Wer Angebote für eine Wärmepumpe einholt, kann sich über die Summen wundern. Mehr als 30.000 Euro sind keine Seltenheit. Eine Auswertung der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz zeigt, wie groß die Spanne inzwischen ist: Bei 160 Angeboten für Luft-Wasser-Wärmepumpen lagen die Gesamtkosten zwischen 21.099 und 54.168 Euro.
Im Durchschnitt waren es rund 36.400 Euro. Untersucht wurden Angebote für Ein- und Zweifamilienhäuser aus dem Zeitraum September 2025 bis April 2026. Die Zahlen sind deshalb kein bundesweiter Durchschnitt, zeigen aber das aktuelle Preisniveau recht gut.
Besonders auffällig wird der Preis, wenn man nach Großbritannien schaut. Forschende der RWTH Aachen haben Angebote aus beiden Ländern detailliert verglichen. Dabei zeigte sich ein erheblicher Unterschied. Doch die Erklärung ist komplizierter als „deutsche Handwerker sind zu teuer“.

Das Wichtigste in Kürze
- Deutsche Wärmepumpenangebote können sich selbst bei ähnlichen Gebäuden um viele Tausend Euro unterscheiden.
- In einem detaillierten RWTH-Vergleich kostete ein deutsches Angebot rund 29.700 Euro, ein britisches etwa 12.100 Euro.
- Die beiden Anlagen waren technisch jedoch nicht identisch. Das deutsche System war unter anderem für höhere Vorlauftemperaturen ausgelegt und leiser.
- Elektroinstallation und Arbeitskosten waren im untersuchten deutschen Angebot ebenfalls deutlich teurer.
- Großbritannien verzichtet derzeit bei der Installation von Wärmepumpen auf die Mehrwertsteuer.
- Die deutsche Förderung senkt die Kosten für Hausbesitzer deutlich. Ob die prozentuale Förderung zugleich das Preisniveau beeinflusst, lässt sich dagegen nicht pauschal behaupten.
- Angebote sollten nur miteinander verglichen werden, wenn Fundament, Elektroarbeiten, Hydraulik, Speicher und Inbetriebnahme gleichermaßen enthalten sind.
Fast 30.000 Euro in Deutschland, rund 12.000 Euro in Großbritannien
Der Lehrstuhl für Gebäude- und Raumklimatechnik der RWTH Aachen untersuchte Anfang 2025 zwei möglichst vergleichbare Angebote von Octopus Energy. Beide Anlagen sollten eine Heizlast von etwa 8 kW abdecken.
Das Ergebnis:
| Angebot | Endkundenpreis |
| Deutschland | 29.719 € |
| Großbritannien | 12.095 € |
Das deutsche Angebot war damit rund zweieinhalbmal so teuer. Die Forschenden weisen allerdings ausdrücklich darauf hin, dass es sich um nicht repräsentative Einzelbeispiele handelt. Preise hängen von Region, Gebäude und Installationsaufwand ab. Die Zahlen dürfen deshalb nicht als durchschnittlicher Wärmepumpenpreis für beide Länder verstanden werden.
Gerade deshalb ist der Vergleich interessant: Die Studie zerlegt die Angebote und untersucht, an welchen Stellen die Unterschiede entstehen.

Die deutschen Geräte sind teilweise aufwendiger
Ein erster Unterschied steckt tatsächlich in der Technik. Im britischen Angebot kam eine andere Variante der Wärmepumpe zum Einsatz als in Deutschland. Die deutsche Außeneinheit konnte laut Studie eine Vorlauftemperatur von bis zu 65 °C erreichen, die britische 55 °C. Auch bei niedrigen Außentemperaturen und beim Schallschutz unterschieden sich die Geräte.
Die in Deutschland eingesetzte Außeneinheit war dadurch technisch aufwendiger und im konkreten Angebot 118 % teurer. Die RWTH bezeichnet sie ausdrücklich als höherwertige Anlage.
Auch der elektrische Zusatzheizer war größer dimensioniert. Während die deutsche Ausführung einen Heizstab mit 6 oder 9 kW vorsah, war beim britischen Modell lediglich eine optionale beziehungsweise nachrüstbare elektrische Zusatzheizung mit 3 kW vorgesehen. Ein Teil des Preisunterschieds hat also einen realen technischen Hintergrund.
