Dampfbremse und Dampfsperre sollen verhindern, dass zu viel Wasserdampf in eine gedämmte Konstruktion gelangt. Trotzdem erfüllen nicht alle Bahnen dieselbe Aufgabe. Der wichtigste Unterschied liegt in ihrem Widerstand gegen Wasserdampfdiffusion – dem sogenannten sd-Wert.
Ein hoher sd-Wert bedeutet allerdings nicht automatisch eine bessere oder sicherere Konstruktion. Feuchtigkeit, die einmal in ein Bauteil gelangt ist, muss auch wieder austrocknen können. Deshalb muss die Dampfbremse zum gesamten Dach-, Wand- oder Deckenaufbau passen.

Das Wichtigste in Kürze
- Der sd-Wert beschreibt den Widerstand einer Bauteilschicht gegen Wasserdampfdiffusion.
- Je höher der sd-Wert, desto weniger Wasserdampf kann unter gleichen Bedingungen durch die Schicht diffundieren.
- DIN 4108-3 unterscheidet fünf Bereiche von diffusionsoffen bis diffusionsdicht.
- Die Begriffe Dampfbremse und Dampfsperre allein reichen für die technische Beurteilung deshalb nicht aus.
- Eine Dampfbremse ist nicht automatisch luftdicht. Sie kann jedoch gleichzeitig die Luftdichtheitsebene bilden.
- Feuchtevariable Bahnen können zusätzliche Austrocknung nach innen ermöglichen, sind aber nicht für jede Konstruktion automatisch geeignet.
- Der richtige sd-Wert hängt immer vom gesamten Aufbau und seinen Trocknungsmöglichkeiten ab.
Was ist der Unterschied zwischen Dampfbremse und Dampfsperre?
Im allgemeinen Sprachgebrauch bezeichnet man eine Schicht mit einem vergleichsweise niedrigen bis mittleren Diffusionswiderstand meist als Dampfbremse. Sehr stark diffusionshemmende oder nahezu diffusionsdichte Schichten werden dagegen häufig Dampfsperre genannt.
Ganz eindeutig ist diese Unterscheidung nicht.
Die aktuelle DIN 4108-3 beschreibt Bauteilschichten deshalb genauer anhand ihres sd-Werts und unterscheidet zwischen diffusionsoffenen, diffusionsbremsenden, diffusionshemmenden, diffusionssperrenden und diffusionsdichten Schichten.
Für Bauherren ist daher weniger wichtig, ob auf einer Verpackung „Dampfbremse“ oder „Dampfsperre“ steht. Aussagekräftiger sind der angegebene sd-Wert und die Frage, ob die Bahn zum geplanten Bauteilaufbau passt.

Was bedeutet der sd-Wert?
Der sd-Wert steht für die wasserdampfdiffusionsäquivalente Luftschichtdicke. Er wird in Metern angegeben.
Ein Beispiel: Eine Bauteilschicht mit einem sd-Wert von 5 m setzt der Wasserdampfdiffusion den gleichen Widerstand entgegen wie eine fünf Meter dicke Schicht ruhender Luft.
Berechnet wird der Wert aus:
sd = μ × d
Dabei steht:
- μ für die Wasserdampfdiffusionswiderstandszahl des Materials,
- d für die Dicke der Materialschicht in Metern.
Der μ-Wert beschreibt also das Material selbst. Der sd-Wert berücksichtigt zusätzlich, wie dick dieses Material eingebaut wird.
Wichtig: Der sd-Wert beschreibt ausschließlich den Widerstand gegen Wasserdampfdiffusion. Er sagt nichts darüber aus, ob eine Konstruktion luftdicht ist oder ob beispielsweise Regenwasser eindringen kann.
Die fünf Diffusionsbereiche nach DIN 4108-3
DIN 4108-3 unterteilt Bauteilschichten nach ihrem Diffusionswiderstand:
| sd-Wert | Einordnung |
| sd ≤ 0,5 m | diffusionsoffen |
| 0,5 m < sd ≤ 10 m | diffusionsbremsend |
| 10 m < sd ≤ 100 m | diffusionshemmend |
| 100 m < sd < 1.500 m | diffusionssperrend |
| sd ≥ 1.500 m | diffusionsdicht |
Diese Einteilung ist genauer als die einfache Gegenüberstellung „Dampfbremse oder Dampfsperre“. Zwei Produkte, die beide als Dampfbremse verkauft werden, können sich beim Wasserdampftransport deutlich unterscheiden.
Eine Bahn mit beispielsweise 2 m verhält sich anders als eine Schicht mit 100 m sd-Wert. Der Produktname allein reicht deshalb nicht für die Planung.

Welchen sd-Wert braucht ein Dach?
