Steigende Wasserpreise, längere Trockenperioden und heiße Sommer führen dazu, dass viele Hausbesitzer über einen eigenen Brunnen nachdenken. Schließlich wird vielerorts aufbereitetes Trinkwasser zur Gartenbewässerung verwendet – obwohl Pflanzen in der Regel keine Trinkwasserqualität benötigen. Ein eigener Gartenbrunnen kann die laufenden Kosten deutlich senken und macht Sie unabhängiger von der öffentlichen Wasserversorgung.
Ganz ohne Planung geht es jedoch nicht. Nicht jedes Grundstück eignet sich gleichermaßen. Entscheidend sind neben dem Grundwasserstand vor allem die Bodenverhältnisse sowie die örtlichen Vorschriften.
In diesem Ratgeber erfahren Sie, wann sich die Investition lohnt, welche Kosten auf Sie zukommen, welche Brunnenart für Ihr Grundstück geeignet ist und worauf Sie bei Planung, Bau und Genehmigung achten sollten.

Das erwartet Sie in diesem Beitrag
- Lohnt sich ein eigener Brunnen im Garten?
- Wie viel Wasser benötigt ein Garten?
- Welche Kosten entstehen beim Brunnenbau?
- Wann rechnet sich ein Brunnen?
- Der wichtigste Faktor: Wie tief liegt das Grundwasser?
- Welche Brunnenarten gibt es?
- Welche Pumpe ist die richtige?
- Worauf Sie beim Pumpenkauf achten sollten
- Genehmigungen und Vorschriften: Was ist erlaubt?
- Muss ein Gartenbrunnen angemeldet werden?
- Darf ich Brunnenwasser im Haus nutzen?
- Kann man Brunnenwasser trinken?
- Welche Wasserqualität hat Brunnenwasser?
- Wie lange dauert der Bau eines Gartenbrunnens?
- Kann ein Brunnen versiegen?
- Wartung: So bleibt der Brunnen lange funktionsfähig
- Typische Fehler beim Brunnenbau
- Ist ein eigener Brunnen nachhaltig?
- Fazit: Für viele Hausbesitzer lohnt sich ein Brunnen
- Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Lohnt sich ein eigener Brunnen im Garten?
Ob sich ein Brunnen wirtschaftlich rechnet, hängt vor allem von Ihrem jährlichen Wasserbedarf ab. Ein kleiner Vorgarten mit einigen Blumenbeeten kommt oft mit vergleichsweise wenig Wasser aus. Anders sieht es bei größeren Grundstücken aus: Ein 600 Quadratmeter großer Garten mit Rasen, Hecken, Obstbäumen und Gemüsebeeten benötigt während eines trockenen Sommers schnell zwischen 150 und 200 Kubikmetern Wasser.
Besonders teuer wird es, wenn hierfür ausschließlich Leitungswasser verwendet wird. Da die Gebühren für Trinkwasser vielerorts steigen, summieren sich die Kosten über die Jahre erheblich.
Ein Brunnen liefert das Wasser direkt auf Ihrem Grundstück. Nach der Investition fallen im Wesentlichen nur noch Stromkosten für die Pumpe sowie geringe Wartungsarbeiten an.
Gut zu wissen: Ob zusätzlich Abwassergebühren anfallen, hängt von Ihrer Kommune ab. Viele Städte und Gemeinden bieten einen sogenannten Gartenwasserzähler an. Das darüber erfasste Wasser fließt nicht in die Abwasserberechnung ein, da es im Garten versickert. Informieren Sie sich deshalb vorab bei Ihrem Wasserversorger über die örtlichen Regelungen.

Wie viel Wasser benötigt ein Garten?
Der tatsächliche Wasserbedarf hängt von vielen Faktoren ab. Bodenart, Bepflanzung, Sonneneinstrahlung, Niederschläge und die Art der Bewässerung spielen dabei eine wichtige Rolle.
