Ein grüner Zaun, ein günstiger Terrassenbelag oder ein Holzpfosten aus dem Baumarkt: Oft handelt es sich um kesseldruckimprägniertes Holz. Es soll viele Jahre halten, obwohl es ständig Regen und Feuchtigkeit ausgesetzt ist. Dafür werden chemische Holzschutzmittel tief in das Holz eingebracht. Doch können diese Stoffe der Gesundheit schaden? Gelangen sie in den Gartenboden? Und sollte man KDI-Holz für Hochbeete oder Kinderspielgeräte verwenden?

Kesseldruckimprägniertes Holz, kurz KDI-Holz, ist nicht grundsätzlich gefährlich. Es kommt darauf an, welche Holzschutzmittel verwendet wurden, ob sie ausreichend fixiert sind und wofür das Holz später eingesetzt wird. Auch zwischen alten und modernen Imprägnierungen gibt es erhebliche Unterschiede.
Wer Holz für den Garten kauft, sollte deshalb genauer hinschauen. Denn eine grüne Färbung verrät weder, welche Stoffe im Holz stecken, noch, ob sich die Bretter oder Pfosten für die geplante Verwendung eignen.
Ist kesseldruckimprägniertes Holz giftig?
Bei der Kesseldruckimprägnierung kommen Holzschutzmittel zum Einsatz, die holzzerstörende Pilze und teilweise auch Insekten bekämpfen. Die enthaltenen Wirkstoffe gehören zu den Bioziden. Sie sollen bestimmte Organismen abtöten oder daran hindern, das Holz zu zerstören.
Dass diese Stoffe wirken, bedeutet allerdings nicht automatisch, dass ein imprägnierter Zaun bei Berührung gesundheitsschädlich ist. Entscheidend sind die verwendeten Wirkstoffe, ihre Konzentration, die Fixierung im Holz und die tatsächliche Belastung des Menschen.
Moderne Holzschutzmittel unterliegen in der Europäischen Union der Biozid-Verordnung. Wirkstoffe werden auf mögliche Risiken geprüft. Auch für die daraus hergestellten Produkte gelten Zulassungsanforderungen und gegebenenfalls Einschränkungen für bestimmte Anwendungen.
Die Zulassung ist allerdings kein Freibrief. Sie gilt nur für die jeweils vorgesehenen Verwendungsbedingungen. Ein Produkt, das für einen Zaunpfosten geeignet ist, muss deshalb nicht automatisch für ein Gemüsehochbeet oder ein Kinderspielgerät geeignet sein.
Sind Krebs oder Allergien durch KDI-Holz möglich?
Diese Frage lässt sich nicht pauschal für sämtliche kesseldruckimprägnierten Hölzer beantworten. Früher wurden unter anderem Holzschutzmittel mit Chrom- und Arsenverbindungen eingesetzt. Einige dieser Stoffe sind aufgrund ihrer gesundheitsschädlichen Eigenschaften besonders problematisch. Älteres, behandeltes Holz kann deshalb Risiken bergen, die sich nicht auf heutige Produkte übertragen lassen.
Bei modernen Imprägnierungen werden beispielsweise kupferbasierte Holzschutzmittel mit weiteren Wirkstoffen verwendet. Auch diese Stoffe sind nicht automatisch harmlos. Ob sie gesundheitliche Probleme verursachen können, hängt jedoch vom jeweiligen Stoff und davon ab, in welcher Menge ein Mensch damit in Kontakt kommt.
Für die Aussage, dass kesseldruckimprägniertes Holz generell Krebs verursacht oder zwangsläufig Allergien auslöst, gibt es keine ausreichende Grundlage.
Bei älterem Holz unbekannter Herkunft ist besondere Vorsicht angebracht. Verwenden Sie solche Bretter oder Pfosten nicht für Hochbeete, Spielgeräte oder andere Anwendungen mit engem Kontakt zu Menschen beziehungsweise Lebensmitteln.

Können Holzschutzmittel in den Boden gelangen?
Ja, das ist grundsätzlich möglich. Regenwasser kann Bestandteile der Holzschutzmittel aus behandeltem Holz herauslösen. Fachleute sprechen dabei von Auswaschung.
