Aluminiumfassaden kennt man vor allem von Bürogebäuden und moderner Architektur. Doch auch bei Einfamilienhäusern wird das Material eingesetzt – als komplette Fassadenbekleidung, am Giebel oder gezielt an einzelnen Gebäudeteilen.
Aluminium ist leicht, witterungsbeständig und braucht wenig Pflege. Billig ist eine solche Fassade allerdings nicht. Zudem bedeutet „Aluminium“ noch lange nicht automatisch „nachhaltig“. Bei der Ökobilanz macht es einen erheblichen Unterschied, ob Primäraluminium oder Material mit hohem Recyclinganteil verwendet wird.
Auch das Fassadensystem selbst spielt eine Rolle. Anbieter wie die Nordisk Profil GmbH setzen beispielsweise auf Aluminiumprofile, die als modular aufgebaute Fassadensysteme montiert werden. Für Bauherren ist allerdings weniger der Herstellername als die Konstruktion entscheidend: Wie ist die Fassade aufgebaut, was kostet sie komplett und lässt sie sich nach Jahrzehnten wieder zerlegen?

Das Wichtigste in Kürze
- Aluminiumfassaden werden häufig als vorgehängte hinterlüftete Fassade, kurz VHF, ausgeführt.
- Das Aluminium selbst dämmt das Haus nicht. Den Wärmeschutz übernimmt eine separate Dämmschicht.
- Für komplette VHF mit Dämmung, Unterkonstruktion und Montage sollten Sie grob mit etwa 180 bis 350 Euro pro Quadratmeter rechnen. Aufwendige Aluminiumfassaden können darüber liegen.
- Aluminium ist langlebig und gut recycelbar. Die Herstellung von Primäraluminium benötigt jedoch viel Energie.
- Recyclingaluminium kann die produktionsbedingte CO₂-Bilanz erheblich verbessern.
- Bei einer nachträglichen Fassadenbekleidung müssen unter anderem Fensterbänke, Dachüberstände, Sockel und Fallrohre zum dickeren Wandaufbau passen.
- Bei größeren Sanierungen können energetische Anforderungen nach dem Gebäudemodernisierungsgesetz greifen.
Was ist eine Aluminiumfassade?
Bei Wohnhäusern werden Aluminiumprofile oder -paneele meist nicht einfach direkt auf die vorhandene Außenwand geschraubt. Häufig kommen sie als äußere Bekleidung einer vorgehängten hinterlüfteten Fassade zum Einsatz.
Vereinfacht besteht eine solche Konstruktion aus:
tragender Außenwand → Verankerung und Unterkonstruktion mit Dämmebene → Hinterlüftungsraum → Aluminium-Bekleidung
Die einzelnen Schichten haben unterschiedliche Aufgaben. Die vorhandene Wand trägt die Konstruktion. Eine zusätzliche Dämmschicht verringert die Wärmeverluste. Davor bleibt ein Luftspalt. Die sichtbare Aluminiumverkleidung übernimmt schließlich den Witterungsschutz.
Wer noch nicht weiß, welches Material sich für die eigene Fassade eignet, findet im Ratgeber Welche Fassadenverkleidung ist am besten? einen Vergleich von Aluminium, Holz, Faserzement, Klinker, Naturstein und weiteren Lösungen.
Wie funktioniert die Hinterlüftung?
Zwischen Dämmung und äußerer Bekleidung bleibt bei einer VHF ein durchgehender Hinterlüftungsraum.
Über geeignete Öffnungen kann dort Luft ein- und austreten. Feuchtigkeit, die beispielsweise durch Schlagregen hinter die äußere Bekleidung gelangt oder aus tieferen Bauteilschichten stammt, kann dadurch besser wieder abtrocknen.
Das bedeutet allerdings nicht, dass eine hinterlüftete Fassade automatisch vor jedem Feuchteschaden schützt. Anschlüsse, Hinterlüftungsquerschnitt sowie Zu- und Abluftöffnungen müssen zum jeweiligen Fassadensystem passen.
Besonders wichtig sind Details an:
- Fenstern und Türen
- Gebäudeecken
- Sockeln
- Dachanschlüssen
- Durchdringungen
- Lüftungsöffnungen
Werden solche Bereiche falsch ausgeführt, hilft auch die beste Fassadenbekleidung wenig.

