Stand-WC gegen Wand-WC austauschen: So gelingt der Umbau

Von Dominik Hochwarth

Ein Wand-WC lässt sich leichter am Boden reinigen, der Spülkasten verschwindet hinter einer Verkleidung und die Sitzhöhe kann bei der Montage angepasst werden. Gründe genug, um eine alte Standtoilette auszutauschen. Doch der Wechsel ist aufwendiger, als einfach eine neue WC-Schüssel anzuschrauben.

Vor allem der vorhandene Abwasseranschluss entscheidet darüber, wie viel Arbeit notwendig ist. Während sich manche Stand-WCs ohne größere Eingriffe ersetzen lassen, muss bei anderen der Boden geöffnet und die Abwasserleitung verändert werden. Hinzu kommen ein neues Vorwandelement, der Unterputzspülkasten und die anschließende Verkleidung.

Wir erklären, wann der Umbau möglich ist, welche Kosten entstehen und wie die Montage abläuft.

Vorher-Nachher-Vergleich eines Badezimmers: Links ein Stand-WC mit sichtbarem Spülkasten, rechts ein wandhängendes WC mit Unterputzspülkasten und freiem Boden darunter.
Vom Stand-WC zum Wand-WC: Beim Umbau verschwindet der sichtbare Spülkasten hinter einer Vorwand. Die neue Toilette hängt über dem Boden und erleichtert so die Reinigung.

Kann man jedes Stand-WC durch ein Wand-WC ersetzen?

In vielen Badezimmern lässt sich ein Stand-WC gegen ein Wand-WC austauschen. Allerdings müssen die vorhandenen Anschlüsse zur neuen Installation passen oder entsprechend angepasst werden können.

Ein Stand-WC steht auf dem Boden und ist dort befestigt. Ein Wand-WC hängt dagegen an einem tragfähigen Montageelement, das üblicherweise vor der vorhandenen Wand installiert wird. In diesem Element sitzt auch der Unterputzspülkasten.

Die größte Herausforderung ist häufig nicht die Befestigung der Toilette, sondern der Abwasseranschluss. Bei älteren Stand-WCs führt das Abflussrohr oft senkrecht in den Boden. Wand-WCs besitzen dagegen einen waagerechten Abgang nach hinten.

Bevor Sie Material kaufen, sollten Sie deshalb vier Dinge klären:

  • Abwasseranschluss: Führt das vorhandene Rohr in den Boden oder in die Wand? Wo genau liegt es?
  • Platzbedarf: Ist ausreichend Raum für das Vorwandelement und die neue WC-Keramik vorhanden?
  • Befestigung: Sind Boden und Wand für das gewählte Montagesystem geeignet?
  • Wasseranschluss: Lässt sich die vorhandene Trinkwasserleitung fachgerecht zum neuen Unterputzspülkasten führen?

Besonders in kleinen Gäste-WCs lohnt es sich, die Abmessungen vorher genau zu prüfen. Die Vorwand benötigt zusätzliche Tiefe. Dadurch kann die Toilette weiter in den Raum ragen als bisher.

Allerdings sind nicht alle Wand-WCs gleich lang. Es gibt auch kürzere Modelle für kleine Badezimmer. Entscheidend ist die Gesamttiefe aus Vorwand und WC-Keramik.

Schnittzeichnung eines Wand-WCs mit Unterputzspülkasten und Vorwandelement sowie Übersicht verschiedener Bautiefen und des benötigten Platzes.
Ein Wand-WC benötigt Platz für das Vorwandelement, die Verkleidung und die WC-Keramik. Wie weit die Toilette in den Raum ragt, hängt von der Bautiefe des Montagesystems und der Ausladung der Keramik ab.

Bodenabfluss oder Wandabfluss: Was ist beim Umbau zu beachten?

Der bestehende Abwasseranschluss entscheidet maßgeblich über die Kosten und den Arbeitsaufwand.

