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Taupunkt

Der Taupunkt ist die Temperatur, bei der Luft so weit abgekühlt ist, dass sie mit Wasserdampf gesättigt ist. Wird die Luft noch kälter, kann ein Teil des enthaltenen Wasserdampfs als flüssiges Wasser kondensieren.

Im Bauwesen spielt der Taupunkt vor allem beim Feuchteschutz von Wänden, Dächern und anderen Bauteilen eine wichtige Rolle.

Wovon hängt der Taupunkt ab?

Der Taupunkt wird im Wesentlichen durch zwei Größen bestimmt:

  • die Lufttemperatur,
  • die relative Luftfeuchtigkeit.

Je höher die Luftfeuchtigkeit ist, desto näher liegt der Taupunkt an der aktuellen Raumtemperatur.

Beispiel:

Bei einer Raumtemperatur von 20 °C und 50 % relativer Luftfeuchte liegt der Taupunkt ungefähr bei 9,3 °C.

Kühlt eine Oberfläche unter diesen Wert ab, kann sich dort Kondenswasser bilden.

Warum ist der Taupunkt beim Bauen wichtig?

In beheizten Gebäuden ist die Luft im Winter meist deutlich wärmer als Außenluft. Dadurch entstehen innerhalb von Außenwänden und Dachkonstruktionen Temperaturunterschiede.

Gelangt Feuchtigkeit in einen kalten Bereich eines Bauteils, kann dort Kondensat entstehen. Mögliche Folgen sind:

  • durchfeuchtete Dämmstoffe,
  • Schimmelbildung,
  • Schäden an Holzkonstruktionen,
  • Korrosion,
  • langfristige Schäden am Bauteil.

Deshalb muss ein Bauteil so geplant werden, dass kritische Feuchteansammlungen vermieden werden und vorhandene Feuchtigkeit wieder austrocknen kann.

Taupunkt und Schimmel

Besonders bekannt ist der Zusammenhang zwischen Taupunkt und kalten Wandoberflächen.

Sinkt die Oberflächentemperatur einer Wand unter den Taupunkt der Raumluft, kann sich sichtbares Kondenswasser bilden. Typische Stellen sind beispielsweise:

  • Fensterlaibungen,
  • Gebäudeecken,
  • Anschlüsse von Decken und Außenwänden,
  • Bereiche hinter Möbeln,
  • schlecht gedämmte Bauteile.

Schimmel kann allerdings bereits vor sichtbarer Tauwasserbildung entstehen. An dauerhaft kühlen Oberflächen kann die relative Luftfeuchtigkeit unmittelbar an der Wand stark ansteigen und für Schimmelpilze günstige Bedingungen schaffen.

Taupunkt und Wärmebrücke

An einer Wärmebrücke ist die innere Oberflächentemperatur häufig niedriger als auf den angrenzenden Flächen.

Dadurch steigt dort die Gefahr von hoher Oberflächenfeuchte und Kondensat. Eine sorgfältige Dämmung und wärmebrückenarme Planung reduzieren dieses Risiko.

Wo liegt der Taupunkt in einer Wand?

Die häufig verwendete Aussage, der Taupunkt müsse an einer bestimmten Stelle innerhalb einer Wand liegen, ist zu stark vereinfacht.

Temperatur und Feuchtigkeit verändern sich abhängig von:

  • Außen- und Innentemperatur,
  • Luftfeuchtigkeit,
  • Dämmstoffen,
  • Materialdicken,
  • Diffusionswiderständen,
  • Sonneneinstrahlung und Witterung.

Der Taupunkt ist daher keine feststehende Linie im Bauteil. Die Feuchteverhältnisse können sich im Jahresverlauf deutlich verändern.

Welche Rolle spielen Dampfbremse und sd-Wert?

Bei gedämmten Konstruktionen wird der Feuchtetransport unter anderem durch den Diffusionswiderstand der einzelnen Materialien beeinflusst.

Eine Dampfbremse kann den Feuchteeintrag aus dem Innenraum begrenzen. Wie stark eine Schicht den Wasserdampftransport hemmt, beschreibt unter anderem der sd-Wert.

Noch wichtiger ist eine luftdichte Ausführung. Durch Undichtigkeiten kann feuchte Raumluft in die Konstruktion gelangen und dort deutlich größere Feuchtemengen eintragen als durch reine Wasserdampfdiffusion.

Wie lässt sich Tauwasser vermeiden?

Das Risiko lässt sich unter anderem reduzieren durch:

  • ausreichende Wärmedämmung,
  • möglichst wärmebrückenarme Konstruktionen,
  • eine funktionierende luftdichte Ebene,
  • einen bauphysikalisch geeigneten Schichtenaufbau,
  • ausreichendes Heizen und Lüften.

Bei komplexen Konstruktionen reicht eine einfache Taupunktbetrachtung häufig nicht aus. Dann sind detailliertere hygrothermische Berechnungen sinnvoll.