Beton selbst mischen oder liefern lassen: Was ist günstiger?

Von Dominik Hochwarth

Beton selbst mischen, Trockenbeton aus dem Sack kaufen oder gleich einen Fahrmischer bestellen? Wir haben die Preise verglichen und für 100, 300, 500 und 1.000 l nachgerechnet. Dabei zeigt sich: Selbstmischen kann deutlich günstiger sein. Bei größeren Mengen wird allerdings der Arbeitsaufwand zum entscheidenden Faktor.

Für 1 m³ Beton benötigen Sie rund 77 Säcke Trockenbeton à 25 kg. Zusammen wiegen sie fast 2 t. Wer den Beton stattdessen aus Zement, Sand und Kies selbst herstellt, kann beim Material sparen. Oder man bestellt den fertigen Frischbeton beim Betonwerk und lässt ihn liefern.

Welche Variante die günstigste ist, hängt von der benötigten Menge ab. Aber auch davon, ob bereits ein Betonmischer vorhanden ist, was die Anlieferung kostet und welche Anforderungen der Beton erfüllen muss. Wir haben öffentlich zugängliche Preise aus dem Oktober 2026 zusammengestellt. Sie zeigen, wie groß die Unterschiede ausfallen können.

Arbeiter entleert einen großen Betonmischer. Der frisch angemischte, graue Beton fließt aus der rotierenden Trommel in eine darunterstehende Schubkarre.
Frischer Beton fließt aus einem Betonmischer in eine Schubkarre. Wer größere Mengen selbst herstellt, muss viele Mischvorgänge einplanen. Bei Transportbeton entfällt das Anmischen auf der Baustelle.

Drei Möglichkeiten, Beton zu beschaffen

Für kleinere Arbeiten rund um Haus und Garten kommen grundsätzlich drei Varianten infrage:

  • Selbst mischen: Sie kaufen Zement, Sand und Kies getrennt und stellen daraus mit Wasser den Beton her. Das kann besonders bei größeren Mengen günstig sein. Allerdings brauchen Sie geeignete Ausgangsstoffe, Mischtechnik und Zeit.
  • Trockenbeton aus dem Sack: Die trockenen Bestandteile sind bereits im richtigen Verhältnis zusammengestellt. Sie müssen nur noch die vorgeschriebene Wassermenge hinzufügen. Das vereinfacht die Arbeit, ist beim Material aber meist teurer.
  • Transportbeton: Der Beton wird im Betonwerk hergestellt und mit einem Fahrmischer zur Baustelle gebracht. Das erspart viele einzelne Mischvorgänge. Bei kleinen Mengen können allerdings hohe Lieferzuschläge anfallen.

Bei der Auswahl geht es nicht nur um den Preis. Besonders bei tragenden Bauteilen muss auch die benötigte Betonqualität berücksichtigt werden.

Was kosten 100, 300, 500 und 1.000 l Beton?

Für den Vergleich haben wir drei öffentlich zugängliche Preisquellen verwendet. Grundlage sind ein Handelsangebot für Trockenbeton und Zement, eine Baustoffpreisliste für Sand und Kies sowie eine Transportbeton-Preisliste von 2026.

Die folgende Tabelle zeigt die rechnerischen Kosten für die verschiedenen Beschaffungsarten.

BetonmengeSelbst mischenTrockenbetonTransportbeton
100 lca. 17 €ca. 33 €ca. 142 €
300 lca. 46 €ca. 100 €ca. 189 €
500 lca. 75 €ca. 162 €ca. 235 €
1.000 lca. 150 €ca. 320 €ca. 352 €

Eigene Modellrechnung auf Grundlage der Preislisten 2026 von Hornbach, Rech Sand & Kies und Siegl. Alle Beträge einschließlich Mehrwertsteuer, soweit anwendbar. Beim Selbermischen sind die Materialmengen nach der CEMEX-Beispielrezeptur angesetzt, mit auf ganze 25-kg-Zementsäcke aufgerundetem Zementbedarf. Die Preise für Sand und Kies gelten ab Werk; Transport und mögliche Kleinmengenzuschläge fehlen. Bei Sackware wurden Einzelpreise ohne Mengenrabatt verwendet. Die Transportbetonpreise enthalten den Grundpreis und die ausgewiesenen mengenabhängigen Zuschläge, aber keine weiteren Baustellenkosten. Die Werte sind daher keine verbindlichen Endpreise und vergleichen keine nachweislich identischen Betonqualitäten.