Stand-WC mit Wandabfluss

Bei einem waagerechten Abgang führt das Abwasserrohr nach hinten in die Wand. Das kann den Umbau erleichtern, weil die neue Toilette ebenfalls einen waagerechten Abgang besitzt.

Trotzdem passt der alte Anschluss nicht automatisch. Das neue Vorwandelement bestimmt die Lage des WC-Anschlussbogens. Die vorhandene Leitung muss sich damit verbinden lassen.

Je nach Einbausituation können passende Anschlussstücke und Rohrbögen verwendet werden. Reichen die vorhandenen Abstände nicht aus, muss die Leitung verändert werden.

Technische Schnittzeichnungen zeigen den Umbau eines Stand-WCs zum Wand-WC bei vorhandenem Boden- und Wandabfluss mit den jeweiligen Abwasserleitungen.
Beim Austausch eines Stand-WCs gegen ein Wand-WC entscheidet die Lage des vorhandenen Abwasseranschlusses über den Aufwand. Besonders bei einem Bodenabfluss können zusätzliche Leitungsarbeiten notwendig werden.

Stand-WC mit Bodenabfluss

Bei einem senkrechten Abgang verschwindet das Abwasser direkt unter der Toilette im Boden.

Hier wird es häufig schwieriger. Das neue Vorwandelement benötigt Platz für den Anschlussbogen, der das Abwasser vom Wand-WC zur vorhandenen Leitung führt.

Liegt der Bodenabfluss an einer ungünstigen Stelle, lässt sich diese Verbindung möglicherweise nicht innerhalb der Vorwand herstellen. Dann muss der Boden geöffnet und die Abwasserleitung verlegt werden.

Das bedeutet zusätzliche Arbeiten am Estrich, möglicherweise an der Abdichtung und am Bodenbelag. In Mehrfamilienhäusern können außerdem der Verlauf gemeinschaftlicher Leitungen sowie bauliche und rechtliche Einschränkungen eine Rolle spielen.

Wichtig: Die Verbindung lässt sich nicht pauschal mit einem oder zwei 90°-Rohrbögen lösen. Anzahl und Anordnung der Bögen hängen vom vorhandenen Rohrverlauf und dem gewählten Montagesystem ab. Auch ein fachgerechtes Gefälle und die Vermeidung ungünstiger Strömungsverhältnisse müssen berücksichtigt werden.

Vor allem bei einem Bodenabfluss sollte ein Sanitärfachbetrieb prüfen, ob der Umbau ohne größere Eingriffe möglich ist.

Was kostet es, ein Stand-WC gegen ein Wand-WC auszutauschen?

Für den Austausch eines Stand-WCs gegen ein Wand-WC sollten Sie bei einer Ausführung durch Fachbetriebe grob mit 1.000 bis 3.000 € rechnen. Das ist eine Orientierung und kein verbindlicher Marktpreis. Bei aufwendigen Änderungen der Abwasserführung kann der Umbau deutlich teurer werden.

Entscheidend ist, wie viel von der bisherigen Installation weiterverwendet werden kann und welche Arbeiten an Wand und Boden notwendig werden.

KostenpositionGrobe Orientierung
Wand-WC mit WC-Sitz150–500 €
Vorwandelement mit Unterputzspülkasten150–400 €
Betätigungsplatte30–150 €
Anschlussmaterial und Befestigung50–150 €
Trockenbau und Oberflächenmaterial100–400 €
Montage, Anschluss- und Verkleidungsarbeiten400–1.200 €
Gesamtkosten bei günstigem Anschlussverlaufca. 1.000–2.500 €

Die Einzelpreise sind überschlägige Planungswerte. Nicht jedes Angebot enthält sämtliche Positionen, und die Summen sind keine verbindliche Kalkulation. Auch können Teile der genannten Arbeiten bereits in einem Komplettangebot enthalten sein.

