Seit Ende Juli 2026 haben Hauseigentümer bei einer neuen Heizung wieder deutlich mehr Auswahl. Die frühere pauschale Vorgabe, dass eine neu eingebaute Heizung mindestens 65 % erneuerbare Energien nutzen muss, ist entfallen. Damit dürfen auch neue Gas- und Ölheizungen wieder eingebaut werden. Doch erlaubt bedeutet nicht automatisch sinnvoll.
Denn eine Heizung bleibt meist 15 bis 20 Jahre oder länger im Haus. Neben dem Kaufpreis zählen deshalb vor allem die späteren Energiekosten, die technischen Voraussetzungen des Gebäudes, mögliche Fördermittel und die Frage, wie sich Energiepreise und gesetzliche Vorgaben entwickeln.
Der Markt hat sich ohnehin bereits deutlich verschoben. Im ersten Halbjahr 2026 wurden in Deutschland 194.500 Heizungs-Wärmepumpen verkauft. Sie machten damit mehr als die Hälfte des gesamten Heizungsabsatzes aus. Gasbasierte Wärmeerzeuger kamen im gleichen Zeitraum auf 134.000 Geräte.

Das Wichtigste in Kürze
- Die 65-%-Regel ist abgeschafft: Seit 29. Juli 2026 gilt das neue Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG). Beim Heizungstausch besteht wieder mehr Wahlfreiheit.
- Gas und Öl sind wieder erlaubt: Wer nach dem 29. Juli 2026 im Bestand eine neue Gas-, Öl- oder Flüssiggasheizung einbaut, muss allerdings ab 2029 zunehmend klimafreundliche Brennstoffe einsetzen.
- Wärmepumpen funktionieren auch im Altbau: Eine Fußbodenheizung ist nicht zwingend erforderlich. Entscheidend ist vor allem, mit welcher Vorlauftemperatur das Haus ausreichend warm wird.
- Fernwärme kann bequem sein: Sie macht eine eigene Wärmeerzeugung weitgehend überflüssig. Dafür bindet man sich an einen lokalen Anbieter und dessen Preisgestaltung.
- Förderung bleibt wichtig: Für klimafreundliche Heizungen gibt es derzeit 30 % Grundförderung. Unter bestimmten Voraussetzungen sind für selbstnutzende Eigentümer bis zu 80 % Zuschuss möglich.
- Nicht nur die Heizung betrachten: Stehen ohnehin neue Fenster, eine Dach- oder Fassadendämmung an, sollten Sanierung und Heizung gemeinsam geplant werden.
Welche Heizung passt zu meinem Haus?
Die eine beste Heizung gibt es nicht. Ein gut gedämmtes Einfamilienhaus mit großen Heizkörpern stellt andere Anforderungen als ein unsaniertes Mehrfamilienhaus in der Innenstadt.
Bevor Sie Angebote einholen, sollten Sie deshalb fünf Fragen beantworten:
- Wie hoch ist der Wärmebedarf des Hauses?
- Welche Vorlauftemperatur benötigt die bestehende Heizung?
- Sind in den kommenden Jahren größere Sanierungen geplant?
- Gibt es am Standort ein Wärmenetz oder konkrete Ausbaupläne?
- Wie viel Platz steht für Außengerät, Speicher oder Brennstofflager zur Verfügung?
Erst danach lässt sich seriös beurteilen, welches Heizsystem sinnvoll ist.

Was gilt seit Juli 2026 für neue Heizungen?
Mit dem Gebäudemodernisierungsgesetz hat sich die Rechtslage grundlegend geändert. Die zuvor geltende pauschale 65-%-Vorgabe für erneuerbare Energien beim Heizungstausch wurde gestrichen. Eigentümer können wieder zwischen Wärmepumpe, Fernwärme, Biomasse, Hybridanlagen sowie Gas- und Ölheizungen wählen.
Auch eine vorhandene Heizung muss nicht vorsorglich ausgebaut werden, nur weil sie mit Gas oder Öl arbeitet. Sie kann grundsätzlich weiter betrieben und repariert werden.
Das bedeutet jedoch nicht, dass fossile Heizungen wieder dieselben langfristigen Bedingungen haben wie früher.