Als Faustregel gelten in längeren Trockenperioden etwa 15 bis 25 Liter Wasser pro Quadratmeter und Woche.
| Gartenfläche | Wasserbedarf pro Woche | Wasserbedarf pro Sommer (ca. 12 Wochen) |
| 100 m² | 1.500 bis 2.500 Liter | 18 bis 30 m³ |
| 300 m² | 4.500 bis 7.500 Liter | 54 bis 90 m³ |
| 500 m² | 7.500 bis 12.500 Liter | 90 bis 150 m³ |
| 800 m² | bis zu 20.000 Liter | bis zu 240 m³ |
Praxis-Tipp: Automatische Bewässerungssysteme wie Versenkregner oder Tropfbewässerungen verteilen das Wasser meist effizienter als das Gießen per Hand. Gleichzeitig steigt durch die regelmäßige automatische Bewässerung häufig der Gesamtverbrauch. Kalkulieren Sie deshalb bei der Wirtschaftlichkeitsberechnung eher mit dem oberen Bereich des Wasserbedarfs.
Welche Kosten entstehen beim Brunnenbau?
Wie teuer ein Brunnen wird, hängt vor allem von der gewählten Bauweise, der Tiefe des Grundwassers und den Bodenverhältnissen ab. Ein einfacher Rammbrunnen lässt sich mit etwas handwerklichem Geschick bereits für wenige hundert Euro realisieren. Ein professionell gebohrter Bohrbrunnen kostet dagegen schnell mehrere tausend Euro.
Typische Kosten im Überblick
- Brunnenbau (Fachbetrieb): 1.500 bis 5.000 Euro
- Tiefbrunnenpumpe: 300 bis 1.200 Euro
- Gartenpumpe oder Hauswasserautomat: 150 bis 600 Euro
- Brunnenrohre und Anschlussmaterial: 100 bis 500 Euro
- Genehmigungs- oder Anzeigekosten: 20 bis 150 Euro (je nach Kommune)
Laufende Betriebskosten
Nach der Installation fallen nur geringe Folgekosten an. Moderne Pumpen arbeiten vergleichsweise effizient. Je nach Pumpenleistung und Nutzungsdauer liegen die Stromkosten häufig lediglich zwischen 10 und 30 Euro pro Saison. Hinzu kommen gelegentliche Wartungsarbeiten und gegebenenfalls der Austausch von Filtern oder Dichtungen.

Wann rechnet sich ein Brunnen?
Je höher Ihr Wasserverbrauch und je geringer die Baukosten ausfallen, desto schneller amortisiert sich die Investition.
Besonders wirtschaftlich ist ein Brunnen bei großen Grundstücken mit
- Rasenflächen,
- Gemüsebeeten,
- Obstbäumen,
- automatischer Bewässerung
oder - einem Gartenteich.
Je nach Grundstück und Wasserverbrauch kann sich ein Brunnen bereits nach wenigen Jahren bezahlt machen.
Der wichtigste Faktor: Wie tief liegt das Grundwasser?
Noch bevor Sie Angebote einholen oder selbst zum Erdbohrer greifen, sollten Sie wissen, wie tief das Grundwasser auf Ihrem Grundstück liegt. Davon hängen nahezu alle weiteren Entscheidungen ab.
Liegt das Grundwasser bereits in vier bis sechs Metern Tiefe, ist der Bau meist vergleichsweise unkompliziert. Muss dagegen 15 oder sogar 20 Meter tief gebohrt werden, steigen Aufwand und Kosten erheblich.
Außerdem gilt eine physikalische Grenze: Oberirdische Gartenpumpen können Wasser nur aus einer Tiefe von maximal sieben bis acht Metern ansaugen. Liegt der Grundwasserspiegel tiefer, benötigen Sie eine Tiefbrunnenpumpe, die das Wasser von unten nach oben fördert.
So finden Sie den Grundwasserstand heraus
Es gibt mehrere Möglichkeiten, sich vorab zu informieren.
Nachbarn fragen
Wer bereits einen Brunnen besitzt, kennt meist dessen Tiefe und weiß häufig auch, welche Bodenverhältnisse vorliegen.
Untere Wasserbehörde
Viele Landkreise und kreisfreie Städte verfügen über Grundwasserdaten und können erste Hinweise geben.
Geoportale der Bundesländer
Viele Landesämter stellen inzwischen digitale Karten mit Informationen zu Grundwasserleitern und Bodenarten bereit. Dabei handelt es sich allerdings meist um regionale Durchschnittswerte. Die tatsächliche Situation auf Ihrem Grundstück kann davon abweichen.