Wie viel tatsächlich freigesetzt wird, hängt unter anderem vom verwendeten Holzschutzmittel, seiner Fixierung, dem Holz und der Witterungsbelastung ab.
Das Umweltbundesamt weist darauf hin, dass Biozide aus behandeltem Holz in Böden und Gewässer gelangen und dort Organismen schädigen können. Deshalb sollte chemischer Holzschutz nur dort eingesetzt werden, wo er tatsächlich benötigt wird.
Besonders wichtig ist, dass das Holz nach der Imprägnierung ausreichend nachbehandelt wurde und die eingesetzten Schutzmittel entsprechend den Vorgaben fixiert sind.
Frisch behandeltes Holz mit auffälligen Rückständen oder austretender Flüssigkeit sollten Sie nicht ohne Klärung verwenden. Allerdings lässt sich allein am Aussehen nicht zuverlässig erkennen, ob ein Produkt ausreichend fixiert ist.
Darf KDI-Holz für Hochbeete verwendet werden?
Für Gemüsehochbeete würde ich möglichst unbehandeltes Holz verwenden. Geeignet sind beispielsweise entsprechend dimensionierte Bretter aus Lärchen-, Douglasien- oder dauerhaftem Kernholz anderer Holzarten. Welche Holzart sinnvoll ist, hängt auch davon ab, wie lange das Hochbeet halten soll.
Bei kesseldruckimprägniertem Holz besteht die Möglichkeit, dass Bestandteile der Holzschutzmittel in die umgebende Erde gelangen. Daraus folgt nicht automatisch, dass Gemüse aus einem solchen Hochbeet gesundheitsschädlich ist. Eine generelle Unbedenklichkeit lässt sich daraus aber ebenso wenig ableiten.
Wenn Sie KDI-Holz verwenden möchten, muss das konkrete Produkt für diesen Einsatzzweck geeignet sein. Beachten Sie dafür die Herstellerangaben und Verwendungsbeschränkungen.
Eine Folie an der Innenseite kann den direkten Kontakt zwischen Erde und Holz verringern. Sie ersetzt jedoch keine entsprechende Produkteignung.
Meine Empfehlung: Bei selbst gebauten Gemüsehochbeeten lieber unbehandeltes, geeignetes Holz wählen und die Konstruktion so gestalten, dass sich beschädigte Bretter später problemlos austauschen lassen.

Wie sieht es mit Kinderspielgeräten aus?
KDI-Holz wird auch für Spielhäuser, Schaukeln und Klettergerüste angeboten. Solche Produkte sind nicht grundsätzlich ungeeignet. Entscheidend ist, ob die konkrete Behandlung für die vorgesehene Nutzung zulässig ist.
Achten Sie auf die Herstellerangaben und verwenden Sie nicht einfach beliebige imprägnierte Bretter aus dem Baumarkt.
Besonders bei Sitzflächen, Handläufen und anderen Bauteilen, die Kinder häufig berühren, sollten Sie auf eine geeignete Oberflächenqualität und die bestimmungsgemäße Verwendung achten. Unbehandeltes, geeignetes Holz kann auch hier eine Alternative sein.

Wie funktioniert die Kesseldruckimprägnierung?
Kiefer und Fichte sind preiswerte Holzarten. Bleiben sie längere Zeit feucht, können holzzerstörende Pilze sie jedoch vergleichsweise schnell schädigen. Mit einer Kesseldruckimprägnierung lässt sich ihre Widerstandsfähigkeit gegen bestimmte Holzschädlinge verbessern.
Dazu kommt das Holz in einen großen, verschließbaren Druckbehälter. Zunächst wird ein Vakuum erzeugt, das Luft aus zugänglichen Hohlräumen entfernt. Anschließend wird der Behälter mit einer Holzschutzmittellösung gefüllt. Unter Druck dringt sie in das Holz ein.
Wie tief die Wirkstoffe gelangen, hängt von der Holzart und dem verwendeten Verfahren ab. Kiefernsplintholz lässt sich beispielsweise deutlich leichter imprägnieren als Fichtenholz oder Kiefernkernholz.
Nach der Behandlung muss das Holz entsprechend den Verfahrens- und Produktvorgaben nachbehandelt werden. Erst dann ist es für die vorgesehene Nutzung geeignet.
