Beton streichen: Welche Farbe hält auf Wänden und Böden?

Von Dominik Hochwarth

Eine Betonwand lässt sich mit Farbe deutlich verändern. Aus einer grauen Kellerwand wird eine helle Fläche, eine Gartenmauer bekommt einen neuen Anstrich und der Garagenboden lässt sich leichter reinigen. Allerdings eignet sich nicht jede Farbe für jeden Beton. Was auf einer Innenwand gut hält, kann auf dem Garagenboden schon nach kurzer Zeit versagen.

Entscheidend sind der Einsatzort, die Beanspruchung und der Zustand des Untergrunds. Gerade bei Feuchtigkeit ist Vorsicht geboten. Mit einer ungeeigneten Beschichtung können Sie mehr Schaden anrichten, als Sie mit dem neuen Anstrich erreichen.

Hand mit Arbeitshandschuh führt eine Farbrolle mit weißer Farbe über eine graue Betonwand. Ein Teil der Wand ist bereits gestrichen, die unbehandelte Oberfläche bleibt sichtbar.
Mit einer Farbrolle wird eine Betonwand weiß gestrichen. Damit die Farbe dauerhaft haftet, muss der Untergrund sauber, tragfähig und ausreichend trocken sein.

Welche Farbe eignet sich für Beton?

Wenn Sie Beton streichen möchten, sollten Sie zunächst unterscheiden, ob es sich um eine Wand oder einen Boden handelt. Eine Wandfarbe muss vor allem gut haften und decken. Auf einem Boden kommen Abrieb, Druck und mitunter auch Chemikalien hinzu.

Im Außenbereich muss die Beschichtung außerdem Regen, Frost und Sonneneinstrahlung vertragen.

EinsatzbereichGeeignete Farbe oder BeschichtungWorauf kommt es an?
Betonwand im WohnbereichFür Beton freigegebene Dispersions- oder SilikatfarbeHaftung, Untergrund und gewünschte Optik
BetonfassadeGeeignete Fassadenfarbe oder spezielle BetonschutzbeschichtungWitterungsbeständigkeit und gegebenenfalls Schutz vor Carbonatisierung
Gartenmauer aus BetonWetterbeständige Beton- oder FassadenfarbeFeuchtigkeit, Frost und Zustand der Mauer
Trockene KellerwandGeeignete Dispersions- oder SilikatfarbeFeuchtigkeitsverhältnisse und Untergrund
KellerbodenSpezielle Betonbodenfarbe oder BodenbeschichtungAbriebfestigkeit und Restfeuchte
GaragenbodenReifenbeständige Bodenbeschichtung, beispielsweise ein geeignetes 2K-EpoxidharzsystemReifen, Öl, Tausalz und mechanische Belastung
BetonpflasterAusdrücklich dafür freigegebene PflasterbeschichtungAbrieb, Frostbeständigkeit und Rutschhemmung

Wichtig: Die Bezeichnung „Betonfarbe“ allein sagt wenig darüber aus, wo Sie das Produkt einsetzen können. Prüfen Sie deshalb das technische Merkblatt. Dort steht, welche Untergründe geeignet sind und welchen Belastungen der Anstrich standhält.

Infografik mit vier Einsatzbereichen für Betonfarben: Innenwand mit Dispersions- oder Silikatfarbe, Fassade und Gartenmauer mit wetterbeständiger Farbe, Kellerboden mit Betonbodenfarbe und Garagenboden mit reifenbeständiger Beschichtung.
Ob Innenwand, Gartenmauer, Kellerboden oder Garage: Nicht jede Betonfarbe eignet sich für jeden Untergrund. Entscheidend sind Einsatzort, Belastung und die Eigenschaften der Beschichtung.

Betonfarbe, Silikatfarbe oder Epoxidharz: Was sind die Unterschiede?

Im Baumarkt stehen häufig mehrere Produkte nebeneinander, die für Beton angeboten werden. Sie unterscheiden sich vor allem im Bindemittel und in ihren Eigenschaften.

