Keller abdichten: Methoden für innen und außen – mit Kosten

Von Dominik Hochwarth

Feuchte Flecken, abplatzender Putz oder ein muffiger Geruch sind typische Warnzeichen im Keller. Die Ursache kann jedoch sehr unterschiedlich sein: Wasser kann seitlich durch die Kellerwand eindringen, im Mauerwerk nach oben steigen oder über undichte Anschlüsse ins Gebäude gelangen. Manchmal steckt auch Kondenswasser dahinter.

Bevor der Keller abgedichtet wird, muss deshalb geklärt werden, woher die Feuchtigkeit kommt. Erst dann lässt sich entscheiden, ob eine Außenabdichtung, eine Innenabdichtung, eine Horizontalsperre oder eine Kombination mehrerer Maßnahmen sinnvoll ist. Auch die WTA stellt bei nachträglichen Abdichtungen die vorhandene Konstruktion, die Wasserbeanspruchung und die spätere Nutzung des Kellers an den Anfang der Planung.

Keller abdichten
Keller von innen oder außen abdichten? Die wichtigsten Verfahren, Kosten und Unterschiede verständlich erklärt.

Das erwartet Sie in diesem Beitrag

Das Wichtigste in Kürze

  • Dringt Feuchtigkeit seitlich aus dem Erdreich ein, ist eine Abdichtung von außen meist die erste Option, sofern die Kellerwand zugänglich ist.
  • Kann außen nicht aufgegraben werden, kommt eine fachgerecht geplante Innenabdichtung infrage.
  • Gegen kapillar aufsteigende Feuchtigkeit wird eine Horizontalsperre benötigt.
  • Eine Drainage ist nicht automatisch notwendig und ersetzt keine Abdichtung.
  • Die DIN 18533 wurde im Juni 2026 neu veröffentlicht. Sie regelt Abdichtungen erdberührter Bauteile mit bahnenförmigen und flüssig zu verarbeitenden Abdichtungsstoffen.
  • Die Kosten reichen je nach Verfahren und Aufwand von einigen Tausend bis weit über 10.000 €.

Welche Kellerabdichtung passt zu welchem Problem?

Für Hausbesitzer ist zunächst nicht der Name des Abdichtungssystems entscheidend, sondern die Art des Feuchteproblems.

ProblemMögliche MaßnahmeWichtig zu wissen
Feuchtigkeit dringt seitlich durch die KellerwandAußenabdichtungKellerwand muss freigelegt werden
Außenwand ist nicht zugänglichInnenabdichtungWand bleibt von außen weiterhin der Feuchtigkeit ausgesetzt
Feuchte steigt im Mauerwerk nach obenHorizontalsperreAußen- oder Innenabdichtung allein reicht nicht
Wasser tritt über den Kellerboden einBodenflächenabdichtungAnschlüsse an Wände und Fugen sind entscheidend
Wasser kommt über Lichtschacht, Fenster oder RückstauSchutz der jeweiligen EintrittsstelleEine Wandabdichtung löst das Problem nicht
Kondenswasser entsteht auf kalten WändenLüftungs-, Heizungs- oder Dämmkonzept prüfenKeine klassische Kellerabdichtung erforderlich

Bei älteren Gebäuden treten mehrere Ursachen auch gleichzeitig auf. Dann kann beispielsweise eine vertikale Wandabdichtung mit einer nachträglichen Horizontalsperre kombiniert werden.

welche Abdichtung bei welchem Feuchteproblem

Warum ist der Keller feucht?

Eine feuchte Wand verrät noch nicht, auf welchem Weg das Wasser ins Gebäude gelangt.

Seitlich eindringende Feuchtigkeit

Fehlt die äußere Abdichtung oder ist sie beschädigt, kann Feuchtigkeit aus dem Erdreich in die Kellerwand gelangen. Das ist vor allem bei älteren Gebäuden ein häufiges Schadensbild.

Wie stark die Kellerwand beansprucht wird, hängt unter anderem von Boden, Gelände, Niederschlagswasser und Grundwasserverhältnissen ab. Die neue DIN 4095-1:2026-06 behandelt die Ermittlung dieser Wassereinwirkungen aus dem Baugrund und schafft damit auch Grundlagen für die Planung einer möglichen Dränung.

