Fassade sanieren 2026: Was 100, 150 und 200 m² wirklich kosten

Von Dominik Hochwarth

5.000 Euro können reichen – 50.000 Euro aber ebenfalls realistisch sein. Bei einer Fassadensanierung entscheidet nicht allein die Fläche über den Preis, sondern vor allem die Frage, was gemacht werden muss. Wir zeigen, was Anstrich, neuer Putz und Fassadendämmung 2026 bei 100, 150 und 200 m² kosten.

Eine 150 m² große Fassade für 5.000 Euro sanieren? Das kann funktionieren, wenn der Putz noch intakt ist und lediglich ein neuer Anstrich benötigt wird. Muss der alte Putz vollständig herunter oder soll die Außenwand gleichzeitig gedämmt werden, sieht die Rechnung völlig anders aus.

Deshalb sind pauschale Angaben wie „Eine Fassadensanierung kostet 100 Euro pro Quadratmeter“ wenig hilfreich. Entscheidend ist der Zustand der vorhandenen Fassade und der geplante Aufbau.

Fassade sanieren
Fassadensanierung 2026: Je nach Zustand des Gebäudes reichen die Arbeiten vom neuen Anstrich bis zur kompletten Dämmung. Entsprechend groß ist die Kostenspanne.

Das Wichtigste in Kürze

  • Ein neuer Fassadenanstrich kostet 2026 einschließlich Gerüst und üblicher Vorarbeiten grob 30 bis 70 €/m².
  • Muss der Außenputz vollständig erneuert werden, sollte eher mit 70 bis 140 €/m² gerechnet werden. Ob eine solche Ausführung ohne zusätzliche Dämmung zulässig ist, muss vorher geprüft werden.
  • Für ein Wärmedämmverbundsystem (WDVS) sind grob 160 bis 240 €/m² realistisch.
  • Eine gedämmte hinterlüftete Fassade beginnt etwa bei 180 €/m² und kann je nach Bekleidung auf 350 €/m² und mehr steigen.
  • 150 m² Fassadenfläche sind nicht dasselbe wie 150 m² Wohnfläche.
  • Werden Außenputz oder Fassadenaufbau großflächig erneuert, können die Vorgaben des Gebäudemodernisierungsgesetzes (GModG) greifen.

Was kostet eine Fassadensanierung 2026?

Für eine erste Budgetplanung können Sie mit folgenden Größenordnungen rechnen:

Maßnahmeca. Kosten pro m²100 m²150 m²200 m²
Fassadenanstrich inkl. üblicher Vorarbeiten30–70 €3.000–7.000 €4.500–10.500 €6.000–14.000 €
Außenputz vollständig erneuern*70–140 €7.000–14.000 €10.500–21.000 €14.000–28.000 €
WDVS160–240 €16.000–24.000 €24.000–36.000 €32.000–48.000 €
Hinterlüftete Fassade mit Dämmung180–350 €18.000–35.000 €27.000–52.500 €36.000–70.000 €

* ohne zusätzlich erforderliche energetische Maßnahmen. Ob der Putz ohne Dämmung vollständig erneuert werden darf, hängt vom vorhandenen Wandaufbau und den Vorgaben des GModG ab.

Die Kosten einer Fassadensanierung hängen stark vom Umfang der Arbeiten ab. Während ein neuer Anstrich vergleichsweise günstig bleibt, steigen die Ausgaben bei neuem Außenputz, WDVS oder hinterlüfteter Fassade deutlich. Die Grafik zeigt Richtwerte für 100, 150 und 200 m² Fassadenfläche.
Die Kosten einer Fassadensanierung hängen stark vom Umfang der Arbeiten ab. Während ein neuer Anstrich vergleichsweise günstig bleibt, steigen die Ausgaben bei neuem Außenputz, WDVS oder hinterlüfteter Fassade deutlich. Die Grafik zeigt Richtwerte für 100, 150 und 200 m² Fassadenfläche.

Die Werte sind grobe Endkunden-Richtwerte und keine Angebotspreise. Gebäudeform, Region, Fassadenzustand, Material und Anschlussdetails können die Rechnung deutlich verändern.

Beim Fassadenanstrich werden aktuell rund 31 bis 72 €/m² einschließlich Gerüst, Reinigung, Vorarbeiten, Grundierung und zweifachem Anstrich genannt. Für ein WDVS nennen Verbraucherzentrale und co2online etwa 160 bis 200 €/m². Aktuelle BKI-Baukostendaten zeigen zugleich, dass bestimmte WDVS-Ausführungen und hochwertige Fassadensysteme darüber liegen können.

