1000 Liter Regenwasser im Garten speichern: So schließen Sie einen Regentank richtig an

Von Dominik Hochwarth

Wer 1000 Liter Regenwasser im Garten speichern möchte, kann einen oberirdischen Regentank oder IBC-Container mit überschaubarem Aufwand an das Fallrohr anschließen. Entscheidend ist, dass nicht nur der Zulauf funktioniert: Der Tank braucht einen tragfähigen Untergrund, einen Filter und einen sicheren Überlauf für den Fall, dass er voll ist.

Wie schnell das passiert, wird oft unterschätzt. Bei 100 m² angeschlossener Dachfläche fallen schon bei 10 mm Regen rechnerisch 1000 Liter Wasser an. In dieser Anleitung zeigen wir Schritt für Schritt, wie Sie einen 1000-Liter-Regentank richtig aufstellen, ans Fallrohr anschließen und für die Gartenbewässerung nutzen.

Regenrohr in Regentonne
Methode einfach: Das Regenrohr führt direkt in die Tonne. Es geht aber noch besser

Inhaltsverzeichnis

Wie viel Regenwasser liefert das Dach?

Die mögliche Regenwassermenge lässt sich einfach überschlagen. Ein Millimeter Niederschlag auf einem Quadratmeter Fläche entspricht einem Liter Wasser.

Die Formel lautet:

Regenwassermenge = Niederschlag × angeschlossene Dachfläche × Ertragsfaktor

Der Ertragsfaktor berücksichtigt, dass nicht das gesamte Wasser im Speicher landet. Ein Teil bleibt auf der Dachfläche zurück, verdunstet oder geht im Filtersystem verloren. Für ein gut ablaufendes Dach kann überschlägig mit etwa 0,9 gerechnet werden.

Einige Beispiele:

DachflächeNiederschlagnutzbare Wassermenge bei Faktor 0,9
50 m²10 mmca. 450 l
80 m²10 mmca. 720 l
100 m²10 mmca. 900 l
100 m²20 mmca. 1800 l
120 m²10 mmca. 1080 l

Bei einer wirksamen Dachfläche von 100 m² reichen damit rund 11 mm Regen aus, um einen leeren 1000-Liter-Speicher annähernd zu füllen.

Wichtig ist allerdings, nur die Dachfläche anzusetzen, die tatsächlich über das angeschlossene Fallrohr entwässert wird. Bei einem Haus mit mehreren Fallrohren kann das beispielsweise nur die Hälfte oder ein Viertel der gesamten Dachfläche sein.

1000 Liter Rgenwasser sammeln

IBC oder fertiger Regentank?

Für 1000 Liter Speichervolumen kommen vor allem zwei Varianten infrage: ein fertiger Regenwassertank oder ein IBC-Container.

Ein fertiger Regentank ist für diesen Einsatzzweck konstruiert. Zulauf, Überlauf und Wasserentnahme lassen sich meist einfach anschließen. Viele Modelle sind zudem lichtundurchlässig, was das Algenwachstum reduziert.

IBC-Container sind meist günstiger und bieten mit rund 1000 Litern viel Volumen auf kleiner Grundfläche. Zudem verfügen sie bereits über einen großen unteren Auslauf, an den sich über passende Adapter Gartenschläuche oder Armaturen anschließen lassen.

Bei gebrauchten IBC ist allerdings Vorsicht geboten. Entscheidend ist, was zuvor darin transportiert wurde. Ein Behälter mit unbekannter Vorgeschichte sollte nicht für Gießwasser verwendet werden, das später an Gemüse, Kräuter oder Obst gelangt. Die Angabe „gereinigt“ allein sagt wenig darüber aus, welche Stoffe sich zuvor im Container befanden.

Die meist helle Kunststoffblase eines IBC sollte außerdem gegen Licht geschützt werden. Eine lichtundurchlässige Abdeckung oder Verkleidung erschwert das Algenwachstum und verbessert nebenbei die Optik.

Der Untergrund muss mehr als eine Tonne tragen

1000 Liter Wasser wiegen rund 1000 kg. Tank, Metallkäfig und mögliche Verkleidungen kommen noch hinzu.

Ein typischer IBC hat ungefähr eine Grundfläche von 1,2 m². Allein durch das Wasser ergibt sich damit überschlägig eine Flächenlast von mehr als 800 kg/m².