Auch die Elektroinstallation kostet mehr
Besonders groß war der Unterschied bei den Elektrokomponenten. Sie waren im untersuchten deutschen Angebot ohne Montage rund 380 % teurer.
Dafür nennt die Studie mehrere Gründe. Leistungsstärkere elektrische Zusatzheizungen stellen höhere Anforderungen an den Anschluss und die Absicherung. In deutschen Häusern muss außerdem je nach Bestand der Zählerschrank angepasst oder erneuert werden. Teilweise kommt ein eigener Zähler für einen Wärmepumpentarif hinzu.
Allerdings betonen die Forschenden auch: Die technischen Unterschiede allein erklären den gewaltigen Preisabstand bei der Elektroinstallation nicht vollständig.
Das ist auch für Hausbesitzer wichtig. Ein günstiges Wärmepumpenangebot kann schnell teurer werden, wenn Elektroarbeiten zunächst fehlen und später zusätzlich berechnet werden.
Die Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz stellte bei ihrer Angebotsanalyse genau dieses Problem fest. Fundament, Elektroinstallation oder hydraulischer Abgleich sind inzwischen zwar häufiger enthalten. Der Leistungsumfang unterscheidet sich aber weiterhin erheblich.
Arbeitskosten spielen eine Rolle – aber nicht allein
Auch bei der Montage lag das deutsche Angebot deutlich höher. Für Großbritannien setzte die RWTH mittlere Lohnkosten von 5.950 Euro an. Im deutschen Vergleichsangebot waren es 9.424 Euro – knapp 60 % mehr.
Ein Grund dafür ist das höhere Lohnniveau. Hinzu kommen Unterschiede bei Qualifikation, Planung und den beteiligten Gewerken. Wärmepumpen berühren sowohl die Heizungs- als auch die Elektroinstallation. Daraus allerdings einen pauschalen „Fachkräftemangel-Aufschlag“ abzuleiten, wäre zu einfach.
Der Wärmepumpenmarkt hat in den vergangenen Jahren stark geschwankt. Nach 356.000 verkauften Heizungswärmepumpen im Boomjahr 2023 brach der Absatz 2024 auf 193.000 Geräte ein. 2025 stieg er wieder auf 299.000. Von einem dauerhaft überlasteten Markt, in dem die Nachfrage zwangsläufig größer als das Angebot ist, kann daher nicht generell gesprochen werden. Regional können gute Fachbetriebe trotzdem stark ausgelastet sein.

Deutsche Häuser stellen andere Anforderungen
Ein weiterer Punkt wird beim internationalen Vergleich häufig übersehen: Ein britisches und ein deutsches Einfamilienhaus sind nicht zwangsläufig vergleichbar.
Nach der RWTH-Auswertung sind britische Wohngebäude im Mittel kleiner. Reihen- und Doppelhäuser spielen dort eine größere Rolle. In Deutschland gibt es mehr freistehende Einfamilienhäuser mit stärker unterschiedlichen Grundrissen und Wärmeverlusten.
Auch das Klima ist in weiten Teilen Großbritanniens milder. Das hat Folgen für die Heizung. Anlagen können dort tendenziell kleiner ausgelegt werden. Zudem lassen sich standardisierte Gebäudetypen leichter mit wiederkehrenden Installationslösungen ausstatten. In Deutschland erfordert der heterogenere Gebäudebestand häufiger eine individuelle Auslegung.
Das bedeutet nicht, dass jede deutsche Wärmepumpe kompliziert geplant werden muss. Es erklärt aber einen Teil der Unterschiede.
Wer prüfen möchte, welche Leistung, Heizkörper und Vorlauftemperaturen im Bestand tatsächlich erforderlich sind, findet dazu einen ausführlichen Leitfaden unter Wärmepumpe im Altbau: In 5 Schritten zur effizienten Heizung.
Müssen für eine Wärmepumpe alle Heizkörper raus?