Aufsteigende Feuchtigkeit

Poröse Baustoffe können Wasser kapillar aufnehmen. Fehlt im Mauerwerk eine funktionierende horizontale Sperrschicht, kann Feuchtigkeit nach oben wandern.

In diesem Fall reicht es nicht, nur die Innen- oder Außenseite der Kellerwand abzudichten. Der kapillare Feuchtetransport muss zusätzlich unterbrochen werden.

Undichte Anschlüsse und Öffnungen

Wasser kann auch punktuell eindringen, etwa über Wand-Boden-Anschlüsse, Rohrdurchführungen, Kellerfenster oder Lichtschächte. Bei Starkregen kommt außerdem Rückstau aus der Kanalisation als Ursache infrage.

Kondenswasser statt undichter Kellerwand

Nicht jede feuchte Kellerwand ist undicht. Besonders im Sommer kann warme, feuchte Außenluft im kühlen Keller abkühlen. Sinkt die Temperatur der Luft weit genug, bildet sich Kondenswasser an kalten Oberflächen.

In diesem Fall hilft eine zusätzliche Wandabdichtung nicht gegen die Ursache.

Keller von außen abdichten

Bei einer Außenabdichtung wird verhindert, dass Wasser von außen in die Kellerwand eindringt. Dafür muss das Erdreich entlang der betroffenen Wand entfernt werden.

Anschließend wird der vorhandene Untergrund geprüft und vorbereitet. Alte Beschichtungen, lose Bestandteile und schadhafte Bereiche müssen je nach Zustand entfernt oder instand gesetzt werden. Danach folgt das passende Abdichtungssystem. Vor dem Wiederverfüllen wird die Abdichtung gegen Beschädigungen geschützt.

Ist ohnehin aufgegraben, lässt sich häufig gleichzeitig eine Perimeterdämmung einbauen.

Der große Nachteil liegt auf der Hand: Gerade bei tiefen Kellern können die Erdarbeiten einen erheblichen Teil der Gesamtkosten ausmachen.

Welche Materialien gibt es für die Außenabdichtung?

DIN 18533 unterscheidet grundsätzlich zwischen bahnenförmigen und flüssig zu verarbeitenden Abdichtungsstoffen. Welche Lösung verwendet werden darf, hängt von Konstruktion, Untergrund und Wasserbeanspruchung ab.

PMBC: die klassische Bitumendickbeschichtung

Bei PMBC handelt es sich um polymermodifizierte Bitumendickbeschichtungen. Der Begriff hat die früher verbreitete Bezeichnung KMB – kunststoffmodifizierte Bitumendickbeschichtung – weitgehend abgelöst.

Die pastöse Masse wird auf den vorbereiteten Untergrund aufgebracht und bildet nach dem Erhärten eine zusammenhängende Abdichtung.

Welche Beanspruchungen damit abgedichtet werden können und wie das System ausgeführt werden muss, richtet sich nach DIN 18533 sowie dem eingesetzten Abdichtungssystem. Eine pauschale Aussage wie „Bitumen eignet sich nur gegen Bodenfeuchte“ ist daher zu kurz gegriffen.

FPD: flexible polymermodifizierte Dickbeschichtungen

Eine weitere Gruppe sind flexible polymermodifizierte Dickbeschichtungen, kurz FPD. Solche Produkte werden häufig als Reaktivabdichtungen bezeichnet.

FPD sind mit der Ausgabe 2026 ausdrücklich in DIN 18533-3 aufgenommen worden.

Für Hausbesitzer ist vor allem wichtig: Ob PMBC, FPD oder ein anderes System verwendet wird, sollte nicht nach Produktwerbung entschieden werden. Maßgeblich sind die vorhandene Konstruktion und die tatsächliche Wasserbeanspruchung.

Abdichtungsbahnen

Auch Bitumen-, Polymerbitumen-, Kunststoff- oder Elastomerbahnen können zur Abdichtung erdberührter Bauteile eingesetzt werden. Die Anforderungen an solche bahnenförmigen Abdichtungen regelt DIN 18533-2.

Braucht eine Kellerabdichtung eine Drainage?

Nein. Eine Drainage rund um das Haus ist kein zwingender Bestandteil jeder Kellerabdichtung.