Die neue Bio-Treppe für Gas und Öl
Wird nach dem 29. Juli 2026 in einem bestehenden Gebäude eine neue Gas-, Heizöl- oder Flüssiggasheizung eingebaut, müssen künftig steigende Anteile klimafreundlicher Brennstoffe genutzt werden:
| Ab wann? | Mindestanteil |
| 1. Januar 2029 | 10 % |
| 1. Januar 2030 | 15 % |
| 1. Januar 2035 | 30 % |
| 1. Januar 2040 | 60 % |
Dafür kommen unter anderem Biomethan, Bioöl, biogenes Flüssiggas sowie bestimmte Wasserstoffarten infrage.
Für Hausbesitzer ist das vor allem eine Kostenfrage. Niemand kann heute seriös vorhersagen, was Biomethan, Bioöl oder Wasserstoff im Jahr 2035 kosten werden.
Hinzu kommt der CO₂-Preis. Für 2026 liegt der Preis für nationale Emissionszertifikate in einem Korridor von 55 bis 65 € je Tonne CO₂. Die zukünftige CO₂-Bepreisung bleibt damit ein weiterer Unsicherheitsfaktor beim Heizen mit fossilen Brennstoffen.
1. Wärmepumpe: Für viele Häuser die naheliegendste Lösung
Wärmepumpen nutzen Wärme aus der Außenluft, dem Erdreich oder dem Grundwasser. Dafür benötigen sie Strom.
Eine gut arbeitende Wärmepumpe kann aus einer Kilowattstunde Strom mehrere Kilowattstunden Wärme bereitstellen. Wie effizient sie tatsächlich arbeitet, hängt jedoch stark vom Gebäude und von der benötigten Heizwassertemperatur ab.
Funktioniert eine Wärmepumpe auch im Altbau?
In vielen Fällen ja. Eine Fußbodenheizung ist keine Voraussetzung.
Entscheidend ist vielmehr die Vorlauftemperatur. Das ist die Temperatur des Wassers, das von der Heizung zu den Heizkörpern fließt.
Als gute Faustregel nennt die Verbraucherzentrale etwa 55 °C: Wird das Gebäude auch an kalten Tagen mit einer Vorlauftemperatur von ungefähr 55 °C ausreichend warm, sind die Voraussetzungen für eine Wärmepumpe günstig.
Benötigt das Haus deutlich höhere Temperaturen, bedeutet das nicht automatisch das Aus für die Wärmepumpe. Häufig lässt sich die Vorlauftemperatur bereits senken, indem einzelne zu kleine Heizkörper ausgetauscht, die Heizkurve optimiert oder gezielt Bauteile gedämmt werden.
Was spricht für die Wärmepumpe?
- kein Brennstofflager erforderlich
- kein Gasanschluss notwendig
- vergleichsweise geringer Wartungsaufwand
- sehr effizient bei niedrigen Vorlauftemperaturen
- gute Kombination mit Photovoltaik
- hohe staatliche Förderung möglich
Allerdings muss die Anlage zum Gebäude passen. Eine zu groß dimensionierte Wärmepumpe kann ebenso ungünstig arbeiten wie eine schlecht eingestellte Anlage.
Photovoltaik hilft – versorgt die Wärmepumpe aber nicht allein
Eine PV-Anlage kann die Heizkosten einer Wärmepumpe senken. Die Vorstellung, man könne die Wärmepumpe im Winter einfach mit Strom vom eigenen Dach betreiben, ist jedoch meist unrealistisch.
Gerade in den Monaten mit dem höchsten Wärmebedarf liefert die PV-Anlage am wenigsten Energie. Bei einem typischen Einfamilienhaus reicht der Solarstrom deshalb nicht annähernd aus, um die Wärmepumpe ganzjährig allein zu versorgen.
Fazit: Für viele Einfamilienhäuser ist die Wärmepumpe derzeit die technisch und langfristig wirtschaftlich interessanteste Lösung. Vor dem Kauf sollten allerdings Heizlast, Heizflächen und notwendige Vorlauftemperatur geprüft werden.
2. Erdwärmepumpe: Effizient, aber aufwendiger
Eine Sole-Wasser-Wärmepumpe entzieht dem Erdreich Wärme. Das geschieht meist über Erdsonden oder flächig verlegte Erdkollektoren.
Der Vorteil: Die Temperatur im Erdreich schwankt weniger stark als die Außenluft. Dadurch können Erdwärmepumpen besonders effizient arbeiten.