Balkendiagramm zum Betonpreisvergleich 2026 für 100, 300, 500 und 1.000 l. Gegenübergestellt werden selbst gemischter Beton, Trockenbeton aus dem Sack und Transportbeton.
Selbst mischen ist beim Material am günstigsten. Bei 1.000 l liegen die rechnerischen Kosten bei rund 150 €, gegenüber 320 € für Sackware und 352 € für Transportbeton. Die Modellrechnung berücksichtigt unterschiedliche Betonqualitäten und nicht alle Nebenkosten.

Der Unterschied ist erheblich. Bei 500 l liegen zwischen den rechnerischen Materialkosten des selbst gemischten Betons und Trockenbeton aus dem Sack rund 87 €. Bei 1.000 l vergrößert sich der Abstand auf etwa 170 €. Allerdings müssen für das Selbermischen große Mengen Ausgangsstoffe beschafft und verarbeitet werden. Der günstigere Materialpreis sagt deshalb noch nicht, welche Variante insgesamt wirtschaftlicher ist.

Was beim Vergleich wichtig ist

Die Zahlen sind Preisbeispiele, keine bundesweit gültigen Durchschnittspreise. Sand und Kies werden im Kieswerk häufig deutlich günstiger angeboten als in kleinen Baumarktgebinden. Dafür muss das Material abgeholt oder geliefert werden.

Außerdem ist der selbst gemischte Beton nicht automatisch mit den beiden anderen Produkten vergleichbar. Während für Sackware und Transportbeton die Festigkeitsklasse C25/30 angesetzt wurde, lässt sich aus der verwendeten Heimwerkerrezeptur keine entsprechende Festigkeitsklasse nachweisen.

Die Unterschiede bei der Betonqualität müssen bei der Kaufentscheidung berücksichtigt werden.

Beton selbst mischen: Was kosten Zement, Sand und Kies?

Für die Materialrechnung verwenden wir eine Beispielrezeptur von CEMEX für einfache Arbeiten in Haus und Garten.

Danach ergeben:

AusgangsstoffMenge
Zement25 kg
Sand45 kg
Kies65 kg
Wasserbis etwa 12,5 l
Fertiger Betonca. 65 l

Die Mengen beziehen sich auf eingebrachten und verdichteten Beton. CEMEX nennt die Zusammensetzung ausdrücklich als unverbindliches Beispiel und verwendet dafür einen Zement der Klasse CEM II/B-LL 32,5 R.

Für die Kostenrechnung greifen wir auf den recherchierten Preis eines handelsüblichen CEM I 42,5 N zurück. Der Zement ist damit nicht identisch mit dem Produkt aus der CEMEX-Rezeptur. Die Rechnung dient ausschließlich der Kosteneinschätzung und ist keine Empfehlung für eine geprüfte Betonmischung.

Die angesetzten Preise:

  • Zement, 25 kg: 5,95 € bei Hornbach
  • Sand 0/4: 27 € netto je t bei Rech Sand & Kies
  • Kies: ebenfalls 27 € netto je t für passende, getrennt angebotene Körnungen bei Rech Sand & Kies

Die beiden Gesteinskörnungen kosten damit jeweils rund 32,13 € brutto je t, sofern sie ab Werk bezogen werden können. Für die tatsächliche Mischung muss die Kornzusammensetzung geeignet sein.

Infografik mit den Ausgangsstoffen für 1 m³ Beton: rund 385 kg Zement, 692 kg Sand, 1.000 kg Kies und bis zu 192 l Wasser. Die Materialien sind nebeneinander dargestellt.
Für 1 m³ selbst gemischten Beton werden nach einer hochgerechneten CEMEX-Beispielrezeptur rund 385 kg Zement, 692 kg Sand, 1.000 kg Kies und bis zu 192 l Wasser benötigt. Die Mischung ist für einfache Arbeiten gedacht und keine geprüfte Rezeptur für eine bestimmte Festigkeitsklasse.

Beispiel: 1 m³ Beton selbst herstellen

Rechnerisch werden für 1 m³ nach dem CEMEX-Mengenbeispiel ungefähr folgende Ausgangsstoffe benötigt:

MaterialBenötigte MengeKalkulierte Kosten
Zementca. 385 kg, Einkauf 16 Säcke95,20 €
Sandca. 692 kg22,24 €
Kiesca. 1.000 kg32,13 €
Zusammen149,57 €

Wasser, Transport, Mischer und Arbeitszeit sind nicht berücksichtigt. Die benötigte Menge beruht auf einer rechnerischen Hochrechnung der CEMEX-Beispielrezeptur; der Preis des verwendeten Zements bezieht sich auf eine andere Zementart und -festigkeitsklasse.