Der Untergrund muss deshalb dauerhaft tragfähig, eben und setzungsarm sein. Weicher Gartenboden oder einzelne lose Platten reichen dafür nicht zuverlässig aus.

Ein möglicher Aufbau besteht aus:

tragfähigem Boden → verdichteter mineralischer Tragschicht → eben verlegten Betonplatten → Tank

Wie dick die Tragschicht ausgeführt werden muss, hängt vom vorhandenen Boden ab. Eine pauschale Angabe wie „10 cm Schotter reichen immer“ wäre daher unseriös.

Der Tank muss vollständig und eben aufliegen. Eine Schrägstellung belastet Behälter, Palette und Armaturen unnötig.

Materialliste für das Referenzprojekt

  • 1000-l-Regentank oder geeigneter IBC-Container
  • Regensammler passend zu Durchmesser und Material des Fallrohrs
  • Regensammler möglichst mit integriertem Filter und Überlaufstopp
  • Zulaufschlauch bzw. Anschlussrohr
  • passende Tankdurchführung oder IBC-Deckeladapter
  • Schlauchadapter für den unteren Tankauslauf
  • Gartenschlauch bzw. Entnahmehahn
  • Schlauchschellen und passende Dichtungen
  • gegebenenfalls separater Überlaufanschluss
  • engmaschiges Insektenschutzgitter für offene Be- und Entlüftungen
  • Betonplatten oder vergleichbare tragfähige Aufstellfläche
  • mineralisches Material für eine verdichtete Tragschicht, falls erforderlich
  • lichtundurchlässige Abdeckung oder Verkleidung bei transparentem IBC
  • optional: Fass- oder Gartenpumpe für Regner und längere Leitungen

Werkzeug: Wasserwaage, Spaten, Stampfer beziehungsweise Rüttelplatte je nach Untergrund, Säge oder Bohrwerkzeug passend zum Regensammler, Schraubendreher beziehungsweise Steckschlüssel.

Regentank richtig anschließen

Schritt 1: Das richtige Fallrohr auswählen

Der Tank sollte möglichst nahe an einem Fallrohr stehen. Dadurch bleiben die Leitungswege kurz und der Anschluss einfach.

Vor dem Einbau sollte geklärt werden:

  • Welche Dachfläche entwässert über dieses Fallrohr?
  • Welchen Durchmesser hat das Fallrohr?
  • Aus welchem Material besteht es?
  • Ist der Regensammler später für Reinigung und Wartung erreichbar?

Auch der maximale Wasserstand im Tank spielt eine Rolle. Viele Regensammler arbeiten so, dass bei vollem Speicher kein weiteres Wasser in den Tank fließt.

Schritt 2: Regensammler ins Fallrohr einsetzen

Für den Anschluss empfiehlt sich ein Regensammler mit integriertem Filter.

Je nach System wird entweder ein Stück aus dem Fallrohr herausgeschnitten oder das Rohr angebohrt. Die genauen Maße richten sich nach dem jeweiligen Produkt und sollten nicht geschätzt werden.

Der Regensammler hat zwei Aufgaben: Er leitet einen Teil des Regenwassers in den Tank und hält gleichzeitig gröberen Schmutz wie Laub, Moos oder andere Partikel zurück.

Bei vielen Systemen dient die Einbauhöhe gleichzeitig als Begrenzung des maximalen Wasserstands. Sobald der Tank gefüllt ist, läuft das zusätzliche Wasser wieder über das Fallrohr weiter.

Das ist technisch deutlich besser, als den Tank einfach ungehemmt aus dem Fallrohr zu befüllen.

Schritt 3: Zulauf zum Tank anschließen

Vom Regensammler führt ein Schlauch oder Rohr zum Tank.

Die Verbindung sollte möglichst kurz sein und keine unnötigen Engstellen enthalten. Bei Systemen, die mit kommunizierenden Wasserständen arbeiten, ist die Höhenlage besonders wichtig: Der Anschluss am Tank bestimmt dann mit, wie hoch das Wasser steigen kann.

Alle Tankdurchführungen müssen dauerhaft dicht sein. Bei einem IBC können dafür passende Deckeladapter oder seitliche Tankdurchführungen verwendet werden.