Dem stehen höhere Investitionskosten gegenüber. Für Erdsonden sind zudem Bohrungen erforderlich, die nicht auf jedem Grundstück möglich und je nach Standort genehmigungspflichtig sind.
Fazit: Technisch sehr attraktiv, wenn Grundstück, Bodenverhältnisse und Budget passen. Bei bestehenden Häusern ist eine Luft-Wasser-Wärmepumpe häufig einfacher nachzurüsten.
3. Fernwärme: Bequem, aber vom Anbieter abhängig
Bei Fernwärme wird die Wärme zentral erzeugt und über ein Rohrnetz zum Gebäude transportiert. Im Haus wird keine klassische Heizungsanlage mit Brenner oder Außengerät benötigt. Stattdessen gibt es eine Übergabestation.
Das spart Platz und reduziert den Aufwand für die eigene Wärmeerzeugung.
Der Nachteil: Fernwärme ist ein lokaler Markt. Wer angeschlossen ist, kann normalerweise nicht zu einem anderen Wärmeanbieter wechseln.
Deshalb sollten Sie sich vor einem Anschluss nicht nur anschauen, ob Fernwärme geplant ist, sondern auch:
- wann der Anschluss tatsächlich verfügbar sein soll,
- welche Anschlusskosten entstehen,
- wie hoch Grund- und Arbeitspreis sind,
- wie die Preisänderungsklausel aussieht,
- wie lange die Vertragsbindung dauert.
Die Preise unterscheiden sich zwischen einzelnen Netzen erheblich.
Die kommunale Wärmeplanung kann dabei ein hilfreicher Hinweis sein. Seit Abschaffung der 65-%-Regel entscheidet sie aber nicht mehr darüber, ob Sie grundsätzlich eine bestimmte Heizung einbauen dürfen.
Fazit: Besonders in dicht bebauten Gebieten kann Fernwärme sehr attraktiv sein. Entscheidend sind jedoch das konkrete Netz und dessen Preise – nicht allein die Tatsache, dass Fernwärme verfügbar ist.
4. Hybridheizung: Zwei Systeme in einem Haus
Eine Hybridheizung kombiniert zwei Wärmeerzeuger. Typisch ist beispielsweise eine Wärmepumpe zusammen mit einem Gas-Brennwertgerät.
Im normalen Betrieb übernimmt die Wärmepumpe einen großen Teil der Wärmeversorgung. Der zweite Wärmeerzeuger kann bei hoher Heizlast unterstützen.
Das kann in bestimmten Bestandsgebäuden sinnvoll sein, hat aber einen Nachteil: Sie kaufen und betreiben zwei Systeme.
Damit können zusätzlich anfallen:
- Wartung des Brenners,
- Schornsteinfegerkosten,
- Gas-Grundpreis,
- Reparaturen an zwei Wärmeerzeugern.
Welchen Anteil tatsächlich die Wärmepumpe übernimmt, lässt sich nicht pauschal mit 80 oder 90 % angeben. Das hängt unter anderem von Heizlast, Auslegung und Regelung der Anlage ab.
Fazit: Interessant für schwierige Bestandsgebäude oder besondere Anforderungen. Bei vielen Einfamilienhäusern sollte zuerst geprüft werden, ob eine richtig dimensionierte Wärmepumpe allein ausreicht.
5. Pelletheizung: Bewährte Technik mit Platzbedarf
Eine Pelletheizung funktioniert für den Nutzer ähnlich komfortabel wie eine Öl- oder Gasheizung. Die Pellets werden automatisch aus einem Lager zum Kessel transportiert und verbrannt.
Die Technik kann vor allem dort interessant sein, wo ein hoher Wärmebedarf besteht und ausreichend Platz für das Pelletlager vorhanden ist.
Nachteile sind:
- zusätzlicher Lagerraum,
- Brennstofflieferungen,
- mehr Wartungsaufwand als bei einer Wärmepumpe,
- Asche,
- lokale Feinstaubemissionen.
Pelletheizungen werden weiterhin staatlich gefördert. Seit der Förderänderung vom 21. Juli 2026 muss eine Biomasseanlage für den Klimageschwindigkeitsbonus nicht mehr zwingend mit einer PV-Anlage, Solarthermie oder Wärmepumpe kombiniert werden.
Fazit: Keine universelle Lösung, aber für Gebäude mit hohem Wärmebedarf und ausreichend Lagerplatz weiterhin eine Option.
