Staketenzaun im Naturgarten: Materialien, Aufbau und Gestaltungsideen

Von Dominik Hochwarth

Ein Staketenzaun passt fast selbstverständlich in einen Naturgarten. Die unregelmäßig geformten Holzstäbe wirken weniger streng als ein klassischer Lattenzaun, Pflanzen können sich daran entlangranken und auch geschwungene Grundstücksgrenzen lassen sich damit gut einfassen. Dazu kommt ein praktischer Vorteil: Wird das richtige Holz verwendet, kommt der Zaun ohne regelmäßiges Streichen und chemischen Holzschutz aus.

Ganz ohne Planung sollten Sie einen Staketenzaun trotzdem nicht aufstellen. Vor allem Holzart, Pfostenabstände und Befestigung entscheiden darüber, wie stabil der Zaun wird und wie lange er hält. Auch der Abstand zwischen den Staketen sollte zum Einsatzzweck passen.

Staketenzaun
Ein Staketenzaun kommt im Naturgarten besonders gut zur Geltung. Darauf kommt es bei der Planung an.

Inhaltsverzeichnis

Was ist ein Staketenzaun?

Anders als bei einem klassischen Lattenzaun werden die einzelnen Staketen beim Staketenzaun meist nicht auf waagerechte Holzriegel geschraubt. Stattdessen verbindet verzinkter Draht die einzelnen Holzstäbe miteinander. Der Zaun wird deshalb häufig als fertig gebundene Rolle verkauft.

Diese Konstruktion macht ihn ausgesprochen flexibel. Der Zaun muss nicht schnurgerade verlaufen, sondern lässt sich um Beete herumführen, an leichte Bögen anpassen und auch auf Grundstücken mit Gefälle einsetzen.

Befestigt wird die Zaunrolle an Holzpfosten, die in regelmäßigen Abständen in den Boden gesetzt werden. Anfangs-, End- und Eckpfosten nehmen dabei einen großen Teil der Zugkräfte auf und müssen besonders stabil stehen.

Welches Holz eignet sich für einen Staketenzaun?

Optisch sehen sich viele Staketenzäune zunächst ähnlich. Bei der Haltbarkeit gibt es zwischen den Holzarten jedoch erhebliche Unterschiede.

Edelkastanie: der Klassiker für Staketenzäune

Besonders häufig werden Staketenzäune aus Edelkastanie angeboten. Das hat einen guten Grund. Das Kernholz besitzt von Natur aus eine hohe Widerstandsfähigkeit gegen holzzerstörende Pilze und wird nach DIN EN 350 der Dauerhaftigkeitsklasse 2 zugeordnet.

Für einen Gartenzaun ist das ein großer Vorteil. Kastanienholz kann im Außenbereich in vielen Anwendungen unbehandelt eingesetzt werden. Eine regelmäßige Behandlung mit Holzschutzlasur ist daher normalerweise nicht erforderlich. Tipp: Die auf Zäune und Sichtschutz spezialisierten Experten von Zaundirekt bieten Staketenzäune aus Kastanienholz.

Mit der Zeit verändert sich allerdings die Farbe. Aus dem zunächst hellbraunen Holz entwickelt sich unter Witterungseinfluss eine silbergraue Oberfläche. Das ist kein Zeichen dafür, dass der Zaun beschädigt ist, sondern ein natürlicher Alterungsprozess.

Eine Besonderheit sollten Sie bei Kastanienholz beachten: Es enthält vergleichsweise viele Gerbstoffe. In Verbindung mit Feuchtigkeit und ungeeigneten eisenhaltigen Befestigungsmitteln können dunkle Verfärbungen entstehen. Verzinkte beziehungsweise für den Außenbereich geeignete Schrauben und Beschläge sind deshalb sinnvoll.

Robinie: besonders dauerhaft

Noch widerstandsfähiger ist Robinienholz. Sein Kernholz erreicht nach DIN EN 350 die Dauerhaftigkeitsklassen 1 bis 2 und zählt damit zu den dauerhaftesten europäischen Hölzern.

Robinie eignet sich besonders gut für Pfosten oder Konstruktionen mit direktem Bodenkontakt. Das Holz ist allerdings sehr hart und schwieriger zu bearbeiten. Außerdem sind komplette Staketenzäune aus Robinie weniger verbreitet und häufig teurer als Varianten aus Kastanie.