Sie kann sinnvoll sein, wenn Wasser aus dem umgebenden Boden gezielt vom Gebäude abgeführt werden soll. Ob das notwendig und zulässig ist, muss jedoch geplant werden. Dabei spielen unter anderem Bodenverhältnisse, Wassereinwirkung und die Möglichkeit zur Ableitung des Dränwassers eine Rolle.

Die seit Juni 2026 geltende DIN 4095-1 behandelt die Wassereinwirkungen aus Baugrund und Arbeitsraumverfüllung einschließlich möglicher Dränungen.

Wichtig ist die Abgrenzung: Eine Drainage ersetzt die eigentliche Kellerabdichtung nicht.

Keller gleichzeitig von außen dämmen

Wenn die Kellerwände ohnehin freigelegt werden, bietet sich häufig eine Perimeterdämmung an. Dabei werden für den Kontakt mit Erdreich geeignete Dämmplatten außen aufgebracht.

Abdichtung und Dämmung haben unterschiedliche Aufgaben: Die Abdichtung hält Wasser vom Bauteil fern, die Dämmung reduziert Wärmeverluste.

Die Energieberatung der Verbraucherzentrale nennt für die Perimeterdämmung etwa 40 bis 60 €/m². Das Freilegen und Vorbereiten der Kellerwände sowie eventuell notwendige Entwässerungsmaßnahmen kommen hinzu.

Keller abdichten - innen oder außen?

Keller von innen abdichten

Nicht immer lässt sich die Außenwand freilegen. Ein angebautes Nachbarhaus, eine Garage, eine Terrasse oder eine schwierige Grundstückssituation können eine Außenabdichtung aufwendig oder unmöglich machen.

Dann kann eine Innenabdichtung infrage kommen. Sie ist keineswegs nur eine Notlösung, sondern wird auch im aktuellen WTA-Merkblatt 4-6 als Verfahren für die nachträgliche Abdichtung erdberührter Bauteile behandelt.

Dafür wird der vorhandene Wandaufbau bis auf einen geeigneten Untergrund zurückgebaut und ein auf die Konstruktion abgestimmtes Abdichtungssystem hergestellt. Besondere Aufmerksamkeit benötigen Anschlüsse an Boden, Innenwände und Durchdringungen.

Der entscheidende Unterschied zur Außenabdichtung: Eine Innenabdichtung verhindert nicht, dass die Wand von außen Feuchtigkeit aufnimmt. Sie sorgt dafür, dass diese Feuchtigkeit nicht bis zur Raumseite gelangt.

Deshalb müssen Zustand und Material der Wand vor der Sanierung bekannt sein. Bei salzbelastetem oder stark geschädigtem Mauerwerk können weitere Arbeiten notwendig werden.

Horizontalsperre gegen aufsteigende Feuchte

Steigt Wasser kapillar im Mauerwerk nach oben, wird eine horizontale Sperre benötigt. Bei älteren Häusern fehlt sie teilweise vollständig oder funktioniert nach Jahrzehnten nicht mehr ausreichend.

Für die nachträgliche Herstellung gibt es chemische und mechanische Verfahren.

Horizontalsperre per Injektion

Bei der Injektion werden Löcher in das Mauerwerk gebohrt. Über diese gelangt ein Injektionsstoff in die Wand und reduziert dort den kapillaren Feuchtetransport.

Ob das funktioniert, hängt unter anderem von Wandaufbau, Baustoff, Hohlräumen, Durchfeuchtung und verwendetem Injektionsstoff ab. Das WTA-Merkblatt 4-10:2024 behandelt deshalb ausdrücklich Injektionsverfahren mit zertifizierten Injektionsstoffen.

Die Auswahl sollte sich nach dem vorhandenen Mauerwerk richten – nicht danach, welches Mittel gerade beworben wird.

Mechanische Horizontalsperre

Eine Sperrschicht lässt sich auch mechanisch in das Mauerwerk einbringen. Zu den Verfahren gehören beispielsweise Mauersägeverfahren oder das Einbringen geeigneter Bleche in Lagerfugen.

Das WTA-Merkblatt 4-7:2024 fordert für mechanische Horizontalsperren Voruntersuchungen, unter anderem zur Feuchtesituation und zu den individuellen Bedingungen des Gebäudes.