Dafür gibt es keinen universellen Wert.
Bei einem typischen beheizten Wohngebäude wandert Wasserdampf im Winter häufig von innen in Richtung der kälteren Außenseite. Eine raumseitige diffusionsbegrenzende Schicht reduziert diesen Feuchteeintrag.
Wie stark sie bremsen muss, hängt aber unter anderem ab von:
- Dämmstoff und Dämmstärke,
- Holzschalungen oder Holzwerkstoffplatten,
- Unterdeck- oder Unterspannbahnen,
- Dachdeckung beziehungsweise Dachabdichtung,
- Orientierung und Verschattung des Daches,
- Innenraumklima,
- Feuchtegehalt der Konstruktion,
- Möglichkeiten zur Austrocknung.
Gerade bei Dachaufbauten reicht daher eine einfache Faustregel nicht.
DIN 4108-3 sieht eine dreistufige Beurteilung vor: Zunächst wird geprüft, ob eine nachweisfreie Konstruktion vorliegt. Ist das nicht der Fall, kann bei dafür geeigneten Aufbauten das Periodenbilanzverfahren eingesetzt werden. Für komplexere Fälle kommt eine hygrothermische Simulation infrage. Die aktuelle Ausgabe von 2024 hat die Randbedingungen und Einsatzmöglichkeiten dieser Verfahren weiter präzisiert.
Wer sich grundsätzlich mit den unterschiedlichen Dachaufbauten beschäftigt, findet dazu mehr in unserem Beitrag Dach von innen oder außen dämmen? Welche Lösung 2026 wirklich sinnvoll ist.
Muss die Innenseite immer dichter sein als die Außenseite?
Bei vielen üblichen Dachkonstruktionen ist eine vergleichsweise diffusionsoffene Außenseite günstig. Feuchtigkeit kann dadurch leichter nach außen austrocknen.
Daraus lässt sich aber keine allgemeingültige Regel wie „innen immer zehnmal dichter als außen“ für jedes Dach ableiten.
Für bestimmte Holzkonstruktionen gibt es durchaus konkrete Verhältnisse zwischen innerem und äußerem sd-Wert. Diese Vorgaben beziehen sich jedoch auf klar definierte Konstruktionen und Randbedingungen. Sie sind keine universelle Formel für jedes Steil- oder Flachdach.
Besonders vorsichtig sollte man bei Konstruktionen sein, die nach außen nur wenig Feuchtigkeit abgeben können. Dazu können beispielsweise Dächer mit Bitumenbahnen, Metall oder anderen stark diffusionshemmenden Schichten gehören.
Hier bekommt die Austrocknung zur Raumseite größere Bedeutung.

Dampfbremse und Luftdichtheit sind zwei verschiedene Dinge
Dieser Unterschied ist für die Praxis besonders wichtig.
Bei der Diffusion bewegen sich Wasserdampfmoleküle durch einen Baustoff. Genau diesen Transport begrenzt der Diffusionswiderstand der Dampfbremse.
Bei einer Luftströmung gelangt dagegen feuchte Raumluft durch Löcher, Fugen oder schlecht angeschlossene Bauteile in die Konstruktion.
Solche Luftströmungen können deutlich größere Feuchtemengen transportieren als Diffusion. Eine Dampfbremse kann daher einen passenden sd-Wert besitzen und der Dachaufbau trotzdem Schaden nehmen, wenn die Bahn an Anschlüssen oder Durchdringungen undicht ist. BauNetz Wissen weist ebenfalls darauf hin, dass Konvektion und Diffusion getrennt betrachtet werden müssen.
Eine Dampfbremse kann gleichzeitig als Luftdichtheitsschicht dienen. Dann müssen unter anderem:
- Bahnüberlappungen,
- Wandanschlüsse,
- Dachfenster,
- Schornsteinanschlüsse,
- Kabel,
- Rohre
dauerhaft luftdicht ausgeführt werden.
Wie eine solche Ebene geplant und hergestellt wird, erklären wir ausführlich im Beitrag Luftdichtheit von Gebäudehüllen herstellen. Seit April 2026 enthält DIN 4108-7 dafür erstmals einen eigenen Abschnitt zum Luftdichtheitskonzept sowie einen neuen Anhang zur Qualitätssicherung.

Wo wird eine Dampfbremse eingebaut?
Bei einem üblichen beheizten Wohnhaus mit Zwischensparrendämmung befindet sich die diffusionsbegrenzende Schicht in der Regel auf der Raumseite der Wärmedämmung.
Auf der Innenseite kann anschließend eine Installationsebene folgen. Sie hat einen praktischen Vorteil: Elektroleitungen und andere Installationen können dort verlaufen, ohne die Luftdichtheitsschicht an jeder Stelle durchstoßen zu müssen.
