Velux ist bei Dachfenstern für viele Bauherren praktisch der Standard. Entsprechend hoch ist die Bekanntheit – und häufig auch der Preis. Wer ein Dachfenster neu einbauen oder ein altes Fenster ersetzen möchte, muss sich aber nicht automatisch für Velux entscheiden. Hersteller wie FAKRO und Roto bieten technisch vergleichbare Lösungen. Mit RoofLITE+ und OptiLight gibt es zudem deutlich günstigere Marken.
Doch der Preis allein sagt wenig aus. Entscheidend sind Wärmedämmung, Verglasung, Anschlussmöglichkeiten, Zubehör und vor allem die Frage, ob sich das Fenster ohne größeren Umbau einsetzen lässt. Denn ein günstiges Dachfenster kann am Ende teuer werden, wenn dafür Dachanschluss oder Innenverkleidung verändert werden müssen.

Warum sind Velux-Dachfenster vergleichsweise teuer?
Velux besitzt eine starke Marktposition und bietet ein sehr breites System rund um das eigentliche Fenster. Dazu gehören Eindeckrahmen, Dämm- und Anschlusssets, Rollläden, Hitzeschutz-Markisen, Innenrollos und elektrische beziehungsweise solarbetriebene Antriebe.
Gerade bei älteren Häusern ist dieser Systemgedanke ein Vorteil. Ersatzteile und Zubehör lassen sich häufig auch Jahre später noch beschaffen. Das bezahlt der Käufer allerdings mit.
Wer lediglich ein solides Standard-Dachfenster benötigt, kann deshalb bei anderen Herstellern durchaus sparen.
Dabei sollte der Vergleich möglichst exakt erfolgen. Ein einfaches zweifach verglastes Holzfenster darf nicht mit einem dreifach verglasten Velux-Fenster verglichen werden. Auch Sicherheitsglas, Lüftung, Beschichtung und Eindeckrahmen beeinflussen den Preis.
FAKRO: der direkte Konkurrent zu Velux
Wer eine technisch vergleichbare Alternative zu Velux sucht, landet schnell bei FAKRO. Der polnische Hersteller bietet ein ähnlich umfangreiches Sortiment mit Schwingfenstern, Klapp-Schwingfenstern sowie Modellen aus Holz und Kunststoff.
Auch Dreifachverglasungen und elektrisch betriebene Fenster sind erhältlich.
Bei der Wärmedämmung können hochwertige FAKRO-Fenster mit Velux mithalten. Das Schwingfenster FTP-V U5 erreicht beispielsweise einen Uw-Wert von 0,97 W/(m²K).
Zum Vergleich: Viele aktuelle dreifach verglaste Dachfenster bewegen sich ungefähr im Bereich von 1,0 W/(m²K).
FAKRO ist damit keine Billiglösung, sondern ein direkter Wettbewerber. Genau das zeigt sich auch beim Preis. Bei vergleichbarer Größe und Ausstattung fällt die Ersparnis gegenüber Velux häufig deutlich geringer aus, als man zunächst erwarten könnte.
Je nach Modell und Händler können einige Dutzend oder auch mehr als 100 € Unterschied entstehen. Wer dagegen erwartet, ein technisch gleichwertiges FAKRO-Fenster zum halben Velux-Preis zu bekommen, dürfte enttäuscht werden.
Für wen eignet sich FAKRO?
FAKRO ist vor allem interessant, wenn Sie nicht auf das Velux-System angewiesen sind, aber trotzdem ein umfangreiches Zubehörprogramm und verschiedene hochwertige Verglasungen wünschen.
Interessant ist die Marke zudem beim Austausch alter Dachfenster. FAKRO bietet spezielle Austauschlösungen für Fenster anderer Hersteller an.
Roto: technisch stark, aber nicht unbedingt günstiger
Auch Roto gehört zu den etablierten Herstellern von Dachfenstern. Einige Modelle erreichen sehr gute Dämmwerte. Beim Designo R6 sind beispielsweise Ausführungen mit einem Uw-Wert von 0,86 W/(m²K) erhältlich.
Damit muss sich Roto technisch keineswegs hinter Velux verstecken.
Wer allerdings ausschließlich Geld sparen möchte, sollte genau rechnen. Roto positioniert viele Dachfenster ebenfalls im gehobenen Bereich. Manche Modelle kosten ähnlich viel wie vergleichbare Velux-Fenster.
Roto ist deshalb weniger eine günstige als vielmehr eine technisch interessante Alternative.
Eine Stärke zeigt sich besonders bei Sanierungen. Für den Austausch bestehender Dachfenster bietet Roto spezielle Renovierungslösungen und teilweise maßgefertigte Fenster an. Dadurch kann es möglich sein, vorhandene Innenverkleidungen weiterzuverwenden.