Da dabei in das vorhandene Mauerwerk eingegriffen wird, ist das keine typische Heimwerkerarbeit.

Kellerboden abdichten

Feuchtigkeit kann auch über den Boden oder den Übergang zwischen Boden und Kellerwand eindringen.

Welche Sanierung möglich ist, hängt stark vom vorhandenen Aufbau ab. Ein alter Keller mit gemauerten Fundamenten und dünnem Bodenaufbau lässt sich nicht genauso behandeln wie eine neuere Bodenplatte aus Stahlbeton.

Wichtig sind vor allem die Anschlüsse: Eine dichte Bodenfläche hilft wenig, wenn Wasser anschließend am Übergang zur Wand eindringt. Das WTA-Merkblatt 4-6 behandelt Bodenflächenabdichtungen deshalb als Teil eines vollständigen Abdichtungskonzeptes.

Nach der Abdichtung: Wann ist der Keller wieder trocken?

Mit der neuen Abdichtung ist die Sanierung nicht zwangsläufig abgeschlossen. In einer zuvor durchfeuchteten Wand kann noch viel Wasser gespeichert sein.

Wie schnell ein Bauteil trocknet, hängt unter anderem von Material, Wanddicke, Temperatur und Lüftungsbedingungen ab. In stärker durchfeuchteten Gebäuden kann eine technische Trocknung erforderlich werden. Die WTA führt dafür eigene Merkblätter zur technischen Trocknung durchfeuchteter Bauteile.

Auch beschädigte Putze müssen häufig erneuert werden. Bei älterem Mauerwerk können zudem Salze vorhanden sein, die mit der Feuchtigkeit an die Oberfläche transportiert wurden.

Sanierputz dichtet die Kellerwand nicht ab

Ein häufiges Missverständnis betrifft Sanierputz. Er kann Bestandteil der Instandsetzung einer feuchte- und salzbelasteten Wand sein, beseitigt aber nicht die Ursache des Wassereintrags.

Die WTA behandelt Sanierputzsysteme deshalb in einem eigenen Merkblatt getrennt von den Regelwerken für Bauwerksabdichtungen.

Wer lediglich neuen Putz auf eine weiterhin durchfeuchtete Wand aufträgt, hat die eigentliche Ursache also noch nicht behoben.

Kosten einer Kellerabdichtung

Was kostet eine Kellerabdichtung?

Die Preise unterscheiden sich erheblich. Entscheidend sind nicht nur die Quadratmeter, sondern auch Zugänglichkeit, Kellertiefe, Untergrund und notwendige Vorarbeiten.

Als grobe Orientierung:

MaßnahmeGrobe Kosten
Außenabdichtung mit Erdarbeitenca. 300–600 €/m²
Innenabdichtungca. 100–300 €/m²
Nachträgliche Horizontalsperreca. 100–280 €/m²
Perimeterdämmungca. 40–60 €/m² zuzüglich Vor- und Erdarbeiten
Umfassende Kellersanierunghäufig ab etwa 15.000 €

Für die Abdichtung von außen nennt Sparkassen-Immobilien derzeit etwa 300 bis 600 €/m², für die Innenabdichtung 100 bis 300 €/m² und für eine nachträgliche Horizontalsperre 100 bis 280 €/m².

Schwäbisch Hall nennt Außenabdichtungen ab etwa 150 €/m² und für eine komplette Kellersanierung mindestens rund 15.000 €. Die Angaben zeigen zugleich, wie stark der Umfang der eingerechneten Arbeiten die Preise beeinflusst.

Bei einer Außenabdichtung können insbesondere folgende Arbeiten ins Geld gehen: Ausschachten, Abtransport von Boden, Untergrundsanierung, Abdichtung, Schutzschichten, Dämmung und die anschließende Wiederherstellung von Wegen, Terrassen oder Beeten.

Wichtig: Solche Werte eignen sich nur als erste Größenordnung. Für ein konkretes Haus sind mehrere Angebote auf Grundlage desselben Sanierungskonzepts deutlich aussagekräftiger.

DIN 18533: Das sollten Hausbesitzer wissen

Die Normen zur Kellerabdichtung muss kein Hausbesitzer im Detail kennen. Zwei Punkte sind jedoch wichtig.