Der Zulauf sollte so gestaltet werden, dass kein Licht und möglichst keine Insekten in den Behälter gelangen.

Schritt 4: Den Überlauf planen

Der Überlauf ist einer der wichtigsten Teile der Anlage.

Ein Beispiel zeigt, warum: Fallen auf 100 m² Dachfläche 30 mm Regen und werden davon rund 90 % genutzt, entstehen etwa 2700 Liter Wasser.

Ein leerer 1000-Liter-Tank kann davon höchstens 1000 Liter aufnehmen. Rund 1700 Liter müssen anderweitig abgeführt werden.

Mögliche Lösungen sind:

  • Rückleitung über den Regensammler in das Fallrohr,
  • separater Überlauf in die bestehende Regenwasserentwässerung,
  • zulässige Versickerung auf dem Grundstück,
  • Verbindung mit einem zweiten Speicher.

Nicht sinnvoll ist es, den Überlauf einfach neben dem Tank enden zu lassen. Bei stärkeren Niederschlägen können dort in kurzer Zeit große Wassermengen anfallen. Direkt am Haus kann das Feuchteprobleme verursachen.

Wer den Überlauf versickern lassen möchte, muss prüfen, ob Boden und Grundstück dafür geeignet sind. Je nach Kommune und Art der Entwässerung können zusätzliche Vorgaben gelten.

Schritt 5: Wasser entnehmen

Beim IBC lässt sich der vorhandene Auslauf meist mit einem Adapter auf ein gängiges Schlauchmaß umrüsten.

Für das Befüllen einer Gießkanne reicht der natürliche Wasserdruck problemlos. Auch ein kurzer Schlauch kann funktionieren, wenn ausreichend Gefälle vorhanden ist.

Für größere Bewässerungssysteme reicht der Druck jedoch häufig nicht aus.

Wie viel Druck liefert ein Regentank?

Der Wasserdruck hängt von der Höhendifferenz zwischen Wasserspiegel und Entnahmestelle ab.

Als Faustwert gilt:

1 m Wassersäule entspricht knapp 0,1 bar.

Ein oberirdischer IBC liefert deshalb selbst bei vollem Tank nur einen Bruchteil des Drucks einer normalen Wasserleitung.

Für die Gießkanne ist das kein Problem. Bei einem Rasensprenger, längeren Schläuchen oder Bewässerungssystemen mit definiertem Betriebsdruck wird dagegen meist eine Pumpe benötigt.

Auch bei Tropfbewässerungen sollte man genau hinsehen. Manche Systeme sind ausdrücklich für niedrigen Druck ausgelegt, andere benötigen deutlich mehr.

Regentank Wasserdruck

Hilft es, den Tank höher zu stellen?

Nur begrenzt.

Wird der Tank beispielsweise 30 cm höher aufgestellt, steigt der statische Druck lediglich um etwa 0,03 bar.

Ein höherer Sockel kann praktisch sein, damit eine Gießkanne unter den Hahn passt. Als Ersatz für eine Pumpe taugt er jedoch kaum.

Ein meterhohes Podest müsste zudem sicher mehr als eine Tonne Gewicht tragen. Der konstruktive Aufwand steht in keinem sinnvollen Verhältnis zum geringen Druckgewinn.

Welche Dachflächen eignen sich?

Regenwasser von üblichen Dachflächen lässt sich grundsätzlich gut zur Gartenbewässerung verwenden.

Bei bestimmten Materialien ist jedoch Vorsicht geboten. Größere Dachflächen aus Kupfer oder Zink können Metallverbindungen in das Wasser eintragen. Auch bestimmte bituminöse Dachabdichtungen können Stoffe enthalten, die für die Nutzung im Garten ungünstig sind.

Wer Regenwasser für Gemüse, Kräuter oder Obst nutzen möchte, sollte deshalb wissen, von welcher Dachfläche es stammt.

Einzelne Dachrinnen oder Fallrohre aus Metall sind dabei etwas anderes als großflächig mit Kupfer oder Zink gedeckte Dächer.

Filter schützt den Speicher

Ein Filter im Zulauf hält grobe Verunreinigungen zurück und reduziert Ablagerungen im Tank.

Dazu zählen unter anderem:

  • Blätter,
  • Moos,
  • Zweige,
  • größere Schmutzpartikel.

