Estrich ist eine Schicht aus Estrichmörtel, die auf einem tragenden Untergrund oder auf einer Trenn- bzw. Dämmschicht aufgebracht wird. Er dient als direkt nutzbare Bodenfläche oder als Untergrund für Bodenbeläge wie Fliesen, Parkett, Laminat oder Teppich. Die Eigenschaften des Estrichs – wie Festigkeit, Feuchtebeständigkeit oder Wärmedämmung – hängen von der Materialzusammensetzung und der Konstruktionsweise ab.
Aufbau und Bestandteile:
Estrich besteht in der Regel aus einem Bindemittel (z. B. Zement, Calciumsulfat, Bitumen), Zuschlägen (wie Sand oder Splitt), Wasser und ggf. Zusatzstoffen (z. B. Fließmittel, Fasern, Beschleuniger).
Unterscheidungskriterien:
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nach Bindemittel:
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Zementestrich (CT)
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Calciumsulfatestrich (CA)
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Gussasphaltestrich (AS)
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Magnesiaestrich (MA)
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Kunstharzestrich (SR)
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nach Einbauweise:
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konventionell eingebauter Estrich
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Fließestrich (selbstnivellierend)
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Fertigteilestrich (Trockenestrich)
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nach Konstruktion:
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Verbundestrich
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Estrich auf Trennschicht
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schwimmender Estrich (auf Dämmschicht)
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Heizestrich (mit integrierten Heizsystemen)
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Einsatzbereiche:
Estrich wird im Wohnungsbau, Gewerbe, Industrie sowie in Außenbereichen (z. B. Balkone, Terrassen) verwendet. Je nach Belastung, Feuchteeinwirkung und Dämmanforderung kommen unterschiedliche Estricharten und -konstruktionen zum Einsatz.
Belegreife und Feuchtemessung:
Ein Estrich darf erst dann mit einem Bodenbelag versehen werden, wenn er belegreif ist. Die Restfeuchte wird üblicherweise mit der CM-Methode (Calciumcarbid-Methode) bestimmt. Grenzwerte variieren je nach Estrichart und ob eine Fußbodenheizung vorhanden ist.
Normen und Regelwerke:
Wesentliche technische Anforderungen an Estriche sind in der DIN 18560 geregelt (Teile 1–7). Weitere Vorgaben finden sich in DIN EN 13813 (Estrichmörtel und Estrichmassen) sowie in ergänzenden Merkblättern der Fachverbände.














