Bauschaum füllt Hohlräume, dämmt Fensterfugen und hält Türzargen an ihrem Platz. Weil PU-Schaum fast überall haftet und sich leicht verarbeiten lässt, landet er allerdings auch regelmäßig dort, wo andere Baustoffe oder Befestigungsmittel hingehören.
So darf normaler Montageschaum weder ein Fenster im Mauerwerk befestigen noch allein dessen Anschluss abdichten. Und ein als „Brandschutzschaum“ verkauftes Produkt ist nicht automatisch für jede Brandschutzfuge geeignet.
Welchen Bauschaum brauchen Sie also für Fenster, Türen oder andere Arbeiten am Haus? Wie unterscheiden sich 1K- und 2K-Schaum? Und was müssen Sie bei Verarbeitung, Gesundheitsschutz und Entsorgung beachten?

Was ist Bauschaum?
Bauschaum besteht meist aus Polyurethan und wird deshalb auch als PU- oder PUR-Schaum bezeichnet. Weitere gebräuchliche Namen sind Montageschaum, Dämmschaum, Füllschaum oder Isolierschaum.
Dazu kommen Spezialprodukte, deren Name bereits etwas über die vorgesehene Anwendung verrät:
- Fensterschaum
- Zargenschaum
- Klebeschaum
- Brunnenschaum
- Winterschaum
- Brandschutzschaum
Trotzdem lohnt sich der Blick auf die Dose und in das technische Datenblatt. Ein Fensterschaum hat andere Eigenschaften als ein Schaum für Türzargen. Bei Anwendungen wie Wärmedämmverbundsystemen oder Brandschutzkonstruktionen reicht die Produktbezeichnung allein ohnehin nicht aus.
Grundsätzlich lassen sich Bauschäume zunächst in 1K- und 2K-Schäume einteilen.
Was ist der Unterschied zwischen 1K- und 2K-Bauschaum?
1K-Bauschaum braucht Feuchtigkeit
Einkomponentiger Bauschaum ist der klassische Montageschaum aus der Spraydose. Er benötigt Feuchtigkeit zum Aushärten. Diese kommt aus der Luft und aus dem Untergrund.
Bei vielen 1K-Schäumen empfiehlt der Hersteller deshalb, mineralische Untergründe vorher leicht mit Wasser zu befeuchten. Dadurch kann der Schaum gleichmäßiger aushärten. Besonders hilfreich ist das bei trockener Luft oder stark saugenden Baustoffen.
Wie stark Sie anfeuchten dürfen, hängt allerdings vom Produkt und vom Untergrund ab. Die Angaben auf der Dose beziehungsweise im technischen Datenblatt haben Vorrang.

2K-Bauschaum härtet durch eine chemische Reaktion
Bei Zweikomponentenschaum reagieren zwei Bestandteile miteinander. Dafür ist er nicht in gleicher Weise auf Feuchtigkeit aus der Umgebung angewiesen.
2K-Schaum härtet meist schnell und gleichmäßig durch und erreicht früh eine hohe Festigkeit. Deshalb wird er häufig für die Montage von Türzargen eingesetzt.
Vor der Verarbeitung muss die zweite Komponente aktiviert werden. Danach bleibt nur eine begrenzte Zeit, um den Inhalt zu verarbeiten. Wie lang dieses Zeitfenster ist, steht auf der jeweiligen Dose.
Welche Kennwerte sind bei Bauschaum wichtig?
Seit 2020 gibt es mit der DIN EN 17333 eine fünfteilige Normenreihe zur Charakterisierung von Einkomponentenschäumen. Sie enthält Prüfverfahren unter anderem für Schaumausbeute, Ausdehnung, Anwendungseigenschaften, mechanische Festigkeit und Dämmwirkung.
Damit lassen sich technische Angaben verschiedener Produkte besser vergleichen. Die Norm ist allerdings kein Qualitätssiegel. Welcher Schaum geeignet ist, hängt vom Einsatz ab.