Rund 150 € für die Ausgangsstoffe sind zunächst günstig. Allerdings müssen etwa 1,7 t Sand und Kies sowie 400 kg Zement beschafft werden. Wer dafür einen Anhänger mieten, mehrfach fahren oder eine Lieferung beauftragen muss, zahlt zusätzlich.

Die Rechnung sieht deshalb vor allem dann gut aus, wenn Zement und Gesteinskörnungen günstig verfügbar sind und ein Betonmischer bereits vorhanden ist.

Wie Beton richtig angemischt wird und weshalb die Wassermenge so wichtig ist, erklären wir ausführlich in unserem Ratgeber Beton richtig mischen: So viel Zement, Sand, Kies und Wasser brauchen Sie.

Trockenbeton aus dem Sack: Was kosten größere Mengen?

Trockenbeton erspart das getrennte Abwiegen der Ausgangsstoffe. Für den Preisvergleich verwenden wir Baumit-Trockenbeton C25/30.

Ein Sack mit 25 kg kostet bei Hornbach zum Recherchezeitpunkt 4,15 €. Laut technischem Merkblatt ergeben sich daraus etwa 13 l Frischbeton.

Damit werden für 1 m³ rund 77 Säcke benötigt. Zum Einzelpreis ergibt das 319,55 €.

Bei größeren Abnahmemengen gibt es jedoch Rabatte. Hornbach nennt beispielsweise einen Staffelpreis von 3,95 € je Sack ab 42 Säcken. Beim Kauf von 77 Säcken wären das 304,15 €.

Eine weitere Möglichkeit ist der Palettenkauf. Eine Palette mit 42 Säcken wird für 153,30 € angeboten. Zwei Paletten mit insgesamt 84 Säcken kosten somit 306,60 €. Dabei bleiben allerdings sieben Säcke übrig.

Beim Vergleich größerer Mengen lohnt es sich daher, nicht nur auf den Einzelpreis zu schauen.

Fast 2 t Trockenbeton für 1 m³

Auch bei günstigem Sackpreis bleibt der Arbeitsaufwand. Für 1 m³ müssen 77 Säcke mit einem Gesamtgewicht von 1.925 kg bewegt, geöffnet und angemischt werden.

Wer einen kleinen Betonmischer verwendet, arbeitet in vielen einzelnen Chargen. Bei einem Gerät, mit dem sich tatsächlich 100 l Frischbeton je Mischvorgang herstellen lassen, wären rechnerisch mindestens zehn Durchgänge nötig.

Dabei ist die nutzbare Mischmenge entscheidend, nicht das auf dem Gerät angegebene Trommelvolumen.

Für kleine Fundamente lässt sich das gut organisieren. Bei einer größeren zusammenhängenden Betonierarbeit wird es dagegen schwieriger, eine ausreichende Menge Beton ohne längere Unterbrechungen bereitzustellen.

Transportbeton: Was kostet die Lieferung vom Betonwerk?

Bei Transportbeton wird der Frischbeton im Werk hergestellt und mit einem Fahrmischer angeliefert. Der Preis hängt von der gewünschten Betonqualität und der Liefermenge ab.

Die Siegl-Preisliste 2026 nennt für einen Beton C25/30 mit 16 mm Größtkorn und der Konsistenzklasse F3 einen Grundpreis von 208,50 € netto je m³.

Die Bezeichnung C25/30 beschreibt die Druckfestigkeitsklasse. Das Größtkorn gibt an, wie groß die größten Körner der verwendeten Gesteinskörnung sein dürfen. Die Konsistenzklasse beschreibt, wie gut sich der frische Beton verarbeiten lässt.

Dazu kommen bei Siegl unter anderem Zuschläge für Maut, Energie und CO₂. Außerdem werden bei Liefermengen unter 4 m³ zusätzlich 25 € netto für jeden fehlenden Kubikmeter berechnet.

Beispiel: 1 m³ Transportbeton

Für die Lieferung von 1 m³ ergibt sich folgende Rechnung:

KostenpositionNetto
1 m³ C25/30208,50 €
Mindermengenzuschlag für 3 m³75,00 €
Maut-, Energie- und CO₂-Zuschläge12,20 €
Gesamt netto295,70 €
Gesamt brutto351,88 €

Damit kostet 1 m³ Transportbeton in diesem Preisbeispiel rund 352 €, sofern keine weiteren Kosten entstehen.

Wichtig: Der errechnete Preis ist noch kein verbindliches Angebot. Die tatsächliche Verfügbarkeit, Lieferbedingungen und zusätzliche Leistungen müssen mit dem Betonwerk geklärt werden.