Die Dämmung sitzt hinter dem Aluminium
Ein häufiger Denkfehler: Metallfassaden sehen technisch hochwertig aus, dämmen aber selbst praktisch nicht.
Aluminium leitet Wärme sogar sehr gut. Für den Wärmeschutz sorgt deshalb die Dämmschicht hinter der Bekleidung.
Wie gut die komplette Wand dämmt, beschreibt der U-Wert. Je kleiner dieser Wert ist, desto weniger Wärme gelangt durch die Außenwand. Wie dieser Kennwert funktioniert, erklären wir ausführlich im Beitrag U-Wert berechnen: So gut dämmen Wand, Dach und Fenster wirklich.
Bei einer Aluminium-VHF müssen zusätzlich die Befestigungen und die Unterkonstruktion berücksichtigt werden. Metallische Konsolen können die Dämmschicht punktuell durchdringen und Wärmebrücken erzeugen. Deshalb reicht es nicht aus, lediglich die Dicke der Dämmplatten festzulegen.
Was gilt bei einer Sanierung nach dem Gebäudemodernisierungsgesetz?
Wer eine bestehende Fassade neu verkleidet, kann unter das Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG) fallen.
Werden bei einem beheizten Wohngebäude auf der Außenseite einer bestehenden Wand Bekleidungen, Verschalungen oder Dämmschichten angebracht, nennt Anlage 7 des GModG für typische Fälle einen maximalen U-Wert von 0,24 W/(m²·K).
Es gibt allerdings eine Bagatellgrenze. Werden nicht mehr als zehn Prozent der gesamten Fläche der jeweiligen Bauteilgruppe verändert, greifen diese Anforderungen grundsätzlich nicht.
Wer nur einen kleinen Giebelbereich verkleidet, befindet sich deshalb in einer anderen Situation als jemand, der die komplette Außenwand saniert.
Mehr dazu finden Sie im Beitrag Lohnt sich Dämmen wirklich? Was Gebäudedämmung bringt.
Welche Arten von Aluminiumfassaden gibt es?
Aluminium lässt sich sehr unterschiedlich formen und gestalten. Verbreitet sind beispielsweise:
- Paneele
- Profile
- Lamellen
- Kassetten
- Schindeln
- perforierte Elemente
Die Profile können horizontal oder vertikal angeordnet werden. Dazu kommen unterschiedliche Breiten, Tiefen, Farben und Oberflächen.
Bei manchen Fassaden bleiben die Befestiger sichtbar. Andere Systeme verwenden verdeckte Befestigungen oder Klick- und Einhängelösungen.
Wichtig ist die Abgrenzung zu Aluminium-Verbundplatten. Diese bestehen meist nicht massiv aus Aluminium, sondern aus dünnen Deckschichten und einem Kern aus einem anderen Material. Brandschutz und Recycling können sich deshalb deutlich von massiven Aluminiumprofilen unterscheiden.
Was kostet eine Aluminiumfassade?
Genau diese Frage lässt sich nicht mit einem einzigen Quadratmeterpreis beantworten.
Zunächst muss unterschieden werden zwischen:
Preis der Aluminium-Bekleidung
und
Preis einer kompletten hinterlüfteten Fassade.
In Materialtabellen finden sich für Metallbekleidungen teilweise Preise deutlich unter 200 Euro pro Quadratmeter. Darin fehlen jedoch häufig wesentliche Bestandteile der fertigen Fassade.
Für eine komplette VHF kommen hinzu:
- Unterkonstruktion
- Verankerungen und Konsolen
- Dämmung
- Aluminium-Bekleidung
- Fenster- und Türanschlüsse
- Sockelprofile
- Eckausbildungen
- Gerüst
- Montage
- gegebenenfalls Rückbau der vorhandenen Fassade
Für eine komplette hinterlüftete Fassade sind etwa 180 bis 350 Euro pro Quadratmeter eine sinnvolle grobe Größenordnung. Einfache Konstruktionen können darunter liegen, hochwertige Aluminiumprofile und aufwendige Gebäudedetails darüber.
Was bedeuten diese Kosten für ein Haus?
| Fassadenfläche | 180 €/m² | 250 €/m² | 350 €/m² |
| 100 m² | 18.000 € | 25.000 € | 35.000 € |
| 150 m² | 27.000 € | 37.500 € | 52.500 € |
| 200 m² | 36.000 € | 50.000 € | 70.000 € |
Die Tabelle ist eine Budgetorientierung für eine komplette VHF, kein verbindlicher Preis für eine bestimmte Aluminiumfassade.