Bei einer Türzarge sind beispielsweise Festigkeit und Aushärtungsverhalten wichtig. Bei einer Fensterfuge spielen neben der Dämmwirkung auch Bewegungsaufnahme und Nachexpansion eine Rolle.
Ein Blick ins technische Datenblatt lohnt sich daher mehr als der Vergleich der Literangabe auf der Vorderseite der Dose.
Welcher Bauschaum eignet sich wofür?
Universeller Montageschaum lässt sich zum Füllen und Dämmen vieler Fugen und Hohlräume verwenden. Typische Anwendungen sind beispielsweise:
- Mauerdurchbrüche
- Hohlräume
- Anschlussfugen
- Rohrdurchführungen ohne besondere Brandschutz- oder Abdichtungsanforderungen
- Fugen zwischen verschiedenen Bauteilen
Bei Fenstern, Türzargen, Dämmplatten oder brandschutztechnischen Anwendungen sollten Sie dagegen gezielt zu einem dafür vorgesehenen Produkt greifen.
Fensterschaum: Ausschäumen allein reicht nicht
Beim Fenstereinbau sorgt Bauschaum immer wieder für Missverständnisse. Ein Rahmen wird eingesetzt, die Fuge ausgeschäumt und anschließend zugeschnitten. Fertig ist das Fenster damit noch lange nicht.
PU-Schaum kann innerhalb der Anschlussfuge vor allem für Wärme- und Schalldämmung sorgen. Die auftretenden Lasten des Fensters müssen über ein geeignetes Befestigungssystem sicher in den Baukörper übertragen werden. Normaler Montageschaum reicht dafür nicht aus.

Zusätzlich benötigt die Anschlussfuge eine fachgerechte Abdichtung. Das ift Rosenheim unterscheidet bei der Fenstermontage deshalb zwischen Befestigung, Fugendämmung und Abdichtung.
Raumseitig muss verhindert werden, dass feuchte Raumluft unkontrolliert in den Anschluss gelangt. Außen braucht die Fuge Schutz vor Wind und Schlagregen. Je nach Konstruktion kommen dafür beispielsweise Folien, Dichtbänder, Multifunktionsbänder, Anschlussprofile oder geeignete Dichtstoffe infrage.
Auch das geltende Gebäudeenergierecht verlangt, dass die wärmeübertragende Gebäudehülle einschließlich ihrer Fugen dauerhaft luftundurchlässig ausgeführt wird.
Wer selbst Hand anlegen möchte, findet hier ausführliche Hinweise dazu, was beim Einbauen von Fenstern als Heimwerker zu beachten ist. Mehr zum bauphysikalischen Hintergrund erklärt unser Beitrag über die Luftdichtheit von Gebäudehüllen.
Welcher Bauschaum eignet sich für Fenster?
Für Fensteranschlussfugen werden elastische oder flexible PU-Schäume angeboten. Sie können Bewegungen besser aufnehmen, die beispielsweise durch Temperaturänderungen an Rahmen und Baukörper entstehen.
Auch eine geringe Nachexpansion ist von Vorteil. Stark nachquellender Schaum kann unnötigen Druck auf angrenzende Bauteile ausüben.
Ob das jeweilige Produkt für Fensteranschlussfugen vorgesehen ist, erkennen Sie an den Herstellerangaben.
Bauschaum ersetzt übrigens auch keine fachgerechte Dämmung der Fensterlaibung. Wie sich dort Wärmebrücken reduzieren lassen, lesen Sie in unserem Ratgeber zum Dämmen von Fensterlaibungen.
Zargenschaum für Innentüren
Bei Türzargen kann PU-Schaum eine andere Aufgabe übernehmen. Geeigneter Zargenschaum stellt eine tragende Klebeverbindung zwischen Zarge und Baukörper her. Für solche Produkte gibt es beispielsweise mit der ift-Richtlinie MO-04/2 ein Prüfverfahren, mit dem ihre Gebrauchstauglichkeit für die Befestigung von Innentürzargen nachgewiesen werden kann.
