müssen, hängt von der Maßnahme ab:

ArbeitenWas vorher frei sein sollte
Streichen und TapezierenMöbel entfernen oder in der Raummitte geschützt zusammenstellen
Fenster austauschenBereiche vor den Fenstern und Zugangswege
Boden erneuernRaum vollständig leeren
Elektroinstallation erneuernbetroffene Wände und Arbeitsbereiche
Bad sanierenBad vollständig leeren, Zugangsweg freihalten
Heizung und Sanitär erneuernArbeitsbereiche und Leitungswege
umfassende Innenraumsanierungbetroffene Etage möglichst vollständig
KernsanierungGebäude weitgehend von Hausrat befreien
Infografik zeigt, wie stark Räume vor verschiedenen Sanierungsarbeiten ausgeräumt werden sollten
Je nach Sanierungsmaßnahme reicht es, einzelne Arbeitsbereiche freizuräumen – bei einer Kernsanierung sollte das Gebäude dagegen weitgehend leer sein.

Bauunterlagen nicht versehentlich mit entsorgen

Gerade beim Ausräumen eines älteren Hauses tauchen oft Unterlagen auf, deren Bedeutung auf den ersten Blick nicht erkennbar ist. Alte Baupläne, Rechnungen, Genehmigungen oder Dokumentationen früherer Umbauten sollten Sie zunächst aufbewahren.

Sie können später Hinweise darauf geben, wann Bauteile eingebaut, Leitungen erneuert oder Materialien verarbeitet wurden. Das kann bei der Planung der Sanierung hilfreich sein.

Sichern Sie außerdem Schlüssel, Garantien, Bedienungsanleitungen und Typenschilder wichtiger Geräte. Auch Fotos vom Zustand vor Beginn der Arbeiten können später nützlich sein.

Keller, Dachboden und Garage gleich mitdenken

Nicht jeder Keller muss leer sein, nur weil im Erdgeschoss saniert wird. Häufig werden Keller, Garage oder einzelne Zimmer während der Bauzeit sogar als Lagerfläche gebraucht.

Genau deshalb sollte vorher feststehen, welche Flächen die Handwerker benötigen.

In Keller und Garage finden sich außerdem häufig alte Farben, Lacke, Lösungsmittel, Pflanzenschutzmittel oder Chemikalien. Diese gehören nicht in den Restmüll oder zwischen den Sperrmüll. In Essen können solche schadstoffhaltigen Abfälle beispielsweise über die vorgesehenen Schadstoffannahmestellen der Entsorgungsbetriebe abgegeben werden.

Infografik zeigt vier Kategorien zum Sortieren von Hausrat vor einer Sanierung
Hausrat sollte vor der Sanierung in vier Gruppen sortiert werden: behalten, verkaufen oder verschenken, entsorgen sowie separat behandeln.

Erst sortieren, dann wegwerfen

Beim Entrümpeln sollten nicht alle Gegenstände direkt im Container landen. Sinnvoll sind zunächst vier Gruppen:

Behalten: Dinge, die nach der Sanierung wieder gebraucht werden.

Verkaufen oder verschenken: Gut erhaltene Möbel, Werkzeuge oder Geräte können häufig weitergenutzt werden.

Entsorgen: Defekte und nicht mehr verwendbare Gegenstände.

Separat behandeln: Elektrogeräte, Chemikalien oder andere Abfälle mit besonderen Entsorgungswegen.

Das entspricht auch dem Grundgedanken des Kreislaufwirtschaftsgesetzes: Abfälle sollen möglichst vermieden werden. Wiederverwendung steht in der gesetzlichen Abfallhierarchie vor Recycling und Beseitigung.

Blick nach Essen

Bei einer größeren Hausräumung ist wichtig, Hausrat und Abfälle aus der anschließenden Sanierung auseinanderzuhalten. Schauen wir uns an, wie in Essen der Sperrmüll geregelt ist. Für Ihren Ort oder Ihre Stadt kann das ganz anders aussehen.

Die Entsorgungsbetriebe Essen nennen für den regulären Sperrmüllservice eine haushaltsübliche Menge von etwa 1 m³ pro Termin, ungefähr eine Zimmereinrichtung. Zusätzlich dürfen höchstens zwei Elektrogroßgeräte angemeldet werden.

Zum Sperrmüll können beispielsweise Schränke, Matratzen, Sessel oder Teppiche gehören. Nicht über diesen Service entsorgt werden unter anderem:

Bei der Räumung eines kompletten Hauses stößt der normale Sperrmüllservice damit schnell an seine Grenzen.

Wer größere Mengen nicht selbst sortieren, tragen und abtransportieren möchte, kann einen Fachbetrieb mit der Räumung beauftragen. In Essen bietet beispielsweise entvita.de/entruempelung-essen Entrümpelungen von Häusern, Wohnungen, Kellern und Dachböden an.