6. Gasheizung: Wieder erlaubt – aber langfristig schwer kalkulierbar
Eine neue Gasheizung darf wieder eingebaut werden. Damit ist sie aber nicht automatisch eine wirtschaftlich gute Wahl.
Für eine Gasheizung sprechen zunächst die vergleichsweise einfache Technik, geringe Platzanforderungen und häufig niedrigere Anschaffungskosten als bei einer Wärmepumpe – insbesondere dann, wenn bereits ein Gasanschluss vorhanden ist.
Dagegen stehen mehrere langfristige Risiken:
- CO₂-Kosten,
- steigende vorgeschriebene Anteile klimafreundlicher Brennstoffe,
- mögliche Veränderungen der Gasnetzentgelte,
- unsichere Preise für Biomethan oder Wasserstoff.
Eine Modellrechnung von co2online kommt deshalb zu deutlich höheren Heizkosten für neue Gas- und Ölheizungen über einen Zeitraum von 20 Jahren als für Wärmepumpen. Solche Berechnungen hängen allerdings stark von Annahmen über künftige Energiepreise ab und sind keine Garantie für die tatsächlichen Kosten.
Was ist mit „H2-ready“?
Ein wasserstofffähiger Heizkessel bedeutet zunächst nur, dass das Gerät technisch für bestimmte Wasserstoffanteile ausgelegt werden kann. Daraus folgt nicht, dass an Ihrem Wohnort später tatsächlich Wasserstoff über das Gasnetz angeboten wird oder zu welchem Preis.
Eine Gasheizung allein aufgrund der Hoffnung auf später günstigen Wasserstoff zu kaufen, wäre deshalb eine riskante Entscheidung.
Fazit: Technisch wieder möglich. Wirtschaftlich sollten Hausbesitzer jedoch nicht nur den Kaufpreis des Kessels betrachten, sondern die erwarteten Kosten über die gesamte Nutzungsdauer.
7. Ölheizung: Ähnliche Probleme wie bei Gas
Auch neue Ölheizungen können wieder eingebaut werden. Für sie gilt bei einem Einbau nach dem 29. Juli 2026 ebenfalls die Bio-Treppe.
Das bedeutet: Der Anteil klimafreundlicher Brennstoffe muss ab 2029 schrittweise steigen. Hinzu kommt weiterhin die CO₂-Bepreisung.
Ein vorhandener Heizöltank kann im Einzelfall für Öl sprechen, weil keine neue Infrastruktur benötigt wird. Bei einer langfristigen Investitionsentscheidung sollte jedoch genau geprüft werden, ob dieser kurzfristige Vorteil die zukünftigen Brennstoffkosten aufwiegt.
Fazit: Rechtlich möglich, langfristig aber mit schwer kalkulierbaren Brennstoffkosten verbunden.
8. Solarthermie: Eher Ergänzung als alleinige Heizung
Eine Solarthermieanlage nutzt Sonnenenergie direkt zur Erwärmung von Wasser. Sie kann Warmwasser erzeugen und die Heizung unterstützen.
Als alleinige Wärmequelle reicht sie in Deutschland normalerweise nicht aus. Sie lässt sich aber beispielsweise mit Biomasse oder einem bestehenden Heizsystem kombinieren.
Interessant ist Solarthermie auch im Zusammenhang mit der neuen Bio-Treppe: Das Gebäudemodernisierungsgesetz ermöglicht unter bestimmten Voraussetzungen, Solarthermie auf die vorgeschriebenen erneuerbaren Anteile einer neuen Gas- oder Ölheizung anzurechnen.
Solarthermie wird zudem weiterhin über die Heizungsförderung unterstützt.
Fazit: Keine überholte Technik, aber heute meist Teil eines Gesamtsystems und nicht die zentrale Heizung.