Die Lage „auf der warmen Seite“ ist allerdings eine Grundregel für typische beheizte Gebäude in unserem Klima und keine Lösung für jeden denkbaren Anwendungsfall. Bei Kühlräumen, klimatisierten Gebäuden oder anderen Sonderkonstruktionen können sich Temperatur- und Dampfdruckverhältnisse anders darstellen.
Wann sind feuchtevariable Dampfbremsen sinnvoll?
Feuchtevariable – auch feuchteadaptive – Dampfbremsen verändern ihren Diffusionswiderstand abhängig von den Feuchtebedingungen an der Bahn.
Viele dieser Produkte besitzen bei trockenen Bedingungen einen höheren sd-Wert. Bei steigender Feuchte wird ihr Diffusionswiderstand geringer. Dadurch kann eine Konstruktion unter passenden Bedingungen stärker zur Raumseite austrocknen.
Das kann beispielsweise bei bestimmten Dachsanierungen interessant sein, wenn die Austrocknung nach außen eingeschränkt ist. Ein Freibrief für problematische Konstruktionen ist eine solche Bahn allerdings nicht.
Ob eine feuchtevariable Dampfbremse funktioniert, hängt unter anderem von den verwendeten Materialien, der Feuchtebelastung sowie der sommerlichen Erwärmung und Rücktrocknung des Bauteils ab. DIN 68800-2 enthält für Holzkonstruktionen einen eigenen Anhang mit Anforderungen an feuchtevariable Schichten.
Bei kritischen Dachaufbauten sollte deshalb geprüft werden, ob die Bahn unter den tatsächlichen Randbedingungen ausreichend Trocknungsreserve bietet.

Feuchtevariable Dampfbremsen können ihren Diffusionswiderstand an die Feuchtebedingungen anpassen: Im Winter bremsen sie den Feuchteeintrag stärker, im Sommer können sie unter geeigneten Bedingungen die Rücktrocknung zur Raumseite erleichtern. Entscheidend bleibt jedoch der gesamte Dachaufbau.
Wann kann eine Dampfsperre sinnvoll sein?
Auch sehr hohe Diffusionswiderstände haben ihren Einsatzbereich.
Sie werden unter anderem bei bestimmten Flachdachaufbauten oder Sonderkonstruktionen benötigt. Kunststoffbahnen, Aluminiumverbundbahnen oder bituminöse Schichten können dabei sehr hohe sd-Werte erreichen.
Eine sehr dichte Schicht hat jedoch einen Nachteil: Sie begrenzt nicht nur den Feuchteeintrag, sondern auch eine spätere Austrocknung durch diese Schicht.
Feuchtigkeit kann unabhängig von Wasserdampfdiffusion in die Konstruktion gelangen, beispielsweise durch:
- Niederschlag während der Bauphase,
- undichte Dachdeckungen,
- Restfeuchte in Baustoffen,
- feucht eingebautes Holz,
- Luftundichtigkeiten,
- Wasser- oder Rohrschäden.
Deshalb ist weder „so dicht wie möglich“ noch „so offen wie möglich“ eine sinnvolle allgemeine Planungsregel.
Feuchte Bauteile nicht einfach schließen
Gerade bei einer Sanierung lohnt sich vor dem Einbau der Dampfbremse ein Blick auf die vorhandene Konstruktion.
Sichtbar feuchte Dämmstoffe oder Holzteile sollten nicht einfach hinter einer neuen Bahn verschwinden. Zuerst muss geklärt werden, woher die Feuchtigkeit kommt und ob die Konstruktion ausreichend trocken ist.
Das gilt auch für Neubauten. Während der Bauphase können Dachstühle, Holzwerkstoffe oder Dämmstoffe durch Niederschlag oder hohe Baufeuchte belastet werden.
Eine rechnerisch gut geplante Konstruktion kann Schwierigkeiten bekommen, wenn bereits beim Verschließen große Feuchtemengen eingeschlossen werden.
Die häufigsten Fehler beim Einbau
In der Praxis entscheidet nicht nur die Auswahl der richtigen Bahn über die Funktionsfähigkeit.
