Neue Fenster im Altbau: Wann ein Lüftungskonzept notwendig wird

Von Dominik Hochwarth

Neue Fenster beseitigen Zugluft und senken den Wärmeverlust. Doch im ersten Winter nach dem Einbau zeigen sich mitunter feuchte Fensterlaibungen oder dunkle Flecken in Raumecken. Nicht das neue Fenster ist dann zwangsläufig die Ursache. Entscheidend ist, dass sich der Luftaustausch im Haus grundlegend verändert hat.

Durch alte Fenster und undichte Anschlüsse gelangt ständig etwas Außenluft ins Gebäude. Moderne Fenster schließen dagegen weitgehend luftdicht. Das spart Heizenergie, verhindert aber auch, dass Feuchtigkeit unkontrolliert nach draußen entweicht. Ein Lüftungskonzept klärt deshalb, ob der verbleibende Luftaustausch ausreicht oder zusätzliche Maßnahmen notwendig werden. Eine Lüftungsanlage ist damit nicht automatisch vorgeschrieben.

Lüftungsgitter
Lüftungsgitter dienen als Überströmöffnung: Sie ermöglichen, dass Luft auch bei geschlossenen Türen zwischen den Räumen zirkulieren kann. Größe und Position müssen zum geplanten Zu- und Abluftweg passen.

Inhaltsverzeichnis

Warum neue Fenster den Luftaustausch verändern

In älteren Häusern strömt Luft häufig durch undichte Fensterrahmen, Fugen und Bauteilanschlüsse. Dieser unkontrollierte Luftwechsel verursacht Wärmeverluste und Zugerscheinungen. Gleichzeitig führt er einen Teil der Feuchtigkeit ab, die beim Duschen, Kochen, Schlafen und Wäschetrocknen entsteht.

Nach dem Fenstertausch fällt ein großer Teil dieser sogenannten Infiltration weg. Öffnen die Bewohner die Fenster nicht ausreichend, steigt die Luftfeuchtigkeit schneller an. Besonders gefährdet sind kalte Oberflächen wie Außenwandecken, Fensterlaibungen oder Bereiche hinter großen Möbeln.

Neue Fenster verursachen deshalb nicht automatisch Schimmel. Das Risiko hängt vom Zusammenspiel mehrerer Faktoren ab:

  • Wärmeschutz der Außenwände,
  • vorhandene Wärmebrücken,
  • Raumtemperatur,
  • Luftfeuchtigkeit,
  • Nutzung der Räume,
  • Anzahl der Bewohner,
  • Heiz- und Lüftungsverhalten.

Gerade bei ungedämmten Altbauwänden können die inneren Oberflächen im Winter stark auskühlen. Trifft feuchte Raumluft auf diese Bereiche, steigt dort die relative Luftfeuchtigkeit. Schimmel kann deshalb entstehen, ohne dass sich sichtbares Kondenswasser bildet. Das Umweltbundesamt weist darauf hin, dass nach dem Einbau dichter Fenster verstärkt gelüftet werden muss, sofern keine andere Lüftungslösung vorhanden ist.

Was ist ein Lüftungskonzept?

Ein Lüftungskonzept ist zunächst eine Berechnung und keine Lüftungsanlage. Es beantwortet zwei Fragen:

  1. Reicht der natürliche Luftaustausch des Gebäudes aus, um Feuchteschäden zu verhindern?
  2. Falls nicht: Welche zusätzlichen Lüftungsmaßnahmen sind erforderlich?

Die maßgebliche technische Regel ist die DIN 1946-6:2019-12. Sie gilt für die freie und die ventilatorgestützte Lüftung von Wohnungen – sowohl im Neubau als auch in Bestandsgebäuden, deren Luftdichtheit durch eine Sanierung verändert wird. Seit Juni 2025 ergänzt ein neues Beiblatt die Norm um Beispielberechnungen für typische Lüftungssysteme.

In die Berechnung fließen unter anderem ein:

  • Größe und Wärmeschutz der Nutzungseinheit,
  • Luftdichtheit der Gebäudehülle,
  • Lage und Windbelastung des Hauses,
  • vorhandene Lüftungsöffnungen,
  • Art und Umfang der Sanierung.

Ergibt die Berechnung, dass die verbleibenden Undichtigkeiten bereits genügend Luft für den Feuchteschutz liefern, sind keine zusätzlichen Bauteile oder Geräte erforderlich. Für eine gute Raumluft müssen die Bewohner dennoch regelmäßig über die Fenster lüften.