Bei Erkern, vielen Fenstern, versetzten Fassadenflächen oder komplizierten Dach- und Sockelanschlüssen können die Kosten schnell steigen.
Einen größeren Kostenvergleich unterschiedlicher Sanierungsarten finden Sie im Beitrag Fassade sanieren 2026: Was 100, 150 und 200 m² wirklich kosten.

Warum sind Aluminiumfassaden relativ teuer?
Das Aluminium ist nur ein Teil der Kosten.
Die Unterkonstruktion muss das Eigengewicht der Fassade sowie Windlasten sicher in das Gebäude übertragen. Gleichzeitig sind Fenster, Türen, Sockel und Dachanschlüsse sauber in den neuen Fassadenaufbau einzubinden.
Je individueller die Gestaltung wird, desto teurer kann die Konstruktion werden.
Einheitliche Paneele an einer geraden Wand lassen sich einfacher herstellen und montieren als unterschiedlich breite Lamellen, Sonderkantteile, komplexe Gebäudeecken oder Fassaden mit vielen Ausschnitten.
Bei Einfamilienhäusern kann es deshalb wirtschaftlich sinnvoll sein, Aluminium nur gezielt einzusetzen – beispielsweise am Giebel, an einem Anbau oder als gestalterischen Akzent.
Kann man eine Aluminiumfassade nachträglich montieren?
Grundsätzlich ja. Gerade bei einer ohnehin geplanten Fassadensanierung lässt sich eine VHF gut mit einer zusätzlichen Dämmung kombinieren.
Vorher muss aber geprüft werden, ob das vorhandene Gebäude dafür geeignet ist.
Wichtig sind insbesondere:
Tragfähigkeit der vorhandenen Wand
Konsolen und Befestiger müssen sicher im bestehenden Mauerwerk oder Beton verankert werden können. Bei alten oder geschädigten Außenwänden kann das zusätzliche Untersuchungen erforderlich machen.
Fenster und Fensterbänke
Durch Dämmung, Hinterlüftungsraum und Bekleidung wird die Außenwand deutlich dicker. Fensterbänke müssen entsprechend verlängert oder ersetzt werden.
Dachüberstand
Wird die Fassade beispielsweise 15 oder 20 cm dicker, kann ein knapper Dachüberstand zum Problem werden.
Sockel
Am Übergang zwischen Fassade und Gelände treffen unterschiedliche Anforderungen an Feuchte-, Spritzwasser- und mechanischen Schutz aufeinander.
Fallrohre und Leitungen
Regenfallrohre, Außenleuchten, Steckdosen, Markisen oder Leitungen müssen häufig vor die neue Fassadenebene gesetzt werden.
Gerade diese Nebenarbeiten werden bei der ersten Kostenschätzung gerne unterschätzt.
Aluminium dehnt sich bei Wärme aus
Aluminium verändert seine Länge bei Temperaturschwankungen.
Eine dunkle Fassadenoberfläche kann sich in der Sonne erheblich erwärmen und nachts wieder abkühlen. Bei langen Profilen entstehen dadurch messbare Längenänderungen.
Fugen, Befestigungen und Profilstöße müssen so ausgeführt werden, dass die Elemente diese Bewegung aufnehmen können. Werden lange Profile starr eingespannt, können Spannungen oder Verformungen entstehen.
Bei geprüften Fassadensystemen sind solche Bewegungen bereits in den Befestigungs- und Anschlussdetails berücksichtigt.
Rostet Aluminium?
Nicht auf dieselbe Weise wie ungeschützter Stahl.
Auf Aluminium bildet sich an der Luft eine sehr dünne Oxidschicht. Sie schützt das darunterliegende Material normalerweise gut vor weiterer Korrosion.
Trotzdem ist Aluminium nicht völlig unempfindlich. Ungünstige Kombinationen verschiedener Metalle können beispielsweise Kontaktkorrosion begünstigen.
Fassadenprofile werden außerdem häufig eloxiert oder pulverbeschichtet. Das schafft zusätzliche Gestaltungsmöglichkeiten und verändert zugleich die Eigenschaften der Oberfläche.