Reicht ein neuer Anstrich oder muss die Fassade saniert werden?

  • Nur streichen: sinnvoll, wenn der Putz fest sitzt und lediglich verschmutzt, ausgeblichen oder oberflächlich gealtert ist.
  • Putz ausbessern: nötig, wenn einzelne Risse, Abplatzungen oder kleinere Hohlstellen vorhanden sind.
  • Putz großflächig erneuern: kommt infrage, wenn größere Bereiche lose, stark gerissen oder nicht mehr tragfähig sind. Dann sollten auch die energetischen Anforderungen geprüft werden.
  • Ursache zuerst klären: Bei Feuchtigkeit, wiederkehrenden Rissen oder starken Abplatzungen reicht eine neue Beschichtung nicht. Erst muss feststehen, woher der Schaden kommt.
  • Dämmung mitdenken: Wenn ohnehin größere Teile des Fassadenaufbaus erneuert werden, kann es sinnvoll oder rechtlich erforderlich sein, den Wärmeschutz gleich mit zu berücksichtigen.

Wichtig: Ein neuer Anstrich ist keine Sanierung von Feuchte- oder Konstruktionsschäden. Wer nur die Oberfläche erneuert, kann das eigentliche Problem verdecken.

Fall 1: Der Putz ist intakt – die Fassade wird nur gestrichen

Am günstigsten wird es, wenn der vorhandene Außenputz fest sitzt und keine größeren Schäden aufweist.

Dann umfasst die Sanierung normalerweise:

  • Gerüst
  • Reinigung
  • kleinere Ausbesserungen
  • eventuell eine Grundierung
  • einen oder zwei Farbanstriche

Für solche Arbeiten sind etwa 30 bis 70 €/m² ein brauchbarer Richtwert.

Bei 150 m² Fassadenfläche ergeben sich damit rund 4.500 bis 10.500 Euro.

Ein Teil der großen Preisspanne steckt im Untergrund. Eine glatte, tragfähige Fassade lässt sich wesentlich schneller vorbereiten als eine stark verschmutzte Fläche mit zahlreichen Rissen und abgeplatzten Stellen.

Ein neuer Anstrich ist allerdings nur sinnvoll, wenn Schäden tatsächlich oberflächlich sind. Wiederkehrende Risse, größere Hohlstellen oder feuchte Bereiche sollten vorher untersucht werden. Neue Farbe beseitigt die Ursache solcher Schäden nicht.

Fall 2: Putz reparieren oder komplett erneuern?

Hier lohnt sich eine klare Unterscheidung.

Sind nur einzelne Stellen beschädigt, können sie ausgebessert und anschließend überstrichen werden. Je größer die Reparaturflächen werden, desto näher rückt der Preis an eine komplette Putzerneuerung.

Sitzt der Putz dagegen großflächig hohl, bröckelt oder lässt er sich vom Untergrund lösen, kann es notwendig werden, ihn abzuschlagen und neu aufzubauen.

Für einen vollständigen Neuaufbau mit Untergrundarbeiten, Unter- und Oberputz, Gerüst sowie gegebenenfalls Anstrich sind rund 70 bis 140 €/m² eine realistische Größenordnung. Wie Außenputz aufgebaut wird und worin sich die verschiedenen Putzarten unterscheiden, erklären wir ausführlicher im Beitrag „Außenputze: Außenwand verputzen – so funktioniert das“.

Bei 150 m² ergeben sich rechnerisch etwa 10.500 bis 21.000 Euro.

Allerdings gibt es bei einer vollständigen Putzerneuerung noch einen zweiten Punkt: das Energierecht.

Muss die Fassade beim neuen Außenputz gedämmt werden?

Ein neuer Farbanstrich löst nicht automatisch eine Pflicht zur Fassadendämmung aus. Anders kann es aussehen, wenn der Außenputz großflächig erneuert oder ein neuer Fassadenaufbau angebracht wird.

Seit dem 29. Juli 2026 heißt das frühere Gebäudeenergiegesetz Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG).