Reicht die Infiltration nicht aus, werden lüftungstechnische Maßnahmen benötigt. Das können passive Außenluftdurchlässe, Abluftventilatoren oder eine Zu- und Abluftanlage mit Wärmerückgewinnung sein.

Ab wann ist ein Lüftungskonzept vorgesehen?

Bei einer Sanierung sieht die DIN 1946-6 ein Lüftungskonzept vor, wenn mehr als ein Drittel der vorhandenen Fensterfläche einer Nutzungseinheit erneuert wird.

Bei einem Einfamilienhaus gilt dies außerdem, wenn mehr als ein Drittel der Dachfläche neu abgedichtet wird. Bei einem Mehrfamilienhaus wird grundsätzlich die einzelne Nutzungseinheit betrachtet – also beispielsweise die jeweilige Wohnung und nicht pauschal das gesamte Gebäude. Die Verbraucherzentralen empfehlen eine entsprechende Prüfung ebenfalls bei umfangreichem Fenster- oder Dachaustausch.

Die Fensterfläche ist entscheidend, nicht die Zahl der Fenster. Eine große Terrassentür fällt stärker ins Gewicht als ein kleines WC- oder Kellerfenster. Der Fachplaner muss deshalb die vorhandenen und die auszutauschenden Flächen erfassen.

Auch unterhalb der Ein-Drittel-Grenze kann ein Lüftungskonzept sinnvoll sein. Das gilt insbesondere, wenn:

  • bereits Schimmel- oder Feuchteschäden bestehen,
  • gleichzeitig Dach oder Fassade saniert werden,
  • besonders viele Menschen im Haus leben,
  • regelmäßig Wäsche in den Räumen trocknet,
  • Fenster wegen Verkehrslärm selten geöffnet werden,
  • ein innen liegendes Bad vorhanden ist,
  • ein Kaminofen oder eine raumluftabhängige Therme betrieben wird.

Ist ein Lüftungskonzept gesetzlich vorgeschrieben?

Die DIN 1946-6 ist kein Gesetz. DIN-Normen sind grundsätzlich freiwillige technische Regeln. Verbindlich werden sie, wenn Gesetze, Verordnungen oder Verträge ausdrücklich auf sie verweisen.

Auch ohne eine solche Vereinbarung können Normen im Streitfall eine wichtige Rolle spielen. Sie dienen Gerichten und Sachverständigen häufig als Anhaltspunkt dafür, ob Planung und Ausführung dem üblichen technischen Standard entsprachen.

Für Hausbesitzer ist deshalb weniger die Frage entscheidend, ob eine Behörde das Lüftungskonzept verlangt. Wichtiger ist, wer dafür haftet, wenn nach dem Fenstertausch Feuchteschäden entstehen.

Vor der Auftragsvergabe sollte schriftlich geklärt werden:

  • Ist ein Lüftungskonzept erforderlich?
  • Wer erstellt und bezahlt es?
  • Ist die Leistung im Fensterangebot enthalten?
  • Wer plant mögliche Lüftungsmaßnahmen?
  • Welche Annahmen zum Lüftungsverhalten der Bewohner gelten?
  • Wer kontrolliert die fertige Anlage?

Der pauschale Hinweis, nach dem Fenstertausch müsse einfach häufiger gelüftet werden, ersetzt keine fachliche Prüfung.

Die Lüftung zum Feuchteschutz muss unabhängig vom Bewohner funktionieren

Die DIN 1946-6 unterscheidet mehrere Lüftungsstufen. Für Hausbesitzer ist vor allem die Lüftung zum Feuchteschutz wichtig. Sie soll verhindern, dass bei üblicher Nutzung Feuchteschäden entstehen – auch dann, wenn die Bewohner zeitweise keine Fenster öffnen, etwa während der Arbeit oder im Urlaub.

Reicht der natürliche Luftaustausch dafür nicht aus, müssen zusätzliche Maßnahmen vorgesehen werden. Regelmäßiges Stoßlüften kann den normalen hygienischen Luftaustausch unterstützen, ersetzt aber nicht ohne Weiteres eine rechnerisch erforderliche, nutzerunabhängige Lüftung zum Feuchteschutz.

Eine vollständige Lüftungsanlage ist dennoch nicht immer nötig. Auch freie Lüftungssysteme mit gezielt angeordneten Außenluftdurchlässen können infrage kommen. Die DIN behandelt sowohl freie als auch ventilatorgestützte und kombinierte Systeme.

