Regenwasserzisterne einbauen: Schritt-für-Schritt-Anleitung

Von Dominik Hochwarth

Immer mehr Hausbesitzer nutzen Regenwasser zur Gartenbewässerung. Wer größere Mengen speichern möchte, kommt an einer Zisterne kaum vorbei. Unterirdische Regenwasserspeicher fassen meist zwischen 3.000 und 10.000 Liter. Richtig geplant, liefern sie selbst in trockenen Sommern ausreichend Wasser für Beete, Rasen und Gewächshaus.

Mit etwas handwerklichem Geschick lässt sich eine Regenwasserzisterne auch selbst einbauen. Allerdings sind einige Punkte zu beachten. Vor allem die richtige Größe, die Einbautiefe und der Anschluss von Zu- und Überlauf entscheiden darüber, ob die Anlage später problemlos funktioniert.

zwei Regenwasserzisternen in der Baugrube
Zwei Regenwasserzisterne in der vorbereiteten Grube

Das Wichtigste in Kürze

  • Für die meisten Gärten reichen 3.000 bis 5.000 Liter Speichervolumen.
  • Die Zulaufleitung benötigt mindestens 1 % Gefälle.
  • Ein Regenwasserfilter und ein beruhigter Zulauf verbessern die Wasserqualität.
  • Die Zisterne sollte entsprechend der Herstellerangaben mit ausreichend Erdüberdeckung eingebaut werden.
  • Frostschutz und funktionierender Überlauf sind entscheidend für einen dauerhaften Betrieb.
  • Mit Minibagger und etwas Erfahrung ist der Selbsteinbau für viele Heimwerker machbar.

Inhaltsverzeichnis

Welche Zisterne ist die richtige?

Für Einfamilienhäuser kommen meist Kunststoff- oder Betonzisternen zum Einsatz.

Kunststoffzisterne

Vorteile:

  • geringes Gewicht
  • einfacher Transport
  • leichter Selbsteinbau
  • korrosionsfrei

Nachteile:

  • empfindlicher gegenüber unsachgemäßem Einbau
  • teilweise Einschränkungen bei Belastung

Betonzisterne

Vorteile:

  • sehr robust
  • hohe Stabilität
  • ideal bei befahrbaren Flächen

Nachteile:

  • hohes Gewicht
  • Kran erforderlich
  • höhere Einbaukosten

Für Heimwerker ist eine Kunststoffzisterne meist die praktikablere Lösung.

Funktionsweise einer Regenwasserzisterne

Die richtige Größe berechnen

Für reine Gartenbewässerung haben sich folgende Größen bewährt:

GartengrößeEmpfohlenes Volumen
bis 300 m²3.000 Liter
300–600 m²5.000 Liter
über 600 m²7.000 bis 10.000 Liter

Je größer die angeschlossene Dachfläche ist, desto schneller füllt sich die Zisterne wieder.

Rechner: Zisternengröße berechnen

Berechnen Sie grob, wie groß Ihre Regenwasserzisterne für die Gartenbewässerung sein sollte.

Benötigtes Material

  • Zisterne
  • Regenwasserfilter
  • KG-Rohre
  • Überlaufsiphon
  • beruhigter Zulauf
  • Kies oder Splitt
  • Sand
  • Tauchdruckpumpe oder Hauswasserwerk
  • Schachtabdeckung

Ein beruhigter Zulauf verhindert das Aufwirbeln von Sedimenten am Boden der Zisterne und verbessert die Wasserqualität.

Standort festlegen

Die Zisterne sollte möglichst nahe am Fallrohr liegen. Dadurch bleiben die Leitungswege kurz.

Wichtig:

  • ausreichender Abstand zu Fundamenten
  • Zugang für Wartungsarbeiten
  • Überlaufmöglichkeit zum Kanal oder einer Versickerung
  • keine großen Bäume direkt darüber

Die Zulaufleitung benötigt ein Gefälle von mindestens 1 %. Das bedeutet: Auf zehn Meter Leitungslänge sinkt die Rohrleitung um etwa zehn Zentimeter ab.