Heizsysteme 2026 im direkten Vergleich
| Heizsystem | Investition | Laufende Kosten | Besonderheiten | Für wen interessant? |
| Luft-Wasser-Wärmepumpe | eher hoch | stark von Effizienz und Strompreis abhängig | Außengerät erforderlich | viele Ein- und Zweifamilienhäuser |
| Erdwärmepumpe | hoch bis sehr hoch | meist niedriger als Luft-WP | Bohrung/Kollektor notwendig | geeignete Grundstücke, langfristige Planung |
| Fernwärme | stark vom Netz abhängig | stark vom Anbieter abhängig | Anbieterwechsel meist nicht möglich | Städte und dicht bebaute Gebiete |
| Pelletheizung | eher hoch | abhängig vom Pelletpreis | Lagerraum und Wartung notwendig | große Gebäude, hoher Wärmebedarf |
| Hybridheizung | eher hoch | zwei Energieträger möglich | zwei Wärmeerzeuger | schwierige Bestandsgebäude |
| Gasheizung | häufig niedriger | langfristig schwer kalkulierbar | Bio-Treppe und CO₂-Preis | nur nach genauer Kostenprüfung |
| Ölheizung | häufig niedriger bis mittel | langfristig schwer kalkulierbar | Tank und Bio-Treppe | Sonderfälle mit vorhandener Infrastruktur |
| Solarthermie | zusätzliche Investition | geringe Energiekosten | nur ergänzendes System | Ergänzung vorhandener Heizung |
Die Tabelle kann nur eine erste Orientierung liefern. Zwei baugleiche Häuser können unterschiedliche Heizkosten haben, wenn Heizkurve, Heizflächen oder Nutzerverhalten voneinander abweichen.
Deshalb sollten Sie nicht nur die Anschaffungskosten vergleichen, sondern die erwarteten Gesamtkosten über mindestens 15 bis 20 Jahre.

Was kostet eine neue Heizung 2026?
Die Kosten für eine neue Heizung unterscheiden sich deutlich. Entscheidend sind nicht nur das Heizsystem und die Größe des Hauses. Auch der Zustand der vorhandenen Anlage, notwendige Umbauten und zusätzliche Arbeiten spielen eine große Rolle.
Für ein Einfamilienhaus können Sie grob mit folgenden Investitionen rechnen:
| Heizsystem | Grobe Kosten vor Förderung |
|---|---|
| Luft-Wasser-Wärmepumpe | ca. 25.000–40.000 € |
| Erdwärmepumpe | ca. 35.000–50.000 € |
| Pelletheizung | ca. 17.000–25.000 € |
| Fernwärme | ca. 5.000–15.000 € |
| Gas-Brennwertheizung | ca. 7.000–12.000 € |
| Ölheizung | ca. 8.000–18.000 € |
| Hybridheizung | häufig ca. 25.000–40.000 € |
Die Werte dienen nur als Orientierung. Gerade bei Wärmepumpen können Angebote deutlich voneinander abweichen.
Warum kostet eine Wärmepumpe manchmal 25.000 € und manchmal 40.000 €?
Der Preis einer Heizungsanlage besteht nicht nur aus dem eigentlichen Wärmeerzeuger. Bei einem Austausch können beispielsweise zusätzlich anfallen:
- Ausbau und Entsorgung der alten Heizung,
- Warmwasser- oder Pufferspeicher,
- Elektroarbeiten,
- ein neuer Zählerschrank,
- hydraulischer Abgleich,
- größere oder zusätzliche Heizkörper,
- Fundament und Leitungen für das Außengerät,
- Bohrungen bei einer Erdwärmepumpe,
- Anpassungen am Schornstein bei Gas-, Öl- oder Pelletheizungen.
Deshalb sollten Sie Angebote nicht nur anhand des Endpreises vergleichen. Prüfen Sie genau, welche Arbeiten bereits enthalten sind.
Ein Angebot über 30.000 € bedeutet bei einer Wärmepumpe beispielsweise nicht, dass das Gerät selbst 30.000 € kostet. Ein erheblicher Teil kann auf Montage, Speicher, Elektroarbeiten und den Umbau der vorhandenen Heizungsanlage entfallen.
Förderung nicht einfach vom Gesamtpreis abziehen
Bei Wärmepumpen, Biomasseheizungen oder einem Anschluss an ein Wärmenetz kann die staatliche Förderung einen erheblichen Teil der Investition abfedern.
Dabei gilt jedoch: Der Fördersatz wird nicht automatisch auf die komplette Rechnung angewendet. Seit Juli 2026 werden bei der ersten Wohneinheit zunächst maximal 28.000 € förderfähige Kosten berücksichtigt.
Kostet eine Wärmepumpe beispielsweise 35.000 €, wird die Förderung daher nicht auf den gesamten Betrag berechnet.