Muss zusätzlich der Boden geöffnet, eine Abwasserleitung verlegt und anschließend der Belag wiederhergestellt werden, entstehen weitere Kosten. Deshalb ist ein Preisvergleich nur sinnvoll, wenn die angebotenen Leistungen gleich sind.

Infografik mit Wand-WC, Vorwandelement und Kostenübersicht für Keramik, Unterputzspülkasten, Betätigungsplatte, Montage und zusätzliche Leitungsarbeiten.
Die Kosten für den Austausch eines Stand-WCs gegen ein Wand-WC setzen sich aus WC-Keramik, Vorwandelement, Betätigungsplatte und Montage zusammen. Müssen Abwasserleitungen angepasst werden, steigen die Gesamtkosten.

Lohnt sich der Umbau in Eigenleistung?

Wer die Verkleidung selbst herstellt, Platten verspachtelt oder Fliesen verlegt, kann einen Teil der Handwerkerkosten sparen.

Die Änderung der Trinkwasserinstallation gehört dagegen in die Hände eines entsprechend zugelassenen Installationsunternehmens. Auch Änderungen an Abwasserleitungen sollten Fachleute ausführen, insbesondere wenn der Boden geöffnet werden muss.

Für die reine Materialbeschaffung nennt OBI bei einem Umbau in Eigenleistung ungefähr 500 bis 1.000 €. Je nach Produkten, Werkzeugbedarf und zusätzlich benötigten Leistungen kann es mehr werden.

Wer lediglich eine beschädigte Toilette ersetzen möchte, fährt mit einem gleichartigen WC häufig günstiger. Wie das funktioniert, erklären wir in unserem Ratgeber WC austauschen: Schritt für Schritt zur neuen Toilette.

Welches Material wird für den Umbau benötigt?

Die zentrale Komponente ist das Vorwandelement. Es besteht aus einem tragfähigen Rahmen, dem Unterputzspülkasten und den vorgesehenen Befestigungen für die WC-Keramik.

Ein solches Element gibt es für unterschiedliche Einbausituationen. Manche Modelle eignen sich für die Befestigung vor einer massiven Wand, andere sind für bestimmte Trockenbau- oder Installationswandsysteme vorgesehen.

Neben dem Wand-WC benötigen Sie in der Regel:

  • ein geeignetes WC-Vorwandelement mit Unterputzspülkasten
  • eine zum Spülkasten passende Betätigungsplatte
  • Anschlussbogen, Anschlussstutzen und geeignete Dichtungen
  • zugelassene Befestigungsmittel und gegebenenfalls ein Schallschutzset
  • Bauplatten und Profile für die Verkleidung sowie Material für die Oberflächenbehandlung
  • Werkzeug wie Wasserwaage, Bohrmaschine, Schraubenschlüssel, Säge und Feile

Achten Sie darauf, dass sämtliche Teile zusammenpassen. Das betrifft besonders die Betätigungsplatte und den Spülkasten. Auch die Abstände der Befestigungsbolzen müssen zur WC-Keramik passen.

Einzelne Vorwandelemente werden bereits mit Anschlussbogen, Gewindestangen und Befestigungsmaterial geliefert. Es ist daher sinnvoll, zuerst ein vollständiges Montagesystem auszuwählen und anschließend das noch fehlende Zubehör zu beschaffen.

Schritt 1: Altes Stand-WC entfernen

Bevor das neue Vorwandelement eingebaut werden kann, muss die alte Toilette entfernt werden.

Schließen Sie zunächst die Wasserzufuhr am Eckventil des vorhandenen Spülkastens. Betätigen Sie anschließend die Spülung, damit möglichst wenig Wasser im Kasten zurückbleibt.

Trennen Sie den Wasseranschluss. Bei einem aufgesetzten Spülkasten lösen Sie anschließend dessen Befestigung und entfernen ihn. Bei einem Spülkasten, der an der Wand hängt, wird zusätzlich das Spülrohr vom WC getrennt.