Häufig handelt es sich um schnell aushärtende 2K-Schäume.
Während der Montage wird die Zarge ausgerichtet und mit Spreizen stabilisiert. Wann diese entfernt werden dürfen, gibt der Hersteller des Schaums an. Entfernen Sie die Spreizen zu früh, kann sich die Zarge verformen.
Bei Brand- oder Rauchschutztüren gelten zusätzlich die Vorgaben des jeweiligen Türsystems.
Klebeschaum für Dämmplatten: Auf das System achten
PU-Klebeschaum wird unter anderem zum Befestigen von Dämmplatten eingesetzt. Er lässt sich schnell auftragen und muss im Gegensatz zu mineralischem Klebemörtel nicht mit Wasser angerührt werden.
Bei einem Wärmedämmverbundsystem (WDVS) dürfen Sie allerdings nicht irgendeinen Klebeschaum verwenden. Das Deutsche Institut für Bautechnik schreibt bei zugelassenen PU-Klebeschäumen ausdrücklich vor, dass sie nur in WDVS verwendet werden dürfen, deren Zulassung beziehungsweise Bauartgenehmigung den jeweiligen Schaum vorsieht.
Auch Auftrag, Klebefläche und mögliche zusätzliche Befestigungen richten sich nach dem verwendeten System.
Was hinter einem Wärmedämmverbundsystem und seinem mehrschichtigen Aufbau steckt, haben wir in unserem Baulexikon zusammengefasst.
Darf man Fugen zwischen Dämmplatten ausschäumen?
Auch hier lohnt sich Zurückhaltung. In manchen WDVS dürfen schmale Fugen mit einem dafür vorgesehenen PU-Schaum geschlossen werden. Welche Breite zulässig ist und welcher Schaum verwendet werden darf, legt der jeweilige Systemhersteller beziehungsweise der zugehörige Nachweis fest.
Größere Fehlstellen werden in der Regel mit passendem Dämmstoff geschlossen.
Kann man mit Bauschaum dämmen?
Klassischer Montage- und Fugenschaum besitzt gute Wärmedämmeigenschaften. Deshalb eignet er sich hervorragend zum Dämmen schmaler Anschlussfugen und schwer zugänglicher Hohlräume.
Für die übliche flächige Dämmung einer Außenwand oder eines Daches ist normaler Montageschaum dagegen nicht gedacht.
Es gibt allerdings spezielle sprühbare PU-Dämmschäume, die ausdrücklich für einen flächigeren Auftrag vorgesehen sind. Ein aktuelles Produkt erreicht beispielsweise eine Wärmeleitfähigkeit von 0,036 W/(m·K) und kann in mehreren dünnen Schichten aufgetragen werden.
Montageschaum und spezielle Sprühdämmung sollten deshalb nicht in einen Topf geworfen werden.
Ist Bauschaum wasserdicht?
Normaler PU-Schaum ist wasserbeständig, aber nicht dauerhaft wasserdicht.
Spritzwasser macht ausgehärtetem Schaum in der Regel wenig aus. Bei längerer Feuchtebelastung kann jedoch Wasser in seine Zellstruktur eindringen. Für dauerhaftes stehendes oder drückendes Wasser ist normaler Montageschaum daher ungeeignet.
Das ist insbesondere dann wichtig, wenn Schaum im Keller, an Leitungsdurchführungen oder im Außenbereich eingesetzt werden soll.
Ist Brunnenschaum wasserdicht?
Brunnenschaum ist speziell für das Verbinden von Brunnen- und Schachtringen sowie vergleichbare Anwendungen entwickelt.
Trotz des Namens gilt aber auch hier: Der Schaum an sich ist nicht automatisch eine universelle wasserdichte Abdichtung.
