Dachrinne reinigen: So entfernen Sie Laub, Schlamm und Verstopfungen richtig

Von Dominik Hochwarth

Wenn bei Starkregen Wasser über die Dachrinne schwappt, steckt häufig Laub oder Schlamm im Ablauf. Besser ist es, gar nicht erst so lange zu warten. Besonders im Herbst sammeln sich Blätter, Moos und feine Ablagerungen in der Rinne. Irgendwann kann auch das Fallrohr zugesetzt sein.

Bei einer gut erreichbaren Dachrinne lässt sich die Reinigung häufig selbst erledigen. Das eigentliche Entfernen von Laub ist nicht schwierig. Größere Aufmerksamkeit verdient die Arbeit auf der Leiter. Wer hoch hinaus muss oder die Rinne nur mit Verrenkungen erreicht, sollte einen Fachbetrieb beauftragen.

Person mit grünen Arbeitshandschuhen entfernt gelbes Herbstlaub aus einer Dachrinne.
Laub in der Dachrinne sollte regelmäßig entfernt werden, damit Regenwasser ungehindert zum Fallrohr abfließen kann.

Das Wichtigste in Kürze

  • Kontrollieren Sie die Dachrinne regelmäßig und besonders während und nach dem Laubfall.
  • Eine gründliche Reinigung bietet sich häufig nach dem stärksten Laubfall und vor längeren Frostperioden an.
  • Entfernen Sie Laub und Schlamm, bevor Sie die Rinne mit Wasser spülen.
  • Schieben Sie größere Schmutzmengen nicht einfach in das Fallrohr.
  • Prüfen Sie anschließend mit Wasser, ob Rinne und Fallrohr frei ablaufen.
  • Ist ein sicherer Zugang nicht möglich, gehört die Reinigung in professionelle Hände.

Wann sollte die Dachrinne gereinigt werden?

Eine starre Regel wie „zweimal im Jahr“ ist wenig hilfreich. Wie schnell sich eine Regenrinne zusetzt, hängt stark von ihrer Umgebung ab.

Stehen große Laub- oder Nadelbäume unmittelbar neben dem Haus, können schon während des Herbstes mehrere Kontrollen nötig werden. An einem Haus ohne größere Bäume in der Nähe bleibt die Rinne möglicherweise lange frei.

Als guter Zeitpunkt für eine gründliche Reinigung bietet sich meist die Zeit nach dem stärksten Laubfall und vor der Frostperiode an. Bei vielen Bäumen kann vorher bereits eine Zwischenreinigung nötig sein.

Eine Kontrolle mindestens einmal im Jahr ist für die meisten Häuser sinnvoll. Zusätzlich sollten Sie genauer hinschauen, wenn:

  • bei Regen Wasser über die Rinnenkante läuft,
  • viel Laub oder Moos sichtbar ist,
  • Pflanzen aus der Rinne wachsen,
  • Wasser am Fallrohr zurückstaut,
  • die Rinne sichtbar durchhängt,
  • Sturm Äste und Blätter auf das Dach geweht hat.

Besonders aufschlussreich ist ein Blick während eines kräftigen Regenschauers – natürlich vom sicheren Boden aus. Dann lässt sich schnell erkennen, ob das Wasser dort abläuft, wo es soll.

Infografik mit typischen Stellen für Verstopfungen in der Dachentwässerung, darunter Dachrinne, Rinnenablauf, Rohrbogen, Fallrohr und Regensinkkasten.
Verstopfungen können nicht nur in der Dachrinne sitzen. Auch Rinnenablauf, Rohrbogen, Fallrohr und die unterirdische Entwässerung kommen als Problemstellen infrage.

Warum eine verstopfte Dachrinne zum Problem werden kann

Ein paar trockene Blätter sind noch kein Grund zur Sorge. Mit der Zeit entsteht daraus allerdings häufig eine Mischung aus Laub, Sand, Staub, Moos und anderem organischen Material. Zusammen mit Wasser bildet sich eine schlammige Schicht am Rinnenboden.

Dadurch wird der freie Querschnitt immer kleiner. Kritisch sind vor allem der Rinnenablauf und die ersten Bögen des Fallrohrs. Dort können sich Blätter und andere Fremdkörper zu einem Pfropfen verbinden.

Bei stärkerem Regen kann das Wasser dann nicht mehr schnell genug abfließen und läuft über die Rinnenkante.

Problematisch ist vor allem, wenn das regelmäßig geschieht und Wasser hinter die Rinne, an die Traufe oder an die Fassade gelangt. Im Winter kann außerdem stehendes Wasser gefrieren.

Eine einmal übergelaufene Dachrinne bedeutet allerdings nicht automatisch, dass Mauerwerk oder Dachkonstruktion beschädigt sind. Es kommt darauf an, wohin das Wasser gelangt und wie häufig das passiert.