Acryl- und Dispersionsfarben

Dispersionsfarben enthalten fein verteilte Bindemittelteilchen, die beim Trocknen einen zusammenhängenden Farbfilm bilden. Häufig kommen Kunstharze auf Acrylatbasis zum Einsatz.

Für Betonwände im Innenbereich sind geeignete Dispersionsfarben oft eine praktische Lösung. Sie lassen sich üblicherweise mit Rolle oder Pinsel verarbeiten und sind in vielen Farbtönen erhältlich.

Im Außenbereich reicht eine gewöhnliche Innenwandfarbe dagegen nicht aus. Hier benötigen Sie eine Fassadenfarbe, die ausdrücklich für Beton und die vorhandene Witterungsbelastung geeignet ist.

Sollen Stahlbetonflächen zusätzlich vor dem Eindringen von Kohlendioxid geschützt werden, kommen spezielle Betonschutzbeschichtungen infrage. Solche Produkte bremsen die Aufnahme von CO₂ und damit die Carbonatisierung des Betons. Das ist vor allem für den langfristigen Schutz der Stahlbewehrung wichtig.

Eine gewöhnliche Acrylfarbe erfüllt diese Schutzfunktion nicht automatisch.

Silikatfarben

Silikatfarben gehören zu den mineralischen Anstrichstoffen. Ihr Bindemittel basiert auf Wasserglas. Auf geeigneten mineralischen Untergründen können sie durch eine chemische Reaktion eine feste Verbindung mit dem Untergrund eingehen.

Ein Vorteil ist ihre hohe Wasserdampfdurchlässigkeit. Sie eignen sich deshalb unter anderem für bestimmte mineralische Wandflächen im Innenbereich.

Allerdings hält nicht jede Silikatfarbe auf jedem Beton. Besonders dichte oder glatte Betonoberflächen können eine spezielle Vorbereitung oder ein abgestimmtes Beschichtungssystem erfordern.

Auch vorhandene Altanstriche spielen eine Rolle. Auf einer bereits mit Dispersionsfarbe gestrichenen Wand lässt sich eine reine Silikatfarbe nicht ohne Weiteres verwenden.

Die hohe Wasserdampfdurchlässigkeit hat außerdem Grenzen: Sie beseitigt keine Feuchtigkeit, die durch eine undichte Kellerwand eindringt.

Epoxidharzbeschichtungen

Epoxidharzbeschichtungen werden vor allem für mechanisch beanspruchte Böden eingesetzt. Sie können abriebfest sein und je nach Produkt auch gegenüber Öl, Kraftstoffen oder Tausalzen beständig sein.

Bei zweikomponentigen Systemen werden Harz und Härter unmittelbar vor der Verarbeitung im vorgeschriebenen Verhältnis gemischt. Anschließend beginnt die chemische Aushärtung. Die verfügbare Verarbeitungszeit ist begrenzt.

Für Garagen sind spezielle reifenbeständige Produkte wichtig. Bei ungeeigneten Beschichtungen kann der Kontakt mit warmen Autoreifen oder deren Bestandteilen zu Verfärbungen oder Haftungsproblemen führen.

Nicht jedes Epoxidharzprodukt eignet sich für einen Garagenboden. Ebenso wenig ist jede Beschichtung für den Außenbereich oder für einen dauerhaft feuchten Untergrund geeignet.

Ausführlich mit Epoxidharz als Bodenbelag beschäftigt sich unser Beitrag Epoxidharzboden für den Wohnbereich: Das sollten Sie wissen.

Betonlasuren

Möchten Sie die typische Betonoberfläche sichtbar lassen, können Betonlasuren interessant sein. Sie sind weniger deckend als klassische Betonfarben. Je nach Produkt bleibt die Struktur des Untergrunds erkennbar.

Besonders bei Sichtbeton kann das erwünscht sein. Allerdings gleichen transparente oder halbtransparente Lasuren Farbunterschiede und Flecken nicht vollständig aus.

Eine Probefläche ist deshalb sinnvoll. So lässt sich beurteilen, wie die Lasur auf dem konkreten Beton wirkt.

Kann man jeden Beton streichen?