Bei speziellen Produkten kann eine wasserdichte Verbindung entstehen, wenn der Schaum beim Zusammenfügen der Bauteile ausreichend komprimiert wird. Ein Hersteller weist für ein solches System beispielsweise eine Wasserdichtigkeit bis 0,5 bar aus. Gleichzeitig wird derselbe Schaum ausdrücklich als ungeeignet für eine dauerhafte Anwendung unter Wasser beschrieben.
Brunnenschaum ist daher kein Ersatz für eine Bauwerksabdichtung gegen drückendes Wasser.

Was ist Winterschaum?
Sinken die Temperaturen, verändert sich die Reaktion von PU-Schaum. Normaler Montageschaum lässt sich deshalb nur innerhalb eines bestimmten Temperaturbereichs zuverlässig verarbeiten.
Winterschäume sind für niedrigere Umgebungstemperaturen entwickelt.
Eine allgemeine Mindesttemperatur gibt es jedoch nicht. Beachten Sie außerdem, dass Hersteller häufig unterschiedliche Werte für die Temperatur der Dose, der Umgebung und des Untergrunds nennen.
Wer im Winter arbeitet, sollte deshalb die Angaben auf dem verwendeten Produkt prüfen und die Dose nicht einfach eiskalt aus dem Fahrzeug nehmen.
Brandschutzschaum: B1 allein reicht nicht
Auf manchen Dosen findet sich die Kennzeichnung B1 nach DIN 4102-1. Sie bedeutet, dass das Material als schwer entflammbar eingestuft wurde.
Damit ist allerdings noch nicht gesagt, dass dieser Schaum jede Brandschutzfuge schließen darf.
Bei feuerwiderstandsfähigen Abschottungen zählt die geprüfte beziehungsweise genehmigte Konstruktion. Das DIBt führt beispielsweise konkrete Brandschutzschäume und Schaumstoffsysteme mit eigenen Verwendbarkeits- und Anwendbarkeitsnachweisen.
Sobald ein Bauteil bestimmte Anforderungen an den Feuerwiderstand erfüllen muss, sollten Sie sich daher nach dem Nachweis des gesamten Systems richten.

Auf welchen Untergründen haftet Bauschaum?
PU-Schaum haftet auf vielen Baustoffen sehr gut. Dazu gehören je nach Produkt unter anderem:
- Beton
- Mauerwerk
- Putz
- Holz
- zahlreiche Metalle
- verschiedene Kunststoffe
- Gipskarton
Wichtig ist ein tragfähiger Untergrund. Staub, Fett, Öl und lose Bestandteile verschlechtern die Haftung.
Typische Problemfälle sind dagegen:
- Polyethylen (PE)
- Polypropylen (PP)
- PTFE
- Silikon
Bei unbekannten Kunststoffen, beschichteten Flächen oder empfindlichen Materialien sollten Sie vorher an einer unauffälligen Stelle testen. Auch Hersteller von Montageschaum schließen PE, PP, PTFE und Silikon bei zahlreichen Produkten ausdrücklich aus.
Wie stark dehnt sich Bauschaum aus?
Die Ausdehnung unterscheidet sich erheblich von Produkt zu Produkt. Ein Teil des Volumenzuwachses findet unmittelbar beim Austritt aus der Dose statt, ein weiterer während des Aushärtens. Wie viel Schaum Sie tatsächlich in eine Fuge geben müssen, lässt sich daher nicht pauschal sagen.
Bei einigen Produkten empfiehlt der Hersteller beispielsweise, einen Hohlraum nur zu etwa einem Drittel zu füllen. Andere Schäume expandieren wesentlich weniger.
Zu viel Schaum kostet nicht nur Material. Bei Türzargen, Fensteranschlüssen oder anderen empfindlichen Bauteilen kann ein hoher Aushärtungsdruck Probleme verursachen.