Eine interessante Kombination kann deshalb aus Robinienpfosten und einem Staketenzaun aus Kastanie bestehen.

Hasel: günstiger, aber weniger dauerhaft

Auch Haselholz wird häufig für Staketenzäune verwendet. Die dünnen, relativ geraden Triebe lassen sich gut zu rustikal wirkenden Zaunelementen verarbeiten.

Bei der Haltbarkeit kann Hasel jedoch nicht ohne Weiteres mit Kastanie oder Robinie gleichgesetzt werden. Gerade bei dauerhaft feuchten Standorten und Bodenkontakt altert das Holz schneller.

Wer einen möglichst langlebigen Zaun sucht, ist mit Kastanie oder Robinie daher in der Regel besser beraten. Für niedrigere Beetbegrenzungen oder bewusst einfach gehaltene Gartenbereiche kann Hasel dagegen durchaus interessant sein.

Holzarten für Staketenzaun

Welche Höhe sollte der Staketenzaun haben?

Die passende Höhe hängt vor allem davon ab, welche Aufgabe der Zaun übernehmen soll.

Für eine reine Beetbegrenzung reichen häufig etwa 50 bis 80 cm. Soll der Zaun Gartenbereiche optisch voneinander trennen, sind etwa 80 bis 100 cm üblich. Als klassische Grundstückseinfriedung werden oft Staketenzäune mit 100 bis 120 cm Höhe verwendet.

Soll der Zaun Haustiere im Garten halten, müssen Höhe und Staketenabstand individuell auf das Tier abgestimmt werden. Eine pauschale sichere Mindesthöhe gibt es dafür nicht.

Als Sichtschutz eignet sich ein Staketenzaun dagegen nur eingeschränkt. Selbst bei einer größeren Zaunhöhe bleibt die Konstruktion vergleichsweise transparent. Einen besseren Sichtschutz erreichen Sie durch eine zusätzliche Bepflanzung.

Eng oder luftig: der richtige Abstand zwischen den Staketen

Staketenzäune werden mit unterschiedlichen Abständen zwischen den einzelnen Holzstäben angeboten. Typisch sind beispielsweise etwa 4 bis 5 cm oder deutlich luftigere Varianten mit ungefähr 8 bis 10 cm Abstand.

Ein kleiner Abstand wirkt geschlossener und grenzt den Garten stärker ab. Große Abstände lassen den Zaun leichter erscheinen und passen besonders gut zu offenen Naturgärten.

Auch der Materialbedarf und damit der Preis verändern sich: Je enger die Staketen gesetzt sind, desto mehr Holz steckt in einem laufenden Meter Zaun.

Wenn kleine Kinder oder Haustiere im Garten unterwegs sind, sollten Sie den Abstand allerdings nicht allein nach optischen Gesichtspunkten wählen.

Auf eines Staketenzauns

Das brauchen Sie für den Aufbau

Für einen klassischen Staketenzaun benötigen Sie im Wesentlichen:

  • Staketenzaun als Rollenware
  • passende Holzpfosten
  • zusätzliche stabile Eck- und Torpfosten
  • gegebenenfalls Streben
  • wetterfeste Schrauben oder Befestigungsklammern
  • Spaten oder Erdbohrer
  • Wasserwaage
  • Richtschnur
  • Hammer oder Pfahlramme
  • Seitenschneider beziehungsweise Drahtschneider

Bei schweren oder hohen Zäunen kann es sinnvoll sein, einzelne Pfosten zusätzlich zu stabilisieren. Ob Einschlaghülsen, einbetonierte Pfostenträger oder direkt in den Boden gesetzte Holzpfosten sinnvoll sind, hängt von Boden, Zaunhöhe und gewünschter Lebensdauer ab.

Staketenzaun aufbauen: Schritt für Schritt

1. Zaunverlauf markieren

Legen Sie zunächst fest, wo der Zaun verlaufen soll. Bei geraden Abschnitten hilft eine gespannte Schnur zwischen Anfangs- und Endpunkt.

Ein Staketenzaun muss allerdings nicht exakt gerade verlaufen. Gerade im Naturgarten wirken leichte Bögen oft harmonischer und lassen sich mit der flexiblen Zaunrolle problemlos umsetzen.

2. Anfangs- und Eckpfosten setzen

Beginnen Sie mit den wichtigsten Pfosten. Dazu gehören Anfangs-, End-, Tor- und Eckpfosten.