Grundsätzlich lassen sich viele Betonflächen beschichten. Voraussetzung ist allerdings ein geeigneter Untergrund.

Beton ist nicht überall gleich beschaffen. Manche Oberflächen sind dicht und glatt, andere rau und stark saugend. Hinzu kommen Verschmutzungen, alte Beschichtungen oder Schäden.

Vor dem Streichen sollten Sie daher einige Dinge kontrollieren.

Ist der Beton ausreichend trocken?

Besonders bei Bodenbeschichtungen ist die Restfeuchte entscheidend. Ist der Untergrund zu feucht, kann die Beschichtung ihre Haftung verlieren. Es können Blasen oder Ablösungen entstehen.

Bei einem bestimmten Epoxidharz-Garagensiegel von Disbon dürfen Beton und Zementestrich beispielsweise höchstens 4 CM-% Restfeuchte aufweisen. Dieser Wert gilt jedoch nicht pauschal für alle Betonfarben.

Wie trocken eine Fläche sein muss, steht im technischen Merkblatt des gewählten Produkts. Bei neuen oder möglicherweise feuchten Böden kann eine fachgerechte Feuchtemessung erforderlich sein.

Eine einfache Folienprobe ersetzt eine solche Messung nicht. Sie kann allenfalls Hinweise auf Feuchtigkeit liefern.

Ist die Oberfläche tragfähig?

Streichen Sie mit der Hand über den Beton. Bleibt viel Staub zurück oder lösen sich sandige Bestandteile, ist die Oberfläche möglicherweise nicht ausreichend fest.

Lose Bestandteile müssen entfernt werden. Stark geschädigter oder mürber Beton lässt sich nicht durch einen Anstrich reparieren.

Besonders bei Bodenbeschichtungen kommt es auf die Festigkeit des Untergrunds an. Hersteller geben dafür teilweise konkrete Anforderungen an.

Sind Öl, Fett oder Schalöl vorhanden?

Bei Beton aus einer Schalung können Rückstände von Trennmitteln auf der Oberfläche vorhanden sein. Auf älteren Böden kommen häufig Öl, Fett oder andere Verschmutzungen hinzu.

Solche Stoffe können verhindern, dass die Farbe richtig haftet.

Eine gründliche Reinigung ist deshalb notwendig. Bei hartnäckigen Verschmutzungen kann eine mechanische Oberflächenvorbereitung erforderlich sein.

Gibt es Risse oder Abplatzungen?

Kleine Oberflächenfehler lassen sich häufig mit geeigneten Reparaturmaterialien ausbessern. Tiefe Risse, größere Abplatzungen oder freiliegende Bewehrung sind dagegen ein anderes Thema.

Bevor Sie solche Stellen überstreichen, muss die Ursache geklärt und der Schaden fachgerecht behoben werden.

Was bei beschädigten Betonbauteilen zu beachten ist, erfahren Sie in unserem Ratgeber Betonsanierung: Treppe und Mauer richtig reparieren.

Vergleich zweier Betonquerschnitte: Links haftet die Beschichtung auf trockenem Beton. Rechts zeigen blaue Pfeile Feuchtigkeit im Untergrund, darüber bilden sich Blasen und die Beschichtung löst sich stellenweise ab.
Feuchtigkeit im Beton kann die Haftung einer Beschichtung beeinträchtigen. Die Schnittzeichnung zeigt den Unterschied zwischen einem trockenen Untergrund mit intakter Beschichtung und einem feuchten Untergrund, bei dem Blasen und Ablösungen entstehen können.

Beton richtig streichen: Schritt für Schritt

Bei einer intakten Betonwand ist das Streichen meist unkompliziert. Auf einem Betonboden kann die Vorbereitung deutlich aufwendiger ausfallen.

Die folgenden Schritte zeigen den grundsätzlichen Ablauf. Welche Vorbehandlung, Grundierung und Anzahl an Anstrichen erforderlich sind, richtet sich nach dem verwendeten Produkt.

1. Beton reinigen

Entfernen Sie zunächst Staub, Schmutz und lose Bestandteile. Je nach Oberfläche eignen sich Besen, Bürste, Staubsauger oder eine geeignete Nassreinigung.