Danach kann die WC-Keramik demontiert werden. Je nach Modell ist sie über seitliche oder von oben erreichbare Schrauben am Boden befestigt.

Entfernen Sie gegebenenfalls vorhandene Silikonfugen am Sockel mit einem geeigneten Messer. Anschließend lösen Sie die Befestigungen und heben die Toilette vorsichtig vom Abwasseranschluss ab.

Im Siphon befindet sich weiterhin Wasser. Halten Sie deshalb einen Eimer und saugfähige Tücher bereit.

Die offene Abwasserleitung sollte anschließend vorübergehend mit einem geeigneten Rohrverschluss verschlossen werden. So verhindern Sie, dass Kanalgerüche austreten oder Schmutz in die Leitung gelangt.

Prüfen Sie nach der Demontage, in welchem Zustand sich der Boden und die Wand befinden. Besonders ältere Toiletten hinterlassen Bohrlöcher, beschädigte Fliesen oder verfärbte Stellen, die später ausgebessert werden müssen.

Schritt 2: Vorwandelement richtig positionieren

Jetzt wird festgelegt, wo das Wand-WC künftig hängen soll.

Stellen Sie das Vorwandelement an seine vorgesehene Position und prüfen Sie, ob Abwasserleitung und Wasseranschluss erreichbar sind.

Berücksichtigen Sie dabei die spätere Verkleidung. Die Vorderkante des Montageelements entspricht nicht automatisch der fertigen Wandoberfläche. Bauplatten, Fliesenkleber und Fliesen benötigen zusätzlichen Platz.

Wie hoch sollte das Wand-WC hängen?

Bei herkömmlichen Wand-WCs liegt die Oberkante der Keramik häufig ungefähr 40 bis 43 cm über dem fertigen Fußboden. Mit WC-Sitz ergibt sich eine etwas größere tatsächliche Sitzhöhe.

Wer Schwierigkeiten beim Hinsetzen oder Aufstehen hat, kann eine höhere Montage bevorzugen.

Wichtig ist, dass Sie die gewünschte Höhe vor dem Befestigen des Montageelements festlegen. Nach dem Verkleiden und Fliesen lässt sie sich bei einem gewöhnlichen Vorwandelement nicht ohne Weiteres verändern.

Ausführliche Informationen finden Sie in unserem Beitrag WC-Höhe und Abstände: Diese Maße braucht eine Toilette.

Richten Sie den Rahmen anschließend mit einer Wasserwaage waagerecht und senkrecht aus. Die höhenverstellbaren Füße erleichtern dabei die Anpassung an den vorhandenen Bodenaufbau.

Erst wenn Position und Höhe stimmen, werden die Befestigungspunkte markiert.

Schritt 3: Vorwandelement an Wand und Boden befestigen

Das Wand-WC wird später nicht einfach an die vorhandene Badezimmerwand geschraubt. Seine Last wird über das Montageelement und dessen Befestigungen in den Baukörper abgetragen.

Deshalb müssen die Befestigungsmittel zum Untergrund und zum Montagesystem passen.

Bei vielen Vorwandelementen wird der Rahmen über seine Füße am Boden und über Wandhalter an der dahinterliegenden Wand befestigt. Andere Systeme besitzen abweichende Befestigungsmöglichkeiten.

Bohren Sie die vorgesehenen Befestigungslöcher und montieren Sie den Rahmen entsprechend der Herstelleranleitung.

Achten Sie darauf, dass die Wandhalter fest sitzen und der Rahmen nicht wackelt. Auch der Untergrund muss ausreichend tragfähig sein.

Bei leichten Trennwänden ist besondere Vorsicht erforderlich. Hier muss die gesamte Konstruktion für die Aufnahme eines Wand-WCs ausgelegt sein. Eine gewöhnliche Gipskartonwand bietet dafür nicht automatisch die nötige Stabilität.