Diese Pfosten müssen besonders stabil stehen, weil dort beim Spannen des Zauns hohe Zugkräfte entstehen. Bei längeren Zaunabschnitten können zusätzliche schräge Streben sinnvoll sein.

3. Zwischenpfosten verteilen

Zwischen die stabilen Endpunkte kommen die normalen Zaunpfosten.

Als grobe Orientierung eignet sich bei vielen Staketenzäunen ein Pfostenabstand von etwa 1,5 bis 1,8 m. Bei höheren Zäunen oder windoffenen Standorten sollte der Abstand eher kleiner gewählt werden.

Entscheidend sind letztlich Zaunhöhe, Holzstärke und Herstellerempfehlung.

4. Pfosten ausreichend tief einsetzen

Damit der Zaun bei Wind oder durch die Spannung der Drähte nicht kippt, müssen die Pfosten ausreichend tief im Boden stehen.

Bei kleineren Gartenzäunen werden häufig Einbindetiefen um 50 cm verwendet. Bei hohen Zäunen, lockeren Böden und besonders belasteten Eckpfosten kann mehr notwendig sein.

5. Zaunrolle befestigen

Befestigen Sie den Anfang der Zaunrolle am ersten stabilen Pfosten. Anschließend rollen Sie den Staketenzaun entlang des vorgesehenen Verlaufs aus.

Arbeiten Sie Abschnitt für Abschnitt und achten Sie darauf, dass sich die Unterkante ungefähr auf gleicher Höhe befindet.

6. Staketenzaun spannen

Dieser Schritt entscheidet darüber, wie sauber der fertige Zaun aussieht.

Ziehen Sie die Zaunrolle ausreichend straff, bevor Sie sie am nächsten Pfosten befestigen. Ist der Zaun zu locker, hängen die Drahtreihen später zwischen den Pfosten durch.

Besonders an Eckpfosten sollten Sie darauf achten, dass die Konstruktion den Zug aufnehmen kann.

7. Zaun kürzen

Am Ende lässt sich der Draht zwischen zwei Staketen mit einem geeigneten Drahtschneider durchtrennen. Überstehende Drahtenden sollten Sie sauber umlegen oder so sichern, dass keine Verletzungsgefahr entsteht.

Warum ein Staketenzaun gut zum Naturgarten passt

Ein Staketenzaun wird häufig als besonders ökologischer Zaun bezeichnet. Ganz so einfach ist es allerdings nicht. Holz allein macht eine Grundstücksgrenze noch nicht automatisch naturnah. Entscheidend ist die gesamte Konstruktion.

Ein unbehandelter Kastanienzaun benötigt beispielsweise keinen regelmäßigen Anstrich mit Holzschutzmitteln. Gleichzeitig kommt die Konstruktion ohne geschlossene Mauer oder Betonsockel aus. Dadurch bleibt die Grenze für viele kleinere Tiere durchlässiger.

Hinzu kommt, dass sich Staketenzäune sehr gut bepflanzen lassen. Im Laufe der Jahre kann aus einer einfachen Grundstücksgrenze dadurch ein Teil der Gartenstruktur werden.

Durchgänge für Igel einplanen

Wer einen Naturgarten anlegt, sollte insbesondere auf bodennahe Durchlässigkeit achten. Igel legen bei der Nahrungssuche größere Strecken zurück und bewegen sich dabei häufig durch mehrere Gärten. Geschlossene Mauern, engmaschige Zäune und durchgehende Sockel können diese Wege blockieren.

Der bundesweit tätige Igelschutzverein Pro Igel empfiehlt, in Zäunen mindestens 10 × 10 cm große Durchgänge für Igel vorzusehen. Ein kleiner Durchgang am unteren Zaunrand lässt sich bei einem Staketenzaun problemlos einplanen. Wichtig ist, dass dort keine scharfkantigen Drahtenden herausstehen.

Staketenzaun bepflanzen: diese Pflanzen passen

Ein Staketenzaun kann gleichzeitig als Rankhilfe dienen. Besonders attraktiv wirken Pflanzen, die den Zaun nicht vollständig verdecken, sondern locker zwischen den Staketen wachsen.

Für naturnahe Gärten kommen beispielsweise infrage:

  • Wildrosen
  • Waldgeißblatt
  • Waldrebe
  • Hopfen

Welche Pflanze geeignet ist, hängt vor allem von Standort, Boden und verfügbarem Platz ab.