Vorhandene Fett- und Ölrückstände müssen vollständig beseitigt werden.

Verwenden Sie Reinigungsmittel, die für den Untergrund geeignet sind, und beachten Sie die Herstellerangaben. Nach einer Nassreinigung muss der Beton ausreichend trocknen.

2. Alte Farbe überprüfen

Ist der Beton bereits gestrichen, prüfen Sie die Haftung des vorhandenen Anstrichs.

Blätternde oder abplatzende Farbe muss entfernt werden. Fest haftende Altbeschichtungen können unter Umständen überarbeitet werden. Voraussetzung ist, dass sich das neue Beschichtungssystem mit ihnen verträgt.

Bei unbekannten Altanstrichen empfiehlt sich eine Probefläche.

3. Oberfläche vorbereiten

Glatte oder sehr dichte Betonoberflächen benötigen möglicherweise eine mechanische Vorbehandlung.

Dafür kommen je nach Fläche und Beschichtung beispielsweise Schleifen oder andere geeignete Verfahren infrage. Bei Böden mit hohen Haftungsanforderungen können Diamantschleifen oder Kugelstrahlen notwendig sein.

Eine chemische Behandlung mit Säure ist für Heimwerker keine allgemein empfehlenswerte Standardlösung. Sie bringt zusätzliche Anforderungen an Arbeitsschutz, Neutralisation und Entsorgung mit sich.

Ausführliche Informationen finden Sie in unserem Beitrag Bodenbeschichtung: So bereiten Sie den Untergrund richtig vor.

Hochformatige Infografik mit sechs Arbeitsschritten beim Betonstreichen: reinigen, Untergrund prüfen, Risse ausbessern, bei Bedarf grundieren, Betonfarbe auftragen und Beschichtung vollständig aushärten lassen.
Von der Reinigung bis zur Aushärtung: Die Infografik zeigt die sechs wichtigsten Schritte beim Streichen von Beton. Ob eine Grundierung nötig ist und welche Vorarbeiten erforderlich sind, hängt vom Untergrund und vom gewählten Beschichtungssystem ab.

4. Risse und Fehlstellen ausbessern

Kleinere Löcher oder oberflächliche Fehlstellen können Sie mit einer für Beton geeigneten Spachtel- oder Reparaturmasse ausbessern.

Wählen Sie ein Material, das mit der späteren Beschichtung verträglich ist. Nach dem Aushärten werden gegebenenfalls überstehende Stellen geschliffen und der Staub entfernt.

Bei Rissen, die sich weiter bewegen, reicht gewöhnliches Überspachteln nicht aus.

5. Beton grundieren

Ob eine Grundierung notwendig ist, hängt von der Saugfähigkeit des Betons und vom gewählten Beschichtungssystem ab.

Auf stark saugenden Oberflächen kann eine geeignete Grundierung helfen, die Saugfähigkeit zu regulieren. Andere Grundierungen verbessern die Haftung der folgenden Schicht.

Manche Betonfarben werden dagegen mit einem verdünnten Erstanstrich verarbeitet oder benötigen unter bestimmten Bedingungen keine separate Grundierung.

Verwenden Sie möglichst aufeinander abgestimmte Produkte und halten Sie sich an das technische Merkblatt.

Eine Grundierung ist keine Abdichtung. Sie verhindert nicht automatisch, dass Feuchtigkeit von der Rückseite in den Beton gelangt.

6. Betonfarbe auftragen

Ist die Grundierung ausreichend getrocknet, kann die Farbe aufgetragen werden. Für größere Flächen eignet sich meist eine Farbrolle. Ecken, Anschlüsse und schwer zugängliche Stellen bearbeiten Sie mit einem Pinsel.

Arbeiten Sie gleichmäßig und vermeiden Sie zu dicke Schichten. Die vom Hersteller vorgegebene Auftragsmenge sollte eingehalten werden.

Viele Beschichtungen benötigen zwei Arbeitsgänge. Zwischen den Anstrichen muss die vorgeschriebene Wartezeit eingehalten werden.