Detaillierte Informationen zu geeigneten Konstruktionen, Schallschutz und Befestigungen finden Sie in unserem Beitrag Vorwandinstallation im Badezimmer: Was Bauherren wirklich wissen müssen.

Schritt 4: Abwasseranschluss herstellen

Nach der Befestigung wird der Abfluss des neuen Wand-WCs mit der vorhandenen Abwasserleitung verbunden.

Der WC-Anschlussbogen gehört bei vielen Montagesystemen bereits zum Lieferumfang. Er wird an der dafür vorgesehenen Halterung des Vorwandelements befestigt und anschließend mit dem vorhandenen Abwasserrohr verbunden.

Ob dazu zusätzliche Rohrstücke oder Bögen erforderlich sind, hängt von der Einbausituation ab.

Verwenden Sie nur passende Rohrsysteme und die dafür vorgesehenen Dichtungen. Werden Kunststoffrohre gekürzt, müssen die Schnittkanten sauber entgratet und entsprechend den Vorgaben des Rohrsystems angefast werden. Sonst können beim Zusammenstecken Dichtungen beschädigt werden.

Ein geeignetes Rohrgleitmittel erleichtert die Montage.

Die Rohrverbindungen müssen spannungsfrei sitzen. Das bedeutet, dass Rohre und Dichtungen nicht durch eine ungünstige Ausrichtung dauerhaft unter mechanischer Spannung stehen dürfen.

Bei einem versetzten Bodenabfluss kann es notwendig sein, die Leitung im Boden neu zu führen. Hier entscheidet der tatsächliche Leitungsverlauf über die fachgerechte Lösung.

Vor dem Verschließen der Vorwand müssen sämtliche Verbindungen geprüft werden.

Schritt 5: Wasseranschluss zum Unterputzspülkasten herstellen

Der Unterputzspülkasten ist bei vielen Vorwandelementen bereits vormontiert. Trotzdem muss die vorhandene Trinkwasserleitung noch fachgerecht angeschlossen werden.

Der Wasserzulauf befindet sich je nach Modell beispielsweise seitlich, hinten oder oben am Spülkasten.

Welche Anschlusstechnik zulässig ist, gibt der Hersteller vor. Ein beliebiger flexibler Verbindungsschlauch ist kein Ersatz für eine fachgerecht ausgeführte Trinkwasserinstallation.

In Deutschland dürfen die Errichtung und wesentliche Änderungen der Trinkwasserinstallation nach § 12 AVBWasserV grundsätzlich nur durch das Wasserversorgungsunternehmen oder ein in dessen Installateurverzeichnis eingetragenes Installationsunternehmen ausgeführt werden.

Lassen Sie den Anschluss deshalb von einem entsprechend zugelassenen Fachbetrieb herstellen und prüfen.

Wichtig für die spätere Wartung: Ein Unterputzspülkasten ist nicht automatisch unzugänglich. Bei gängigen Systemen lassen sich Füllventil, Ablaufventil und andere wartbare Komponenten über die Öffnung hinter der Betätigungsplatte erreichen.

Undichte Rohrverbindungen außerhalb dieses Zugangs sind dagegen wesentlich problematischer. Sie können das Öffnen der Vorwand erforderlich machen.

Deshalb dürfen die Anschlüsse erst verdeckt werden, wenn ihre fachgerechte Ausführung und Dichtheit sichergestellt sind.

Schritt 6: Vorwandelement verkleiden und fliesen

Sind alle Anschlüsse hergestellt und geprüft, wird das Vorwandelement verkleidet.

Bei einer Trockenbaukonstruktion kommen geeignete Bauplatten zum Einsatz. Häufig handelt es sich um imprägnierte Gipskartonplatten, je nach System können aber auch andere Platten vorgesehen sein.

Wie dick die Beplankung ausfallen muss, hängt von der Konstruktion und den Herstellervorgaben ab.