Stark wachsende Kletterpflanzen sollten Sie allerdings im Auge behalten. Ein alter oder schwach dimensionierter Zaun kann durch das zusätzliche Pflanzengewicht deutlich stärker belastet werden.

Fünf Gestaltungsideen mit Staketenzaun

1. Niedriger Zaun um den Bauerngarten

Ein etwa 60 bis 80 cm hoher Kastanienzaun kann Gemüse-, Kräuter- oder Staudenbeete optisch vom restlichen Garten trennen, ohne den Blick zu versperren.

Besonders gut wirkt die Kombination mit locker über den Zaun wachsenden Stauden und Kräutern.

2. Wilde Gartenecke bewusst abgrenzen

Ein Naturgarten braucht nicht überall Ordnung. Trotzdem kann eine niedrige Einfassung helfen, eine bewusst wilde Ecke von einer ungepflegten Fläche optisch zu unterscheiden.

Ein niedriger Staketenzaun eignet sich beispielsweise für Bereiche mit Totholz, Brennnesseln oder heimischen Wildstauden.

3. Zaun mit Wildrosen kombinieren

Wildrosen lockern einen Staketenzaun auf und können langfristig einen deutlich dichteren Abschluss bilden.

Der Zaun dient dabei zunächst als optische Grenze und teilweise als Stütze, während die Bepflanzung mit den Jahren stärker in den Vordergrund rückt.

4. Geschwungener Zaun statt gerader Grundstücksgrenze

Durch die Drahtverbindung zwischen den Staketen können Sie mit dem Zaun weiche Kurven gestalten.

Das eignet sich beispielsweise, um Sitzplätze, Obstbäume oder Staudenflächen einzurahmen. Gerade in größeren Gärten wirkt ein solcher Verlauf häufig natürlicher als eine streng gerade Linie.

5. Sichtschutz durch zweite Ebene

Soll der Staketenzaun etwas mehr Privatsphäre schaffen, können Sie dahinter eine lockere Hecke oder höhere Stauden pflanzen.

Der Vorteil gegenüber einem geschlossenen Sichtschutzzaun: Die Gartenbegrenzung wirkt weniger massiv und verändert sich mit den Jahreszeiten.

Muss ein Staketenzaun gestrichen werden?

Ein Zaun aus dauerhaftem Kastanien- oder Robinienholz muss nicht regelmäßig gestrichen werden, um im Außenbereich bestehen zu können.

Wer die natürliche Vergrauung verhindern möchte, kann das Holz zwar behandeln. Für die technische Haltbarkeit ist ein regelmäßiger Anstrich bei diesen Holzarten jedoch normalerweise nicht erforderlich.

Gerade im Naturgarten spricht deshalb einiges dafür, das Holz unbehandelt altern zu lassen.

Diese Fehler sollten Sie vermeiden

Auch ein robuster Staketenzaun hält nicht automatisch jahrzehntelang. Typische Probleme entstehen oft bereits beim Aufbau.

Vermeiden Sie insbesondere:

  • zu große Abstände zwischen den Pfosten,
  • schwach befestigte Eck- und Endpfosten,
  • fehlende Streben bei langen oder hohen Zaunabschnitten,
  • einen zu locker gespannten Zaun,
  • ungeeignete Schrauben und Metallverbinder,
  • unnötigen Bodenkontakt empfindlicher Holzarten,
  • komplett geschlossene Grundstücksgrenzen ohne Tierdurchgänge.

Besonders bei den Pfosten lohnt es sich, nicht am Material zu sparen. Ein noch intakter Staketenzaun nützt wenig, wenn nach einigen Jahren zuerst die tragenden Pfosten versagen.

Vor dem Aufbau Nachbarrecht und örtliche Vorgaben prüfen

Soll der Staketenzaun direkt an der Grundstücksgrenze stehen, sollten Sie vor dem Aufbau die örtlichen Vorgaben prüfen.

Welche Zaunhöhe zulässig ist und welche Einfriedung verlangt werden kann, hängt unter anderem vom Bundesland, von kommunalen Vorschriften, einem möglichen Bebauungsplan und teilweise von der ortsüblichen Einfriedung ab.

Eine bundesweit gültige Regel nach dem Prinzip „Gartenzäune dürfen immer X Zentimeter hoch sein“ gibt es daher nicht.

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