Brunnenbauer
Regionale Brunnenbauunternehmen kennen die geologischen Verhältnisse ihres Einsatzgebietes häufig sehr genau und können den Aufwand oft bereits nach einem kurzen Gespräch realistisch einschätzen.

Welche Brunnenarten gibt es?
Für private Hausgärten kommen heute hauptsächlich zwei Brunnenarten infrage: der Rammbrunnen und der Bohrbrunnen. Schachtbrunnen werden aufgrund der hohen Baukosten und des großen Platzbedarfs nur noch selten neu errichtet.
Rammbrunnen (Schlagbrunnen)
Beim Rammbrunnen wird ein verzinktes Stahlrohr mit einer Filterspitze in den Boden getrieben.
Vorteile
- vergleichsweise günstig
- häufig in Eigenleistung möglich
- schneller Einbau
- geringer Platzbedarf
Nachteile
- funktioniert nur bei lockerem Sandboden
- Grundwasser darf nicht tiefer als etwa sieben Meter liegen
- begrenzte Förderleistung
- Filter können sich durch Feinsand oder Eisenablagerungen zusetzen
- Lebensdauer meist zwischen fünf und 15 Jahren
Für kleine Gärten reicht ein Rammbrunnen häufig aus. Soll jedoch regelmäßig ein großer Rasen beregnet werden, stößt diese Bauart schnell an ihre Grenzen.
Bohrbrunnen
Der Bohrbrunnen gilt heute als Standardlösung für Einfamilienhäuser.
Dabei wird zunächst ein Bohrloch hergestellt. Anschließend werden spezielle Brunnenrohre eingesetzt. Im wasserführenden Bereich kommen geschlitzte Filterrohre zum Einsatz, die meist zusätzlich mit Filterkies umgeben werden. Dieser verhindert, dass feiner Sand in den Brunnen gelangt.
Nach dem Ausbau wird der Brunnen über mehrere Stunden oder sogar Tage klargepumpt. Dabei werden Sand und Bohrreste ausgespült, bis dauerhaft klares Wasser gefördert wird.
Vorteile
- hohe Förderleistung
- lange Lebensdauer von häufig über 30 Jahren
- hygienischer Betrieb
- auch bei tiefem Grundwasser geeignet
- geringer Wartungsaufwand
Nachteile
- höhere Investitionskosten
- Spezialwerkzeug erforderlich
- bei schwierigen Böden oft nur durch einen Fachbetrieb realisierbar
Welche Pumpe ist die richtige?
Die beste Bohrung nützt wenig, wenn die Pumpe nicht zum Brunnen passt. Im privaten Bereich kommen hauptsächlich drei Pumpentypen zum Einsatz.
Gartenpumpe oder Hauswasserautomat
Diese Pumpen stehen außerhalb des Brunnens, beispielsweise im Keller oder Gartenhaus. Sie saugen das Wasser über eine Saugleitung an.
Vor der ersten Inbetriebnahme müssen Pumpengehäuse und Saugleitung vollständig mit Wasser gefüllt werden. Erst dann arbeitet die Pumpe zuverlässig.
Ein Hauswasserautomat besitzt zusätzlich eine automatische Steuerung und startet selbstständig, sobald Wasser entnommen wird.

Hauswasserwerk oder Hauswasserautomat?
Beide Systeme ähneln sich, unterscheiden sich jedoch in einem wichtigen Punkt. Ein Hauswasserwerk verfügt über einen Druckbehälter, in dem Wasser zwischengespeichert wird. Dadurch muss die Pumpe seltener anlaufen, was den Verschleiß reduziert. Ein Hauswasserautomat arbeitet dagegen ohne Druckkessel und schaltet sich bei jeder Wasserentnahme automatisch ein.
Tiefbrunnenpumpe
Liegt das Grundwasser tiefer als acht Meter, kommt meist eine Tiefbrunnenpumpe zum Einsatz. Sie hängt direkt im Brunnen unterhalb des Wasserspiegels und drückt das Wasser nach oben. Dadurch arbeitet sie sehr leise und erreicht deutlich größere Förderhöhen als eine klassische Gartenpumpe.