Bei gefliesten Trockenbau-Vorwänden sind häufig zwei Lagen Gipskarton mit jeweils 12,5 mm Dicke erforderlich. Eine solche Konstruktion erhöht die Steifigkeit und bildet einen geeigneten Untergrund für die Fliesen.

Die Platten werden auf Maß zugeschnitten. Aussparungen sind insbesondere für folgende Bauteile notwendig:

  • WC-Befestigungsbolzen
  • Spülrohr und Abwasseranschluss
  • Revisionsöffnung für die Betätigungsplatte

Die Revisionsöffnung darf nicht dauerhaft verschlossen werden. Über sie müssen die dafür vorgesehenen Bauteile des Spülkastens weiterhin zugänglich bleiben.

Anschließend werden Fugen und Schraubstellen entsprechend dem gewählten Trockenbausystem verspachtelt.

Vor dem Fliesen muss geprüft werden, welche Abdichtungsmaßnahmen erforderlich sind. Das hängt von der Wasserbeanspruchung der Fläche ab. Besonders Anschlüsse an Böden, angrenzende Bauteile und gegebenenfalls vorhandene Abdichtungsebenen verdienen Aufmerksamkeit.

Nach der erforderlichen Vorbereitung können die Fliesen verlegt und verfugt werden.

Schritt 7: Wand-WC montieren

Ist die Verkleidung fertig und der Fliesenkleber ausreichend ausgehärtet, kann die neue WC-Keramik montiert werden.

Dafür werden zunächst das Spülrohr und der Abwasseranschlussstutzen angepasst.

Beide Verbindungsstücke müssen die richtige Länge besitzen. Sind sie zu lang, lässt sich die Keramik möglicherweise nicht vollständig an die Wand schieben. Sind sie zu kurz, können die Dichtungen nicht zuverlässig sitzen.

Die genaue Länge wird nach der Montageanleitung des jeweiligen WC- und Anschlusssystems ermittelt.

Kürzen Sie die Rohre mit einem geeigneten Werkzeug und bearbeiten Sie die Schnittkanten entsprechend den Herstellervorgaben. Anschließend werden die Dichtungen eingesetzt und die Anschlussstutzen montiert.

Je nach System kommt zwischen WC-Keramik und Wand eine geeignete Schallschutzmatte beziehungsweise ein Schallschutzset zum Einsatz. Manche Hersteller verwenden auch andere dafür vorgesehene Entkopplungslösungen.

Heben Sie nun die WC-Keramik vorsichtig auf die Befestigungsbolzen und führen Sie sie gleichzeitig auf die beiden Anschlussstutzen.

Die Keramik muss gleichmäßig an der Wand anliegen. Ziehen Sie die Befestigungsmuttern entsprechend der Herstelleranleitung an. Zu hohe Kräfte können die WC-Keramik beschädigen.

Abschließend wird der WC-Sitz montiert.

Schritt 8: Betätigungsplatte einsetzen und Funktion prüfen

Zum Schluss fehlt noch die Betätigungsplatte für die Spülung.

Entfernen Sie die Bauabdeckung der Revisionsöffnung und montieren Sie den Betätigungsmechanismus entsprechend der Anleitung des Spülkastenherstellers.

Bei manchen Systemen erfolgt die Betätigung über mechanische Stangen, bei anderen über Bowdenzüge oder pneumatische beziehungsweise elektronische Komponenten.

Die Betätigungsplatte wird anschließend aufgesetzt und befestigt.

Öffnen Sie die Wasserzufuhr und lassen Sie den Spülkasten füllen. Kontrollieren Sie die zugänglichen Anschlüsse und prüfen Sie die Spülung mehrfach.

Achten Sie besonders darauf, ob Wasser am Anschluss zwischen WC und Wand austritt und ob der Spülkasten nach dem Füllen zuverlässig abschaltet.

Erst wenn alles dicht ist und die Spülung funktioniert, ist der Umbau abgeschlossen.

Welche Fehler sollte man beim Umbau vermeiden?