Nein. Auch das treibt manche Angebote unnötig nach oben. Eine Wärmepumpe braucht weder zwingend eine Fußbodenheizung noch automatisch neue Heizkörper. Relevant ist, ob das Gebäude mit möglichst niedrigen Vorlauftemperaturen ausreichend warm wird.
Reichen vorhandene Heizkörper aus, können sie bleiben. Sind einzelne Räume kritisch, genügt häufig der Austausch einiger Heizkörper gegen größere Modelle.
Deshalb sollte vor dem Angebot geklärt werden, welchen Wärmebedarf die Räume haben und welche Vorlauftemperaturen erforderlich sind. Ein pauschaler Austausch aller Heizkörper kostet Geld und ist technisch nicht automatisch sinnvoll.
Ein erheblicher Unterschied steckt in der Mehrwertsteuer
Ein Punkt lässt sich sehr einfach beziffern. In Deutschland fallen auf die Wärmepumpeninstallation grundsätzlich 19 % Umsatzsteuer an. In Großbritannien gilt für bestimmte energiesparende Maßnahmen in Wohngebäuden derzeit ein Mehrwertsteuersatz von 0 %. Diese Regelung gilt nach aktuellem Stand bis zum 31. März 2027.
Allein dadurch entsteht ein erheblicher Unterschied beim Bruttopreis. Bei einer hypothetischen Nettorechnung von 25.000 Euro würden in Deutschland 4.750 Euro Umsatzsteuer hinzukommen.
Hält die deutsche Förderung die Preise hoch?
Diese Frage ist schwieriger zu beantworten. Die RWTH-Studie kritisiert einen möglichen Fehlanreiz bei prozentualen Förderungen: Steigt der Angebotspreis, steigt bis zum Förderdeckel auch der absolute Zuschuss. Bei einem festen Zuschuss besteht dieser Zusammenhang nicht.
Daraus folgt aber nicht, dass Handwerksbetriebe die Förderung grundsätzlich auf ihre Preise aufschlagen. Dafür liefert die Untersuchung keinen Nachweis. Zudem wurde die deutsche Heizungsförderung seit Veröffentlichung der RWTH-Studie geändert.
Seit dem 21. Juli 2026 beträgt die Grundförderung 30 %. Beim Einfamilienhaus werden derzeit höchstens 28.000 Euro förderfähige Kosten berücksichtigt. Für selbstnutzende Eigentümer können Klima- und Einkommensboni hinzukommen. Je nach Einkommen sind insgesamt bis zu 80 % Förderung möglich.
Die aktuellen Regeln haben wir ausführlich im Beitrag Neue KfW-Heizungsförderung: Wer jetzt mehr bekommt und wer verliert erklärt.
Großbritannien geht einen anderen Weg. Über das Boiler Upgrade Scheme gibt es in England und Wales derzeit einen festen Zuschuss von 7.500 Pfund für eine Luft-Wasser-Wärmepumpe. Für bestimmte Häuser ohne Gasnetzanschluss, die zuvor mit Öl oder Flüssiggas beheizt wurden, sind bis Ende März 2027 sogar 9.000 Pfund möglich.
Damit unterscheiden sich nicht nur die Fördersummen, sondern vor allem die Systeme: prozentuale Förderung in Deutschland, fester Zuschuss in Großbritannien. Ob dadurch tatsächlich unterschiedliche Marktpreise entstehen, lässt sich jedoch nicht mit einem einzigen Preisvergleich beweisen.

21.000 oder 54.000 Euro: Warum Angebote so schwer vergleichbar sind
Für Hausbesitzer ist ohnehin ein anderes Problem unmittelbarer: Angebote sehen häufig ähnlich aus, enthalten aber unterschiedliche Leistungen.
Die Verbraucherzentrale nennt beispielsweise:
- Fundament und Aufstellung,
- Elektroarbeiten,
- hydraulischen Abgleich,
- Speicher,
- Demontage der alten Anlage,
- Arbeiten am Heizsystem,
- Änderungen an Heizkörpern,
- Inbetriebnahme.