Achten Sie außerdem auf die zulässige Verarbeitungstemperatur. Zu niedrige Temperaturen oder hohe Luftfeuchtigkeit können die Trocknung und Aushärtung beeinträchtigen.

7. Beschichtung ausreichend aushärten lassen

Nur weil eine Betonfarbe trocken aussieht, ist sie noch nicht vollständig belastbar.

Gerade bei Bodenbeschichtungen unterscheiden Hersteller häufig zwischen staubtrocken, überarbeitbar, begehbar und voll belastbar.

Bei einem Garagenboden kann es deshalb mehrere Tage dauern, bis wieder ein Fahrzeug darauf abgestellt werden darf. Die genaue Zeit hängt vom Produkt und den Umgebungsbedingungen ab.

Beton im Außenbereich streichen: Was ist zu beachten?

Außenflächen sind deutlich stärker beansprucht als Innenwände. Regen, Frost, Sonneneinstrahlung und Temperaturwechsel wirken auf die Beschichtung ein.

Eine geeignete Betonfarbe muss diesen Belastungen standhalten.

Betonfassade streichen

Bei einer intakten Betonfassade reicht für eine farbliche Gestaltung unter Umständen eine geeignete Fassadenfarbe.

Soll die Beschichtung zusätzlich eine technische Schutzfunktion erfüllen, beispielsweise die Carbonatisierung begrenzen, benötigen Sie ein dafür vorgesehenes Betonschutzsystem.

Das ist besonders bei Stahlbeton relevant. Kohlendioxid aus der Luft reagiert im Beton mit alkalischen Bestandteilen. Dadurch sinkt der pH-Wert. Schreitet die Carbonatisierung bis zur Bewehrung fort, kann deren Korrosionsschutz verloren gehen. Für Rostbildung müssen weitere Voraussetzungen wie Feuchtigkeit und Sauerstoff hinzukommen.

Spezielle Betonschutzbeschichtungen können das Eindringen von Kohlendioxid bremsen. Dafür sind jedoch nachgewiesene Produkteigenschaften erforderlich.

Ein gewöhnlicher Fassadenanstrich ist nicht automatisch ein gleichwertiger Betonschutz.

Gartenmauer aus Beton streichen

Bei einer Gartenmauer ist die Feuchtigkeitsbelastung entscheidend. Regen trifft nicht nur die Seitenflächen, sondern häufig auch die Oberseite.

Fehlt dort eine geeignete Abdeckung, kann Wasser in die Mauer eindringen. Auch Feuchtigkeit aus dem Erdreich kann problematisch sein.

Eine dichte Farbschicht auf der Außenseite löst diese Ursachen nicht. Im ungünstigen Fall sammelt sich Feuchtigkeit hinter der Beschichtung, sodass der Anstrich später abplatzt.

Prüfen Sie deshalb zuerst, ob die Mauer trocken, tragfähig und ausreichend gegen eindringendes Wasser geschützt ist.

Für den Anstrich benötigen Sie eine wetterbeständige Beschichtung, die ausdrücklich für Beton im Außenbereich geeignet ist.

Betonpflaster und Terrassenplatten

Nicht jede Betonfarbe eignet sich für Pflastersteine oder Terrassenplatten.

Auf begehbaren und befahrenen Flächen entstehen hohe mechanische Belastungen. Außerdem darf die Oberfläche bei Regen nicht gefährlich glatt werden.

Verwenden Sie deshalb nur Produkte, die ausdrücklich für den jeweiligen Einsatzbereich freigegeben sind. Prüfen Sie auch, ob der Hersteller Anforderungen an Rutschhemmung, Vorbehandlung und Wasseraufnahme stellt.

Kellerwände streichen: Vorsicht bei Feuchtigkeit

Eine Kellerwand lässt sich grundsätzlich ebenso streichen wie eine andere Betonwand. Voraussetzung ist, dass der Untergrund für das gewählte Produkt geeignet ist.

Besondere Aufmerksamkeit verdient die Feuchtigkeit.