Besonders häufig problematisch sind:
- Falscher sd-Wert für den vorhandenen Aufbau
Die Bahn wird nach Produktname oder Preis ausgewählt, ohne die übrigen Schichten zu berücksichtigen. - Undichte Anschlüsse
Übergänge zu Wand, Pfetten, Dachfenstern oder Schornstein bleiben offen. - Nachträgliche Durchdringungen
Kabel und Rohre werden durch die Bahn geführt, ohne die Öffnungen anschließend wieder abzudichten. - Ungeeignete Klebebänder
Normales Paket- oder Gewebeband ist für dauerhafte Luftdichtheitsanschlüsse nicht vorgesehen. - Schmutzige Untergründe
Staub, lose Putzteile oder feuchtes Holz können verhindern, dass Klebeverbindungen dauerhaft halten. - Feuchte Konstruktion wird geschlossen
Bereits vorhandene Feuchtigkeit verliert möglicherweise einen wichtigen Austrocknungsweg. - Die Bahn wird beschädigt
Schrauben, Installationen oder spätere Ausbauarbeiten können die Luftdichtheit unbemerkt beeinträchtigen.
Dampfbremse oder Dampfsperre – was ist nun besser?
Die Frage lässt sich ohne den übrigen Bauteilaufbau nicht beantworten.
Für viele übliche Wohnhauskonstruktionen kommen diffusionsbremsende oder diffusionshemmende Schichten zum Einsatz. Bei anderen Bauteilen können wesentlich höhere Diffusionswiderstände erforderlich sein. Feuchtevariable Bahnen können zusätzliche Trocknungsreserven bieten, müssen aber ebenfalls zur Konstruktion passen.
Für Hausbesitzer sind deshalb drei Angaben wichtiger als der Produktname:
1. Welchen sd-Wert besitzt die Bahn?
2. Welche Schichten liegen innen und außen davon?
3. In welche Richtung kann eingetragene Feuchtigkeit wieder austrocknen?
Bei einem normativ eindeutig beschriebenen Standardaufbau lässt sich die Lösung häufig ohne komplizierte Berechnung festlegen. Bei Sanierungen, Flachdächern, Innendämmungen oder Konstruktionen mit stark diffusionshemmenden Außenschichten sollte die Feuchtebilanz dagegen genauer geprüft werden.
Quellen
- DIN Media, März 2024: DIN 4108-3:2024-03 – Klimabedingter Feuchteschutz, Anforderungen und Berechnungsverfahren
- DIN Media, Februar 2022: DIN 68800-2:2022-02 – Baulicher Holzschutz mit Anforderungen an feuchtevariable Schichten
- DIN Media, April 2026: DIN 4108-7:2026-04 – Anforderungen und Empfehlungen zur Luftdichtheit von Gebäuden
- DIN Media: DIN EN 13984:2013-05 – Eigenschaften von Kunststoff- und Elastomer-Dampfsperrbahnen
- BauNetz Wissen: Funktion, sd-Wert und Eigenschaften feuchtevariabler Dampfbremsen





Hallo bei ein Holz Haus ein dampfbremse oder eine dampfsperre ?
Hallo Herr Schnabel,
ohne konkret zu wissen, wo genau die Folie verbaut werden soll, ist es schwierig, eine Antwort darauf zu geben. In der Regel sollte bei einem Holzhaus eine Dampfbremse ausreichen.
Viele Grüße
Dominik Hochwarth
Hallo Herr Hochwarth,
sollte ich eine Sperre oder dampfbremse bei einen Badezimmer verwenden?
Dessen Decke ist das Dach, beststehend aus 20cm mineralwolle isover Zwischensparren Dämmung, darüber 4cm Luft, dann osb Platten worauf die Schweißbahn aufgebracht ist und darüber Latung und Ziegel.
Möchte bei dieser Sache keine Fehler machen, und hoffe das sie mir dabei helfen können.
Mit freundlichen Grüßen
Hallo Herr Hädrich,
ich würde in diesem Fall zu einer Dampfsperre tendieren, zumal keine Feuchtigkeit nach oben abtrocknen kann, das verhindert die Schweißbahn. Wichtig ist bei der Verwendungen von Dampfsperren jedoch, dass alles besonders dicht ist, es darf keine Feuchtigkeit in die Dämmung kommen. Also alles schön abkleben mit geeignetem Klebeband.
Viele Grüße
Dominik Hochwarth
Guten Tag,
ich habe bei einer Renovierung festgestellt, dass bei meinem fast 40 Jahre altem Haus mit Steildach und Zwischensparrendämmung als Unterspannbahn Dragofol benutzt wurde. Die Dampfdiffusion nach aussen ist also ziemlich versperrt. Gilt hier trotzdem, was Sie oben ausführen, dass innen eine feuchteadaptive Dampfbremse einen Feuchteniederschlag mit Schimmelbildung in der Dämmung verhindert würde, oder empfehlen Sie in meinem Falle, doch eine Dampfsperre vorzusehen?
Vielen Dank für Ihre Antwort
Hallo Herr Holick,
eine feuchteadaptive Dampfbremse sorgt im Winter dafür, dass keine Feuchtigkeit in die Dämmung eindringt und im Sommer dafür, dass auf andere Wege in die Dämmung gelangte Feuchtigkeit austrocknen kann. Die Wirkung erfolgt immer zur Innenseite des Daches. Es ist daher eigentlich egal, ob die Unterspannbahn dampfdicht ist oder nicht.