Was brauchen Sie zum Reinigen der Dachrinne?

Für eine normale Reinigung reicht eine überschaubare Ausrüstung:

  • feste Arbeitshandschuhe,
  • kleine Kunststoffschaufel oder Rinnenschaufel,
  • Handbesen,
  • Eimer,
  • Gartenschlauch oder anderes Wasser zum Spülen,
  • gegebenenfalls eine Rohrreinigungsspirale,
  • Teleskop-Dachrinnenreiniger für gut erreichbare niedrige Rinnen.

Falls Sie eine Leiter benötigen, muss diese für die Arbeit geeignet und sicher aufstellbar sein.

Scharfkantige Metallwerkzeuge eignen sich zum Auskratzen einer Kunststoffrinne nicht. Sie können die Oberfläche beschädigen.

Infografik zur Dachrinnenreinigung in sechs Schritten – von der Kontrolle über das Entfernen von Laub und Schlamm bis zur Prüfung des Fallrohrs.
Dachrinne reinigen Schritt für Schritt: Erst Laub und Schlamm entfernen, dann Rinne und Fallrohr mit Wasser auf freien Ablauf prüfen.

Dachrinne reinigen: Schritt für Schritt

1. Dachrinne zunächst vom Boden kontrollieren

Schauen Sie sich Rinne und Fallrohr zunächst ohne Leiter an.

Sind größere Laubansammlungen zu sehen? Hängt Moos aus der Rinne? Gibt es dunkle Ablaufspuren an der Fassade? Ist ein Abschnitt deutlich tiefer als der Rest?

So lässt sich häufig bereits erkennen, wo eine genauere Kontrolle nötig ist.

2. Für einen sicheren Zugang sorgen

Bei der Dachrinnenreinigung ist nicht der Schmutz das größte Risiko, sondern die Arbeitshöhe.

Eine Leiter gehört auf einen festen, ebenen und tragfähigen Untergrund. Lose Steine, Bretter oder andere improvisierte Unterlagen sind keine geeignete Möglichkeit, Unebenheiten auszugleichen.

Bei einer Anlegeleiter hängt der richtige Winkel von der Bauart ab. Die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung nennt für Sprossen-Anlegeleitern einen Winkel von etwa 65 bis 75 Grad, für Stufen-Anlegeleitern etwa 60 bis 70 Grad. Die obersten drei Stufen beziehungsweise Sprossen einer Anlegeleiter sollen nicht betreten werden.

Lehnen Sie sich nicht weit zur Seite. Versetzen Sie die Leiter lieber häufiger.

Wichtig: Die Dachrinne selbst sollte nicht als belastbarer Anlegepunkt für die Leiter dienen. Je nach Gebäude kann ein geeigneter Leiterabstandhalter sinnvoll sein.

Auf eine weitere vermeintliche Abkürzung sollten Sie verzichten: Steigen Sie nicht ohne geeignete Absturzsicherung auf das Dach, um die Rinne von dort aus entlangzulaufen.

Können Sie die Dachrinne von einer sicher aufgestellten Leiter aus nicht bequem erreichen, sollte ein Fachbetrieb übernehmen.

3. Ablauf vor grobem Schmutz schützen

Bevor Sie die Rinne auskehren, sollten Sie verhindern, dass die entfernten Blätter gleich im Fallrohr verschwinden.

Sie können beispielsweise vorübergehend ein passendes Sieb am Ablauf einsetzen. Danach arbeiten Sie sich abschnittsweise durch die Rinne.

Schieben Sie Laub und Schlamm nicht einfach zum Fallrohr. Sonst verlagern Sie die Verstopfung möglicherweise nur an eine Stelle, die später deutlich schwerer erreichbar ist.

4. Laub und Schlamm entfernen

Nehmen Sie Blätter, Zweige, Moos und größere Schlammklumpen mit der Hand oder einer kleinen Kunststoffschaufel auf. Ein Handbesen hilft bei kleineren Resten.

Unter dem groben Laub befindet sich häufig eine dunkle Schlammschicht aus zersetztem Pflanzenmaterial, Staub und Sand. Größere Ablagerungen sollten ebenfalls entfernt werden.

Dabei gilt:

Eine Dachrinne muss nicht sauber aussehen – sie muss frei ablaufen.

Dünne Verfärbungen oder festhaftende geringe Rückstände sind weniger wichtig als Ablagerungen, die den Wasserweg behindern.

5. Dachrinne mit Wasser spülen

Entfernen Sie anschließend das Sieb am Ablauf und spülen Sie die Regenrinne mit Wasser durch.