Handschwengelpumpe
Eine Handschwengelpumpe benötigt keinen Strom und eignet sich vor allem für kleinere Wassermengen oder als dekoratives Gestaltungselement im Garten. Für die regelmäßige Bewässerung größerer Flächen ist ihre Förderleistung allerdings meist zu gering.
Worauf Sie beim Pumpenkauf achten sollten
Achten Sie nicht nur auf die maximale Fördermenge. Ebenso wichtig sind
- Förderhöhe,
- Betriebsdruck,
- Stromverbrauch,
- Trockenlaufschutz
und - die Ersatzteilversorgung.
Automatische Bewässerungsanlagen benötigen häufig einen Druck von mindestens zwei bis drei Bar direkt am Regner. Berücksichtigen Sie deshalb auch Druckverluste durch lange Leitungen oder Höhenunterschiede.
Genehmigungen und Vorschriften: Was ist erlaubt?
Grundwasser steht in Deutschland unter besonderem Schutz. Deshalb dürfen Sie nicht ohne Weiteres einen Brunnen bohren, auch wenn sich dieser auf Ihrem eigenen Grundstück befindet.
Ob eine Anzeige ausreicht oder eine Genehmigung erforderlich ist, hängt unter anderem davon ab,
- in welchem Bundesland Sie wohnen,
- wie viel Wasser entnommen werden soll,
- wofür das Wasser genutzt wird,
- ob sich Ihr Grundstück in einem Wasserschutzgebiet befindet.
Informieren Sie sich deshalb bereits vor Beginn der Arbeiten bei der zuständigen Unteren Wasserbehörde.
Muss ein Gartenbrunnen angemeldet werden?
In vielen Bundesländern müssen Gartenbrunnen zumindest angezeigt werden. Das entsprechende Formular stellen die Behörden häufig online zur Verfügung.
Wird das Wasser ausschließlich zur Gartenbewässerung genutzt, genügt oftmals eine Anzeige. Pauschal lässt sich dies jedoch nicht sagen, da sich die Regelungen regional unterscheiden.
Besondere Regeln in Wasserschutzgebieten
Liegt Ihr Grundstück innerhalb eines Wasserschutzgebiets, gelten meist deutlich strengere Vorschriften. Je nach Schutzzone kann eine Brunnenbohrung genehmigungspflichtig oder sogar vollständig untersagt sein.
Auch deshalb sollten Sie sich frühzeitig über die örtlichen Bestimmungen informieren.
Darf ich Brunnenwasser im Haus nutzen?
Viele Hausbesitzer möchten Brunnenwasser nicht nur im Garten, sondern auch für die Toilettenspülung oder die Waschmaschine verwenden. Grundsätzlich ist das möglich, allerdings gelten hierfür zusätzliche Anforderungen.
Die Leitungen des Brunnens müssen strikt von der öffentlichen Trinkwasserversorgung getrennt sein. Eine Verbindung beider Systeme ist aus hygienischen Gründen unzulässig. Maßgeblich ist hier die DIN EN 1717 zum Schutz des Trinkwassers.
Außerdem sollten Sie bedenken, dass für das über Toilette oder Waschmaschine eingeleitete Wasser in der Regel Abwassergebühren anfallen – unabhängig davon, ob das Wasser aus dem öffentlichen Netz oder aus dem eigenen Brunnen stammt.
Kann man Brunnenwasser trinken?
Grundwasser ist nicht automatisch Trinkwasser.
Je nach Region kann Brunnenwasser erhöhte Konzentrationen von Eisen, Mangan, Kalk oder Nitrat enthalten. Auch bakterielle Verunreinigungen sind möglich.
Für die Gartenbewässerung spielt dies meist keine Rolle. Soll das Wasser jedoch als Trinkwasser genutzt werden, muss seine Qualität regelmäßig untersucht werden. Ob das Wasser den Anforderungen der Trinkwasserverordnung entspricht, lässt sich nur durch eine Laboranalyse feststellen.
Welche Wasserqualität hat Brunnenwasser?