Das kann bei einem Fenstertausch finanziell wesentlich wichtiger sein als der reine Kaufpreis des Fensters.
RoofLITE+: deutlich günstiger – und trotzdem aus dem Velux-Umfeld
Wer tatsächlich deutlich weniger ausgeben möchte, sollte sich RoofLITE+ ansehen.
Die Marke bietet vergleichsweise einfache Dachfenster mit Zwei- oder Dreifachverglasung. Bei dreifach verglasten Varianten wie TRIO PINE oder TRIO PVC liegt der Uw-Wert bei etwa 1,1 W/(m²K).
Damit erreichen die Fenster einen Dämmstandard, der für viele Sanierungs- und Neubausituationen interessant ist.
Überraschend ist der Herstellerhintergrund: RoofLITE+ gehört zu Altaterra. Altaterra wiederum ist Teil der VELUX-Gruppe und konzentriert sich auf das mittlere und günstigere Marktsegment.
Eine günstige Alternative zu Velux kommt damit ausgerechnet aus der eigenen Unternehmensgruppe.
Der Preisunterschied kann erheblich sein. Abhängig von Größe und Ausführung sind RoofLITE+-Fenster teilweise für deutlich weniger Geld erhältlich als klassische Velux-Modelle.
Allerdings bekommt der Käufer dafür auch ein kleineres Produktsystem. Auswahl, Spezialausführungen und Zubehörangebot fallen nicht so umfangreich aus.
Wo liegen die Grenzen von RoofLITE+?
Für ein normales Schwingfenster in einer häufig verwendeten Größe kann RoofLITE+ interessant sein.
Wer dagegen beispielsweise besondere Verglasungen, elektrische Steuerungen, spezielle Rollläden oder langfristig ein möglichst umfangreiches Zubehörsystem benötigt, sollte genau prüfen, ob die gewünschte Kombination angeboten wird.
OptiLight: Budgetmarke aus dem FAKRO-Umfeld
Ähnlich ist die Situation bei OptiLight. Die Marke gehört zum Umfeld der FAKRO-Gruppe und richtet sich stärker an preisbewusste Käufer.
Auch hier gibt es dreifach verglaste Dachfenster mit Uw-Werten um 1,1 W/(m²K). Preislich liegen solche Modelle teilweise deutlich unter den Premiumprodukten der großen Marken.
Für einfache Anwendungen können sie deshalb interessant sein.
Der niedrigere Preis entsteht allerdings nicht dadurch, dass ein technisch identisches Premiumfenster einfach günstiger verkauft wird. Budgetmarken reduzieren typischerweise Variantenvielfalt, Komfortoptionen und Zubehör.
Genau hier sollten Bauherren genauer hinschauen.
Welcher Uw-Wert ist bei einem Dachfenster gut?
Beim Vergleich von Dachfenstern tauchen vor allem zwei Werte auf: Ug und Uw.
Der Ug-Wert beschreibt ausschließlich die Wärmedämmung der Verglasung.
Der Uw-Wert berücksichtigt dagegen das gesamte Fenster, also Verglasung, Rahmen und weitere Wärmeverluste.
Für Bauherren ist deshalb vor allem der Uw-Wert interessant.
Je kleiner der Wert, desto weniger Wärme geht durch das Fenster verloren.
Ein Dachfenster mit Uw = 0,9 W/(m²K) dämmt beispielsweise besser als eines mit Uw = 1,3 W/(m²K).
Beim Austausch eines Dachflächenfensters stellt das Gebäudeenergiegesetz Anforderungen an den Wärmeschutz. Viele aktuelle dreifach verglaste Marken- und Budgetfenster erfüllen diese Anforderungen deutlich.
Das bedeutet allerdings nicht, dass deshalb jedes dieser Fenster gleich gut ist.
Nicht nur auf den Wärmeschutz schauen
Ein niedriger Uw-Wert ist wichtig, reicht für einen sinnvollen Vergleich aber nicht aus.
Bei Dachfenstern sollten Sie zusätzlich auf folgende Punkte achten:
- Verglasung und Sicherheitsglas
- Schallschutz
- Schlagregendichtheit
- Qualität der Dichtungen
- Bedienung
- Lüftungsmöglichkeiten
- Eindeckrahmen
- außenliegenden Hitzeschutz
- Rollläden und Sonnenschutz
- Motorisierung
- Garantie
- Ersatzteilversorgung
Gerade der sommerliche Hitzeschutz wird häufig unterschätzt. Ein Dachfenster kann einen sehr guten Uw-Wert besitzen und sich ein Dachraum im Sommer trotzdem stark aufheizen.