Welche Vorteile hat eine Aluminiumfassade?
Geringes Gewicht
Aluminium ist im Vergleich zu vielen anderen Metallen leicht. Das erleichtert Transport und Montage und hält die zusätzlichen Lasten auf die Gebäudekonstruktion vergleichsweise gering.
Hohe Witterungsbeständigkeit
Fachgerecht ausgeführte Aluminiumfassaden kommen mit Regen, Frost und UV-Strahlung gut zurecht.
Wenig Pflege
Im Gegensatz zu vielen Holzfassaden benötigt Aluminium keinen regelmäßig erneuerten Schutzanstrich.
„Wartungsfrei“ wäre trotzdem zu viel versprochen. Je nach Lage und Oberfläche kann eine Reinigung nötig werden. Auch Anschlüsse und Befestigungen sollten im Rahmen der Gebäudeunterhaltung kontrolliert werden.
Große Gestaltungsfreiheit
Profile, Paneele und Lamellen lassen sich in vielen Formen und Farben herstellen. Damit sind Fassaden möglich, die mit einem klassischen Außenputz kaum realisierbar wären.
Einzelne Teile können austauschbar sein
Bei mechanisch befestigten Systemen lassen sich beschädigte Fassadenelemente teilweise einzeln ersetzen. Ob das tatsächlich möglich ist, hängt vom jeweiligen System ab.
Welche Nachteile hat eine Aluminiumfassade?
Die wichtigsten Nachteile sind:
- hohe Anfangskosten
- zusätzlicher Platzbedarf vor der Außenwand
- anspruchsvolle Anschlüsse
- Wärmebrücken durch metallische Unterkonstruktionen
- energieintensive Herstellung von Primäraluminium
- thermische Längenänderungen der Profile
- eine für viele Häuser sehr moderne Optik
Vor allem der zusätzliche Wandaufbau sollte bei einer Sanierung nicht unterschätzt werden. Wird aus einer schlanken Putzfassade eine gedämmte VHF, verschiebt sich die Außenkante des Gebäudes deutlich nach außen.
Wird eine Aluminiumfassade im Sommer heiß?
Ja. Besonders dunkle Metalloberflächen können sich bei direkter Sonneneinstrahlung stark erwärmen.
Das bedeutet aber nicht automatisch, dass sich auch die Wohnräume entsprechend stärker aufheizen.
Zwischen der äußeren Aluminiumhaut und dem Innenraum liegen bei einer VHF Hinterlüftungsraum, Dämmung und Außenwand. Für den sommerlichen Wärmeschutz sind außerdem Fensterflächen und deren Verschattung besonders wichtig.
Aluminiumlamellen können zusätzlich als außen liegender Sonnenschutz eingesetzt werden. Vor Fenstern angeordnet, reduzieren sie den direkten solaren Wärmeeintrag durch die Verglasung.
Was gilt beim Brandschutz?
Beim Brandschutz zählt nicht allein das sichtbare Aluminium.
Betrachtet werden muss der gesamte Fassadenaufbau:
- Bekleidung
- Dämmung
- Unterkonstruktion
- Hinterlüftungsraum
- Befestigungen
- Anschlüsse
- gegebenenfalls Brandsperren
Der Hinterlüftungsraum kann sich über mehrere Geschosse erstrecken. Deshalb fordert die Musterbauordnung bei entsprechenden Fassaden höherer Gebäude besondere Maßnahmen gegen eine Brandausbreitung in diesem Hohlraum.
Für Gebäude der Gebäudeklassen 1 bis 3 sieht die Musterbauordnung diese besonderen Vorkehrungen bei hinterlüfteten Außenwandkonstruktionen nicht vor. Viele gewöhnliche Ein- und Zweifamilienhäuser fallen in diese Klassen.
Welche Anforderungen tatsächlich gelten, richtet sich aber nach der jeweiligen Landesbauordnung und dem konkreten Gebäude.
Bei Aluminium-Verbundplatten ist zusätzlich der Kern des Produkts zu beachten. Ein Bauteil mit Aluminiumdeckschichten kann sich brandschutztechnisch völlig anders verhalten als ein massives Aluminiumprofil.
Wie nachhaltig ist eine Aluminiumfassade wirklich?
Die Antwort hängt stark davon ab, welches Aluminium verwendet wird.
