Wer einen Pool baut, denkt zuerst an Beckengröße, Liegefläche und vielleicht noch an die passende Beleuchtung. Wohin das Wasser später fließt, kommt oft erst zur Sprache, wenn der Pool schon steht. Dabei spielt das nicht nur bei der Entleerung eine Rolle. Auch bei der Rückspülung des Filters oder bei der Reinigung des leeren Beckens muss das Wasser irgendwo hin. Und der Gully neben der Terrasse ist nicht immer die passende Lösung.

Poolwasser ist nicht einfach Regenwasser
Beim Abfließen lassen des Wassers ist es entscheidend, um welche Art von Wasser es geht. Regen, der auf eine Terrasse fällt, ist etwas anderes als Wasser aus einem benutzten Pool. Darin können Sonnencreme, Schweiß, Schmutz und Mittel zur Wasserpflege enthalten sein. Bei einem Sandfilter kommt Rückspülwasser hinzu: Beim Spülen wird der im Filter gesammelte Schmutz mit Wasser aus dem System getragen.
Wer seinen Pool plant, sollte daher im Vorfeld an folgende Dinge denken: die Entleerung des Beckens, den Ablauf für die Filterrückspülung und das Abwasser, das bei einer gründlichen Beckenreinigung anfällt. Gerade wenn die Technik in einem Schacht oder Gartenhaus untergebracht wird, lassen sich Leitungen später nur mit Aufwand nachrüsten.
Zur Planung gehört auch die laufende Pflege. Eine automatisierte Lösung für die Säuberung aller Innenflächen kann, je nach Modell, Schmutz vom Beckenboden und von den Wänden entfernen. Das spart Handarbeit, ersetzt aber weder die Filteranlage noch deren Rückspülung. Für das dabei entstehende Wasser braucht es weiterhin einen zulässigen Ablauf.
Wohin darf das Wasser aus dem Pool?
Das Umweltbundesamt erklärt zur Entsorgung von Poolwasser, dass behandeltes Poolwasser als Abwasser anzusehen ist. Es empfiehlt die Ableitung in die Kanalisation und rät dazu, die zuständige örtliche Stelle zu fragen. Denn auch dort können Bedingungen für die Einleitung in die Kanalisation gelten. Einfach den Schlauch in ein Beet zu legen, ist deshalb keine verlässliche Lösung. Dasselbe gilt für einen Sickerschacht oder den Ablauf, über den normalerweise Regenwasser abfließt.
Manche Grundstücken verfügen über getrennte Leitungen für Schmutz- und Regenwasser. Wer Wasser aus dem Pool in den falschen Schacht pumpt, kann es damit am Klärwerk vorbeileiten. Bei einem Mischsystem laufen beide Wasserarten zwar durch denselben öffentlichen Kanal. Daraus folgt aber nicht, dass jeder vorhandene Ablauf ohne Rücksprache für die Poolentleerung geeignet ist. Die örtliche Entwässerungssatzung und die Angaben des Kanalbetreibers sind hier wichtiger als eine allgemeine Faustregel.
Auch ein Becken ohne aktuell messbares Chlor ist nicht automatisch unbedenkliches Gießwasser. Es können andere Pflegemittel und Rückstände von der Nutzung enthalten sein. Bei Salzelektrolyse, Algiziden oder besonderen Reinigungsmitteln sollte der Betreiber wissen, was verwendet wird. Wer diese Angaben schon bei der Anfrage bereithält, bekommt leichter eine konkrete Auskunft für sein Vorhaben.
Rückspülwasser verdient einen eigenen Anschluss
Bei der Filterrückspülung geht es gerade darum, angesammelten Schmutz aus dem Filter zu entfernen. Das Wasser ist deshalb nicht mit sauberem Regenwasser gleichzusetzen. Das bayerische Wasserwirtschaftsamt Weiden nennt Filterrückspülwasser ausdrücklich Abwasser und verlangt für Schwimmbecken in seinem Zuständigkeitsbereich eine abgestimmte Grundstücksentwässerung. Auch der Kreis Stormarn stellt klar, dass Filterrückspülwasser dort nicht versickert oder in ein oberirdisches Gewässer eingeleitet werden darf.
Für Bauherren heißt das: Den Ablauf der Filteranlage nicht einfach an die nächste Regentonne, Drainage oder Regenwasserleitung anschließen. Besser ist es, schon vor dem Bau mit dem Entwässerungsbetrieb zu klären, wie das Rückspülwasser zum zulässigen Schmutz- oder Mischwasseranschluss gelangt. Wird dafür eine neue Leitung oder ein Anschluss an die bestehende Grundstücksentwässerung benötigt, gehört das in die Planung der Fachfirma.
Wichtig ist auch die Lage der Technik. Liegt der Ablauf tief oder unterhalb der Rückstauebene, muss eine Fachperson prüfen, wie das Wasser abgeführt und die Anlage vor Rückstau geschützt wird. Ein Schlauch, den man erst bei jeder Rückspülung quer durch den Garten zieht, mag zunächst günstig erscheinen. Auf Dauer ist eine gut erreichbare, fachgerecht geplante Lösung meist angenehmer.
Beim Entleeren zählt auch die Wassermenge
Ein Pool fasst schnell mehrere tausend Liter. Diese Menge sollte nicht auf einmal in einen häuslichen Ablauf gepumpt werden. Der Kreis Stormarn empfiehlt, Beckenwasser langsam in einen geeigneten Schmutzwasseranschluss abzulassen, damit Leitungen und Pumpenschächte nicht durch einen plötzlichen Schwall überlastet werden. Welche Einleitmenge vor Ort möglich ist, kann der Kanalbetreiber sagen.
Auch die Abrechnung sollte man vorab klären. Wasser aus einem Gartenwasserzähler ist häufig von der Schmutzwassergebühr ausgenommen, weil es normalerweise auf dem Grundstück verbleibt. Poolwasser wird dagegen später als Abwasser entsorgt. Ob und wie die eingefüllte Menge erfasst werden muss, richtet sich nach den örtlichen Regeln. Wer den Pool mit Regen- oder Brunnenwasser befüllen möchte, sollte das bei der Anfrage ebenfalls erwähnen.
Einen guten Überblick über Beckenarten, Standort und Technik bietet ein Ratgeber zur Planung eines Gartenpools. Die Entwässerung lässt sich am besten gleich mit diesen Entscheidungen abstimmen: Wo steht die Filteranlage? Welcher Anschluss ist erreichbar? Wie kommt das Wasser beim Entleeren dorthin?
Erst den Ablauf klären, dann den Pool bauen
Vor Baubeginn lohnt eine kurze Anfrage beim örtlichen Entwässerungsbetrieb oder der Gemeinde. Nützlich sind Angaben zur Poolgröße, zur Filtertechnik, zu den verwendeten Pflegemitteln und zu den vorhandenen Anschlüssen. Falls eine Einleitung in Boden oder Gewässer überhaupt infrage kommt, ist zusätzlich die zuständige Wasserbehörde der richtige Ansprechpartner.
Dabei sollte man den Poolbau und die Entwässerung getrennt prüfen. Auch wenn für das Becken selbst keine Baugenehmigung erforderlich ist, kann die Änderung der Grundstücksentwässerung eine Zustimmung oder angepasste Pläne erfordern. Welche Unterlagen nötig sind, lässt sich vor dem Aushub wesentlich leichter klären als nach dem Einbau der Technik.
So wird aus der Entwässerung kein improvisiertes Problem am Ende der Badesaison. Der Pool soll schließlich Freude machen – auch dann, wenn der Filter gespült oder das Becken einmal geleert werden muss.