Mit freundlichen Grüßen
Dominik Hochwarth
Hallo Herr Hochwarth,
wir haben vor kurzem ein Haus mit Steildach 1,5-geschossig übernommen.
Die Decke des Dachgeschosses ist mit Glaswolle (Stopfwolle) aus den Jahren 1970-1980 ausgelegt und etwa 10cm dick.
Die Schrägen auf dem Dachboden liegen komplett frei, heißt man schaut von innen gegen die Dachpfannen.
Die Schrägen im Dachgeschoss sind von innen mit 2,5cm dicken Heraklith-Platten („Sauerkraut“-Platten) auf den Sparren beplankt und als Deckschicht eine Putzschichz von ca 1,5 cm. In die Sparrenzwischenräume wurde ebenfall 1970-1980 mit Stopfwolle (Glaswolle) vom Dachboden aus „nach unten“ gestopft, um so das Dachgeschoss zu dämmen.
Nun stehen wir vor der alles entscheidenden Frage: Was sollen wir machen?!?!?
Wir wollen ein vernünftig gedämmtes Haus haben, aber Kosten-Nutzen dabei nicht außer Acht lassen. Es gibt in der Theorie mehrere Lösungen, die mir jedoch bisher leider niemand (auch kein einziger Fachmann blsher glaubhaft bestätigt hat bzw selber unterbreitet hat. Jeder sagte jeweils unsicher etwas anderes….)
Variante 1) Alles raus reisen und Folgend neu: Unterspannbahn zwischen die Sparren und Zwischensparrendämmung 12cm dick etwa. Darunter Klinamembran und dann Untersparrendämmung 4-8 cm dick. Deckschicht innen dann Rigips.
Variante 2: Nachstopfen der vorhandenen Dämmung und innen gegen den Putz eine Klinamembran und dann Untersparrendämmung und wieder als Deckschicht Rigips innen.
Variante 3: Stopfwolle unberührt lassen, innen gegen Putz und Heraklith-Platzen Klimambran und dann wieder Untersparrendämmung mit Innen Deckschicht Rigips.
Variante 4: Dach abdecken und komplett neu machen.
Die Frage wie schon geschrieben ist, welchen Kosten-Nutzen-Verhältnis ist am sinnvollsten und effektivsten.
Dass ein komplett neues Dach inkl. Isolierung natürlich die beste Alternative ist, ist denke ich jedem klar, aber ob der Aufwand und die hohen Koaten halt auch im Verhäuzu anderen Möglichkeiten/Varianten wirklich lohnen ist die Frage!?!
Welche Variante ist die beste bzw die, die am empfehlenswertesten ist?
Und bzgl. Dämmkoeffizient, welche Wärmeleitfähigkeitsklasse sollten wir je nach Variante bevorzugen und welchen jeweiligen Dämmstoff?
Oder empfehlen Sie uns etwas ganz anderes?
Danke vorab für die reichhaltigen Antworten und Informationen und vor allem auch Hilfestellungen!!
Hoffentlich könnt Ihr uns helfen!
Grüße
Frank
Hallo Frank,
bei den Varianten 1 bis 3 stimmt der Aufbau nicht so ganz. Die Klimamembran muss stets zur warmen Seite hin verlegt werden. Also erst Dämmung dann Folie.
Von der Kosten-Nutzen-Rechnung würde ich auch Variante 4 ausschließen.
Problematisch könnte es werden, wenn sie zusätzlich noch Dämmung von innen anbringen, da geht noch mehr Raum verloren. Sie sollten daher einen Dämmstoff mit möglichst niedriger Wärmeleitfähigkeit nehmen, dann kann die Dämmung dünner ausfallen. Über das Thema habe ich an anderer Stelle bereits ausführlich geschrieben: https://www.bauredakteur.de/daemmwerte-von-baumaterialien-und-bauteilen/
Ich würde wahrscheinlich Variante 1 nehmen, generell sollten Sie das Ganze aber einmal von einem Fachmann durchrechnen lassen.
Viele Grüße
Dominik Hochwarth
Hallo!
Bei einem Bauwagen aus Metall müsste dann eine Dampfsperre (innen) zum Einsatz kommen? Oder kann man bei diffusionsoffener Dämmung auch eine Dampfbremse einsetzen?
Vielen Dank!