Die Herstellung von Primäraluminium aus Bauxit ist sehr energieintensiv. Deshalb kann fabrikneues Primäraluminium einen vergleichsweise hohen CO₂-Fußabdruck besitzen.
Ganz anders sieht es aus, wenn bereits vorhandenes Aluminium erneut eingeschmolzen und verarbeitet wird. Aluminium lässt sich grundsätzlich sehr gut stofflich verwerten.
Drei Begriffe sollte man dabei unterscheiden:
Recyclinganteil
Er beschreibt, wie viel wiederverwertetes Aluminium bereits im neuen Produkt steckt.
Recyclingfähigkeit
Sie sagt etwas darüber aus, wie gut sich das Produkt am Ende seiner Nutzung erneut verwerten lässt.
Wiederverwendung
Noch einen Schritt weiter geht die Wiederverwendung. Dabei wird ein Bauteil nicht eingeschmolzen, sondern möglichst direkt erneut eingesetzt.
Ein Produkt kann also gut recycelbar sein und trotzdem zunächst vollständig aus Primäraluminium bestehen. Umgekehrt sagt ein hoher Recyclinganteil noch nichts darüber aus, wie einfach sich ein komplettes Fassadensystem später zerlegen lässt.

Wie stark verbessert Recyclingaluminium die CO₂-Bilanz?
Herstellerangaben zeigen, wie groß die Unterschiede sein können.
Nordisk Profil gibt an, für seine Aluminiumfassaden Greenline-Aluminium einzusetzen, das zu 100 Prozent aus gesammeltem und recyceltem Aluminium besteht. Dafür nennt das Unternehmen einen CO₂-Fußabdruck von 1,8 kg CO₂-Äquivalenten je Kilogramm Aluminium.
Zum Vergleich nennt der Hersteller für Primäraluminium 11,1 kg CO₂-Äquivalente je Kilogramm.
Diese Zahlen beziehen sich auf das vom Hersteller eingesetzte Material. Sie sind keine allgemeingültigen Werte für jede Aluminiumfassade und beschreiben auch nicht automatisch die komplette Klimabilanz eines Gebäudes.
Wer Produkte vergleichen möchte, sollte deshalb nach einer EPD – Environmental Product Declaration fragen. Solche Umweltproduktdeklarationen dokumentieren Umweltwirkungen eines Bauprodukts nach festgelegten Regeln.
Warum die Demontierbarkeit wichtig ist
Recycling funktioniert nur dann gut, wenn die Materialien nach dem Rückbau voneinander getrennt werden können.
Genau hier haben mechanisch befestigte Fassadensysteme einen Vorteil. Profile, Bekleidung, Unterkonstruktion und Dämmung sind nicht zwangsläufig dauerhaft miteinander verklebt.
Nach Angaben des Fachverbands FVHF lassen sich die Bestandteile vieler VHF aufgrund der mechanischen Verbindungen getrennt zurückbauen. Einzelne Materialien können anschließend wiederverwendet oder verschiedenen Recyclingwegen zugeführt werden.
Das macht eine VHF aber nicht automatisch zum Kreislaufprodukt. Ob Materialien Jahrzehnte später tatsächlich wiederverwendet werden, hängt unter anderem von Zustand, Konstruktion, Dokumentation und verfügbaren Rücknahme- und Recyclingwegen ab.
Wie lange hält eine Aluminiumfassade?
Aluminium kann sehr lange als Fassadenmaterial genutzt werden. Eine pauschale Lebensdauer für jede Aluminiumfassade gibt es trotzdem nicht.
Der Fachverband FVHF spricht bei einzelnen Bestandteilen hochwertiger vorgehängter hinterlüfteter Fassaden von Nutzungsdauern von mehr als 50 Jahren.
Wie lange eine konkrete Fassade hält, hängt unter anderem ab von:
- Material und Legierung
- Beschichtung
- Befestigungssystem
- Anschlüssen
- Umwelteinflüssen
- Unterkonstruktion
- Wartung und Reinigung
Hersteller nennen teilweise noch längere Werte. Solche Angaben sollten jedoch immer für das konkrete Fassadensystem geprüft werden.
Aluminium, Holz oder Putz: Was eignet sich fürs Einfamilienhaus?
Für ein gewöhnliches Einfamilienhaus ist eine Putzfassade meist günstiger.