Die Imprägnierung macht das Holz nicht wasserdicht. Es kann weiterhin Feuchtigkeit aufnehmen, quellen, schwinden und Risse bekommen.
Warum ist KDI-Holz meistens grün?
Die grünliche Färbung hängt bei vielen Produkten mit kupferhaltigen Holzschutzmitteln zusammen. Es gibt aber auch braune und anders eingefärbte Ausführungen.
Die Farbe sagt wenig über die Qualität der Behandlung aus. Ein dunkelgrüner Pfosten muss keineswegs besser geschützt sein als ein hellgrüner. Entscheidend ist, für welche Anwendung das Holz behandelt wurde.
Wie lange hält kesseldruckimprägniertes Holz?
Ein ordentlich imprägnierter Zaun kann viele Jahre überstehen. Wie lange genau, hängt von der Holzart, der Imprägnierung, der Konstruktion und den örtlichen Bedingungen ab.
Ein Zaun, dessen Bretter nach jedem Regenschauer schnell trocknen, hat bessere Voraussetzungen als ein Pfosten, der dauerhaft in feuchter Erde steckt.
Deshalb sind pauschale Angaben wie „KDI-Holz hält 20 Jahre“ wenig aussagekräftig. Die Lebensdauer kann je nach Anwendung erheblich abweichen.

Entscheidend ist die Gebrauchsklasse
Beim Kauf sollten Sie auf die sogenannte Gebrauchsklasse achten. Sie beschreibt, welcher Feuchtebeanspruchung ein Holzbauteil ausgesetzt ist.
| Gebrauchsklasse | Beanspruchung | Beispiel |
| GK 2 | Geschützt vor direktem Regen, zeitweise erhöhte Feuchte | Überdachte Holzkonstruktion |
| GK 3.1 | Regen ausgesetzt, ohne Erdkontakt, rasche Abtrocknung | Gut belüftete Zaunlatte |
| GK 3.2 | Regen ausgesetzt, ohne Erdkontakt, längere Feuchtebelastung möglich | Ungünstig entwässertes Außenbauteil |
| GK 4 | Erd- oder Süßwasserkontakt | Eingegrabener Zaunpfosten |
Für einen Zaunpfosten, der direkt in die Erde gesetzt wird, benötigen Sie ein Produkt, das ausdrücklich für die Gebrauchsklasse 4 geeignet ist. Die einfache Angabe „kesseldruckimprägniert“ reicht dafür nicht.
Die Gebrauchsklasse beschreibt allerdings nicht die Dauerhaftigkeit einer Holzart. Sie sagt vielmehr etwas darüber aus, welchen Bedingungen das Bauteil ausgesetzt wird.
Mehr über die passende Holzauswahl erfahren Sie in unserem Ratgeber Gartenholz: Welches Holz eignet sich für den Außenbereich?.
Welche Vorteile hat KDI-Holz?
Der größte Vorteil besteht darin, dass sich auch vergleichsweise wenig dauerhafte und preiswerte Holzarten im Außenbereich einsetzen lassen.
Kesseldruckimprägniertes Holz bietet mehrere Vorteile:
- Günstiger Preis: KDI-Holz ist häufig deutlich preiswerter als natürlich dauerhafte oder technisch modifizierte Hölzer.
- Längere Nutzungsdauer: Eine geeignete Imprägnierung schützt vor bestimmten holzzerstörenden Organismen.
- Große Auswahl: Im Baumarkt gibt es zahlreiche Bretter, Pfosten, Latten und Kanthölzer.
- Erdkontakt möglich: Entsprechend behandelte Produkte können auch bei hoher Feuchtebeanspruchung eingesetzt werden.
- Kein regelmäßiger biozider Schutzanstrich erforderlich: Bei geeigneter Behandlung muss der vorbeugende chemische Holzschutz normalerweise nicht laufend erneuert werden.
Gerade für Zaunanlagen kann KDI-Holz deshalb wirtschaftlich interessant sein.
Welche Nachteile hat kesseldruckimprägniertes Holz?
Neben den bereits beschriebenen Gesundheits- und Umweltfragen gibt es einige praktische Nachteile.
- Die Imprägnierung schützt nicht vor allen Witterungseinflüssen. KDI-Holz kann unter Sonneneinstrahlung vergrauen. Auch Risse oder Verformungen sind möglich.