Elektrogeräte getrennt entsorgen

Waschmaschine, Fernseher, Kühlschrank und Akkuschrauber sind keine normalen Haushaltsabfälle. Elektroaltgeräte werden getrennt gesammelt, weil sie sowohl verwertbare Rohstoffe als auch Schadstoffe enthalten können.

In Essen werden Elektrogeräte beim Sperrmüll ebenfalls separat erfasst. Kleine und große Geräte können außerdem über entsprechende kommunale Sammelstellen oder Rücknahmesysteme des Handels entsorgt werden.

Wichtig ist vor allem: Elektrogeräte nicht einfach zwischen Möbel und anderen Abfall stellen, sondern bereits beim Ausräumen separat sammeln.

Entrümpeln hört dort auf, wo der Rückbau beginnt

Ein alter Schrank kann ohne Weiteres aus dem Haus. Bei einem fest verklebten Bodenbelag, Wandplatten oder Dämmstoffen sieht das möglicherweise anders aus.

In älteren Gebäuden können Materialien stecken, die bei Bearbeitung gesundheitsgefährdende Stoffe freisetzen. Das bekannteste Beispiel ist Asbest.

Nach Angaben der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin muss bei Gebäuden, mit deren Errichtung vor dem 31. Oktober 1993 begonnen wurde, grundsätzlich mit asbesthaltigen Bauprodukten gerechnet werden. Betroffen sein können nicht nur Faserzementplatten, sondern beispielsweise auch:

  • Bodenbeläge
  • Fliesenkleber
  • Putze
  • Spachtelmassen
  • Dichtungen
  • Anstriche

Selbst deutlich ältere Häuser sind nicht automatisch frei von Asbest. Bei späteren Umbauten können entsprechende Produkte eingebaut worden sein.

Verdächtige Materialien sollten deshalb nicht vorsorglich herausgerissen werden. Ausführliche Informationen zu Fundstellen, Regeln und Entsorgung finden Sie in unserem Ratgeber Asbest entsorgen: versteckte Fundstellen, Regeln und Kosten.

Infografik erklärt den Unterschied zwischen Entrümpelung und Rückbau vor einer Sanierung
Entrümpeln betrifft bewegliche Gegenstände. Sobald fest eingebaute Bodenbeläge, Dämmstoffe oder Wandverkleidungen entfernt werden, beginnt der Rückbau.

Was gilt für alte Mineralwolle?

Auch Dämmstoffe gehören nicht automatisch zu einer normalen Entrümpelung.

Bei Mineralwolleprodukten, die vor 1996 eingebaut wurden, ist nach der Technischen Regel für Gefahrstoffe TRGS 521 grundsätzlich von alter Mineralwolle auszugehen, sofern nicht nachgewiesen wird, dass es sich um ein unbedenkliches Produkt handelt. Zwischen 1996 und 2000 können ebenfalls noch alte Mineralwolleprodukte verbaut worden sein.

Stoßen Sie beim Ausräumen eines Dachbodens oder Kellers auf ältere Dämmstoffe, sollten Sie diese daher nicht einfach herausreißen und zwischen den übrigen Abfall werfen.

Selbst entrümpeln oder einen Betrieb beauftragen?

Ein oder zwei Zimmer lassen sich meist gut in Eigenleistung ausräumen. Bei einem kompletten Haus nimmt der Aufwand deutlich zu. Neben dem Tragen kommen Sortieren, Zwischenlagern, Fahrzeugorganisation und mehrere Entsorgungswege hinzu.

Professionelle Hilfe kann sinnvoll sein, wenn:

  • das gesamte Haus leer werden muss,
  • schwere oder sperrige Möbel vorhanden sind,
  • Keller, Garage und Dachboden ebenfalls betroffen sind,
  • wenig Zeit bis zum Sanierungsbeginn bleibt,
  • größere Mengen getrennt entsorgt werden müssen.

Lassen Sie sich vor der Beauftragung genau auflisten, welche Leistungen enthalten sind. Interessant sind insbesondere Abtransport, Sortierung, Entsorgung und der Zustand, in dem die Räume übergeben werden.

Nicht jedes Haus muss komplett leer sein

Vor einer Sanierung geht es nicht darum, möglichst radikal alles aus dem Gebäude zu schaffen. Frei sein müssen vor allem die Räume, in denen gearbeitet wird, sowie die notwendigen Zugangs- und Transportwege.

Beweglichen Hausrat können Sie frühzeitig sortieren und entfernen. Bei fest eingebauten Bodenbelägen, Dämmstoffen, Wandverkleidungen oder anderen älteren Baustoffen beginnt dagegen der Rückbau. Dann sollte vor allem im Altbau zunächst geklärt werden, welche Materialien vorhanden sind.

Wer diese Grenze beachtet und die Räumung früh mit den beteiligten Handwerksbetrieben abstimmt, erspart sich unnötige Arbeit und schafft gute Voraussetzungen für den eigentlichen Sanierungsstart.

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