Für Pflanzen ist Brunnenwasser meist sogar besser geeignet als stark gechlortes Leitungswasser. Dennoch können bestimmte Inhaltsstoffe Probleme verursachen.
Hohe Eisen- oder Mangangehalte führen häufig zu braunen Ablagerungen auf Terrassen, Pflastersteinen oder Hausfassaden. Feine Sandpartikel können zudem Pumpen, Regner und Ventile beschädigen.
Ein Vorfilter schützt die gesamte Bewässerungsanlage und sollte insbesondere bei neuen Brunnen nicht fehlen.
Wie lange dauert der Bau eines Gartenbrunnens?
Die Bauzeit hängt von der Brunnenart und den Bodenverhältnissen ab.
Ein einfacher Rammbrunnen lässt sich häufig innerhalb eines Tages herstellen.
Für einen professionellen Bohrbrunnen benötigt ein Fachbetrieb bei normalen Bodenverhältnissen meist ebenfalls nur einen Arbeitstag. Anschließend folgen das Klarpumpen sowie der Einbau der Pumpe und der Anschluss der Leitungen.
Müssen harte Gesteinsschichten durchbohrt werden oder treten unerwartete Schwierigkeiten auf, kann sich der Bau entsprechend verlängern.
Kann ein Brunnen versiegen?
Ja. Sinkt der Grundwasserspiegel über längere Zeit deutlich ab, kann die Förderleistung eines Brunnens nachlassen oder der Brunnen zeitweise trockenfallen.
Besonders betroffen sind flache Rammbrunnen. Tiefere Bohrbrunnen verfügen meist über größere Reserven und reagieren weniger empfindlich auf jahreszeitliche Schwankungen.
Wer dauerhaft größere Wassermengen fördern möchte, sollte dies bereits bei der Planung berücksichtigen.
Wartung: So bleibt der Brunnen lange funktionsfähig
Ein fachgerecht gebauter Brunnen benötigt vergleichsweise wenig Pflege. Ganz wartungsfrei ist er jedoch nicht.
Mindestens einmal jährlich sollten Sie
- Leitungen und Anschlüsse kontrollieren,
- Filter reinigen,
- die Pumpe auf ungewöhnliche Geräusche prüfen,
- die Förderleistung beobachten
und - elektrische Anschlüsse auf Beschädigungen kontrollieren.
Lässt die Fördermenge plötzlich nach, muss nicht zwangsläufig der Brunnen versiegen. Häufig setzen sich lediglich Filter oder Leitungen zu.

Typische Fehler beim Brunnenbau
Viele Probleme entstehen bereits während der Planung. Wer die folgenden Fehler vermeidet, spart später oft viel Geld.
Den Grundwasserstand falsch einschätzen
Wer ohne ausreichende Informationen mit dem Bohren beginnt, riskiert unnötige Kosten oder sogar einen unbrauchbaren Brunnen.
Am Brunnenrohr sparen
Verwenden Sie ausschließlich dafür vorgesehene Brunnenrohre. Normale Kanalrohre sind für diese Belastungen nicht ausgelegt und können unter dem Erddruck beschädigt werden.
Das Klarpumpen auslassen
Nach dem Bohren befinden sich feine Sand- und Bodenpartikel im Brunnen. Werden diese nicht ausgespült, gelangen sie später in die Pumpe und führen zu erhöhtem Verschleiß.
Auf einen Vorfilter verzichten
Gerade in den ersten Betriebsmonaten gelangen häufig feine Sandpartikel in die Leitungen. Ein Vorfilter schützt Pumpen und Bewässerungsanlagen zuverlässig und verlängert ihre Lebensdauer.
Die falsche Pumpe wählen
Nicht die höchste Fördermenge entscheidet, sondern die richtige Kombination aus Förderhöhe, Betriebsdruck und Wasserbedarf. Eine falsch dimensionierte Pumpe arbeitet ineffizient und verschleißt schneller.
Ist ein eigener Brunnen nachhaltig?
Ein Gartenbrunnen kann dazu beitragen, den Verbrauch von aufwendig aufbereitetem Trinkwasser zu reduzieren. Gleichzeitig sollte Grundwasser verantwortungsvoll genutzt werden.