Dabei werden feine Rückstände ausgespült. Gleichzeitig sehen Sie, ob das Wasser ungehindert zum Fallrohr fließt.

Bleibt Wasser in einem Abschnitt der Rinne stehen, muss nicht unbedingt eine Verstopfung vorliegen. Die Rinne kann dort auch durchhängen oder ungünstig montiert sein.

Staut sich das Wasser dagegen direkt am Ablauf, sollten Sie das Fallrohr genauer untersuchen.

Fallrohr verstopft: Was können Sie selbst tun?

Eine saubere Dachrinne nützt wenig, wenn das Fallrohr zugesetzt ist.

Lassen Sie nach der Reinigung etwas Wasser in die Rinne laufen. Verschwindet es zügig im Fallrohr, ist der Ablauf frei. Staut es sich zurück, steckt wahrscheinlich eine Blockade im Rohr oder im anschließenden Entwässerungssystem.

Leichte Verstopfungen lassen sich je nach Zugänglichkeit mit einer Rohrreinigungsspirale lösen. Führen Sie sie vorsichtig ein und arbeiten Sie ohne Gewalt. Anschließend wird mit Wasser nachgespült.

Bleibt das Problem bestehen, sollten Sie nicht immer stärkeren Druck ausüben. Der Pfropfen könnte tiefer im Rohr sitzen.

Und: Nicht immer steckt die Verstopfung überhaupt im Fallrohr. Führt dieses beispielsweise in einen Regensinkkasten, einen Kanalanschluss oder eine Versickerungsanlage, kann auch die nachgeschaltete Entwässerung zugesetzt sein.

Wie Regenwasser auf dem eigenen Grundstück versickert werden kann und worauf dabei zu achten ist, erklären wir ausführlich in unserem Beitrag „Regenwasser versickern auf dem Grundstück: Das müssen Hausbesitzer beachten“.

Kann ich das Fallrohr mit einem Hochdruckreiniger reinigen?

Für Hochdruckreiniger gibt es spezielle Rohrreinigungsschläuche. Sie besitzen Düsen, mit denen sich Ablagerungen im Rohr lösen lassen.

Eine normale Hochdruckdüse sollten Sie dagegen nicht einfach von oben in das Fallrohr halten. Besonders bei älteren Steckverbindungen oder einem unbekannten Rohrverlauf lässt sich schwer beurteilen, wo Wasser und Druck wirken.

Bei kleineren Verstopfungen sind Rohrreinigungsspirale und anschließendes Spülen meist die kontrollierbarere Lösung.

Infografik zeigt falsche und sichere Nutzung einer Leiter bei der Dachrinnenreinigung, einschließlich Abstand zur Rinne und richtigem Anstellwinkel.
Bei der Dachrinnenreinigung ist der sichere Zugang wichtiger als Geschwindigkeit: Leiter nicht an der Rinne abstützen, seitliches Hinauslehnen vermeiden und bei Bedarf umsetzen.

Dachrinne ohne Leiter reinigen – funktioniert das?

Für niedrige Gebäude gibt es Teleskopreiniger mit Bürsten, Schabern oder Wasseranschluss. Damit lässt sich Laub teilweise vom Boden aus entfernen.

Das kann sinnvoll sein, wenn dadurch eine Arbeit auf der Leiter entfällt.

Allerdings hat die Methode Grenzen. Vom Boden sehen Sie schlechter, ob noch eine dicke Schlammschicht in der Rinne liegt. Auch lockere Halter, kleine Löcher oder undichte Verbindungen fallen möglicherweise nicht auf.

Teleskopreiniger eignen sich daher besonders für leichte Verschmutzungen und regelmäßige Zwischenreinigungen. Eine gelegentliche genaue Kontrolle der Dachentwässerung ersetzen sie nicht immer.

Helfen Laubschutzgitter gegen verstopfte Dachrinnen?

Laubschutzgitter können den Reinigungsaufwand reduzieren, insbesondere bei Häusern unter großen Bäumen. Größere Blätter und Zweige gelangen dann nicht so leicht in die Rinne.

Wartungsfrei wird die Dachentwässerung dadurch nicht.

Auf dem Gitter können sich selbst Blätter sammeln. Kleine Partikel, Nadeln, Blütenreste und Staub gelangen teilweise weiterhin in die Dachrinne. Auch Hersteller empfehlen deshalb, Rinnenschutz, Rinne und Fallrohr weiterhin regelmäßig zu kontrollieren beziehungsweise zu reinigen.

Ein Laubschutz kann also helfen. Die Kontrolle ersetzt er nicht.

Nach der Reinigung gleich nach Schäden suchen

Wenn die Rinne ohnehin zugänglich ist, schauen Sie sich ihren Zustand genauer an.