Liebe Grüße
Hallo Frau Winzig,
bei einer Dampfsperre kann Feuchtigkeit, die sich eventuell in der Dämmung befindet, nicht entweichen. Da finde ich eine Dampfbremse besser, am besten sogar eine feuchtadaptive Dampfbremse. Die wird im Winter quasi zur Dampfsperre, so dass kaum feuchte warme Luft in die Dämmung gelangt. Im Sommer wird sie zur Dampfbremse, und Feuchtigkeit kann nach innen entweichen. Ich habe übrigens einen netten Blog zum Thema Bauwagen-Ausbau gefunden: https://bauwagenausbau.jimdo.com/
Viele Grüße
Dominik Hochwarth
hallo,
unser wurde mitte der 70er gebaut. beim kauf sagte man uns eine dachdämmung sei vor weniger als 10 jahren gemacht worden. das stimmte auch. als ich alte in den rigips eingesetzte halogenstrahler wechseln wollte, zeigte sich, bei einem blick durch die löcher, dass die Folie nicht schlüssig überall angebracht ist. ich entfernte mehr rigips. und sah: dass die bahnen nur lose getackert sind. nirgendwo sind klebeänder zu sehen auch Überlappungen sind nicht dicht… kann ich ohne den ganzen innenausbau abzureißen. Die isolierung, dampfbremsen etc von außen neu machen lassen? (und ja wir sind wg eigener dummheit beschissen worden… die dämmung ist wohl marke eigenbau. leider sind die vorbesitzer inzwischen verstorben. sie waren schon älter), Klagen geht also nicht…danke im avoraus, herzlicher Gruß, Daniel
Hallo Daniel,
eventuell wäre eine Einblasdämmung das richtige für Ihr Problem: https://www.einblasdaemmung.de/dach-daemmung/abseitendaemmung-nachverdichtung-maengelbeseitigung.php
Viele Grüße
Dominik Hochwarth
Guten Tag,
ist es tatsächlich so, dass bei einer für die Dämmung der oberen Geschossdecke offen aufgeblasenen Zellulose-Dämmung auf eine Dampfbremse oder Dampfsperre u.U. verzichtet werden kann. Bei unserem Objekt wurde für die Dämmung der oberen Geschossdecke nachträglich eine Zellulose Dämmung in den Kaltdachboden eingeblasen (ca. 20cm). Der damalige Handwerker ist der Ansicht, die Zelloluse würde durch ihre Eingeschaft, Feuchtigkeit durchzulassen, keien Dampfbremse oder -sperre notwendig machen. Für eine Einschätzung wäre ich dankbar.
Hallo,
wenn der Dachboden gut durchlüftet ist, braucht es keine Dampfbremse oder Dampfsperre, dann kann die Feuchtigkeit austrocknen. Auch wenn der Dachboden genutzt und somit beheizt wird, braucht es keine Folie. Aber das ist bei Ihnen, wie ich Ihrer Frage entnehme, nicht der Fall. Es ist aber nicht generell so, dass bei einer Zellulosedämmung auf eine Dampfbremse/Dampfsperre verzichtet werden kann.
Viele Grüße
Dominik Hochwarth
Hallo,
ich bin gerade dabei eine neue Balkenlage als Geschossdecke zu errichten. Zwischen den Balken habe ich Steinwolle (Rockwool) Klemmrock eingebracht. Zum Dach hin ist die Fläche mit einfachem Rauhspund 23mm belegt. Die Decke wollte ich mit Rigips schließen. Über der Geschossdecke existiert ein ungedämmtes Dach, einfach nur Dachpfannen, was später einmal inkl. Dachstuhl ersetzt werden soll und dann auch gedämmt werden wird. Welche Art Dampfsperre wäre hier ratsam?
Gilt eine Alufolie auch als Dampfsperre?
Danke vorab.
Hallo,
ja – es gibt Alufolien, die als Dampfsperre verwendet werden können. Ob Sie eine solche Dampfsperre benötigen, lässt sich aus der Ferne schlecht beurteilen. Ich würde ehe zu einer Dampfbremse tendieren. Dampfsperren kommen doch eher dort zum Einsatz, wo größere Temperaturgefälle zu erwarten sind. Zum Beispiel bei einer Sauna oder einem Kühlhaus.