Angaben zu Ausdehnung und Nachexpansion finden Sie im technischen Datenblatt. Die DIN EN 17333-2 stellt dafür einheitliche Prüfverfahren bereit.
So verarbeiten Sie Bauschaum richtig
Die Verarbeitung unterscheidet sich je nach Produkt. Einige Regeln sollten Sie trotzdem grundsätzlich beachten:
- Untergrund prüfen: Er muss tragfähig sowie frei von Staub, Öl und Fett sein.
- Umgebung abdecken: Frischer PU-Schaum lässt sich von vielen Oberflächen nur schwer wieder entfernen.
- Schutzbrille und Handschuhe tragen: Haut und Augen sollten nicht mit frischem Schaum in Berührung kommen.
- Für Frischluft sorgen: Arbeiten Sie in Innenräumen nur bei ausreichender Lüftung.
- Zündquellen fernhalten: Treibmittel in PU-Schaumdosen können entzündlich sein. Offene Flammen, Funken und andere Zündquellen gehören nicht in den Arbeitsbereich. Auch Hersteller weisen darauf ausdrücklich hin.
- Dose gründlich schütteln: Wie lange, gibt der Hersteller vor.
- 1K-Schaum gegebenenfalls befeuchten: Auf geeigneten Untergründen unterstützt Feuchtigkeit das Aushärten.
- Fugen nicht vollständig füllen: Berücksichtigen Sie die Ausdehnung des Schaums.
- Aushärten lassen: Überstände schneiden Sie erst ab, wenn der Schaum ausreichend ausgehärtet ist.

Wie lange braucht Bauschaum zum Aushärten?
Die oft genannten pauschalen Angaben wie „nach 30 Minuten fertig“ führen schnell in die Irre.
Hersteller unterscheiden beispielsweise zwischen:
- Hautbildung
- Klebfreiheit
- Schneidzeit
- Durchhärtung
- vollständiger Belastbarkeit
Ein Schaum kann also bereits schneidbar sein, obwohl er im Inneren noch weiter aushärtet.
Temperatur, Luftfeuchtigkeit, Fugentiefe und Schaummenge beeinflussen diesen Prozess zusätzlich. Den verlässlichsten Wert liefert deshalb das technische Datenblatt.
Ist Bauschaum UV-beständig?
Normaler PU-Schaum sollte im Freien nicht dauerhaft sichtbar bleiben.
UV-Strahlung greift die Oberfläche an. Der Schaum vergilbt, wird mit der Zeit spröde und lässt sich schließlich an der Oberfläche abreiben. Hersteller weisen deshalb darauf hin, ausgehärteten PU-Schaum im Außenbereich beispielsweise durch Putz, Beschichtungen, Dichtstoffe, Anschlussfolien oder andere geeignete Abdeckungen vor UV-Strahlung zu schützen.
Sichtbarer Montageschaum an einem fertigen Außenanschluss ist daher meist kein guter Dauerzustand.
Kann man Bauschaum überputzen oder überstreichen?
Viele ausgehärtete PU-Schäume können:
- geschnitten
- geschliffen
- überputzt
- überstrichen
- überklebt
werden.
Welche Beschichtungen sich eignen, hängt vom verwendeten Produkt ab. Außen ist eine Abdeckung besonders sinnvoll, weil sie gleichzeitig vor UV-Strahlung schützt.
Eine Putz- oder Farbschicht ersetzt jedoch keine erforderliche Bauwerks- oder Fugenabdichtung.
Wie lässt sich frischer Bauschaum entfernen?
Bei frischem PU-Schaum sollten Sie schnell handeln. Nehmen Sie größere Mengen zunächst vorsichtig ab, ohne den Schaum über die Fläche zu verteilen.
Auf geeigneten Oberflächen helfen spezielle PU-Schaumreiniger oder acetonhaltige Reiniger. Testen Sie das Mittel vorher an einer unauffälligen Stelle. Insbesondere Lacke und Kunststoffe können durch Lösungsmittel beschädigt werden.