Achten Sie insbesondere auf:

  • Risse und Löcher,
  • Korrosionsstellen bei Metallrinnen,
  • undichte Verbindungen,
  • lockere oder beschädigte Rinnenhalter,
  • verformte oder durchhängende Abschnitte,
  • lockere Fallrohrschellen.

Tropft nach der Reinigung weiterhin Wasser aus einer Verbindung oder einem Loch, hilft weiteres Säubern nicht mehr. Dann muss die Regenrinne abgedichtet oder repariert werden.

Wann sollte ein Fachbetrieb übernehmen?

Nicht jede Dachrinne ist ein geeignetes Heimwerkerprojekt.

Professionelle Hilfe ist insbesondere sinnvoll, wenn:

  • die Rinne an einem mehrgeschossigen Gebäude liegt,
  • kein sicherer Leiterstand möglich ist,
  • Sie sich weit zur Seite lehnen müssten,
  • das Dach betreten werden müsste,
  • Rinnenhalter beschädigt sind,
  • größere Bereiche der Rinne durchhängen,
  • sich das Fallrohr nicht freibekommen lässt,
  • wahrscheinlich die unterirdische Entwässerung betroffen ist.

Auch Unsicherheit auf der Leiter ist ein ausreichender Grund, die Arbeit abzugeben. Die Reinigung selbst ist einfach – der Zugang zur Rinne muss es ebenfalls sein.

Wohin mit Laub und Schlamm?

Laub und reine Pflanzenreste können je nach örtlichen Vorgaben über Kompost oder Biotonne entsorgt werden.

Bei größeren Mengen stark verschmutzten Dachrinnenschlamms sollten Sie sich an den Vorgaben Ihres örtlichen Entsorgers orientieren.

Größere Schmutzmengen sollten jedenfalls nicht einfach in das Fallrohr gespült werden. Damit kann sich die nächste Verstopfung an einer deutlich schlechter erreichbaren Stelle bilden.

Wie oft muss die Dachrinne gereinigt werden?

Eine feste Zahl gibt es nicht.

Unter großen Bäumen kann sich eine Dachrinne innerhalb weniger Wochen wieder füllen. An einem anderen Gebäude bleibt sie wesentlich länger frei.

Kontrollieren Sie daher regelmäßig, ob Laub und Ablagerungen den Wasserfluss behindern. Für eine gründlichere Reinigung bietet sich häufig die Zeit nach dem größten Laubfall und noch vor längeren Frostperioden an.

Entscheidend ist am Ende nicht der Kalender: Regenwasser muss von der Dachrinne ohne Rückstau durch das Fallrohr abfließen können.

Häufige Fragen zur Dachrinnenreinigung

Kann ich Laub einfach ins Fallrohr spülen?

Nein. Größere Laub- und Schmutzmengen sollten Sie vorher aus der Rinne nehmen. Sonst kann sich die Verstopfung lediglich ins Fallrohr verlagern.

Wie erkenne ich ein verstopftes Fallrohr?

Ein typisches Zeichen ist Wasser, das sich am Ablauf zurückstaut, obwohl die Dachrinne selbst weitgehend sauber ist. Eine Spülprobe mit Wasser zeigt schnell, ob das Fallrohr frei abläuft.

Brauche ich einen speziellen Dachrinnenreiniger?

Nicht unbedingt. Handschuhe, kleine Kunststoffschaufel, Handbesen und Wasser reichen bei vielen Rinnen aus. Ein Teleskopreiniger kann sinnvoll sein, wenn sich damit eine Arbeit auf der Leiter vermeiden lässt.

Muss die Dachrinne innen vollkommen sauber sein?

Nein. Geringe festhaftende Rückstände oder Verfärbungen sind normalerweise unproblematisch. Wichtig ist, dass Laub und Schlamm den Wasserfluss nicht behindern.

Fazit: Frei ablaufen ist wichtiger als blitzblank

Bei der Dachrinnenreinigung geht es nicht darum, jedes Blatt oder jede Verfärbung zu beseitigen. Laub, Schlamm und andere Ablagerungen müssen so weit entfernt werden, dass Regenwasser zuverlässig zum Fallrohr gelangt.

Spülen Sie die Rinne anschließend mit Wasser und prüfen Sie dabei gleich das Fallrohr. So erkennen Sie nicht nur Verstopfungen, sondern häufig auch lockere Halter, undichte Verbindungen oder durchhängende Bereiche.

Wie häufig das nötig ist, hängt vor allem von der Umgebung des Hauses ab. Unter großen Bäumen lohnt der Blick in die Rinne häufiger als an einem freien Standort.

Ist die Dachrinne nur mit riskanten Leiteraktionen erreichbar, gehört die Arbeit jedoch in professionelle Hände.

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