Werden mehr als zehn Prozent der jeweiligen Außenbauteilgruppe entsprechend verändert, gelten grundsätzlich die Anforderungen aus § 36 und Anlage 7 GModG. Bei Außenwänden von Wohngebäuden ist dort für die betreffenden Maßnahmen ein maximaler U-Wert von 0,24 W/(m²K) vorgesehen. Ausdrücklich genannt werden unter anderem das Aufbringen von Dämmschichten, Bekleidungen und Verschalungen sowie die Erneuerung des Außenputzes.

Es gibt allerdings Ausnahmen. Die Anforderung muss bei diesen Maßnahmen beispielsweise nicht eingehalten werden, wenn die Außenwand nach dem 31. Dezember 1983 bereits unter Einhaltung der damals geltenden energiesparrechtlichen Vorschriften errichtet oder erneuert wurde.

Deshalb wäre die pauschale Aussage „Wer neu verputzt, muss immer dämmen“ falsch. Bei einem älteren ungedämmten Haus sollte aber vor dem Abschlagen des kompletten Außenputzes geklärt werden, welche Anforderungen für die vorhandene Wand gelten.

Fall 3: Was kostet eine Fassadendämmung mit WDVS?

Bei vielen älteren Gebäuden wird eine ohnehin anstehende Fassadensanierung mit einer Wärmedämmung verbunden.

Das häufig verwendete Wärmedämmverbundsystem besteht vereinfacht aus Dämmplatten, Armierungsschicht und Oberputz. Die Dämmplatten werden je nach System geklebt, gedübelt oder zusätzlich mechanisch befestigt.

Die Verbraucherzentrale nennt für ein normales WDVS etwa 160 bis 190 €/m², einschließlich Dämmmaterial, Arbeitskosten, Gerüst und sonstigem Arbeitsmaterial. co2online nennt etwa 160 bis 200 €/m².

Das ist für ein Standardprojekt eine brauchbare Orientierung. Angebote können aber darüber liegen. Die vom Baukosteninformationszentrum BKI ausgewerteten Projekte zeigen deutliche Unterschiede zwischen Polystyrol, Holzfaser, Mineralwolle oder Mineralschaum. Hinzu kommen die Besonderheiten des jeweiligen Hauses.

Für eine erste Budgetplanung rechnen wir deshalb mit einem etwas breiteren Korridor von 160 bis 240 €/m².

Das ergibt:

  • 100 m²: etwa 16.000 bis 24.000 Euro
  • 150 m²: etwa 24.000 bis 36.000 Euro
  • 200 m²: etwa 32.000 bis 48.000 Euro

Ob sich eine solche Dämmung bei Ihrem Haus energetisch und finanziell lohnt, ist eine andere Frage. Damit beschäftigen wir uns ausführlich im Beitrag „Lohnt sich Dämmen wirklich? Was Gebäudedämmung bringt“.

Fall 4: Hinterlüftete Fassade – mehr Möglichkeiten, höhere Kosten

Eine vorgehängte hinterlüftete Fassade funktioniert anders als ein WDVS. Auf der Außenwand befinden sich Dämmung und Unterkonstruktion. Davor wird mit Abstand die sichtbare Fassadenbekleidung montiert.

Diese zusätzliche Konstruktion kostet Geld. co2online nennt für solche Fassaden etwa 180 bis 300 €/m². Je nach Unterkonstruktion und Bekleidung können die Kosten noch höher liegen. BKI-Daten nennen beispielsweise deutlich höhere Werte für aufwendige Holz-, Schiefer- oder Klinkerfassaden.

Für die Budgetplanung sind deshalb ungefähr 180 bis 350 €/m² sinnvoll. Hochwertige Konstruktionen können darüber liegen.

Bei 150 m² wären damit etwa 27.000 bis 52.500 Euro einzuplanen.

Wer sich zunächst einen Überblick über Holz, Faserzement, Metall, Klinker und andere Oberflächen verschaffen möchte, findet ihn in unserem Vergleich „Welche Fassadenverkleidung ist am besten?“. Eine massive oder mit Riemchen ausgeführte Klinkerfassade behandeln wir außerdem im Ratgeber „Haus verklinkern – die Alternative zu Putz“.

Zusatzkosten bei der Fassadendämmung entstehen häufig an den Details: Fensterbänke, Laibungen, Sockel, Fallrohre, Außenleuchten, Vordächer und Dachanschlüsse müssen an den neuen Fassadenaufbau angepasst werden. Auch Untergrundschäden und die Entsorgung alten Putzes können die Rechnung erhöhen.
Zusatzkosten bei der Fassadendämmung entstehen häufig an den Details: Fensterbänke, Laibungen, Sockel, Fallrohre, Außenleuchten, Vordächer und Dachanschlüsse müssen an den neuen Fassadenaufbau angepasst werden. Auch Untergrundschäden und die Entsorgung alten Putzes können die Rechnung erhöhen.