Viele Grüße
Dominik Hochwarth
Hallo. Sind gerade dabei eine alte scheune in ein Wohnhaus umzubauen. Das Dach von der Scheune schaut folgendermasen aus(von oben) Dachziegel,latten,konterlatte,unterspahnbahn,22cm isover klemfilz 035. Jetzt ist die Frage ,was sollte von innen drauf-Dampfbremse oder feuchtadaptive dampfbremse? Dann gibt es noch einen Anbau der komplett neu aufgebaut wurde. Da kam von oben anstatts eine Unterspahnbahn 6cm Holzweichfasseeplatten drauf, kann man da das selbe sprich Dampfbremse oder feuchtadaptive dampfbremse benutzen? Vielen dank
Hallo,
eine feuchteadaptive Dampfbremse brauchen Sie in der Regel nur, wenn die Feuchtigkeit nicht nach außen durch die Dachhaut entweichen kann. Dann muss eventuell anfallende Feuchtigkeit nach innen verdunsten. Ich weiß jetzt nicht, ob die verbaute Unterspannbahn diffusionsdicht oder diffusionsoffen ist. Ist sie dicht, sollten Sie besser eine Klimamembran verwenden. Holzweichfaserplatten sollten auf jeden Fall diffusionsoffen sein. Da müssten Sie mit einer normalen Dampfbremse auskommen.
Viele Grüße
Dominik Hochwarth
Guten Tag Herr Hochwarth,
Ihre Seite ist wirklich sehr interessant und dass sie hier auf einzelne, spezielle Probleme auch eingehen ebenso lobenswert!
Möglicherweise können Sie mir ja auch einen Tipp geben,
ich habe schon mehrere Personen (einen Architekten, eine Kontaktperson bei proClima, …) nach einem Hinweis gefragt, aber nur unterschiedliche Meinungen bekommen ….
Ich habe vor einen Kellerraum als Proberaum für eine Band umzubauen.
Ich baue nach dem „Raum-in-Raum“-Prinzip, d.h. es wird Vorsatzschalen
vor jeder Wand und eine abgehängte Decke geben, die untereinander
luftdicht verbunden sein müssen. Die Vorsatzschale besteht aus 75mm
Metall-Profilen (CW75) und bekommt als Dämmwolle Rockwool Sonorock
Akustik (70mm); anschließend wird mit Knauf Silent Board (12,5mm) doppelt
beplankt.
Der Kellerraum ist bis jetzt ein Heizungsraum, in dem ehemals Ölbehälter
standen – entsprechend dicht mit Putz und Farbe sollten auch die Wände
bearbeitet worden sein. Weil 2 dieser 4 Wände Außenwände sind und deshalb
1x komplett und 1x zur Hälfte im Erdreich sind und eine mögliche Trocknung der Wände bis jetzt (ohne Vorsatzschale) nach innen hin möglich war, möchte ich
sichergehen, dass ich langfristig gesehen keine Probleme mit Feuchtigkeit
und Schimmel hinter der Vorsatzschale bekomme.
Meine Fragen:
1) Welche Dampfbremse ist gut für meinen Anwendungsfall geeignet?
z.B. die Pro Clima INTELLO?
2) Wo ist die beste Position zum Anbringen einer Dampfbremsfolie
in folgendem Aufbau:
a = Außenwand (ca 30cm)
b= Putz und Farbe (müsste wegen den Ölbehältern zumindest sehr „flüssigkeitsdicht“ sein)
c = Luftspalt ca. 1cm
d = Dämmwolle
e = Gipskartonplatte 1
f = Gipskartonplatte 2
zwischen d und e ODER zwischen e und f?
3) Sollte der Luftspalt (c) möglichst groß oder gar nicht vorhanden sein
hieße die Dämmwolle berührt die Außenwand direkt und vollflächig?
Vielen Dank im Voraus für Ihre Antwort!
Mit freundlichen Grüßen
F. Dornieden
Hallo Herr Dornieden,
schön, dass Ihnen meine Seite gefällt. Da Sie bereits einen Architekten und die Experten bei proClima gefragt haben, ist es für mich natürlich schwierig, noch etwas Neues beizutragen. Problematisch sind sicher die dichten Wände, da Feuchtigkeit nur in eine Richtung austrocknen kann. Doch hier scheint die Pro Clima Intello auch zu funktionieren, wie ich hier nachlesen konnte: https://de.proclima.com/systeme/luftdichtung-innen/intello/funktionsweise
Wenn Sie die Pro Clima Intello verwenden, würde ich mich an die Ratschläge Ihrer Kontaktperson bei diesem Hersteller halten. Die wissen sicherlich am besten, wie ihre Produkte eingesetzt werden müssen.
Viele Grüße
Dominik Hochwarth
Hallo Herr Hochwarth,
wir haben in unserem Dachspitz einen Schimmelschaden als Folge vom Estrich trockenheizen. Die Dachluke war nicht dicht.
An der Decke vom OG zum DG haben wir eine feuchtevariable Dampfbremsfolie.
Die Sanierung steht noch aus. Die Frage: Können Schimmelsporen mit der
Feuchtigkeit durch die Dampfbremsfolie wandern oder gilt die Dampfbremsfolie
als Sporendicht?
