Zu warm, zu kalt – die Zimmertemperatur hält meist nicht das, was wir uns von ihr versprechen. Das gilt insbesondere dann, wenn zwei Menschen unterschiedlichen Geschlechts den gleichen Raum nutzen. Die perfekte Raumtemperatur ist daher eine Illusion, aber es gibt zumindest Richttemperaturen, mit denen die meisten einigermaßen leben können.

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Behalten Sie die Zimmertemperatur im Blick (Foto: Pixabay / PublicDomainPictures / Creative Commons CC0)

Klärung von Begrifflichkeiten

Die Zimmertemperatur setzt sich aus der Lufttemperatur und den Strahlungstemperaturen der einzelnen Umgebungsflächen zusammen. Strahlungswärme heizt die Luft nicht oder nur wenig auf, sondern nur die Körper, auf die sie trifft.

Wenn Sie Ihr Haus zum Beispiel mit einem Kachelofen heizen, der einen hohen Anteil an Strahlungswärme besitzt, fühlen Sie sich bereits bei niedrigerer Lufttemperatur wohl. Das gilt auch, wenn Wände und Fenster eine hohe Oberflächentemperatur besitzen.

Beachten Sie daher: Es ist nicht alleine entscheidend, was das Thermometer sagt, denn die Strahlungswärme wird nicht unbedingt von im erfasst. Sie müssen sehen, dass Sie sich wohlfühlen. Ganz gleich, ob das Thermometer 18, 20 oder 22 Grad Celsius anzeigt.

Wie misst man die Zimmertemperatur?

Wärme steigt nach oben, das ist ein ganz einfaches physikalisches Grundgesetz. Es macht daher einen großen Unterschied, ob Sie die Zimmertemperatur auf Fußbodenhöhe oder an der Decke messen.

Am besten fahren Sie, wenn Sie irgendwo dazwischen messen, Sie erhalten dann einen guten Mittelwert. Ganz korrekt ist es, wenn Sie in einer Höhe von 0,75 Meter über dem Fußboden messen – so wird es zumindest für Arbeitsplätze empfohlen.

Sie sollten außerdem nicht am Fenster und nicht in der Nähe der Heizung messen. Fenster sind immer ein Schwachpunkt in der Gebäudehülle, da durch sie am meisten Wärme oder Kälte von draußen reinkommt. Und je näher sie an der Heizung messen, desto mehr steigt des Thermometer – zumindest in der Heizsaison.

Im Wohnzimmer darf es ruhig wärmer sein (epr/Erfurt)

Verschiedene Zimmer – verschiedene Temperaturen

Es gibt nicht nur die eine Zimmertemperatur, die überall gleich ist. Im Bad sind wir zum Beispiel häufig leicht bekleidet unterwegs. Dort darf es dann ruhig etwas wärmer als im Schlafzimmer sein, wo wir uns meist unter die warme Bettdecke kuscheln. Die optimale Schlaftemperatur liegt bei rund 17 Grad Celsius, im Badezimmer kann es bis 24 Grad Celsius sein.

Die Temperaturen in den übrigen Räumen liegen irgendwo dazwischen. In der Küche benötigen Sie kaum mehr als 18 Grad Celsius. Hier sind Sie zum einen ständig am Wuseln und zum anderen heizen Ofen und Herd zusätzlich ein. Im Wohnzimmer relaxen Sie hingegen eher, hier sind Zimmertemperaturen von 20 Grad Celsius oder etwas mehr angemessen.

Schwierig ist es bei Kinderzimmern, denn hier schlafen Ihre Kinder, aber sie toben auch. Zu warm sollte es dort daher nicht sein. Eine gute Temperatur ist 22 Grad Celsius, nachts darf es auch etwas weniger sein.

Diese Richttemperatur gilt übrigens auch für Neugeborene. Wenn Ihnen das zum Wickeln zu kalt ist, verwenden Sie dort besser eine schwache Wärmelampe, um es dort punktuell etwas wärmer zu haben. Zu warm sollten Sie den Raum nicht aufheizen, denn Hausstaubmilben lieben Wärme. Kommt dann noch eine hohe Luftfeuchtigkeit dazu, feiern die Milben Party in Ihrem Babyzimmer.

An diesen Zimmertemperaturen können Sie sich orientieren:

  • Badezimmer: 24° C
  • Kinderzimmer: 22° C
  • Wohnzimmer: 20° C
  • Arbeitszimmer: 20° C
  • Küche: 18° C
  • Schlafzimmer: 17 ° C

Welche Temperaturen sind angenehm?

Die im Kapitel zuvor genannten Zimmertemperaturen lässt sicherlich viele von Ihnen leicht schlucken. Sie verstehen unter „Wohlfühltemperatur“ etwas ganz anderes. Ich kenne das von meinen Arbeitskollegen, bei denen alles unter 24 Grad Celsius unter sibirische Kälte fällt. Die Folge: Es wird im Winter geheizt, bis der Arzt kommt. Und bloß nicht die Fenster öffnen.

Das mit dem Arzt ist durchaus wörtlich zu nehmen. Wir werden im Winter in der Regel nicht wegen der Kälte, sondern wegen der ungesunden Heizungsluft krank. Weigern wir uns dann auch noch, regelmäßig zu lüften, haben Bakterien und Viren leichtes Spiel. Sie vermehren sich erstens bei Wärme besser und zweitens bleiben sie fröhlich im Raum, wenn wir sie nicht weg lüften.