Seit Juni 2026 gilt eine neue Fassung der DIN 18533. Sie ersetzt die Ausgabe von 2017 einschließlich der späteren Änderung. Gleichzeitig wurden die bisherigen „Wassereinwirkungsklassen“ in Wasserbeanspruchungsklassen umbenannt.

Die DIN 18533 unterscheidet vier grundlegende Bereiche:

  • W1-E: Bodenfeuchte und nicht drückendes Wasser
  • W2-E: drückendes Wasser
  • W3-E: nicht drückendes Wasser auf erdüberschütteten Decken
  • W4-E: Spritzwasser am Sockel sowie Kapillarwasser in und unter Wänden

Für Hausbesitzer bedeutet das vor allem: Nicht jedes Abdichtungssystem eignet sich für jede Wassersituation.

Die DIN 18533 ist zudem nicht pauschal auf jede Sanierung im Altbau übertragbar. DIN Media weist ausdrücklich darauf hin, dass die Norm für nachträgliche Abdichtungen in der Bauwerkserhaltung grundsätzlich nicht gilt, sofern dort nicht Verfahren aus der Norm angewendet werden können. Für Bestandsgebäude spielen deshalb die WTA-Regelwerke eine wichtige Rolle.

Schwarze oder Weiße Wanne beim Neubau?

Bei Neubauten fallen häufig die Begriffe Schwarze und Weiße Wanne.

Bei einer Schwarzen Wanne übernimmt eine zusätzliche Abdichtung auf der Außenseite den Schutz vor Wasser. Der Name stammt von den traditionell eingesetzten schwarzen Bitumenprodukten.

Bei einer Weißen Wanne übernimmt dagegen eine entsprechend geplante Konstruktion aus wasserundurchlässigem Beton die Abdichtungsfunktion.

Dabei gibt es einen wichtigen Unterschied:

Eine Kellerwand aus WU-Beton ist noch nicht automatisch eine Weiße Wanne.

Zu einer funktionierenden WU-Konstruktion gehören auch die Planung und Ausführung von Fugen, Einbauteilen und Durchdringungen. Ebenso muss festgelegt werden, welche Anforderungen sich aus der späteren Nutzung des Kellers ergeben. Genau diese Punkte nennt der Deutsche Ausschuss für Stahlbeton als wesentliche Bestandteile der Planung wasserundurchlässiger Betonbauwerke.

DIN 18533 gilt für solche WU-Betonkonstruktionen ausdrücklich nicht.

Macht es einen Unterschied, wie der Keller genutzt wird?

Ja. An einen unbeheizten Vorratskeller werden andere Anforderungen gestellt als an ein Arbeitszimmer, einen Hobbyraum oder einen zum Wohnen ausgebauten Keller.

Die spätere Nutzung beeinflusst unter anderem, wie trocken die Oberflächen sein müssen und welche Anforderungen an Raumklima und Wärmeschutz gestellt werden. Auch die WTA berücksichtigt die geplante Nutzung bei der Wahl des Sanierungskonzepts.

Wer einen alten Keller später hochwertig nutzen möchte, sollte dies deshalb schon vor der Abdichtung festlegen.

Kann man einen Keller selbst abdichten?

Kleinere vorbereitende Arbeiten können erfahrene Heimwerker übernehmen. Die eigentliche Schwierigkeit besteht bei Feuchteschäden aber meist nicht im Auftragen eines Abdichtungsmittels.

Fehler entstehen vor allem dann, wenn die Ursache falsch beurteilt wird oder Anschlüsse und Übergänge nicht funktionieren. Besonders kritisch sind Arbeiten an Fundamenten, tiefe Ausschachtungen und Eingriffe in tragendes Mauerwerk.

Bei größeren Feuchteschäden sollte deshalb zuerst ein nachvollziehbares Sanierungskonzept vorliegen. Angebote verschiedener Fachfirmen lassen sich dann wesentlich besser vergleichen.

Fazit: Die richtige Kellerabdichtung hängt von der Feuchteursache ab

Eine feuchte Kellerwand ist noch keine Diagnose. Dringt Wasser seitlich aus dem Erdreich ein, kommt meist eine Außenabdichtung infrage. Ist die Außenseite nicht erreichbar, kann eine Innenabdichtung die passende Alternative sein. Gegen kapillar aufsteigende Feuchtigkeit wird dagegen eine Horizontalsperre benötigt.