Hallo Herr Fischer,
da bin ich ehrlicherweise überfragt. Ich weiß nicht, ob Schimmelsporen durch die Dampfbremse schlüpfen können. Man kann zwar Schimmelschäden mit einer Folie luftdicht verpacken, damit sich die Sporen nicht weiter ausbreiten, das sind dann aber eher dampfdichte Folien, also Dampfsperren. Das ist aber auch nur eine vorübergehende Lösung, bis der Schimmel entfernt wird.
Viele Grüße
Dominik Hochwarth
Hallo Herr Hochwarth,
macht aus Ihrer Sicht eine Klimamembran bei einem Kaltdach (hinterluftet) Sinn? Ich denke da an die Sommerzeit, wo die Feuchtigkeit von Außen in die Dämmung eindringt und bei einer Dampfsperre nicht rein diffundieren kann. Oder reicht es, wenn die Wolle im Winter wieder nach Außen trocknet?
Die zweite Frage wäre, ob aus genau diesem Grund eine Klimamembran als Unterdeckbahn Sinn machen würde, damit im Sommer von Außen weniger Feuchte eingetragen wird und die Folie im Winter wieder öffnet. Oder ist der Dampfdruck im Sommer so gering, dass die Klimamembran immer „offen“ ist und kein Unterschied zu diffusionsoffenen Unterdeckbahnen besteht?
Mein Hintergrund: Renovierung meines Daches aus 80ern nach Leckage, bewohnbar und als Feuchteraum. Bisherige Konstruktion: 50mm HInterluftung + 100mm Alu-kaschierter Klemmfilz zwischen den Sparen + 50mm Alu-kaschierter Klemmfilz als Untersparrendämmung. Hat bisher scheinbar gut funktioniert.
Hallo Herr Rieger,
da ich gerade in Urlaub bin und nicht viel Zeit habe, Ihnen zu antworten, hier nur ein Link, wo Sie etwas über den Aufbau eines belüfteten Steildachs nachlesen können: http://www.ing-büro-junge.de/html/geneigtes_dach.html#BelueftetesDach
Hallo Herr Hochwarth,
ich habe in einem erdberührten Raum von unten nach oben folgenden Bodenaufbau (ehemalige überdachte Terasse):
1. ursprüngliche Betonbodenplatte mit Terassenfliesen insgesamt ca. 20 cm dick
2. Bitumen/Aluminium Dampfsperre
3. 2-6 cm Fermacell Ausgleichsschüttung
4. 4cm Pur Dämmung beidseitig alukasschiert , Stöße mit entsprechendem Klebeband auf Oberseite verklebt.
5. Trockenestrich 2 cm
Darauf soll nun eine Trittschalldämmung, folgend Vinyl. Nun ist meine Frage, ob ich eine Trittschalldämmung inkl. Dampfbremse verwenden soll oder besser eine Dampfsperre oder eine Klimamembran. Vom Boden dürfte normalerweise keine Feuchtigkeit kommen, der Raum ist ja i.d.R. wärmer als der Boden, daher tendiere ich zur Dampfsperre . Oder könnte man auch eine Klimamembran nehmen, falls doch mal etwas Feuchtigkeit vom Boden her kommt.
Vielen Dank
Hallo Herr Montenari,
von unten kann ja eigentlich keine Feuchtigkeit kommen, ganz unabhängig von warm und kalt. Da gibt es ja die alukaschierte Dämmung und noch weiter unten im Aufbau noch eine weitere Dampfsperre. Wenn Sie jetzt noch eine Dampfsperre einbauen, verhindert diese ja nur noch, dass Feuchtigkeit in den Trockenestrich gelangen kann. Eine Klimamembran braucht es da nicht.
Viele Grüße, Dominik Hochwarth
Hallo Herr Hochwart,
vielen Dank für die Ausführung, ich habe jetzt nochmal mit dem Hersteller der alubeschichteten Dämmplatten gesprochen. Die haben einen SD wert von 30, d.h. das ist eine Dampfbremse und keine Dampfsperre. Da der Raum im Winter beheitzt ist, ist es imRaum i.d.R wärmer als im Erdboden. Würde dann nicht der Dampf vom Raum in Richtung Boden diffundieren und sich in Dämmung stauen. Wenn ja sollte ich dann über dem Trockenestrich eine Dampfsperre oder Dampfbremse verwenden?
Vielen Dank und viele Grüße, Oliver Montenari
Hallo Herr Montenari,
das wundert mich jetzt aber, dass durch die Alukaschierung Wasserdampf wandern kann, bisher dachte ich immer, dass Aluminium absolut dampfdicht ist. Aber wenn es der Hersteller sagt.. In diesem Fall würde ich zu einer Dampfsperre tendieren, damit keine Feuchtigkeit in die Konstruktion gelangt.
Viele Grüße
Dominik Hochwarth