Bei älteren Kellern können fehlende oder beschädigte Abdichtungen dafür sorgen, dass Wasser von außen eindringt. Auch Kondenswasser an kalten Wandoberflächen kommt vor.

Beides hat unterschiedliche Ursachen und erfordert unterschiedliche Maßnahmen.

Eine diffusionsoffene Silikatfarbe kann für einen trockenen, geeigneten mineralischen Untergrund eine Möglichkeit sein. Sie macht eine feuchte Kellerwand jedoch nicht trocken.

Auch eine wasserabweisende Beschichtung auf der Innenseite ersetzt keine fachgerechte Bauwerksabdichtung.

Zeigen sich dauerhaft feuchte Flecken, Salzausblühungen oder abplatzende Altanstriche, sollten Sie die Ursache untersuchen lassen, bevor Sie neu streichen.

Betonboden streichen: Keller und Garage unterscheiden

Auf einem Kellerboden, der nur gelegentlich begangen wird, kann eine geeignete Betonbodenfarbe ausreichen.

In einer Garage sieht es anders aus. Hier wirken Reifen, Schmutz, Streusalz und teilweise Öl oder Kraftstoffe auf die Oberfläche ein.

Achten Sie deshalb auf die ausdrückliche Eignung für Garagen. Der Hersteller sollte unter anderem angeben, ob das Produkt reifenbeständig und für die zu erwartenden mechanischen und chemischen Belastungen geeignet ist.

Ein zweikomponentiges Epoxidharzsystem kann dafür eine geeignete Lösung sein. Allerdings stellt es höhere Anforderungen an Untergrundvorbereitung, Mischungsverhältnis und Verarbeitung.

Bei unzureichender Feuchtigkeitssperre unter dem Boden können besonders dichte Beschichtungen problematisch sein. Aufsteigende Feuchtigkeit kann zu Blasen und Ablösungen führen.

Bei bestimmten Böden, beispielsweise in gemeinschaftlich genutzten Garagen, können zusätzliche Anforderungen an Brandverhalten, Oberflächenschutz oder andere Eigenschaften gelten.

Wichtig ist außerdem eine ausreichende Rutschhemmung. Dafür können geeignete Beschichtungssysteme beispielsweise mit abgestimmten Einstreuungen versehen werden.

Wie viel Betonfarbe brauchen Sie?

Die benötigte Farbmenge hängt von der Fläche, der Saugfähigkeit des Betons und dem verwendeten Produkt ab.

Die Hersteller geben den Verbrauch beispielsweise in Millilitern oder Gramm pro Quadratmeter an. Achten Sie darauf, ob sich die Angabe auf einen einzelnen Anstrich oder den gesamten Beschichtungsaufbau bezieht.

Ein Rechenbeispiel:

Sie möchten einen 20 m² großen Betonboden zweimal streichen. Die verwendete Farbe benötigt laut technischem Merkblatt 150 ml pro Quadratmeter und Anstrich.

20 m² × 0,15 l × 2 = 6 l Betonfarbe

In diesem Beispiel benötigen Sie rechnerisch sechs Liter.

Hinzu kommt gegebenenfalls ein Zuschlag für Verluste beim Verarbeiten oder eine höhere Aufnahme des Untergrunds. Bei stark saugenden oder rauen Oberflächen kann der tatsächliche Verbrauch höher sein.

Entscheidend sind die Verbrauchsangaben und die erforderliche Schichtdicke des gewählten Produkts.

Die häufigsten Fehler beim Betonstreichen

Viele Probleme zeigen sich erst Wochen oder Monate nach dem Streichen. Dann löst sich der Anstrich, bekommt Blasen oder verschleißt schneller als erwartet.