Anschaffungspreis allein reicht für den Vergleich nicht
Eine Gasheizung kann beim Kauf deutlich günstiger sein als eine Wärmepumpe. Das bedeutet jedoch nicht automatisch, dass sie über 15 oder 20 Jahre ebenfalls günstiger ist.
Zu den Gesamtkosten gehören unter anderem:
- Energie- beziehungsweise Brennstoffkosten,
- Wartung,
- Schornsteinfeger,
- Grundgebühren,
- CO₂-Kosten,
- mögliche Kosten für klimafreundliche Brennstoffe,
- Reparaturen.
Bei Fernwärme kommt hinzu, dass die Preise stark vom jeweiligen Netzbetreiber abhängen.
Deshalb sollten Sie bei größeren Investitionen nicht nur den Anschaffungspreis vergleichen, sondern sich möglichst auch die erwarteten Kosten über die gesamte Nutzungsdauer berechnen lassen.
Was kostet der Betrieb einer Wärmepumpe?
Auch hier gibt es keinen sinnvollen Pauschalwert.
Wie viel Strom eine Wärmepumpe benötigt, hängt vor allem vom Wärmebedarf des Gebäudes und von ihrer Effizienz ab. Eine einfache Orientierung liefert die Jahresarbeitszahl.
Benötigt ein Haus beispielsweise 18.000 kWh Wärme pro Jahr und erreicht die Wärmepumpe eine Jahresarbeitszahl von 3,5, benötigt sie rechnerisch rund 5.140 kWh Strom.
Je niedriger die benötigte Vorlauftemperatur und je besser die Anlage zum Gebäude passt, desto günstiger kann sie arbeiten.
Fazit: Der Kaufpreis ist wichtig, sollte aber nie allein über die neue Heizung entscheiden. Aussagekräftiger ist ein Vergleich aus Investition, Förderung und den erwarteten laufenden Kosten über viele Jahre.
Wie hoch ist die Heizungsförderung 2026?
Die Bundesförderung wurde zum 21. Juli 2026 geändert.
Für förderfähige Heizungen und Wärmenetzanschlüsse beträgt die Grundförderung 30 %.
Beim Einfamilienhaus werden derzeit maximal 28.000 € förderfähige Kosten berücksichtigt. Für Anträge ab dem 1. Februar 2027 sinkt dieser Höchstbetrag erstmals um 750 € und anschließend halbjährlich weiter.
Für selbstnutzende Eigentümer können Boni hinzukommen.
Förderung im Überblick
| Bestandteil | Förderung |
| Grundförderung | 30 % |
| Klimageschwindigkeitsbonus bis 31.01.2027 | 16 % |
| Einkommensbonus | 10 bis 40 % |
| maximale Förderung regulär | 70 % |
| unter bestimmten Einkommensvoraussetzungen | bis 80 % |
Der Einkommensbonus beträgt derzeit 40 % bei einem zu versteuernden Haushaltsjahreseinkommen bis 30.000 €, 30 % bis 40.000 € und 10 % bis 50.000 €. Für Familien mit mindestens einem minderjährigen kindergeldberechtigten Kind erhöht sich die Bemessungsgrenze einmalig um 10.000 €.
Der Klimageschwindigkeitsbonus beträgt bis Ende Januar 2027 16 %. Er wird unter anderem beim Austausch bestimmter alter Öl-, Gas-, Kohle- oder Nachtspeicherheizungen gewährt. Anschließend sinkt der Bonus schrittweise.
Wichtig: Nicht jede Kombination der einzelnen Boni führt automatisch zu einer entsprechend hohen Förderung. Es gelten Förderobergrenzen und weitere Voraussetzungen. Prüfen Sie deshalb die aktuellen KfW-Bedingungen, bevor Sie einen Auftrag verbindlich vergeben.
Welche Heizung ist im Altbau sinnvoll?
Gerade im Altbau entscheidet nicht allein das Baujahr darüber, ob eine Wärmepumpe funktioniert.
Wichtiger sind drei Werte:
1. Heizlast:
Wie viel Wärme benötigt das Haus an einem sehr kalten Wintertag?
2. Vorlauftemperatur:
Wie heiß muss das Wasser sein, damit die Räume warm werden?
3. Heizflächen:
Sind die vorhandenen Heizkörper groß genug, um auch mit niedrigeren Temperaturen genügend Wärme abzugeben?

Der einfache 55-Grad-Test
Besitzen Sie noch eine Gas- oder Ölheizung, können Sie im Winter einen ersten Praxistest durchführen.