Aluminium wird interessant, wenn andere Kriterien wichtiger sind:
| Aluminium | Holz | Putz |
| sehr pflegearm | je nach Holzart mehr Pflege | regelmäßige Instandhaltung möglich |
| sehr witterungsbeständig | natürliche Optik | große Farbauswahl |
| hohe Anfangskosten | mittlere bis hohe Kosten | meist günstiger |
| sehr gut recycelbar | nachwachsender Rohstoff | abhängig vom System |
| moderne Optik | natürliche Optik | klassisches Erscheinungsbild |
| VHF gut rückbaubar | VHF ebenfalls gut möglich | häufig fest verbundener Aufbau |
Welches Material am besten passt, hängt daher nicht nur vom Quadratmeterpreis ab.
Wer möglichst günstig bauen oder sanieren möchte, wird sich in der Regel nicht für eine hochwertige Aluminiumfassade entscheiden. Wer hingegen Wert auf lange Nutzungsdauer, geringe Pflege und eine moderne Gestaltung legt, für den kann das Material interessant sein.
Brauche ich für eine neue Aluminiumfassade eine Genehmigung?
Das lässt sich nicht bundesweit mit Ja oder Nein beantworten.
Die Bauordnungen der Bundesländer unterscheiden sich. Hinzu kommen örtliche Vorgaben.
Prüfen sollten Sie vor einer größeren Fassadenänderung insbesondere:
- Landesbauordnung
- Bebauungsplan
- örtliche Gestaltungssatzung
- Denkmalschutz
- Abstandsflächen und Grundstücksgrenzen
Gerade bei einer nachträglichen Dämmung wird die Außenwand dicker. Bei Gebäuden, die bereits dicht an der Grundstücksgrenze stehen, kann das relevant werden.
Im Zweifel sollte vor der Bestellung des Fassadensystems die zuständige Bauaufsichtsbehörde gefragt werden.
Für wen lohnt sich eine Aluminiumfassade?
Eine Aluminiumfassade bietet sich vor allem an, wenn Sie eine langlebige, pflegearme und bewusst moderne Gebäudehülle suchen.
Interessant ist sie beispielsweise:
- für moderne Einfamilienhäuser
- bei einer ohnehin anstehenden energetischen Fassadensanierung
- für Giebel und stark bewitterte Flächen
- für Anbauten
- als Akzent an einzelnen Fassadenbereichen
- wenn ein späterer geordneter Rückbau bereits bei der Planung berücksichtigt werden soll
Ob die höheren Anfangskosten wirtschaftlich durch die lange Nutzungsdauer ausgeglichen werden, lässt sich dagegen nicht pauschal beantworten. Dafür müssten Investition, Reinigung, Wartung, Reparaturen und tatsächliche Lebensdauer für das konkrete Gebäude miteinander verglichen werden.
Fazit: Aluminium ist langlebig – nachhaltig wird die Fassade erst durch das Gesamtkonzept
Eine Aluminiumfassade kann über Jahrzehnte funktionieren, braucht vergleichsweise wenig Pflege und bietet große gestalterische Möglichkeiten. Für Einfamilienhäuser wird sie häufig als vorgehängte hinterlüftete Fassade ausgeführt. Dämmung, Hinterlüftung und äußere Bekleidung übernehmen dabei unterschiedliche Aufgaben.
Billig ist diese Konstruktion nicht. Für komplette VHF sind grob 180 bis 350 Euro pro Quadratmeter eine sinnvolle erste Budgetgröße. Aufwendige Aluminiumlösungen können noch darüber liegen.
Auch bei der Nachhaltigkeit lohnt ein zweiter Blick. Primäraluminium hat aufgrund seiner energieintensiven Herstellung eine ungünstige Ausgangsbilanz. Ein hoher Anteil an Recyclingaluminium verbessert diese deutlich. Hinzu kommen die lange Nutzungsdauer und die Möglichkeit, mechanisch befestigte Fassaden später wieder zu zerlegen.
Wer Angebote vergleicht, sollte daher nicht nur nach Farbe, Profil und Quadratmeterpreis fragen. Recyclinganteil, EPD, Unterkonstruktion, Wärmebrücken, Demontierbarkeit und erwartete Nutzungsdauer sagen mindestens ebenso viel darüber aus, wie gut eine Aluminiumfassade wirklich ist.