Häufig steckt einer dieser Fehler dahinter:

  1. Der Beton war noch zu feucht. Besonders bei dichten Bodenbeschichtungen kann das zu Haftungsproblemen führen.
  2. Die Oberfläche wurde nicht ausreichend gereinigt. Staub, Öl, Fett und andere Rückstände verhindern eine zuverlässige Haftung.
  3. Die Farbe passt nicht zum Einsatzbereich. Eine einfache Wandfarbe ist keine geeignete Garagenbodenbeschichtung.
  4. Die Grundierung wurde falsch gewählt. Nicht jede Grundierung verträgt sich mit jeder Farbe.
  5. Die Schicht wurde zu dick aufgetragen. Das kann zu Problemen bei der Trocknung oder Aushärtung führen.
  6. Die Fläche wurde zu früh belastet. Ein Boden kann bereits begehbar sein, obwohl die Beschichtung noch nicht vollständig ausgehärtet ist.
  7. Feuchtigkeitsprobleme wurden überstrichen. Eine Beschichtung kann keine defekte Abdichtung ersetzen.

Häufige Fragen zu Betonfarben

Kann man direkt auf Beton streichen?

Ja, sofern die Betonfläche geeignet und ausreichend vorbereitet ist. Ob zusätzlich eine Grundierung benötigt wird, hängt von der Beschichtung und vom Untergrund ab. Die Angaben des Herstellers sind maßgeblich.

Welche Farbe hält auf Beton am besten?

Eine allgemeingültige Antwort gibt es nicht. Auf einer trockenen Innenwand kann eine geeignete Dispersions- oder Silikatfarbe ausreichen. Für stark beanspruchte Böden sind spezielle Bodenbeschichtungen erforderlich. Entscheidend sind Einsatzbereich und Untergrundzustand.

Kann man frischen Beton streichen?

Frischer Beton muss zunächst ausreichend erhärten und die für das Beschichtungssystem zulässige Feuchtigkeit erreichen. Wie lange das dauert, hängt unter anderem von Bauteildicke, Umgebung und Produkt ab. Manche Systeme erlauben eine frühere Beschichtung als andere.

Muss Beton vor dem Streichen grundiert werden?

Nicht grundsätzlich. Einige Beschichtungssysteme benötigen eine separate Grundierung. Andere werden mit einem verdünnten Erstanstrich oder auf entsprechend vorbereiteten Flächen ohne zusätzliche Grundierung verarbeitet.

Ist Betonfarbe wasserdicht?

Nicht jede Betonfarbe ist wasserdicht. Manche Beschichtungen sind wasserabweisend, andere besonders wasserdampfdurchlässig. Es gibt auch spezielle Abdichtungssysteme. Diese Produkte erfüllen unterschiedliche Aufgaben und dürfen nicht miteinander verwechselt werden.

Wie lange hält Betonfarbe?

Das hängt von der Beschichtung, der Beanspruchung, der Vorbereitung und den Umgebungsbedingungen ab. Eine wenig beanspruchte Innenwand stellt andere Anforderungen als ein Garagenboden oder eine Gartenmauer. Eine pauschale Haltbarkeit in Jahren wäre deshalb wenig aussagekräftig.

Kann man Beton streichen, wenn er bereits gestrichen wurde?

Ja, sofern die vorhandene Beschichtung fest haftet und mit dem neuen Produkt verträglich ist. Lose Altanstriche müssen entfernt werden. Bei unbekannten Produkten empfiehlt sich eine Probefläche.

Fazit: Die richtige Betonfarbe hängt vom Einsatzort ab

Wenn Sie eine Betonwand im Wohnbereich streichen möchten, benötigen Sie vor allem eine geeignete Wandfarbe und einen sauberen, tragfähigen Untergrund. Bei Fassaden und Gartenmauern kommen Witterung und Feuchtigkeit hinzu. Für Betonböden sind Abriebfestigkeit und Belastbarkeit wichtig.

Besonders sorgfältig sollten Sie bei Garagenböden, feuchten Kellern und beschädigten Betonflächen vorgehen. Dort genügt es häufig nicht, eine Farbe auszuwählen und direkt loszustreichen.

Prüfen Sie vor dem Kauf, ob das Produkt für Ihre Betonfläche zugelassen ist, welche Vorbereitung nötig ist und wie lange die Beschichtung aushärten muss. Das erspart Ihnen im besten Fall einen zweiten Anstrich – und im schlechteren Fall das vollständige Entfernen einer misslungenen Beschichtung.

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