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sd-Wert

Der sd-Wert beschreibt, wie stark eine Bauteilschicht den Durchgang von Wasserdampf durch Diffusion bremst. Die vollständige Bezeichnung lautet wasserdampfdiffusionsäquivalente Luftschichtdicke.

Der Wert wird in Metern (m) angegeben. Je höher der sd-Wert ist, desto größer ist der Widerstand gegen Wasserdampfdiffusion.

Ein sd-Wert von 10 m bedeutet beispielsweise: Die betreffende Bauteilschicht setzt dem Wasserdampf den gleichen Diffusionswiderstand entgegen wie eine 10 m dicke ruhende Luftschicht.

Wie wird der sd-Wert berechnet?

Der sd-Wert ergibt sich aus der Wasserdampfdiffusionswiderstandszahl μ (Mu) des Materials und dessen Dicke.

Formel:

sd = μ × d

Dabei gilt:

  • sd = wasserdampfdiffusionsäquivalente Luftschichtdicke in Metern
  • μ = Wasserdampfdiffusionswiderstandszahl des Materials
  • d = Dicke der Materialschicht in Metern

Beispiel:

Ein Material besitzt einen μ-Wert von 50 und ist 4 cm beziehungsweise 0,04 m dick.

50 × 0,04 m = 2 m

Die Schicht besitzt damit einen sd-Wert von 2 m.

Was bedeutet ein hoher oder niedriger sd-Wert?

Grundsätzlich gilt:

Niedriger sd-Wert: Wasserdampf kann vergleichsweise leicht durch die Bauteilschicht diffundieren.

Hoher sd-Wert: Die Bauteilschicht setzt der Wasserdampfdiffusion einen hohen Widerstand entgegen.

Deshalb besitzen diffusionsoffene Baustoffe niedrige sd-Werte. Dampfbremsen und insbesondere Dampfsperren weisen dagegen höhere Werte auf.

Wichtig ist allerdings: Ein möglichst hoher sd-Wert ist nicht automatisch besser. Bauteile müssen bauphysikalisch so geplant werden, dass Feuchtigkeit möglichst nicht in die Konstruktion gelangt und eingedrungene Feuchtigkeit wieder austrocknen kann.

Was hat der sd-Wert mit Dampfbremse und Dampfsperre zu tun?

Der sd-Wert ist eine wichtige Kenngröße bei der Auswahl von Dampfbremsen und Dampfsperren.

Eine Dampfbremse reduziert den Feuchtetransport durch Diffusion. Eine Dampfsperre besitzt einen wesentlich höheren Diffusionswiderstand.

Starre Grenzwerte zur sprachlichen Unterscheidung zwischen Dampfbremse und Dampfsperre sollten jedoch nicht isoliert betrachtet werden. Für die Planung ist der gesamte Schichtenaufbau des Bauteils maßgeblich.

Was ist ein feuchtevariabler sd-Wert?

Sogenannte feuchtevariable Dampfbremsen können ihren sd-Wert abhängig von den Umgebungsbedingungen verändern.

Im Winter besitzen sie einen höheren Diffusionswiderstand und reduzieren damit den Feuchteeintrag aus dem Innenraum. Unter geeigneten sommerlichen Bedingungen sinkt der Widerstand. Dadurch kann Feuchtigkeit leichter in Richtung Innenraum zurücktrocknen.

Solche Bahnen werden deshalb häufig bei Sanierungen und gedämmten Holzkonstruktionen eingesetzt. Ob sie geeignet sind, hängt jedoch vom jeweiligen Bauteilaufbau ab.

sd-Wert und U-Wert nicht verwechseln

Der sd-Wert sagt nichts darüber aus, wie gut ein Baustoff Wärme dämmt.

Der sd-Wert beschreibt den Widerstand gegen Wasserdampfdiffusion. Der U-Wert beschreibt dagegen den Wärmedurchgang durch ein Bauteil.

Ein Material kann daher einen niedrigen sd-Wert besitzen und trotzdem gut dämmen – oder einen hohen Diffusionswiderstand haben, ohne besonders wärmedämmend zu sein.

Mehr zur praktischen Bedeutung des sd-Wertes erfahren Sie im Ratgeber Dampfsperre oder Dampfbremse: Was Ihr Dach wirklich braucht.