Welche Lüftungslösungen eignen sich für den Altbau?

Welche Lösung passt, hängt vom Gebäude, dem Grundriss und dem Sanierungsumfang ab. Pauschale Empfehlungen sind wenig hilfreich. Jede Variante hat eigene Vor- und Nachteile.

Fensterlüftung

Das regelmäßige Stoß- und Querlüften ist die einfachste Form des Luftaustauschs. Es kostet nichts und benötigt keine Technik. Dafür hängt die Wirkung vollständig vom Verhalten der Bewohner ab.

Während der Heizperiode sollten die Fenster kurz vollständig geöffnet werden. Bei gegenüberliegenden Fenstern sorgt Querlüften besonders schnell für einen Luftaustausch. Dauerhaft gekippte Fenster führen dagegen zu vergleichsweise hohen Wärmeverlusten und können angrenzende Bauteile auskühlen.

Fensterlüftung stößt an Grenzen, wenn tagsüber niemand zu Hause ist, die Fenster wegen Lärm geschlossen bleiben oder der Grundriss keinen schnellen Luftaustausch ermöglicht.

Fensterfalzlüfter und Außenluftdurchlässe

Fensterfalzlüfter oder Außenluftdurchlässe in der Wand lassen auch bei geschlossenen Fenstern begrenzte Luftmengen nachströmen. Sie arbeiten ohne Ventilator oder reagieren abhängig von Winddruck und Luftfeuchtigkeit.

Solche Lösungen sind vergleichsweise einfach nachzurüsten. Eine Wärmerückgewinnung bieten sie jedoch nicht. Im Winter strömt kalte Außenluft ins Gebäude. Außerdem müssen Zugluft, Außenlärm und Einbruchschutz berücksichtigt werden.

Ein einzelner Fensterfalzlüfter ist noch kein Lüftungssystem. Es muss feststehen, wo Außenluft eintritt, welchen Weg sie durch die Wohnung nimmt und wo die verbrauchte Luft wieder austritt.

Abluftanlage

Bei einer Abluftanlage saugen Ventilatoren Luft aus Bad, WC oder Küche ab. Durch den entstehenden Unterdruck strömt Außenluft über definierte Öffnungen in Wohn- und Schlafräume nach.

Das System ist technisch überschaubar, benötigt aber ein durchgängiges Luftführungskonzept. Die Außenluft muss in den richtigen Räumen eintreten und von dort zu den Ablufträumen gelangen können.

Eine Dunstabzugshaube ersetzt keine Wohnungslüftung. Sie läuft nur während des Kochens und führt nicht dauerhaft Feuchtigkeit und verbrauchte Luft aus dem gesamten Haus ab.

Dezentrale Lüftungsgeräte mit Wärmerückgewinnung

Dezentrale Geräte werden direkt in die Außenwand eingebaut und versorgen einzelne Räume. Einige Geräte führen Zu- und Abluft gleichzeitig über getrennte Luftwege. Sogenannte Pendellüfter wechseln dagegen regelmäßig die Strömungsrichtung und arbeiten meist paarweise.

Ein Wärmespeicher oder Wärmetauscher entzieht der Abluft einen Teil ihrer Wärme und überträgt sie auf die einströmende Außenluft. So sinken die Lüftungswärmeverluste.

Für Altbauten ist diese Lösung interessant, weil keine umfangreichen Luftleitungen durch das gesamte Gebäude verlegt werden müssen. Erforderlich sind jedoch Kernbohrungen durch die Außenwand. Hinzu kommen Stromverbrauch, Filterwechsel und mögliche Geräusche im Raum oder an der Fassade.

Zentrale Zu- und Abluftanlage

Eine zentrale Anlage führt Außenluft gezielt in Wohn- und Schlafräume und saugt die Abluft aus Küche, Bad und WC ab. Ein Wärmetauscher nutzt einen großen Teil der Wärme aus der Abluft.

Das System bietet hohen Komfort und gefilterte Außenluft. Im Altbau ist der Einbau jedoch aufwendig, weil Luftleitungen, Verteiler, Schalldämpfer und das Zentralgerät Platz benötigen.

Am einfachsten lässt sich eine solche Anlage während einer umfassenden Sanierung einbauen – etwa wenn Decken abgehängt, Böden geöffnet oder neue Installationsschächte geschaffen werden.