Senken Sie an einem kalten Tag die Heizkurve beziehungsweise die Vorlauftemperatur so weit ab, dass maximal etwa 55 °C erreicht werden. Öffnen Sie die Heizkörper vollständig.
Bleibt das Haus ausreichend warm, sind die Voraussetzungen für eine Wärmepumpe bereits relativ günstig. Auch die Verbraucherzentrale verwendet 55 °C als wichtigen Orientierungswert.
Dieser Test ersetzt allerdings keine professionelle Heizlastberechnung.
Müssen zuerst alle Wände gedämmt werden?
Nein. Eine Komplettsanierung ist keine Voraussetzung für eine Wärmepumpe.
Trotzdem wäre es falsch, Heizung und Gebäudehülle völlig getrennt zu planen.
Wenn beispielsweise in zwei Jahren das Dach gedämmt und die Fenster ausgetauscht werden sollen, sinkt anschließend der Wärmebedarf. Wird die Wärmepumpe vorher ausschließlich für den unsanierten Zustand dimensioniert, kann sie später unnötig groß sein.
Deshalb gilt:
Sie müssen nicht zwingend zuerst das ganze Haus sanieren. Aber geplante Sanierungsmaßnahmen sollten bei der Auslegung der neuen Heizung berücksichtigt werden.
Die Verbraucherzentrale empfiehlt ebenfalls, vor dem Heizungstausch die energetische Situation des gesamten Gebäudes zu betrachten.
Welche Heizung passt zu welcher Situation?
Als grobe Orientierung:
| Ausgangssituation | Besonders prüfen |
| Neubau | Wärmepumpe, Wärmenetz |
| saniertes Einfamilienhaus | Wärmepumpe |
| Altbau mit maximal etwa 55 °C Vorlauf | Wärmepumpe |
| Altbau mit höheren Vorlauftemperaturen | Heizkörper, Dämmmaßnahmen und Wärmepumpe gemeinsam prüfen |
| Innenstadt mit wenig Platz | Wärmenetz, zentrale Lösungen |
| sehr hoher Wärmebedarf und viel Lagerplatz | Biomasse |
| schwierig zu sanierendes Gebäude | Wärmepumpe, Hybridlösung oder Wärmenetz vergleichen |
| Gas- oder Ölheizung geplant | Gesamtkosten inklusive CO₂-Preis und Bio-Treppe berechnen |
FAQ: Häufige Fragen zur neuen Heizung
Muss ich meine alte Gas- oder Ölheizung jetzt austauschen?
Nein. Eine funktionierende Heizung darf grundsätzlich weiter betrieben und repariert werden. Das neue Gebäudemodernisierungsgesetz zwingt Eigentümer nicht dazu, eine funktionsfähige Gas- oder Ölheizung sofort auszutauschen.
Funktioniert eine Wärmepumpe mit normalen Heizkörpern?
Oft ja. Entscheidend ist nicht die Art des Heizkörpers allein, sondern ob dieser bei einer möglichst niedrigen Vorlauftemperatur genügend Wärme an den Raum abgeben kann.
Manchmal reicht es aus, einzelne zu kleine Heizkörper durch größere Modelle zu ersetzen.
Lohnt sich eine Gasheizung jetzt wieder?
Das lässt sich nicht pauschal beantworten. Der Einbau ist wieder erlaubt. Sie sollten jedoch nicht nur den Anschaffungspreis betrachten.
CO₂-Kosten, die Bio-Treppe und die zukünftige Entwicklung der Gasnetzkosten können den Betrieb über die Nutzungsdauer deutlich verteuern. Wer heute zwischen Gas und Wärmepumpe entscheidet, sollte deshalb eine Vollkostenrechnung für mindestens 15 bis 20 Jahre verlangen.
Sollte ich auf Wasserstoff warten?
Darauf sollten Sie Ihre Heizungsentscheidung nicht aufbauen. Ein als „H2-ready“ beworbener Heizkessel garantiert nicht, dass an Ihrem Standort später Wasserstoff verfügbar sein wird oder zu welchem Preis.
Gibt es für Ihr Gebiet keine belastbare Planung für eine entsprechende Versorgung, sollte Wasserstoff nicht die Grundlage der Investitionsentscheidung sein.
Wie hoch ist die Förderung für eine Wärmepumpe?