- Nicht jeder Bereich des Holzes ist vollständig geschützt. Bei schwer imprägnierbaren Holzarten dringen die Schutzmittel oft nicht bis in den Kern ein. Durch Sägen, Bohren oder tiefe Risse können ungeschützte Bereiche freigelegt werden.
- Die Entsorgung ist aufwendiger. Mit Holzschutzmitteln behandeltes Altholz darf nicht wie gewöhnliches unbehandeltes Holz entsorgt werden.
- Die Qualität ist äußerlich schwer zu erkennen. Weder die grüne Farbe noch eine glatte Oberfläche verraten, ob das Holz richtig imprägniert wurde.
Diese Nachteile bedeuten nicht, dass KDI-Holz grundsätzlich eine schlechte Wahl ist. Sie sollten bei der Materialauswahl allerdings berücksichtigt werden.
Kann man kesseldruckimprägniertes Holz streichen?
Ja. Sie können KDI-Holz streichen, lasieren oder mit einem geeigneten Außenöl behandeln, sofern das Produkt für den Untergrund geeignet und das Holz ausreichend trocken ist. Gerade frisch imprägniertes Holz enthält häufig noch viel Feuchtigkeit. Wird es zu früh beschichtet, kann der Anstrich schlecht haften oder später abblättern.
Wie lange das Holz trocknen muss, lässt sich nicht pauschal sagen. Maßgeblich sind die Holzfeuchte und die Vorgaben des Beschichtungsherstellers. Möchten Sie das natürliche Vergrauen verhindern, verwenden Sie eine geeignete pigmentierte Außenbeschichtung. Farbloses Öl bietet meist nur einen begrenzten UV-Schutz.
Ein Anstrich ist allerdings nicht grundsätzlich notwendig. Wenn Sie die Vergrauung akzeptieren und das Holz für die vorhandene Gebrauchsklasse geeignet ist, kann es auch unbehandelt bleiben.
Wichtig ist die Unterscheidung zwischen Oberflächenschutz und vorbeugendem Holzschutz. Eine normale Lasur schützt beispielsweise vor Feuchtigkeit und UV-Strahlung, ersetzt aber keine erforderliche Imprägnierung gegen holzzerstörende Pilze.
Wie sich Holzöle, Lasuren und Lacke unterscheiden, erklären wir im Beitrag Holzschutz im Klartext: So bleibt Ihr Holz lange schön.

Welche Alternativen zu KDI-Holz gibt es?
Wer chemische Holzschutzmittel vermeiden möchte, hat mehrere Möglichkeiten. Nicht jede eignet sich allerdings für sämtliche Anwendungen.
Robinie und Edelkastanie: Dauerhafte Hölzer ohne Imprägnierung
Das Kernholz der Robinie ist von Natur aus sehr widerstandsfähig gegen holzzerstörende Pilze. Es kann deshalb auch für stärker beanspruchte Außenkonstruktionen interessant sein.
Edelkastanie und Eiche besitzen ebenfalls vergleichsweise dauerhaftes Kernholz. Lärche und Douglasie eignen sich für zahlreiche Außenanwendungen, sind aber weniger widerstandsfähig als Robinie.
Wichtig ist, dass bei diesen Hölzern das Splintholz deutlich weniger dauerhaft sein kann als das Kernholz. Eine längere Lebensdauer lässt sich außerdem durch gute Konstruktion und ausreichende Belüftung erreichen.
Thermoholz: Holzschutz durch Hitze
Thermoholz wird bei hohen Temperaturen unter kontrollierten Bedingungen behandelt. Dabei verändert sich die Holzstruktur. Das Material nimmt anschließend meist weniger Feuchtigkeit auf und wird je nach Holzart und Behandlung widerstandsfähiger gegen Pilzbefall.
Allerdings kann die Wärmebehandlung die Festigkeit verringern und das Holz spröder machen. Für tragende Konstruktionen oder Erdkontakt ist gewöhnliches Thermoholz deshalb nicht automatisch geeignet. Mehr über das Verfahren erfahren Sie im Beitrag Thermoholz als Alternative zum Tropenholz.
Accoya und Kebony: Technisch verändertes Holz
Bei Accoya und Kebony werden die Eigenschaften des Holzes durch besondere chemische Modifizierungsverfahren verändert. Das kann die Feuchteaufnahme reduzieren und die Widerstandsfähigkeit gegen holzzerstörende Pilze verbessern.