Auch die Kosten unterscheiden sich entsprechend. Bei einer Außenabdichtung können allein Erdarbeiten und die Wiederherstellung der Außenanlagen einen großen Teil der Rechnung ausmachen.

Entscheidend ist deshalb, zuerst die Ursache festzustellen und danach das Abdichtungskonzept festzulegen. Wer dagegen nur den sichtbaren Schaden mit Putz oder einer Beschichtung überdeckt, riskiert, dass das Feuchteproblem bestehen bleibt.

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11 Kommentare zu „Keller abdichten: Methoden für innen und außen – mit Kosten“

  1. Wir haben eine Haus gekauft bei dem die Kellerabdichtung nicht richtig vorgenommen wurde. Die Frage ist ob wir wollen, dass unsere Wand freigelegt wird oder wir das von innen machen lassen. Wieso ist es ehr nicht zu empfehlen die Abdichtung von Innen vorzunehmen?

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    • Wenn der Keller von außen abgedichtet wird, geschieht das dort, wo die Feuchtigkeit in aller Regel herkommt. Eine Innenabdichtung ist in manchen Fällen trotzdem sinnvoll. Nicht immer ist es möglich, den Keller freizugraben – oder nur mit großem Aufwand. Bei einer Abdichtung von innen geht es immer an die Bausubstanz – es müssen Löcher gebohrt oder Schlitze gesägt werden. Das ist gerade bei ganz alten Häusern mitunter etwas problematisch. Dicht bekommen Sie den Keller aber auch mit einer Innenabdichtung

      Antworten
  2. Vielen Dank für diesen ausführlichen und informativen Artikel!

    Ich meine mal gehört zu haben, dass es manchmal angeblich besser sein soll, eine Wand nicht trocken zu legen, um sie nicht noch mehr zu schädigen (Statik) Was ist Ihre Meinung hierzu?

    Ich habe einen Gebäudeteil von 1930 bei meinem kürzlich gekauften Haus, an den 1987 angebaut wurde. Der Keller des 1930er Teils wurde vor 4 Jahren von innen mit nicht diffusionsoffener Farbe gestrichen. Ab ca. 1m unter Geländeoberkante bis Geländeroberkante hat sich Salpeter an der Wand gebildet und der Putz rieselt ab. An einer andern Wand, wo der Vorbesitzer noch im letzten Jahr ohne besondere Abdichtung (nur Noppenfolie) einen Treppenaufgang zur 1,30 über Gelände liegenden Eingangstür gesetzt, dort ist der Befall viel stärker und der Putz kam beim dranklopfen schon teilweise runter. Ich habe diese Stellen jetzt alle großflächig bis auf den Stein freigelegt und plane jetzt die weiteren Maßnahmen. Die Wand an der Treppe ist vor allem im unteren Bereich bis zur Bodenplatte spürbar feucht und riecht modrig. Ich plane nun möglichst von aussen aufzugraben, wobei eine Seite öffentlicher Gehweg ist.
    Würden Sie bei Öffnung von aussen auch eine der hier erwähnten Möglichkeiten zur Horizontalabdichtung von aussen durchführen?

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    • Sorry, dass ich mich so spät melde, ich war 14 Tage in Urlaub. Aus der Ferne lässt sich da wenig sagen, was die richtige Methode ist. Sie sollten sich einen Fachmann dazuholen, der sich das Ganze vor Ort anschaut.

      Antworten
  3. Moin,
    ich habe eine grundsätzliche Frage zur nachträglichen Isolierung einer Außenwand aus gemauerten Betonelementen.
    Es geht dabei um eine Wand, die etwa 1 Meter 30 über den Boden hinausragt als Unterbau eines freistehenden Werkstattgebäudes. Bei Regen nimmt die Wand Nässe auf und gibt sie in den Innenraum weiter. Ist kein Wohnraum, kann gut belüftet werden und ist dann auch irgendwann wieder trocken. Trotzdem ärgerlich, und wenn vermeidbar und machbar, dann will ich es tun. Da Sie keinen Anstrich zur Versiegelung erwähnen, meine Frage: ist ein nachträglicher Anstrich überhaupt ratsam und empfehlenswert? Und wenn doch, welcher?
    Vielen Dank für Ihr Fachwissen