Vermeiden Sie unnötig lange Beregnungszeiten und bewässern Sie möglichst in den frühen Morgen- oder späten Abendstunden. So verdunstet deutlich weniger Wasser.
Zusätzlich helfen Mulchschichten, Regenwassernutzung und trockenheitsverträgliche Pflanzen dabei, den Wasserbedarf dauerhaft zu senken.
Fazit: Für viele Hausbesitzer lohnt sich ein Brunnen
Ein eigener Gartenbrunnen ist eine langfristige Investition, die sich insbesondere auf größeren Grundstücken schnell auszahlen kann. Wer regelmäßig große Rasenflächen, Gemüsebeete oder Obstbäume bewässert, spart über die Jahre häufig erhebliche Wasserkosten und macht sich unabhängiger von steigenden Trinkwasserpreisen.
Der Erfolg hängt jedoch entscheidend von einer sorgfältigen Planung ab. Informieren Sie sich vorab über den Grundwasserstand, die Bodenverhältnisse und die geltenden Vorschriften. Setzen Sie außerdem auf hochwertige Materialien und eine passende Pumpentechnik.
Im Zweifel lohnt sich eine Beratung durch einen regionalen Brunnenbauer. Sie kostet meist deutlich weniger als eine spätere Fehlplanung.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Wie tief darf ein Gartenbrunnen sein?
Eine feste Tiefenbegrenzung gibt es nicht. Entscheidend sind die örtlichen Gegebenheiten sowie die Vorgaben der zuständigen Wasserbehörde.
Kann ich einen Brunnen selbst bohren?
Grundsätzlich ja. Bei flachem Grundwasser und geeigneten Bodenverhältnissen ist das möglich. Schwierige Böden oder größere Bohrtiefen sollten jedoch einem Fachbetrieb überlassen werden.
Wie finde ich den Grundwasserspiegel?
Hilfreiche Informationen erhalten Sie bei der Unteren Wasserbehörde, regionalen Brunnenbauern, Nachbarn mit eigenem Brunnen oder über die Geoportale der Bundesländer.
Welche Pumpe eignet sich für meinen Garten?
Liegt das Grundwasser weniger als acht Meter tief, reicht meist eine Gartenpumpe oder ein Hauswasserautomat aus. Bei größeren Tiefen empfiehlt sich eine Tiefbrunnenpumpe.
Wie lange hält ein Bohrbrunnen?
Ein fachgerecht gebauter Bohrbrunnen erreicht häufig eine Lebensdauer von mehr als 30 Jahren. Voraussetzung sind hochwertige Materialien und eine regelmäßige Wartung.
Muss ich meinen Brunnen warten?
Ja. Kontrollieren Sie mindestens einmal jährlich Pumpe, Leitungen und Filter. So lassen sich viele Probleme frühzeitig erkennen.
Kann ein Brunnen versiegen?
Ja. Sinkt der Grundwasserspiegel dauerhaft, kann die Förderleistung nachlassen oder der Brunnen zeitweise trockenfallen.
Kann ich Brunnenwasser trinken?
Nicht ohne Weiteres. Ob Brunnenwasser als Trinkwasser geeignet ist, lässt sich nur durch eine Wasseranalyse feststellen.
Benötigt ein Gartenbrunnen Strom?
Die meisten Garten- und Tiefbrunnenpumpen benötigen einen Stromanschluss. Handschwengelpumpen kommen dagegen ohne Strom aus, fördern jedoch deutlich weniger Wasser.















Die Kosten für einen 500 qm großen Garten sind ja wirklich ziemlich hoch. So groß ist der Garten meiner Eltern bestimmt auch. Wie verhält es sich denn mit der Abwasserentsorgung aus Sickergruben? Gelten hier in etwa die gleichen Kosten?
Wenn man einen Gartenwasserzähler einbauen lässt, zahlt man nur noch das Trinkwasser, aber kein Abwasser. Das senkt die Kosten gewaltig und der Brunnen im Beispiel amortisiert sich erst knapp 5 Jahren (Stromkosten?).
Stellt sich natürlich noch die Frage, ob man Trinkwasser fürs Bewässern verschwenden sollte…