Entscheidend ist dann vor allem, wie viel Sonnenenergie durch die Scheibe gelangt und ob ein außenliegender Sonnenschutz vorhanden ist.
Vorsicht beim Austausch eines alten Velux-Fensters
Besonders genau sollten Sie vergleichen, wenn ein vorhandenes Velux-Dachfenster ersetzt werden soll.
Die Größenangabe allein reicht dafür nicht aus.
Ein Dachfenster mit 78 × 118 cm eines anderen Herstellers ist nicht automatisch ein problemloser Ersatz für ein 78 × 118 cm großes Velux-Fenster.
Unterschiede kann es unter anderem geben bei:
- Blendrahmen
- Einbautiefe
- Sparrenabstand
- Innenverkleidung
- Eindeckrahmen
- Anschluss an die Unterdeckbahn
- Wärmedämmung rund um den Rahmen
Ein vermeintlich günstiges Fenster kann dadurch zusätzliche Arbeiten verursachen.
Muss beispielsweise die vorhandene Innenlaibung verändert und der Dachanschluss neu hergestellt werden, können die zusätzlichen Handwerkerkosten den Preisvorteil des Fensters schnell übersteigen.
Deshalb bieten Hersteller wie FAKRO und Roto spezielle Austausch- und Renovierungsfenster an.
Auch den Eindeckrahmen in den Preis einrechnen
Onlinepreise führen schnell zu falschen Vergleichen. Teilweise wird nur das Fenster angeboten, teilweise ist bereits ein Eindeckrahmen enthalten.
Dieser ist jedoch notwendig, um das Dachfenster an die jeweilige Dachdeckung anzuschließen.
Welcher Eindeckrahmen benötigt wird, hängt unter anderem davon ab, ob das Dach mit Dachziegeln, Dachsteinen, Schiefer oder einer flachen Deckung versehen ist.
Zum Vergleich sollten Sie deshalb immer den kompletten Systempreis heranziehen:
Dachfenster + Eindeckrahmen + Dämm- und Anschlussmaterial + gewünschter Sonnenschutz
Erst daraus ergibt sich ein sinnvoller Preisvergleich.
Lohnt sich ein günstiges Dachfenster?
Ja, wenn die Anforderungen überschaubar sind.
Für ein normales manuelles Schwingfenster ohne umfangreiche Zusatzfunktionen können RoofLITE+ oder OptiLight deutlich günstiger sein als die Premiumprodukte von Velux.
Wer dagegen ein sehr großes Zubehörangebot, elektrische Bedienung, spezielle Verglasungen oder besonders komfortable Austauschlösungen benötigt, fährt mit Velux, FAKRO oder Roto häufig besser.
Orientierung für die Auswahl
| Hersteller | Preisniveau | Stärken | Einschränkungen |
| Velux | hoch | großes Sortiment, viel Zubehör, gute Ersatzteilversorgung | vergleichsweise teuer |
| FAKRO | mittel bis hoch | technisch sehr konkurrenzfähig, großes Sortiment | Ersparnis gegenüber Velux teilweise gering |
| Roto | mittel bis hoch | starke Dämmwerte, gute Renovierungslösungen | häufig keine echte Billigalternative |
| RoofLITE+ | niedrig bis mittel | günstige Standardfenster, solide Dämmwerte | kleineres Zubehör- und Modellsortiment |
| OptiLight | niedrig bis mittel | günstige Standardlösungen | weniger Varianten und Komfortoptionen |
Welche Velux-Alternative ist die beste?
Eine pauschal beste Alternative gibt es nicht. Wer möglichst nah an Velux bleiben und lediglich einen anderen Hersteller wählen möchte, sollte vor allem FAKRO vergleichen.
Roto ist interessant, wenn technische Qualität und eine gute Renovierungslösung wichtiger sind als der niedrigste Preis.
Wer dagegen ein einfaches Standardfenster benötigt und möglichst wenig ausgeben möchte, sollte sich RoofLITE+ und OptiLight genauer ansehen.
Der größte Fehler wäre, ausschließlich den Kaufpreis des Fensters zu vergleichen. Bei einem Dachfenster entscheidet das gesamte System aus Fenster, Eindeckrahmen, Dämmung, Zubehör und Montage über die tatsächlichen Kosten.
Ein 200 € günstigeres Dachfenster ist kein Schnäppchen, wenn anschließend für mehrere hundert Euro die vorhandene Innenverkleidung angepasst werden muss.
Wer neu baut, hat deshalb bei der Markenwahl deutlich mehr Freiheit. Beim Austausch eines bestehenden Dachfensters kann dagegen ein etwas teureres, passend dimensioniertes Renovierungsfenster unter dem Strich die günstigere Lösung sein.




