Wohin mit der schmutzigen Wäsche? In den meisten Haushalten fristet sie ihr Dasein in offenen Körben, die im Bad oder Schlafzimmer schnell überquellen und selten einen schönen Anblick bieten – gerade wenn sportbegeisterte Kinder im Haus sind. Die Lösung ist ein Möbelstück, das nicht nur viel Stauraum bietet, sondern sich auch optisch perfekt in den Raum einfügt.
Bauen Sie sich Ihren Wäschebehälter doch einfach selbst! Unser Modell aus robustem Buchen-Multiplex ist nicht nur ein Hingucker, sondern auch extrem praktisch: Drei separate Kippfächer („Schütten“) ermöglichen das sofortige Vorsortieren der Wäsche (z.B. Bunt-, Weiß- und Feinwäsche). Schluss mit dem Wühlen im tiefen Korb vor der Waschmaschine.
Dieser massive Selbstbau-Behälter ist ein Projekt für fortgeschrittene Heimwerker, das sich lohnt.

Das erwartet Sie in diesem Beitrag
- Das Konstruktionsprinzip
- Material- und Werkzeugliste
- Schritt-für-Schritt-Anleitung
- Schritt 4: Endmontage und Finish
- Das Ergebnis
Das Konstruktionsprinzip
Unser Modell besteht aus zwei Hauptelementen:
- Der Korpus: Der stabile äußere Rahmen, der fest steht (und idealerweise an der Wand fixiert wird).
- Die Wäscheschütten: Drei identische Einsätze, die über einen cleveren Nut-Mechanismus in den Korpus eingehängt werden und nach vorne kippbar sind.
Das gesamte Möbelstück wird aus 20 mm starkem Buche-Multiplex gefertigt, was für hohe Stabilität und eine wertige Optik sorgt. Die Rückwand besteht aus etwas dünnerem Material.
Material- und Werkzeugliste
Hinweis: Die Maßangaben in der Liste sind in Zentimeter (cm).
Zuschnittliste (Buche Multiplex, 20 mm stark, wenn nicht anders angegeben):
| Nr. | Stck. | Benennung | Maße (L x B x Stärke) |
| (1) | 1 | Deckplatte | 113,0 x 32,0 x 2,0 cm |
| (2) | 4 | Seitenwände Korpus | 78,0 x 32,0 x 2,0 cm |
| (3) | 6 | Bodenhölzer (Querstreben) | 35,0 x 6,0 x 2,0 cm |
| (4) | 1 | Rückwand (10 mm stark!) | 113,0 x 80,0 x 1,0 cm |
| (6) | 3 | Frontplatten Schütte | 77,0 x 34,0 x 2,0 cm |
| (7) | 6 | Seitenwände Schütte | 67,0 x 27,0 x 2,0 cm |
| (8) | 51 | Distanzleisten (Schütten-Rückwand, Buche massiv empfohlen) | 34,0 x 4,0 x 1,5 cm |
Kleinteile & Verbindungsmaterial:
- (5) 6 Stk. Holzdübel, Buche, Ø 10 mm, Länge 26 mm (als Drehzapfen)
- (9) 6 Stk. Kunststoffscheiben/Unterlegscheiben, Innen-Ø >10 mm (z.B. 30mm Außendurchmesser)
- Flachdübel (Lamellos) oder Runddübel für die Korpusverbindungen
- Holzschrauben (z.B. 3,5 x 45 mm)
- Holzleim (wasserfest, D3)
- Schleifpapier (Körnung 120, 180, 240)
- Oberflächenfinish (z.B. Hartöl oder Holzlack nach Wahl)
Benötigtes Werkzeug:
- Oberfräse mit Nutfräser (11 mm)
- Stichsäge mit Kurvensägeblatt oder Lochkreissäge (Ø 8 cm)
- Bohrmaschine/Akkuschrauber mit Holzbohrern (genaues 10 mm Bohrloch wichtig!)
- Dübellehre oder Flachdübelfräse
- Exzenterschleifer
- Schraubzwingen (möglichst lang für den Korpus)
Schritt-für-Schritt-Anleitung
Schritt 1: Vorbereitung der Korpus-Seiten
Der Bau beginnt mit dem äußeren Rahmen. Das wichtigste Detail hierbei sind die Aufnahmepunkte für die kippbaren Schütten.
- Nehmen Sie die vier Seitenwände des Korpus (Teil 2).
- Markieren Sie auf der Innenseite jeder Platte den Drehpunkt: Messen Sie exakt 20 cm von der Unterkante und 8 cm von der Vorderkante.
- Bohren Sie an dieser Stelle ein 10 mm Loch mit einer Tiefe von genau 12 mm. Tipp: Verwenden Sie einen Tiefenstopp am Bohrer, um nicht durchzubohren.
Schritt 2: Montage des Korpus
Verbinden Sie nun die vorbereiteten Seitenwände (2) mit der Deckplatte (1) und den Bodenhölzern (3). Für eine unsichtbare und stabile Verbindung empfehlen sich Flachdübel (Lamellos) und Holzleim.
- Fräsen Sie die Schlitze für die Flachdübel in die Kanten der Deckplatte, der Bodenhölzer und die entsprechenden Flächen der Seitenwände.
- Geben Sie Leim an die Verbindungsstellen, setzen Sie die Dübel ein und pressen Sie den gesamten Korpus mit großen Schraubzwingen zusammen. Achten Sie unbedingt auf Rechtwinkligkeit.
- Wichtig: Stecken Sie nun die 26 mm langen Holzdübel (Teil 5) in die zuvor gebohrten 10-mm-Sacklöcher. Diese dienen später als Drehzapfen für die Schütten.
- Zur Aussteifung und als sauberen Abschluss schrauben Sie die Rückwand (4) von hinten gegen den Rahmen. Vorbohren nicht vergessen, damit das Multiplex nicht splittert.
Hier eine Explosionszeichnung des Korpus zur Veranschaulichung:

Schritt 3: Die Wäscheschütten fertigen
Die drei Schütten sind das Herzstück des Möbels. Hier ist Präzision bei der Fräsung gefragt, damit der Kippmechanismus sauber läuft.
Seitenwände der Schütten (Teil 7):
- Grifflöcher: Sägen Sie mit der Stichsäge oder einer Lochkreissäge in jede Seitenwand (7) ein Griffloch mit 8 cm Durchmesser. Dies erleichtert später das Herausheben der Schütten. (Position siehe technische Zeichnung).
- Die Führungsnut: Das Kernstück des Kippmechanismus. Fräsen Sie auf der Außenseite jeder Schütten-Seitenwand eine Nut. Diese muss von der Unterkante beginnend nach oben verlaufen. Die Nut sollte 11 mm breit (damit der 10er Dübel Spiel hat) und 10 mm tief sein. Die genaue Form und Länge entnehmen Sie bitte der technischen Detailzeichnung unten.
Technische Details der Schütten-Seitenwand und der Nut:

Zusammenbau der Schütten:
- Die Rückwand der Schütten besteht aus vielen einzelnen Distanzleisten (8), die für Durchlüftung sorgen. Verschrauben Sie diese Leisten im gleichmäßigen Abstand zwischen den beiden Seitenwänden (7).
- Bereiten Sie die Frontplatte (6) vor: Sägen Sie auch hier im oberen Bereich mittig ein Griffloch (Ø 8 cm).
- Verbinden Sie die Frontplatte (6) stumpf oder mit Dübeln/Lamellos mit dem vorbereiteten Schütten-Kasten. Die Frontplatte ist breiter als der Kasten und bildet den sauberen Abschluss nach vorne.
Schritt 4: Endmontage und Finish
Bevor alles zusammengebaut wird, muss geschliffen werden.
- Schleifen Sie alle Oberflächen und brechen Sie alle scharfen Kanten, beginnend mit 120er bis hin zu 240er Körnung.
- Oberflächenbehandlung: Für einen Wäschebehälter (evtl. feuchte Wäsche) ist ein guter Schutz wichtig. Wir empfehlen das Ölen mit einem hochwertigen Hartöl. Tragen Sie es satt auf, lassen Sie es einziehen und polieren Sie den Überstand ab. Wiederholen Sie den Vorgang für eine widerstandsfähige Oberfläche. Alternativ können Sie den Behälter natürlich farbig lackieren.
- Einsetzen der Schütten: Damit das Holz der Schütte beim Kippen nicht am Korpus reibt, schieben Sie auf jeden der sechs Drehzapfen (Teil 5) im Korpus eine Kunststoffscheibe (Teil 9).
- Schieben Sie nun die fertigen Wäscheschütten mit der gefrästen Nut von oben auf die Zapfen im Korpus.
Der Mechanismus funktioniert nun so: Der Zapfen gleitet in der Nut. Am oberen Ende der Nut (wenn die Schütte im Korpus steht) dient er als Drehpunkt zum Kippen. Wenn Sie die Schütte ganz herausnehmen wollen (z.B. um sie direkt zur Waschmaschine zu tragen), kippen Sie sie leicht an und ziehen sie nach oben von den Zapfen ab.
Die Bodenhölzer des Korpus dienen als Anschlag, damit die Schütten im geschlossenen Zustand nicht zu weit nach hinten kippen.

Das Ergebnis
Herzlichen Glückwunsch zu Ihrem selbst getischlerten Design-Wäschebehälter! Er bietet nicht nur viel Platz, sondern wertet durch seine massive Bauweise jeden Raum auf.