Viele Schwierigkeiten entstehen bereits bei der Planung. Besonders häufig werden der Platzbedarf und die Lage der vorhandenen Abwasserleitung unterschätzt.

Wer ein Vorwandelement kauft, ohne die Anschlusssituation zu prüfen, riskiert zusätzliche Umbauarbeiten.

Auch die Montagehöhe sollte nicht nebenbei festgelegt werden. Ist die Vorwand einmal gefliest, lässt sie sich bei einem üblichen Montagesystem nur mit erheblichem Aufwand ändern.

Weitere Fehler sind ungeeignete Befestigungsmittel, falsch gekürzte Anschlussstutzen und eine unzureichende Schallentkopplung. Ebenso problematisch ist es, Anschlüsse zu verkleiden, bevor ihre Dichtheit geprüft wurde.

Nicht zuletzt muss der Trockenbau zur Belastung passen. Eine zu schwache Verkleidung kann sich unter Belastung bewegen und zu Schäden an Fliesen oder Fugen führen.

Wie lange dauert der Umbau vom Stand-WC zum Wand-WC?

Wenn alle Anschlüsse günstig liegen und keine größeren Leitungsänderungen notwendig sind, lassen sich Demontage, Montageelement und Sanitärinstallation unter Umständen innerhalb eines Arbeitstags erledigen.

Damit ist das Badezimmer aber noch nicht vollständig fertig.

Die Vorwand muss verkleidet, verspachtelt und gegebenenfalls abgedichtet werden. Anschließend folgen Fliesenarbeiten und die notwendigen Trocknungs- beziehungsweise Aushärtezeiten.

Für den gesamten Umbau sollten Sie deshalb eher mehrere Tage als nur wenige Stunden einplanen. Muss der Boden geöffnet und die Abwasserleitung verändert werden, kann sich die Arbeit entsprechend verlängern.

In einem Haushalt mit nur einer Toilette sollte vor Beginn geklärt sein, wie die Sanitäreinrichtung während der Arbeiten ersetzt werden kann.

Vergleich von Stand-WC und Wand-WC mit Vor- und Nachteilen bei Kosten, Platzbedarf, Montageaufwand, Reinigung und Gestaltung.
Stand-WCs sind bei einem gleichartigen Austausch meist günstiger und einfacher zu montieren. Wand-WCs erleichtern die Bodenreinigung, benötigen beim nachträglichen Einbau aber ein geeignetes Montagesystem und häufig zusätzliche Arbeiten.

Stand-WC gegen Wand-WC austauschen: Wann lohnt sich der Aufwand?

Ein Wand-WC bietet vor allem praktische Vorteile bei der Reinigung. Weil die Keramik keinen Sockel besitzt, lässt sich der Boden darunter leichter säubern. Außerdem verschwindet der Spülkasten aus dem Blickfeld.

Hinzu kommt die Möglichkeit, die Montagehöhe an die eigenen Bedürfnisse anzupassen.

Dem stehen höhere Umbaukosten gegenüber. Besonders bei einem ungünstig gelegenen Bodenabfluss kann der Aufwand beträchtlich sein.

Am einfachsten ist der Wechsel, wenn ohnehin eine Badsanierung ansteht. Dann lassen sich die Anpassung der Abwasserleitung, der Einbau des Vorwandelements und die Erneuerung der Wand- und Bodenoberflächen gemeinsam planen.

Soll lediglich eine alte oder beschädigte Standtoilette ersetzt werden, ist ein neues Stand-WC meist die wirtschaftlichere Lösung. Ein technisch einwandfrei funktionierendes Stand-WC muss nicht allein wegen seines Alters gegen ein Wand-WC ausgetauscht werden.

Wer sich für den Umbau entscheidet, sollte zuerst die Anschlusssituation prüfen lassen. Erst danach lässt sich beurteilen, welches Vorwandelement passt und mit welchen Kosten tatsächlich zu rechnen ist.

Quellen

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