Feuchte Keller gehören zu den häufigsten Problemen im Gebäudebestand. Eindringendes Wasser beschädigt Wände, fördert Schimmelbildung und beeinträchtigt die Nutzung der Räume. Die klassische Lösung besteht meist darin, die Außenwände freizulegen und neu abzudichten. Doch genau das ist in der Praxis oft schwierig. Enge Bebauung, Terrassen, Garagen oder angrenzende Straßen verhindern häufig den Zugang von außen.
In solchen Fällen kommt die Innenabdichtung ins Spiel. Sie gilt inzwischen nicht mehr als reine Notlösung, sondern als anerkanntes Sanierungsverfahren. Voraussetzung ist allerdings, dass Material und Verarbeitung aufeinander abgestimmt sind. Schauen wir uns an, wie nasse Kellerwände mit dem neuen System saniert werden können.

Inhaltsverzeichnis
- Innenabdichtung statt Baggerarbeiten
- Warum Innenabdichtungen heute wichtiger werden
- So läuft die Abdichtung ab
- Mineralische Systeme haben Vorteile
Innenabdichtung statt Baggerarbeiten
Für solche Anwendungen hat Remmers das sogenannte [basic]-System entwickelt. Dahinter steckt eine mineralische Flächenabdichtung mit Faserverstärkung. Das System besitzt eine WTA-Zertifizierung. Die Wissenschaftlich-Technische Arbeitsgemeinschaft für Bauwerkserhaltung und Denkmalpflege definiert unter anderem Standards für Sanierungsverfahren im Bestand.
Gedacht ist die Lösung vor allem für:
- Keller
- Heizungsräume
- Abstellräume
- Garagen
Der Aufbau besteht aus nur wenigen Komponenten. Das soll Verarbeitung und Planung vereinfachen.
Jens Engel, Abteilungsleiter Produktmanagement Bautenschutz bei Remmers, erklärt:
„Mit dem [basic]-System, das lediglich aus drei Produkten besteht, bieten wir eine besonders wirtschaftliche und leicht zu verarbeitende Lösung für die nachträgliche Innenabdichtung – mineralisch, sicher und dauerhaft wirksam.“
Warum Innenabdichtungen heute wichtiger werden
Viele Bestandsgebäude stammen aus einer Zeit, in der Keller nur als Lagerraum dienten. Die Abdichtungen entsprechen oft nicht mehr heutigen Anforderungen. Gleichzeitig werden Keller zunehmend als Hobbyraum, Homeoffice oder Wohnfläche genutzt. Damit steigen die Anforderungen an trockene Innenräume deutlich.
Hinzu kommt der Klimawandel. Starkregenereignisse treten häufiger auf. Der Wasserdruck auf Kellerwände nimmt lokal zu. Gerade ältere Gebäude reagieren darauf empfindlich.
Außenabdichtungen bleiben zwar technisch oft die dauerhafteste Lösung. Sie sind aber teuer und aufwendig. Erdreich muss entfernt, Leitungen müssen geschützt und Außenanlagen später wiederhergestellt werden. Innenabdichtungen können deshalb wirtschaftlich sinnvoll sein – besonders bei schwer zugänglichen Gebäuden.
So läuft die Abdichtung ab
Das System setzt auf einen mehrstufigen Aufbau. Entscheidend ist dabei die Vorbereitung des Untergrunds. Alte Putze, Farbschichten oder beschädigte Beschichtungen müssen entfernt werden. Laut Hersteller soll dies mindestens 80 cm oberhalb der sichtbaren Schadenszone erfolgen.
Auch alte Fugen spielen eine wichtige Rolle. Brüchige Bereiche werden etwa 2 cm tief ausgekratzt. Erst danach erfolgt die Reinigung. Der Untergrund muss tragfähig und möglichst frei von haftungsmindernden Stoffen sein.
Im nächsten Schritt wird eine Grundierung aufgetragen. Hier kommt ein mit Wasser verdünntes Kiesol-Gemisch zum Einsatz. Innerhalb der Reaktionszeit folgt anschließend eine Haftbrücke aus WP Top [basic].
Danach werden Unebenheiten ausgeglichen. Zusätzlich entstehen im Übergang zwischen Wand und Boden sogenannte Dichtungskehlen. Sie verhindern, dass Wasser bevorzugt in den sensiblen Anschlussbereichen eindringt.
Die eigentliche Abdichtung erfolgt ebenfalls mit WP Top [basic]. Laut Hersteller genügt bereits eine Schichtdicke von 20 mm – selbst bei drückendem Wasser. Das ist technisch relevant, denn drückendes Wasser gilt als deutlich anspruchsvoller als reine Bodenfeuchte.
Zum Abschluss folgt ein Deckputz. Dieser schützt die Abdichtung mechanisch und soll gleichzeitig helfen, die Luftfeuchtigkeit im Raum zu regulieren.
Mineralische Systeme haben Vorteile
Auffällig ist die konsequent mineralische Ausrichtung des Systems. Solche Materialien gelten als diffusionsoffen. Vereinfacht gesagt: Wasserdampf kann weiterhin durch die Wand wandern, flüssiges Wasser jedoch nicht. Das reduziert das Risiko eingeschlossener Feuchtigkeit.
Gerade in alten Gebäuden ist das wichtig. Dichte Kunststoffschichten können dort problematisch werden, wenn Feuchtigkeit im Mauerwerk eingeschlossen bleibt.
Allerdings gilt auch: Eine Innenabdichtung beseitigt die Ursache des Wassereintritts nicht. Sie verhindert in erster Linie, dass Feuchtigkeit in den Innenraum gelangt. Fachleute empfehlen deshalb immer eine genaue Analyse der Schadensursache – etwa durch defekte Drainagen, Risse oder fehlende Horizontalsperren.