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    • Hallo Herr Bartelt,

      da gibt es sicherlich zahlreiche Möglichkeiten, die Außenwand dicht zu bekommen. Wenn ich Sie richtig verstehe, handelt es sich um eine sichtbare Wand, sie ist also nicht unter der Erde? Hier würde vielleicht bereits eine Hydrophobierung ausreichen. Aber das lässt sich aus der Ferne schwer beurteilen, wie die Feuchtigkeit nach drinnen gelangt. Es gibt auch bitumenfreie Beschichtungen, denn Bitumendickbeschichtungen werden eher underirdisch verwendet. Auch eine Verkieselung ist denkbar. Generell würde ich dazu raten, dass sich das ein Fachmann vor Ort anschaut, der kann Ihnen sicher besser weiterhelfen.

      Viele Grüße
      Dominik Hochwarth

      Antworten
  4. Hallo Herr Hochwarth,

    vielen Dank für die ausführlichen Informationen, die die auf Ihrer Seite zur Verfügung stellen.
    Zum Thema Kellerabdichtungen habe ich folgende Problemlage:
    Unser Keller (Baujahr1987) trocken (z.B. auch der Wäschekeller).
    Da wir gegenwärtig unsere Einfahrt sanieren, bietet sich für uns die einmalige Gelegenheit, die Kellerwände von außen mit Baggerarbeiten zugänglich zu machen, um den Keller präventiv gegen Wasser und Feuchtigkeit abzudichten, da zur Bauzeit keine Dichtung an den Kellerwänden vorgenommen wurde.
    Wir haben nun den Bauunternehmer gebeten, uns einen Kostenvoranschlag für die Außendämmung vorzunehmen.
    Dieser ist exorbitant hoch ausgefallen und beinhaltet z.B. auch die Wämeabdichtung.
    Um die zu Kosten zu drücken, würde uns zB ein Wasser- und Feuchtigkeitsschutz genügen.
    Meine Frage:
    Gibt es eine Abstufung in der Methode zur Abdichtung der Kellerwände außen?
    Gibt es neben der first-best Lösung andere Möglichkeiten?
    Was würden Sie empfehlen?
    Über eine kurze Antwort würde ich mich freuen.
    Vielen Dank

    Antworten
    • Hallo Herr Kok,

      wurde während der Bauzeit wirklich keine Kellerabdichtung vorgenommen? Das kann ich mir nur schwer vorstellen, zumal der Keller ja trocken ist, so wie Sie geschrieben haben. Eine Abdichtung zumindest mit Bitumen wird eigentlich immer vorgenommen, auch eine Horizontalsperre sollte vorhanden sein. Eine Dämmung ist eigentlich nur notwendig, wenn der Keller beheizt werden soll.

      Viele Grüße
      Dominik Hochwarth

      Antworten
  5. Sehr geehrter Herr Hochwarth,

    bei meinem Haus bröckelt der Sockelputz ab, da sich Wasser nach oben und bis zum Fassadenputz zieht. Jetzt wurde mir von einem Bauunternehmer gesagt, dass eine Schwarzabdichtung nicht unbedingt notwendig ist – sollte diese fehlen – und er stattdessen lieber überputzbare Reaktivabdichtung (Dichtschlämme) sowohl unter der Perimeterdämmung als auch über der Perimeterdämmung bzw. dem Putz nutzt. Da ich mich leider nicht auskenne, bin ich unsicher, da ich bisher immer nur gehört habe, dass die Schwarzabdichtung in jedem Fall (oder zumindest in 99,9% der Fälle) gemacht werden muss.

    Vielen Dank im Voraus für Ihre Zeit

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    • Früher war glaub ich nur eine Schwarzabdichtung erlaubt, das wurde in der DIN 18195 geregelt. Seit 2017 gibt es neue Normen, darunter die DIN 18533, welche die Abdichtung von erdberührten Bauteilen regelt. Dort wurde auch erstmals rissüberbrückende mineralische Dichtungsschlämme bei den möglichen Abdichtungsstoffen aufgenommen. Wenn ihr Bauunternehmer diese verwenden möchte, ist das also durchaus möglich.

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