Warum Lüftungsgitter zwischen den Räumen nötig sein können

Damit die Luft auch bei geschlossenen Türen von einem Raum in den nächsten strömen kann, werden sogenannte Überströmöffnungen benötigt. Dafür kommen unter anderem Lüftungsgitter in Türen oder Wänden infrage. Alternativen sind ausreichend große Spalten unter dem Türblatt oder spezielle, schallgedämmte Überströmelemente.

Die Luft soll dabei in der Regel aus den weniger belasteten Wohn- und Schlafräumen zu Küche, Bad und WC strömen. Dort wird sie abgesaugt oder über einen Schacht abgeführt. Geschlossene und dicht ausgeführte Innentüren dürfen diesen Luftweg nicht unterbrechen.

Lüftungsgitter lassen sich zwar vergleichsweise einfach nachrüsten, dürfen aber nicht wahllos in Türen oder Wände eingesetzt werden. Ihr freier Querschnitt muss zum vorgesehenen Luftvolumenstrom passen. Zu kleine Öffnungen verursachen hohe Strömungsgeschwindigkeiten, Zugerscheinungen oder Geräusche.

Auch der Schallschutz ist zu beachten. Ein offenes Gitter überträgt Gespräche und andere Geräusche leichter von Raum zu Raum. In Schlaf- und Arbeitszimmern können deshalb schallgedämmte Überströmelemente sinnvoll sein.

Bei Öffnungen in Wänden oder Bauteilen mit Anforderungen an den Brandschutz reicht ein einfaches Lüftungsgitter unter Umständen nicht aus. Auch Gerüche und Privatsphäre spielen bei Bad- und WC-Türen eine Rolle. Zu- und Abluftwege sowie die erforderlichen Überströmöffnungen müssen daher als Gesamtsystem geplant werden.

Wärmerückgewinnung verhindert nicht jeden Energieverlust

Eine Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung kann einen großen Teil der Wärme aus der Abluft nutzen. Verlustfrei arbeitet sie dennoch nicht.

Die Ventilatoren benötigen Strom. Außerdem entstehen Verluste am Wärmetauscher, an Leitungen und durch Undichtigkeiten des Gebäudes. Wie effizient das Gesamtsystem arbeitet, hängt von der Planung, Einregulierung, Wartung und tatsächlichen Nutzung ab.

Trotzdem kann Wärmerückgewinnung den Heizenergiebedarf deutlich besser begrenzen als eine dauerhafte unkontrollierte Lüftung oder ständig gekippte Fenster. Entscheidend ist nicht allein der Wirkungsgrad im Datenblatt, sondern die Qualität des gesamten Systems.

Vorsicht bei Kaminöfen und älteren Gasthermen

Abluftanlagen, Dunstabzugshauben und Lüftungsgeräte können im Haus einen Unterdruck erzeugen. Bei raumluftabhängigen Feuerstätten besteht dann die Gefahr, dass Abgase nicht zuverlässig über den Schornstein abströmen.

Betroffen sein können beispielsweise:

  • Kaminöfen,
  • offene Kamine,
  • ältere Gasthermen,
  • Heizkessel, die ihre Verbrennungsluft aus dem Aufstellraum beziehen.

Der zuständige Schornsteinfeger sollte deshalb bereits während der Planung einbezogen werden. Abhängig von der Anlage können eine separate Verbrennungsluftzufuhr, ein Fensterkontaktschalter oder eine technische Unterdrucküberwachung notwendig werden. Auch die DIN 1946-6 behandelt den gemeinsamen Betrieb von Lüftungssystemen und raumluftabhängigen Feuerstätten.

Wer erstellt das Lüftungskonzept?

Ein Lüftungskonzept kann beispielsweise ein entsprechend qualifizierter Energieberater, Fachplaner, Architekt, Bauingenieur oder Lüftungsfachbetrieb erstellen.

Der Fensterbauer sollte zumindest erkennen, wann eine entsprechende Prüfung erforderlich ist. Bei einem komplexen Altbau oder bereits vorhandenen Feuchteproblemen ist es jedoch sinnvoll, die Planung nicht allein dem Fensterlieferanten zu überlassen.

Ein unabhängiger Fachmann kann auch beurteilen, ob zuerst andere Mängel behoben werden müssen. Eine Lüftungsanlage beseitigt weder eine undichte Kellerwand noch ein schadhaftes Dach oder eine ausgeprägte Wärmebrücke.