Wie entfernt man ausgehärteten Bauschaum?
Ausgehärteter PU-Schaum lässt sich meist nur noch mechanisch beseitigen.
Dafür eignen sich je nach Untergrund beispielsweise:
- Messer
- Schaber
- Spachtel
- Säge
Für dünne Rückstände gibt es spezielle Entferner für ausgehärteten PU-Schaum. Auch hier sollten Sie vorher prüfen, ob die Oberfläche das Mittel verträgt.
Was tun bei Bauschaum auf der Haut?
Verwenden Sie auf der Haut keinen Pistolenreiniger und kein Aceton.
Frischen Schaum möglichst vorsichtig aufnehmen und die Haut anschließend mit Wasser und Seife beziehungsweise einem dafür geeigneten Handreinigungsmittel reinigen.
Ausgehärtete kleine Rückstände sollten Sie nicht gewaltsam von der Haut kratzen. Sie verschwinden meist nach einiger Zeit durch die natürliche Erneuerung der Haut.
Gelangt frischer PU-Schaum ins Auge, spülen Sie das Auge sofort gründlich mit Wasser und beachten Sie die medizinischen Hinweise auf Etikett und Sicherheitsdatenblatt.
Lässt sich Bauschaum aus Kleidung entfernen?
Bei Kleidung wird es schwierig. Frischer Schaum zieht schnell in das Gewebe ein. Lösungsmittel können wiederum Fasern und Farben beschädigen.
Ausgehärteter Schaum lässt sich häufig nur mechanisch entfernen. Rückstände oder Flecken können dabei zurückbleiben.
Bei guter Arbeitskleidung gilt deshalb dasselbe wie bei den angrenzenden Bauteilen: Vorher schützen ist deutlich einfacher als hinterher reinigen.
Ist Bauschaum gesundheitsschädlich?
Viele konventionelle PU-Schäume enthalten Diisocyanate beziehungsweise daraus hergestellte reaktive Bestandteile. Diisocyanate können Haut und Atemwege sensibilisieren. Die Europäische Chemikalienagentur ECHA nennt ausdrücklich das Risiko von Haut- und Atemwegssensibilisierungen.
Beim Ausschäumen gehören daher Handschuhe, Schutzbrille und ausreichende Lüftung zur Grundausstattung.
Mittlerweile werden auch Schäume angeboten, deren Gehalt an freien monomeren Diisocyanaten unter 0,1 % liegt, sowie Produkte mit anderen Rezepturen. Maßgeblich für den Umgang mit dem jeweiligen Produkt bleiben Kennzeichnung und Sicherheitsdatenblatt.
Für Handwerker gilt seit 2023 eine Schulungspflicht
Seit dem 24. August 2023 dürfen Produkte mit mindestens 0,1 Gewichtsprozent Diisocyanaten industriell oder gewerblich nur verwendet werden, wenn die Anwender eine vorgeschriebene Schulung absolviert haben. Die Regelung gilt unmittelbar über die europäische REACH-Verordnung.
Die aktuelle TRGS 430 „Isocyanate – Gefährdungsbeurteilung und Schutzmaßnahmen“ greift diese Anforderungen für den Arbeitsschutz auf. Die Fassung wurde zuletzt im Dezember 2025 geändert und ergänzt.
Für private Heimwerker gilt diese berufliche Schulungspflicht nicht. Schutzbrille, Handschuhe, Lüftung und die Hinweise auf der Dose bleiben trotzdem erforderlich.
Wie entsorgt man Bauschaumdosen richtig?
Gebrauchte PU-Schaumdosen gehören nicht in den Restmüll, den Gelben Sack oder den Baumischcontainer.