Sonderfall Kerndämmung: günstig dämmen, Fassade bleibt bestehen

Bei Häusern mit zweischaligem Mauerwerk gibt es noch eine völlig andere Möglichkeit.

Befindet sich zwischen den Mauerschalen ein geeigneter Hohlraum, kann dieser mit Dämmstoff verfüllt werden. co2online nennt für eine solche Kerndämmung etwa 25 bis 60 €/m².

Das ist erheblich günstiger als ein WDVS.

Allerdings wird damit die eigentliche Fassadenoberfläche nicht saniert. Ist der Außenputz beschädigt oder benötigt die Fassade einen neuen Anstrich, entstehen diese Kosten zusätzlich.

Eine Kerndämmung sollte deshalb nicht einfach als besonders preiswerte Fassadensanierung verstanden werden. Sie ist in erster Linie eine Dämmmaßnahme für dafür geeignete zweischalige Außenwände.

150 m² Wohnfläche sind nicht 150 m² Fassade

Dieser Punkt sorgt bei ersten Kostenschätzungen häufig für falsche Ergebnisse.

Die Wohnfläche sagt kaum etwas über die Größe der Außenwände aus. Für eine überschlägige Berechnung benötigen Sie vielmehr Umfang und Höhe des Hauses.

Bei einem rechteckigen Gebäude gilt vereinfacht:

Fassadenfläche = Gebäudeumfang × Fassadenhöhe + Giebelflächen

Ein Haus mit 10 × 8 m Grundfläche besitzt einen Umfang von 36 m. Bei 6 m Fassadenhöhe ergeben sich bereits 216 m² Außenwandfläche – Giebel noch nicht eingerechnet.

Fenster und Türen können die abrechenbare Fläche verringern. Das ist allerdings nicht immer so einfach wie „Fensterfläche abziehen“, denn die genaue Abrechnung hängt von der vereinbarten Leistung und dem Vertrag ab.

Wer Angebote vergleicht, sollte deshalb zuerst prüfen, mit welcher Fassadenfläche der Handwerksbetrieb tatsächlich gerechnet hat.

Die Fassadenfläche ergibt sich nicht aus der Wohnfläche. Für eine erste Schätzung werden Gebäudeumfang und Fassadenhöhe multipliziert; Giebelflächen kommen zusätzlich hinzu. Beim Beispielhaus mit 10 × 8 m Grundfläche und 6 m Fassadenhöhe sind es bereits 216 m² Außenwandfläche – noch ohne Giebel.
Die Fassadenfläche ergibt sich nicht aus der Wohnfläche. Für eine erste Schätzung werden Gebäudeumfang und Fassadenhöhe multipliziert; Giebelflächen kommen zusätzlich hinzu. Beim Beispielhaus mit 10 × 8 m Grundfläche und 6 m Fassadenhöhe sind es bereits 216 m² Außenwandfläche – noch ohne Giebel.

Diese Arbeiten machen die Fassade zusätzlich teuer

Ein Quadratmeter Dämmung oder Putz ist nur ein Teil der Rechnung. Besonders bei älteren Gebäuden kosten die Details häufig überraschend viel.

Typische Zusatzarbeiten sind:

  • alten Putz abschlagen und entsorgen
  • Risse und beschädigten Untergrund sanieren
  • Sockel instand setzen
  • Fensterlaibungen bearbeiten oder dämmen
  • Fensterbänke verbreitern oder ersetzen
  • Fallrohre versetzen
  • Außenleuchten und Steckdosen anpassen
  • Markisen oder Vordächer demontieren und neu befestigen
  • Anschlüsse an Balkone herstellen
  • Ortgang und Dachrand an eine dickere Fassade anpassen
  • schwer zugängliche Bereiche zusätzlich einrüsten

Besonders bei einer Fassadendämmung verändert sich durch 14, 16 oder 20 cm zusätzlichen Wandaufbau einiges. Eine vorhandene Fensterbank ist plötzlich zu kurz, das Fallrohr sitzt zu dicht an der Wand oder der Dachüberstand reicht kaum noch aus.