Solche Produkte sind in der Regel teurer als gewöhnliches KDI-Holz. Dafür können sie je nach Produkt auch für anspruchsvolle Außenanwendungen geeignet sein. Einen ausführlichen Vergleich finden Sie in unserem Ratgeber Tropenholz-Alternativen: Diese Hölzer ersetzen Teak, Bangkirai & Co..
Leinöl und Lasuren: Nur begrenzt eine Alternative
Leinöl und Lasuren werden häufig als natürliche beziehungsweise weniger belastende Alternativen zur Kesseldruckimprägnierung empfohlen. Das stimmt allerdings nur eingeschränkt.
Sie können die Feuchteaufnahme reduzieren und die Oberfläche schützen. Dadurch lässt sich unter geeigneten Bedingungen auch die Lebensdauer verbessern.
Sie machen jedoch aus einem wenig dauerhaften Holz kein Material, das dauerhaft für Erdkontakt geeignet ist. Auch ein regelmäßiger Anstrich mit Leinöl ersetzt keine notwendige Schutzmaßnahme gegen holzzerstörende Pilze.
Was ist besser: KDI-Holz oder unbehandeltes Holz?
Das hängt davon ab, was Sie bauen möchten.
| Anwendung | Empfehlung |
| Zaunlatten ohne Erdkontakt | KDI-Holz oder geeignete unbehandelte Holzarten |
| Eingegrabene Zaunpfosten | Für GK 4 geeignetes KDI-Holz oder ausreichend dauerhaftes Kernholz |
| Holzterrasse | Geeignetes KDI-Holz, natürlich dauerhaftes oder modifiziertes Holz |
| Gemüsehochbeet | Vorzugsweise geeignetes unbehandeltes Holz |
| Gartenmöbel | Geeignete unbehandelte oder modifizierte Hölzer |
| Carport | Für tragende Zwecke geeignetes Holz mit passendem Holzschutzkonzept |
Bei tragenden Bauteilen wie einem Carport reicht die Auswahl nach Dauerhaftigkeit allein nicht aus. Auch Festigkeit und fachgerechte Konstruktion müssen stimmen. Weitere Informationen finden Sie im Ratgeber Carport aus Holz: Welche Holzarten sinnvoll sind.
So schützen Sie Holz ohne chemische Imprägnierung
Oft lässt sich die Lebensdauer von Holz bereits durch einige konstruktive Maßnahmen erheblich verlängern. Fachleute sprechen vom konstruktiven Holzschutz.
Das Prinzip: Wasser soll möglichst schnell ablaufen können und das Holz nach einem Regenschauer wieder trocknen.
Besonders wirksam sind diese Maßnahmen:
- Erdkontakt vermeiden: Pfosten auf geeignete Metallanker stellen, statt sie direkt einzugraben.
- Staunässe verhindern: Regenwasser darf sich nicht dauerhaft auf waagerechten Flächen sammeln.
- Hirnholz schützen: Stirnseiten so gestalten oder abdecken, dass sie möglichst wenig Wasser aufnehmen.
- Belüftung ermöglichen: Bei Terrassen und Fassaden ausreichende Abstände und geeignete Unterkonstruktionen vorsehen.
- Spritzwasser reduzieren: Holzbauteile möglichst nicht direkt über dauerhaft nassen Flächen anordnen.
Das Umweltbundesamt empfiehlt grundsätzlich, konstruktive Schutzmaßnahmen und geeignete Holzarten gegenüber dem Einsatz chemischer Holzschutzmittel zu bevorzugen, soweit sich die erforderliche Dauerhaftigkeit damit erreichen lässt.
Worauf sollten Sie beim Kauf von KDI-Holz achten?
Im Baumarkt finden sich häufig nur Angaben zur Holzart und zu den Abmessungen. Gerade bei kesseldruckimprägniertem Holz sollten Sie genauer nachfragen.
Eine kleine Checkliste:
- Einsatzbereich: Ist das Holz ausdrücklich für die geplante Anwendung geeignet?
- Gebrauchsklasse: Ist das Produkt beispielsweise für GK 3 oder GK 4 vorgesehen?