Wegen der Restinhalte und der Druckgasverpackung werden sie als gefährlicher Abfall eingestuft. Das gilt auch dann, wenn die Dose nach der Anwendung scheinbar leer ist. PDR betreibt dafür ein bundesweites Rücknahmesystem mit rund 3.000 Rückgabestellen im Handel und bei Kommunen.
Auch Dosen mit Restinhalt werden zusammen mit den enthaltenen Reststoffen verwertet.
Anders sieht es bei vollständig ausgehärteten Schaumresten aus. Diese können laut PDR über den Restmüll beziehungsweise bei größeren Mengen über einen Baumischcontainer entsorgt werden.
Wann wird Bauschaum zum Pfusch?
Nicht jede Lücke am Bau gehört ausgeschäumt. Problematisch wird es beispielsweise, wenn:
- ein Fenster nur mit Montageschaum befestigt wird,
- normaler PU-Schaum die notwendige Fensterabdichtung ersetzen soll,
- beliebiger Montageschaum anstelle eines geeigneten Mauerklebers oder Mörtels verwendet wird,
- Dämmplatten mit einem für das WDVS nicht vorgesehenen Schaum verklebt werden,
- irgendein B1-Schaum als Brandschutzabschottung dienen soll,
- Brunnenschaum eine Abdichtung gegen dauerhaftes Druckwasser ersetzen soll oder
- ausgehärteter PU-Schaum außen dauerhaft ungeschützt bleibt.
Es gibt für viele dieser Aufgaben spezielle PU-Produkte. Ob sie dafür geeignet sind, steht im technischen Datenblatt und – bei bauaufsichtlich relevanten Anwendungen – im jeweiligen Verwendbarkeits- oder Anwendbarkeitsnachweis.
Bauschaum kann auf der Baustelle erstaunlich viel. Ein Universalbaustoff ist er trotzdem nicht.
Quellen
- ift Rosenheim: Richtlinien zum Baukörperanschluss von Fenstern und zum Eignungsnachweis von Zargenschaum. MO-01/1 Baukörperanschluss von Fenstern · MO-04/2 Zargenschaum
- DIN Media: DIN EN 17333 zur Charakterisierung von Einkomponentenschäumen. DIN EN 17333-1: Schaumausbeute · DIN EN 17333-2: Ausdehnung · DIN EN 17333-5: Dämmung
- Deutsches Institut für Bautechnik: Allgemeine bauaufsichtliche Zulassung Z-33.9-1435 für einen PU-Klebeschaum zur Verklebung von EPS-Platten in Wärmedämm-Verbundsystemen. DIBt: Z-33.9-1435
- Deutsches Institut für Bautechnik: Nachweise für Brandschutzschäume und feuerwiderstandsfähige Abschottungen. DIBt: Würth-Brandschutzschaum 2K · DIBt: System Würth-Brandschutzschaum 90
- Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA): REACH-Beschränkung für Diisocyanate sowie aktuelle TRGS 430 zu Gefährdungsbeurteilung und Schutzmaßnahmen. BAuA: Beschränkung von Diisocyanaten · TRGS 430 als PDF
- PDR: Hinweise zur Rückgabe und Entsorgung gebrauchter PU-Schaumdosen sowie ausgehärteter Schaumreste. PDR: FAQ zur Entsorgung von PU-Schaum
- Soudal: Technische Hinweise zur Wasserbeständigkeit von PU-Schaum. Ist PU-Schaum wasserdicht?





Seit wann etwa gibt es ‚Bauschaum‘ eigentlich? Ich frage deshalb, weil ich gerade in einem alten Haus die schmalen Innentüren verbreitern muss. Hinterfüttert waren die Hohlräume der alten Zargen mit zu einer Art Wurst gerolltem Zeitungspapier.
Kommt drauf an, wo dein Haus steht. Denke der Schaum ist in den 70er aufgekommen. Im Osten gab es meiner Meinung vor der Wende sowas nicht.
Gab es doch, um die 50 O-Mark. Kaum erschwinglich, etwa wie 100 € heute.