Fehlt eine dieser Positionen, sieht das Angebot zunächst günstiger aus. Die Rechnung kommt dann später. Drei Angebote mit 27.000, 31.000 und 35.000 Euro lassen sich deshalb nicht allein anhand der Endsumme bewerten. Vor der Entscheidung sollte klar sein, welche Arbeiten im Festpreis enthalten sind und welche nach Aufwand hinzukommen können.
Was Hausbesitzer gegen hohe Wärmepumpenpreise tun können
Der größte Hebel liegt beim Angebotsvergleich. Lassen Sie sich nicht nur einen Gesamtpreis nennen. Fordern Sie nachvollziehbare Positionen für Gerät, Speicher, Hydraulik, Elektroinstallation, Fundament, Demontage, Inbetriebnahme und mögliche Änderungen am vorhandenen Heizsystem.
Auch die Dimensionierung lohnt einen kritischen Blick. Eine größere Wärmepumpe ist nicht automatisch besser. Wird sie unnötig groß gewählt, kann sie teurer sein und im Betrieb häufiger takten.
Bei einem Altbau sollte zudem nicht automatisch eine Komplettsanierung im Angebot landen. Zuerst sollte geklärt werden, welche Maßnahmen technisch überhaupt nötig sind.
Wer grundsätzlich noch zwischen Wärmepumpe, Gas, Pellets oder Fernwärme schwankt, findet die aktuellen Investitions- und Rahmenbedingungen im Vergleich der Heizsysteme 2026.
Sind Wärmepumpen trotz der hohen Preise wirtschaftlich?
Das lässt sich nicht allein am Kaufpreis festmachen. Für den späteren Stromverbrauch sind Wärmebedarf und Effizienz der Anlage wichtig. Erreicht eine Wärmepumpe beispielsweise eine Jahresarbeitszahl von 4, benötigt sie rechnerisch für 20.000 kWh erzeugte Wärme etwa 5.000 kWh Strom.
Ob sie damit günstiger heizt als Gas, Öl oder Fernwärme, hängt anschließend von den jeweiligen Energiepreisen ab.
Eine seriöse Wirtschaftlichkeitsrechnung muss deshalb Anschaffung, Förderung, Strom- beziehungsweise Brennstoffkosten, Wartung und den betrachteten Zeitraum gemeinsam berücksichtigen. Die Aussage „Die Wärmepumpe rechnet sich nach X Jahren“ ist ohne diese Annahmen wenig wert.
Fazit: Es gibt nicht den einen Deutschland-Aufschlag
Wärmepumpen sind in Deutschland teuer. Das zeigen sowohl aktuelle Angebote der Verbraucherzentrale als auch der internationale Vergleich der RWTH Aachen. Ein einzelner Schuldiger lässt sich daraus aber nicht ableiten.
Im deutschen Preis stecken teilweise technisch aufwendigere Geräte, höhere Arbeits- und Elektroinstallationskosten, individuelle Planung und 19 % Umsatzsteuer. Gleichzeitig unterscheiden sich Gebäude und klimatische Anforderungen von Großbritannien. Auch die Konstruktion der Förderung könnte das Preisniveau beeinflussen – wie stark, ist jedoch nicht belegt.
Für Hausbesitzer bleibt deshalb vor allem eines: Angebote nicht nach der Zahl unten rechts vergleichen, sondern nach dem, was tatsächlich enthalten ist. Bei Preisunterschieden von mehreren zehntausend Euro kann sich dieser Aufwand sehr schnell lohnen.
Quellen
- RWTH Aachen University: Analyse der Endkundenpreise für Luft-Wasser-Wärmepumpen im Vergleich: Deutschland – Vereinigtes Königreich, 2025
- Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz: Wärmepumpen-Angebote im Check: Große Preisunterschiede und versteckte Kosten bleiben, 2. Juli 2026
- KfW: Heizungsförderung für Privatpersonen – Wohngebäude (458), Stand September 2026
- GOV.UK: Boiler Upgrade Scheme – aktuelle Zuschüsse für Wärmepumpen
- GOV.UK: VAT on energy-saving products – Mehrwertsteuerregelung für Wärmepumpen und andere Energiesparmaßnahmen
- Bundesverband Wärmepumpe (BWP): Absatzzahlen für Heizungswärmepumpen in Deutschland