Regenwasserzisterne einbauen

Schritt 1: Baugrube ausheben

Zunächst wird die Baugrube ausgehoben.

Faustregel:

  • rund 50 cm größer als die Zisterne
  • Tiefe entsprechend Herstellerangaben

Viele Hersteller verlangen eine Erdüberdeckung von mindestens 60 cm über dem Tankkörper.

Wer keinen Minibagger besitzt, sollte einen mieten. Bereits eine 5.000-Liter-Zisterne verursacht mehrere Kubikmeter Aushub.

Schritt 2: Fundament herstellen

Auf dem Grubenboden wird eine tragfähige Bettung angelegt.

Typisch sind:

  • 15 bis 20 cm Kies
  • Körnung 4 bis 8 mm
  • sorgfältig abgezogen und verdichtet

Eine waagerechte Bettung verhindert spätere Setzungen.

Schritt 3: Zisterne einsetzen

Nun wird die Zisterne vorsichtig in die Baugrube abgesenkt.

Kontrollieren Sie:

  • waagerechte Ausrichtung
  • Höhe des Zulaufs
  • Position des Domschachts

Bereits kleine Schieflagen können später Probleme verursachen.

Schritt 4: Zulauf anschließen

Jetzt wird das Rohr vom Fallrohr zur Zisterne verlegt.

Wichtig:

  • mindestens 1 % Gefälle
  • möglichst wenige Richtungsänderungen
  • Filter vor der Zisterne installieren

Regenwasserfilter halten Blätter, Moos und andere Verschmutzungen zurück.

Schritt 5: Überlauf anschließen

Jede Zisterne benötigt einen Überlauf.

Er kann angeschlossen werden an:

  • Versickerung
  • Rigole
  • Drainage
  • Regenwasserkanal

Ohne funktionierenden Überlauf kann die Anlage bei Starkregen überlaufen.

Schritt 6: Pumpe installieren

Für die Gartenbewässerung reicht meist eine Tauchdruckpumpe.

Vorteile:

  • leise
  • platzsparend
  • einfache Installation

Wer zusätzlich Toilettenspülung oder Waschmaschine versorgen möchte, benötigt meist ein Hauswasserwerk.

Schritt 7: Zisterne verfüllen

Während des Verfüllens wird die Zisterne schrittweise mit Wasser gefüllt.

Dadurch gleichen sich Erd- und Wasserdruck aus.

Das Verfüllmaterial wird lagenweise eingebracht und verdichtet. Rohrgräben sollten ebenfalls schichtweise verfüllt werden.

Schritt 8: Frostschutz beachten

Die Zuleitungen sollten unterhalb der örtlichen Frostgrenze verlegt werden. In vielen Regionen Deutschlands gelten etwa 80 cm als Orientierung, regional können jedoch größere Tiefen erforderlich sein.

Besonders wichtig sind:

  • Zulaufleitung
  • Druckleitung
  • Domschacht
  • Pumpentechnik

Typische Fehler beim Einbau

Zisterne zu klein gewählt

Viele Anlagen laufen im Sommer bereits nach wenigen trockenen Wochen leer.

Fehlendes Gefälle

Stehendes Wasser in den Leitungen führt zu Ablagerungen und Verstopfungen.

Kein Filter eingebaut

Blätter und Schmutz gelangen in die Zisterne.

Überlauf vergessen

Bei Starkregen kann Wasser unkontrolliert austreten.

Erdüberdeckung ignoriert

Zu wenig Überdeckung erhöht die Frostgefahr und kann die Belastbarkeit beeinträchtigen.

Kosten für den Einbau

PositionKosten
Kunststoffzisterne 3.000–5.000 Liter1.000–2.500 €
Filter und Zubehör200–600 €
Pumpe150–700 €
Minibagger100–250 € pro Tag
Fachbetrieb komplett3.000–8.000 €

Wer die Erdarbeiten selbst übernimmt, kann einen erheblichen Teil der Kosten sparen.

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