Die Grundförderung beträgt derzeit 30 % der förderfähigen Kosten. Abhängig von Einkommen, alter Heizung und persönlicher Situation können Boni hinzukommen. Maximal sind regulär 70 %, bei bestimmten selbstnutzenden Eigentümern mit geringerem Einkommen bis zu 80 % möglich.
Ist eine Infrarotheizung eine Alternative?
Eine Infrarotheizung wandelt Strom direkt in Wärme um. Eine Wärmepumpe nutzt dagegen zusätzlich Umweltwärme und erzeugt dadurch aus derselben Menge Strom deutlich mehr Heizwärme.
In sehr gut gedämmten Gebäuden mit geringem Wärmebedarf oder als gelegentliche Zusatzheizung kann eine Stromdirektheizung sinnvoll sein. Als alleinige Heizung eines normalen unsanierten Einfamilienhauses entstehen dagegen meist hohe Stromkosten.
Fazit: Nicht fragen, was erlaubt ist – sondern was langfristig passt
Seit Juli 2026 dürfen Hauseigentümer wieder zwischen deutlich mehr Heizsystemen wählen. Damit ist die Entscheidung aber nicht einfacher geworden.
Für viele Einfamilienhäuser ist eine Wärmepumpe inzwischen die naheliegendste Lösung. Sie funktioniert auch in zahlreichen Altbauten, wenn Heizflächen und Vorlauftemperaturen passen. Fernwärme kann vor allem in Städten interessant sein, macht Eigentümer jedoch vom jeweiligen Netzbetreiber abhängig. Biomasse und Hybridanlagen bleiben Lösungen für besondere Gebäude und Anforderungen.
Gas- und Ölheizungen sind wieder zulässig. Gerade hier sollte jedoch nicht allein der niedrigere Kaufpreis entscheiden. CO₂-Kosten und die ab 2029 vorgeschriebenen Anteile klimafreundlicher Brennstoffe machen die langfristigen Kosten schwer kalkulierbar.
Bevor Sie sich entscheiden, sollten deshalb Heizlast, notwendige Vorlauftemperatur und geplante Sanierungen geprüft werden. Idealerweise vergleichen Sie anschließend mehrere Angebote auf Basis derselben technischen Vorgaben. Nur so vergleichen Sie tatsächlich Heizsysteme – und nicht unterschiedliche Berechnungen der jeweiligen Anbieter.
Quellen
- Bundesregierung: Neues Gebäudemodernisierungsgesetz – Regeln seit 29. Juli 2026
- Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG), § 43: Neue Gas-, Öl- und Flüssiggasheizungen
- KfW: Anpassungen der Bundesförderung für effiziente Gebäude 2026
- KfW: Heizungsförderung für Privatpersonen – Wohngebäude, Programm 458
- Verbraucherzentrale: Wärmepumpe im Eigenheim – Voraussetzungen im Bestand
- Verbraucherzentrale: Neue Heizung – welche ist die richtige?
- Verbraucherzentrale: Heizungsförderung für Bestandsgebäude
- Umweltbundesamt: Nationaler Emissionshandel und CO₂-Preis
- BDH: Heizungsmarkt im ersten Halbjahr 2026






Ich möchte eine neue Heizung installieren lassen. Es gibt aber viele Arten von Heizungen und deswegen informiere ich mich vorher. Eine Ölheizung kostet nicht viel! Ich werde mal schauen.
Warum der Link nicht freigegeben wurden, können Sie hier nachlesen: https://www.bauredakteur.de/kommentare-auf-bauredakteur-de/
Interessant, dass Heizungen, die auf Heizöl basieren geringere Anschaffungskosten verursachen. Ich denke ebenfalls gerade darüber nach, welche Art von Heizung ich in mein neues Eigenheim einbauen lassen soll. Ich tendiere eher zur Solarheizung, andererseits sprechen die niedrigen Anschaffungskosten eindeutig für die Ölheizung.
Ich heize in meinem Haus mit Heizöl und dies seit nun mehr 15 Jahren. Ich bin mit meinem Heizsystem sehr zufrieden und werde dieses bald durch eine Modernisierung fit für die nächsten 20 Jahre machen. Wie Sie erwähnen, sollte man spätestens nach 15-20 Jahren die Heizanlage erneuern. Ich werde weiterhin auf das Heizen mit Heizöl setzen. Vielen Dank für diesen Beitrag.