Besonders bei kleineren Mengen kann die Kalkulation stark abweichen. Eine rechnerische Lieferung von 100 l bedeutet nicht, dass das Betonwerk einen Fahrmischer für diese Menge tatsächlich losschickt.

Gegenüberstellung von Trockenbeton und Transportbeton: Links stehen 77 Betonsäcke neben einem Betonmischer, rechts liefert ein Fahrmischer Frischbeton. Die Grafik vergleicht Gewicht, Kosten und Arbeitsaufwand.
Für 1 m³ Beton werden etwa 77 Säcke Trockenbeton à 25 kg benötigt. Das sind rund 1,9 t Material, das selbst angemischt werden muss. Im Preisbeispiel kostet die Sackware 320 €, der angelieferte Transportbeton rund 352 €. Weitere Kosten können hinzukommen.

Was kostet eine Betonpumpe?

Kann der Fahrmischer nicht direkt an der Einbaustelle entladen, wird möglicherweise eine Betonpumpe benötigt.

Dass dies teuer werden kann, zeigt ebenfalls die Siegl-Preisliste. Dort werden für den Einsatz einer kleineren Autobetonpumpe bei Mengen bis 10 m³ pauschal 530 € netto aufgeführt.

Das wären mehr als 630 € brutto – zusätzlich zum Betonpreis.

Eine Betonpumpe ist allerdings nicht bei jeder Lieferung erforderlich. Kann der Frischbeton direkt über eine Rutsche eingebracht werden, entfallen solche Pumpkosten.

Vor der Bestellung sollte deshalb geklärt werden, wie der Beton tatsächlich vom Fahrzeug zum vorgesehenen Bauteil gelangt.

Ab welcher Menge lohnt sich Transportbeton?

Eine allgemein gültige Kubikmetergrenze gibt es nicht. Der Preisvergleich liefert aber eine brauchbare Orientierung.

BetonmengeWorauf es ankommt
Bis 100 lTrockenbeton ist unkompliziert; selbst mischen lohnt sich vor allem bei vorhandenen Ausgangsstoffen.
100–300 lSackware oder eigenes Mischen sind meist naheliegend.
300–500 lSelbstmischen kann beim Material sparen; Mischtechnik und Transport werden wichtiger.
500–1.000 lEin Angebot für Transportbeton lohnt sich, insbesondere bei zusammenhängenden Betonierarbeiten.
Ab etwa 1 m³Transportbeton wird wegen der Menge und des Arbeitsaufwands zunehmend interessant.

Diese Bereiche sind keine festen Preisgrenzen. Schon bei kleineren Mengen kann eine Lieferung sinnvoll sein, wenn der Beton in kurzer Zeit eingebaut werden muss. Umgekehrt kann das eigene Mischen auch bei mehr als 1 m³ wirtschaftlich bleiben, wenn Material und Ausrüstung günstig verfügbar sind.

Bei Transportbeton fallen die Zuschläge für kleinere Bestellungen besonders ins Gewicht. Wer größere Mengen benötigt, verteilt diese Kosten auf mehr Beton.

Die Preise allein sind deshalb nur ein Teil der Entscheidung.

Welche zusätzlichen Kosten entstehen beim Selbermischen?

Bei der Kalkulation werden häufig nur Zement, Sand und Kies berücksichtigt. In der Praxis können weitere Ausgaben hinzukommen.

Ein Betonmischer muss möglicherweise gemietet werden. Die Ausgangsstoffe benötigen einen geeigneten Transport und einen Lagerplatz auf der Baustelle. Dazu kommen Wasser, Strom und die Zeit für das Anmischen, Einbauen und Reinigen der Geräte.

Auch die Verarbeitung in mehreren Mischchargen spielt eine Rolle. Gerade bei größeren Betonierarbeiten sollten längere Unterbrechungen vermieden werden, damit keine unerwünschten Arbeitsfugen entstehen.

Bei angeliefertem Beton entfallen die einzelnen Mischvorgänge. Dafür muss die Baustelle vorbereitet sein. Schalung, gegebenenfalls Bewehrung, Werkzeuge und Helfer müssen bereitstehen, bevor der Fahrmischer ankommt. Überschreitet die Entladung die vertraglich vorgesehene Zeit, können zusätzliche Gebühren entstehen.

Wer Angebote vergleicht, sollte daher nach den Gesamtkosten für die tatsächlich benötigte Menge fragen – einschließlich Transport, Entladung und möglicher Zuschläge.