Deshalb sollten solche Positionen bereits im Angebot auftauchen und nicht erst während der Arbeiten als Nachtrag hinzukommen.

Was gehört in ein gutes Angebot?

Zwei Angebote über jeweils „180 €/m² WDVS“ müssen nicht denselben Leistungsumfang enthalten.

Prüfen Sie deshalb unter anderem folgende Positionen:

  • Gerüst inklusive Standzeit
  • Reinigung und Untergrundvorbereitung
  • Entfernung loser Beschichtungen und Putzflächen
  • Reparatur von Rissen und Fehlstellen
  • Dämmstoff und Dämmstärke
  • Befestigung
  • Armierung
  • Oberputz
  • Fassadenanstrich
  • Fensterlaibungen
  • Fensterbänke
  • Sockel
  • Dach- und Balkonanschlüsse
  • Versetzen von Fallrohren und Anbauteilen
  • Entsorgung
  • Anfahrt und Baustelleneinrichtung

Interessant ist deshalb weniger der niedrigste Quadratmeterpreis als die Frage, was dafür tatsächlich ausgeführt wird.

Wie viel Förderung gibt es 2026 für eine Fassadendämmung?

Für energetische Maßnahmen an der Gebäudehülle gibt es im Rahmen der Bundesförderung für effiziente Gebäude derzeit eine Grundförderung von 15 Prozent. Für eine geförderte Außenwanddämmung gelten strengere energetische Anforderungen als beim GModG: Bei normalen Außenwänden ist grundsätzlich ein U-Wert von höchstens 0,20 W/(m²K) einzuhalten.

Seit dem 21. Juli 2026 hat sich die Berechnung des iSFP-Bonus verändert. Bei einem Einfamilienhaus steigt mit individuellem Sanierungsfahrplan die Obergrenze der förderfähigen Ausgaben weiterhin von 30.000 auf 60.000 Euro. Der zusätzliche Bonus von fünf Prozent wird aber erst für den Teil der förderfähigen Investition gewährt, der die normale Grenze von 30.000 Euro überschreitet.

Bei 40.000 Euro förderfähigen Kosten wären das beispielsweise 15 Prozent Grundförderung auf 40.000 Euro plus fünf Prozent iSFP-Bonus auf die 10.000 Euro oberhalb der normalen Grenze.

Vor Auftragserteilung sollten die aktuellen Förderbedingungen geprüft werden. Für geförderte Maßnahmen an der Gebäudehülle wird zudem ein Energieeffizienz-Experte benötigt.

Auch die Steuer kann eine Rolle spielen

Wird die Fassade lediglich gestrichen oder repariert und dafür keine öffentliche Förderung genutzt, können Handwerkerleistungen unter bestimmten Voraussetzungen über § 35a EStG steuerlich berücksichtigt werden.

Abziehbar sind 20 Prozent der Arbeitskosten, maximal 1.200 Euro pro Jahr. Materialkosten gehören nicht dazu. Voraussetzung sind unter anderem eine Rechnung und die unbare Zahlung.

Für energetische Maßnahmen an selbst genutzten Gebäuden gibt es alternativ § 35c EStG. Die Steuerermäßigung beträgt über drei Jahre insgesamt 20 Prozent der begünstigten Aufwendungen und höchstens 40.000 Euro je Objekt. Das Gebäude muss bei Durchführung der Maßnahme älter als zehn Jahre sein. Eine parallele öffentliche Förderung derselben Maßnahme ist ausgeschlossen.

Was kostet eine Fassade nun wirklich?

Bei 150 m² Fassadenfläche sind 5.000 oder 50.000 Euro gleichermaßen plausible Größenordnungen.

Der Grund ist einfach:

Intakter Putz + neuer Anstrich: etwa 4.500 bis 10.500 Euro

Kompletter neuer Putz: etwa 10.500 bis 21.000 Euro, sofern keine zusätzliche Dämmung erforderlich wird

WDVS: etwa 24.000 bis 36.000 Euro

Hinterlüftete Fassade: etwa 27.000 bis 52.500 Euro, hochwertig auch darüber

Vor dem Preisvergleich steht deshalb die Bestandsaufnahme: Ist nur die Farbe verbraucht, ist der Putz tatsächlich geschädigt oder steht ohnehin eine energetische Sanierung an?

Erst wenn das geklärt ist, sagt der Quadratmeterpreis etwas Sinnvolles aus.

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