Er macht aus Regenwasser allerdings kein Trinkwasser.

Auch ein guter Filter muss regelmäßig kontrolliert und gereinigt werden. Ein zugesetzter Regensammler reduziert den Wasserertrag und kann bei Starkregen Probleme verursachen.

So verhindern Sie Algen und Mücken

Licht und stehendes Wasser sind eine ungünstige Kombination. Besonders transparente IBC können bei Sonneneinstrahlung schnell veralgen.

Deshalb gilt:

  • Tank möglichst schattig aufstellen,
  • transparenten IBC lichtundurchlässig verkleiden,
  • Deckel geschlossen halten,
  • Be- und Entlüftungsöffnungen gegen Insekten sichern,
  • Zulauf möglichst geschlossen ausführen.

Offene Wasserflächen können zudem Brutstätten für Mücken werden. Alle Öffnungen sollten deshalb entweder geschlossen oder mit einem ausreichend feinen Netz versehen sein.

Muss der Tank im Winter leer sein?

Das hängt vom Behälter und den angeschlossenen Bauteilen ab.

Frostgefährdet sind insbesondere:

  • Wasserhähne,
  • Kugelhähne,
  • Pumpen,
  • Schlauchleitungen,
  • Filter und Regensammler.

Herstellerangaben haben hier Vorrang. Viele Systeme besitzen eine Winterstellung, mit der das Wasser wieder vollständig durch das Fallrohr läuft.

Leitungen und Armaturen, in denen Wasser eingeschlossen bleiben kann, sollten entleert werden. Pumpen werden in der Regel frostfrei gelagert.

Auch beim Tank selbst sollte geprüft werden, welcher Wasserstand im Winter zulässig ist.

Was rechtlich zu beachten ist

Diese Anleitung bezieht sich ausschließlich auf einen oberirdischen Speicher für die Gartenbewässerung ohne Verbindung zur Trinkwasserinstallation des Gebäudes.

Damit bleibt die Anlage vergleichsweise einfach.

Sobald Regenwasser jedoch zusätzlich für Toilettenspülung, Waschmaschine oder andere Anwendungen im Gebäude genutzt werden soll, steigen die technischen und hygienischen Anforderungen deutlich. Trinkwasser- und Nichttrinkwassersystem müssen dann sicher voneinander getrennt werden.

Auch bei der Versickerung des Überlaufwassers oder Änderungen an der Grundstücksentwässerung können kommunale und wasserrechtliche Vorgaben gelten.

Diese Fehler sollten Sie vermeiden

Beim Anschluss eines 1000-Liter-Regentanks treten einige Fehler besonders häufig auf:

  • Tank auf weichen oder unebenen Boden stellen,
  • das Gewicht von mehr als einer Tonne unterschätzen,
  • keinen kontrollierten Überlauf vorsehen,
  • Überlauf direkt neben dem Haus enden lassen,
  • die komplette Dachfläche ansetzen, obwohl nur ein Teil über das Fallrohr entwässert,
  • Tank ohne Filter betreiben,
  • gebrauchten IBC mit unbekannter Vorgeschichte verwenden,
  • transparenten IBC dauerhaft ungeschützt in die Sonne stellen,
  • von einem höher gestellten Tank normalen Leitungsdruck erwarten,
  • frostgefüllte Armaturen über Winter angeschlossen lassen.

1000 Liter sind ein guter Einstieg – aber kein riesiger Vorrat

Ein oberirdischer 1000-Liter-Speicher lässt sich mit überschaubarem Aufwand an ein Fallrohr anschließen und kann einen erheblichen Teil des Gießwassers im Garten liefern.

Wie weit das Wasser reicht, hängt allerdings stark von Dachfläche, Niederschlag und Gartenbedarf ab. Gerade im Sommer kann ein voller Tank schnell geleert sein. Umgekehrt reicht bei einem größeren Dach bereits ein einzelner Regenschauer aus, um ihn wieder zu füllen.

Deshalb entscheidet nicht allein die Tankgröße darüber, ob die Anlage gut funktioniert. Ein tragfähiger Standort, ein sauberer Zulauf, ein Filter und ein zuverlässig funktionierender Überlauf sind mindestens ebenso wichtig.

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