Ist selbst gemischter Beton genauso gut wie Fertigbeton?

Nicht unbedingt. Die Eigenschaften des Betons hängen unter anderem von der Zementart, der Gesteinskörnung, der Wassermenge und der Verarbeitung ab.

Besonders wichtig ist das Verhältnis zwischen Wasser und Zement. Wird zu viel Wasser zugesetzt, lässt sich die Masse zwar leichter verarbeiten. Nach dem Erhärten kann der Beton aber weniger fest und weniger dauerhaft sein.

Bei Trockenbeton sind die trockenen Ausgangsstoffe bereits werkseitig dosiert. Wird das Produkt nach Herstellerangabe verarbeitet, sind seine angegebenen Eigenschaften maßgeblich.

Transportbeton wird nach einer festgelegten Rezeptur im Betonwerk hergestellt und überwacht. Dabei können neben der Druckfestigkeit weitere Anforderungen berücksichtigt werden, etwa die Widerstandsfähigkeit gegenüber Feuchtigkeit, Frost oder anderen Umwelteinflüssen.

Für tragende Fundamente und andere statisch wichtige Bauteile muss die erforderliche Betonqualität deshalb vorab feststehen. Die CEMEX-Beispielrezeptur für Heimwerkerarbeiten ist kein Nachweis dafür, dass der damit hergestellte Beton einer bestimmten Festigkeitsklasse entspricht.

Auch bei kleineren Vorhaben sollte die Eignung der Mischung zum geplanten Einsatzzweck passen.

Vierstufige Entscheidungsgrafik zur Betonbeschaffung: Bis 100 l Trockenbeton aus dem Sack, von 100 bis 500 l Sackware oder selbst mischen, von 500 bis 1.000 l Transportbeton mitvergleichen und ab etwa 1.000 l ein Lieferangebot einholen.
Kleine Mengen lassen sich meist unkompliziert mit Trockenbeton aus dem Sack herstellen. Zwischen 100 und 500 l kann auch das Selbstmischen sinnvoll sein. Ab etwa 500 l lohnt sich ein Preisvergleich mit Transportbeton, bei 1.000 l besonders wegen des Arbeitsaufwands. Die Mengenbereiche dienen nur der Orientierung.

Wie viel Beton brauche ich für mein Projekt?

Bevor Sie Preise vergleichen, sollten Sie möglichst genau wissen, wie viel Beton benötigt wird. Bei einem rechteckigen Fundament ergibt sich das Volumen aus Länge, Breite und Höhe.

Ein Fundament mit 2 m Länge, 1 m Breite und 25 cm Höhe benötigt beispielsweise 0,5 m³ beziehungsweise 500 l Beton.

Für mehrere Fundamente oder kompliziertere Formen können Sie unseren Betonrechner für Fundamente, Bodenplatten und Pfosten verwenden. Dort lässt sich auch eine Mengenreserve berücksichtigen und die benötigte Zahl an Betonsäcken ermitteln.

Bei größeren Bauteilen wie einer Bodenplatte sollten vor der Bestellung die Abmessungen, die erforderliche Betonqualität und der Ablauf der Betonage fachlich geklärt sein. Weitere Hinweise dazu finden Sie in unserem Beitrag Bodenplatte fürs Haus selber machen.

Fazit: Selbermischen spart Materialkosten, Transportbeton viel Arbeit

Bei kleinen Betonmengen ist Trockenbeton aus dem Sack häufig die einfachste Lösung. Wer Zement und Gesteinskörnungen bereits besitzt oder günstig beschaffen kann, kommt mit einer selbst hergestellten Mischung beim Material oft preiswerter weg.

Die Beispielrechnung zeigt für 1 m³ Materialkosten von rund 150 € beim Selbermischen, etwa 320 € für Trockenbeton zum Einzelpreis und rund 352 € für Transportbeton. Diese Beträge sind allerdings nur eingeschränkt vergleichbar, weil die selbst hergestellte Mischung keine nachgewiesene C25/30-Qualität besitzt und unterschiedliche Nebenkosten anfallen.

Ab etwa 500 l lohnt es sich, den Arbeitsaufwand genauer zu betrachten und ein Angebot vom Betonwerk einzuholen. Bei 1 m³ müssen immerhin fast 2 t Trockenbeton verarbeitet werden, wenn Sie Sackware verwenden.

Für die Entscheidung sollten Sie deshalb drei Dinge vergleichen: die vollständigen Kosten, den Arbeitsaufwand und die benötigte Betonqualität. Eine pauschale Grenze, ab der Transportbeton immer günstiger ist, gibt es nicht.

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