Lange Rede kurzer Sinn: Selbst wenn es Ihnen nicht auf die Heizungskosten ankommt, die exponentiell mit jedem Grad mehr steigen, sollten Sie sich dennoch an den oben genannten Richttemperaturen orientieren. Seien Sie versichert – Sie können sich durchaus an niedrigere Temperaturen gewöhnen. Und es reißt Ihnen keiner den Kopf ab, wenn Sie ein, zwei Grad wärmer heizen. Aber 26, 27 Grad Celsius in Wohnräumen ist der helle Wahnsinn.

Behaglichkeit ist immer auch ein Zusammenspiel von Zimmertemperatur und Raumfeuchtigkeit. Es darf nicht zu trocken und nicht zu feucht sein. Da das Empfinden von Behaglichkeit jedoch sehr subjektiv ist, gibt es einen Behaglichkeitsbereich. Die genauen Werte entnehmen sie der Grafik.

Als unbehaglich wird in Räumen auch Zugluft – also Luftbewegungen – empfunden. Was irgendwie seltsam ist, denn wenn wir draußen sind, finden wir etwas Wind als durchaus angenehm. Gleichwohl sollte in Innenräumen Zugluft möglichst vermieden werden.

Wenn der Raum zu kalt ist

Abseits der Wohlfühltemperatur, darf es im Raum noch aus einem anderen Grund nicht zu kalt sein. Liegt die Temperatur dauerhaft unter 16 Grad Celsius, steigt die Schimmelgefahr. Das gilt insbesondere dann, wenn feuchte Luft auf kalte Wände trifft.

Werden in Ihrem Haus oder in Ihrer Wohnung nicht alle Räume genutzt, sollten Sie diese daher unbedingt zumindest notdürftig heizen. Lassen Sie außerdem die Türen zu, damit keine warme und feuchtehaltige Luft in die weniger geheizten Räume gelangt.

Sind Sie länger auf Reisen, dürfen Sie durchaus die Heizung runter regeln. Schauen Sie aber dennoch, dass es überall um die 16 Grad Celsius hat.

Es macht auch aus energetischen Gründen keinen Sinn, die Zimmertemperatur zu sehr abkühlen zu lassen. Es ist wirtschaftlicher, eine konstante Temperatur zu halten, anstatt ständig komplett neu zu heizen. Bedenken Sie, dass jedes Mal auch die Wände und Decken wieder aufgeheizt werden müssen.

Ab wann muss ich im Winter heizen?

Aus dem in den vorigeren Kapiteln geschriebenen ergibt es sich ganz automatisch, ab wann Sie im Winter heizen müssen. Schauen Sie zunächst auf Ihr Wohlbefinden, wenn es Ihnen zu kalt wird, machen Sie die Heizung an. Ist es in den Räumen unter 16 Grad Celsius, müssen Sie auf jeden Fall heizen, um Schimmelschäden zu vermeiden.

Der Rotwein und die Zimmertemperatur

Zimmertemperatur ist etwas, das nicht nur die Temperatur im Raum bezeichnet. Sie betrifft auch verschiedene Lebensmittel.

So gilt zum Beispiel die Empfehlung, Rotwein bei Zimmertemperatur zu trinken. Das können Sie allerdings vergessen. Die Empfehlung stammt noch aus Zeiten, in denen es in den Räumen kaum mehr als 17, 18 Grad warm war. Wenn Sie Ihren Rotwein im Zimmer lagern, sollten Sie ihn vor dem Genuss daher etwas kühlen.

Zum Backen oder Kochen wird oft empfohlen, Fleisch, Butter, Eier oder Milch mit Raumtemperatur zu verwenden. Nun können Sie die Zutaten natürlich rechtzeitig aus dem Kühlschrank nehmen und einfach abwarten.

Oft muss es jedoch schnell gehen, dann helfen ein paar Tricks: Stellen Sie die Lebensmittel zum Beispiel in einen leicht warmen Backofen oder zerschneiden Sie die Butter in kleinere Stücke. Dann wird sie schneller weich. Auch ein Wasserbad kann helfen. Zu warm darf es allerdings nicht sein.

Muss Ihr Hund frieren? (Foto: Pixabay / Bru-nO / Creative Commons CC0)

Die optimale Zimmertemperatur bei Haustieren

Hund oder Katze, Meerschweinchen oder Hamster, Wellensittich oder Kaninchen – die Tiermuttis und –väter sind stets sehr besorgt um ihre Lieblinge. Viele fragen dann Google um Rat und wollen wissen, welche Zimmertemperatur für ihren gefiederten oder vierbeinigen Freund ideal ist.

Das lässt sich so pauschal nicht beantworten, weil es auch darauf ankommt, ob die Tier ein dickes Fell besitzen oder eher kurzhaarig daherkommen. Generell sollten sie aber bei den üblichen, oben genannten Zimmertemperaturen keine Probleme haben. Wichtiger ist es, im Käfig gehaltene Haustiere wie Vögel oder Kleinnager vor Zugluft zu schützen.

 

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