Was Hausbesitzer vor dem Fenstertausch klären sollten

Das Lüftungskonzept gehört vor die Bestellung der Fenster. Spätere Nachrüstungen verursachen zusätzliche Kosten und beeinträchtigen mitunter frisch renovierte Räume oder Fassaden.

Vor der Auftragsvergabe sollten Sie folgende Fragen beantworten:

  1. Wie viel Fensterfläche wird ausgetauscht?
    Bei mehr als einem Drittel der vorhandenen Fensterfläche ist nach DIN 1946-6 ein Lüftungskonzept vorgesehen.
  2. Werden weitere Bauteile saniert?
    Dach-, Fassaden- und Deckendämmung verändern den Wärmeschutz und teilweise auch die Luftdichtheit.
  3. Gibt es bereits Schimmel oder feuchte Stellen?
    Vorhandene Schäden müssen untersucht werden. Mehr Lüftung hilft nicht gegen eindringendes Wasser oder gravierende Wärmebrücken.
  4. Wie wird das Haus genutzt?
    Viele Bewohner, Homeoffice, Wäschetrocknen und häufiges Kochen erhöhen die Feuchte- und Stofflast.
  5. Können die Fenster regelmäßig geöffnet werden?
    Lärm, Einbruchschutz und längere Abwesenheit können eine rein manuelle Lösung erschweren.
  6. Sind Feuerstätten vorhanden?
    Raumluftabhängige Öfen und Thermen müssen in das Konzept einbezogen werden.
  7. Wo kann die Luft zwischen den Räumen strömen?
    Geschlossene Türen benötigen gegebenenfalls Türspalte, Lüftungsgitter oder andere Überströmöffnungen.

Nach dem Einbau die Luftfeuchtigkeit kontrollieren

Nach dem Fenstertausch lohnt sich ein Thermo-Hygrometer. Es zeigt die relative Luftfeuchtigkeit und hilft dabei, das Lüftungsverhalten anzupassen.

Ein pauschaler Grenzwert bietet allerdings keine vollständige Sicherheit. In einem gut gedämmten Gebäude können zeitweise höhere Werte unproblematisch sein. In einem schlecht gedämmten Altbau kann dagegen bereits eine mäßige Raumluftfeuchtigkeit an kalten Außenwänden kritisch werden.

Warnzeichen sind:

  • regelmäßig innen beschlagene Fensterscheiben,
  • feuchte Fensterlaibungen,
  • muffiger Geruch,
  • dunkle Flecken in Außenecken,
  • Schimmel hinter Möbeln,
  • dauerhaft erhöhte Luftfeuchtigkeit.

Treten solche Probleme erst nach dem Fenstertausch auf, sollte nicht nur häufiger gelüftet werden. Zu prüfen sind auch Fensteranschlüsse, Wärmebrücken, Raumtemperaturen und die Funktion der vorgesehenen Lüftungsmaßnahmen. Das Umweltbundesamt empfiehlt regelmäßiges kurzes Stoßlüften und weist darauf hin, dass ein baulich intaktes und trockenes Gebäude Voraussetzung für die Schimmelvermeidung ist.

Fazit: Das Lüftungskonzept gehört vor den Fenstertausch

Neue Fenster machen den Altbau dichter und senken die Wärmeverluste. Gleichzeitig fällt ein Teil des bisherigen unkontrollierten Luftaustauschs weg. Deshalb muss frühzeitig geklärt werden, wie Feuchtigkeit und verbrauchte Luft künftig aus dem Haus gelangen.

Wird mehr als ein Drittel der vorhandenen Fensterfläche erneuert, ist nach DIN 1946-6 ein Lüftungskonzept vorgesehen. Die Berechnung kann ergeben, dass keine zusätzlichen Maßnahmen nötig sind. Reicht der natürliche Luftwechsel nicht aus, kommen Außenluftdurchlässe, Abluftsysteme oder Lüftungsanlagen mit Wärmerückgewinnung infrage.

Dabei reicht es nicht, einzelne Geräte oder Lüftungsgitter irgendwo einzubauen. Außenluftzufuhr, Überströmwege und Abluft müssen zusammenpassen. Die beste Lösung ist deshalb nicht zwangsläufig die technisch aufwendigste, sondern diejenige, die zum Gebäude und zum Alltag der Bewohner passt.

Über den Autor

Schreibe einen Kommentar