- Holzschutzmittel: Welche Behandlung wurde durchgeführt und gelten Verwendungsbeschränkungen?
- Qualität: Liegen nachvollziehbare Herstellerangaben oder ein Gütenachweis vor?
- Verarbeitung: Darf das Holz nachträglich gesägt oder gebohrt werden und ist eine Schnittflächenbehandlung erforderlich?
- Oberfläche: Ist das Holz ausreichend trocken und für den geplanten Anstrich geeignet?
Zusätzliche Orientierung bietet das Gütezeichen RAL-GZ 411 für imprägnierte Holzbauelemente. Es umfasst Anforderungen an die Imprägnierung und deren Qualitätsüberwachung.
Das Gütezeichen ersetzt allerdings nicht die Prüfung, ob ein konkretes Produkt für den vorgesehenen Einsatzbereich geeignet ist.
Wie wird KDI-Holz richtig entsorgt?
Kesseldruckimprägniertes Holz darf nicht im Kamin, Holzofen oder Garten verbrannt werden. Auch als Brennholz für eine Feuerschale ist es ungeeignet.
Nach der Altholzverordnung gehört mit Holzschutzmitteln behandeltes Altholz grundsätzlich zur Kategorie A IV. Dazu zählen beispielsweise imprägnierte Pfosten, Zäune und Gartenbauteile.
Für private Haushalte bedeutet das: Klären Sie mit dem örtlichen Wertstoffhof oder Entsorgungsbetrieb, wo solche Hölzer angenommen werden.
Altes Holz unbekannter Herkunft sollten Sie nicht einfach erneut im Garten verwenden. Es kann mit Holzschutzmitteln behandelt worden sein, die heute für die betreffende Verwendung nicht mehr zulässig wären.
Fazit: Wie gefährlich ist kesseldruckimprägniertes Holz wirklich?
Kesseldruckimprägniertes Holz ist weder grundsätzlich giftig noch automatisch unbedenklich. Die gesundheitlichen und ökologischen Risiken hängen vom verwendeten Holzschutzmittel und davon ab, wie das behandelte Holz eingesetzt wird.
Für einen Gartenzaun oder einen entsprechend geeigneten Pfosten mit Erdkontakt kann modernes KDI-Holz eine praktische und wirtschaftliche Lösung sein. Bei Gemüsehochbeeten und Anwendungen mit engem Kontakt zu Menschen lohnt es sich dagegen besonders, die Eignung zu prüfen oder unbehandeltes Holz zu wählen.
Wenn sich eine Konstruktion durch die richtige Holzart und guten baulichen Holzschutz dauerhaft ausführen lässt, ist eine chemische Imprägnierung häufig unnötig.
Beim Kauf kommt es deshalb weniger auf die grüne Farbe als auf die Gebrauchsklasse, die Behandlung und die vorgesehene Verwendung an.



Wenn ich eine Trennwand aus Kesseldruckimprägniertem Holz an der Grenze zu meinem
Nachbarn aufstelle, der auf seinem Grundstück in 50 cm Abstand eine Koniferen Hecke
stehen hat, wird das Kesseldruckimprägnierte Holz ausdunsten und die Koniferen werden
braun oder sterben ab?
Kann ich mir nicht vorstellen, normalerweise dünstet kesseldruckimprägniertes Holz nur wenig aus.
Habe auch eine Frage dazu…
Wir haben in unserem Garten mehrere neue Telefonfreileitungsmasten (ca.2-3Jahre) stehen. Direkt unmittelbar an einer Ligusterhecke. Die Hecke hat im Bereich der Masten nun Ausfälle, d.h. Pflanzen gehen ein. Besonders an warmen Tagen stinken die Masten extrem (ich sag mal nach oder wie Carbolineum) Wir halten uns auch nicht mehr in der Nähe der Masten auf. Ist es vlt. möglich, dass die
T-Telefongesellschaft noch Imprägnierungen verwenden die Teeröl beinhaltet?
Möglich ist das natürlich theoretisch und wie ich nachgelesen habe, ist das unter bestimmten Voraussetzungen nicht einmal verboten. Aber letztlich kann ich da keine konkrete Aussage machen, zumal ich nicht weiß, inwiefern das Holzschutzmittel dermaßen ausgast, dass dadurch sogar Pflanzen eingehen.