Immer mehr Hausbesitzer nutzen Regenwasser zur Gartenbewässerung. Wer größere Mengen speichern möchte, kommt an einer Zisterne kaum vorbei. Unterirdische Regenwasserspeicher fassen meist zwischen 3.000 und 10.000 Liter. Richtig geplant, liefern sie selbst in trockenen Sommern ausreichend Wasser für Beete, Rasen und Gewächshaus.
Mit etwas handwerklichem Geschick lässt sich eine Regenwasserzisterne auch selbst einbauen. Allerdings sind einige Punkte zu beachten. Vor allem die richtige Größe, die Einbautiefe und der Anschluss von Zu- und Überlauf entscheiden darüber, ob die Anlage später problemlos funktioniert.

Das Wichtigste in Kürze
- Für die meisten Gärten reichen 3.000 bis 5.000 Liter Speichervolumen.
- Die Zulaufleitung benötigt mindestens 1 % Gefälle.
- Ein Regenwasserfilter und ein beruhigter Zulauf verbessern die Wasserqualität.
- Die Zisterne sollte entsprechend der Herstellerangaben mit ausreichend Erdüberdeckung eingebaut werden.
- Frostschutz und funktionierender Überlauf sind entscheidend für einen dauerhaften Betrieb.
- Mit Minibagger und etwas Erfahrung ist der Selbsteinbau für viele Heimwerker machbar.
Inhaltsverzeichnis
- Welche Zisterne ist die richtige?
- Die richtige Größe berechnen
- Benötigtes Material
- Standort festlegen
- Schritt 1: Baugrube ausheben
- Schritt 2: Fundament herstellen
- Schritt 3: Zisterne einsetzen
- Schritt 4: Zulauf anschließen
- Schritt 5: Überlauf anschließen
- Schritt 6: Pumpe installieren
- Schritt 7: Zisterne verfüllen
- Schritt 8: Frostschutz beachten
- Typische Fehler beim Einbau
- Kosten für den Einbau
Welche Zisterne ist die richtige?
Für Einfamilienhäuser kommen meist Kunststoff- oder Betonzisternen zum Einsatz.
Kunststoffzisterne
Vorteile:
- geringes Gewicht
- einfacher Transport
- leichter Selbsteinbau
- korrosionsfrei
Nachteile:
- empfindlicher gegenüber unsachgemäßem Einbau
- teilweise Einschränkungen bei Belastung
Betonzisterne
Vorteile:
- sehr robust
- hohe Stabilität
- ideal bei befahrbaren Flächen
Nachteile:
- hohes Gewicht
- Kran erforderlich
- höhere Einbaukosten
Für Heimwerker ist eine Kunststoffzisterne meist die praktikablere Lösung.

Die richtige Größe berechnen
Für reine Gartenbewässerung haben sich folgende Größen bewährt:
| Gartengröße | Empfohlenes Volumen |
| bis 300 m² | 3.000 Liter |
| 300–600 m² | 5.000 Liter |
| über 600 m² | 7.000 bis 10.000 Liter |
Je größer die angeschlossene Dachfläche ist, desto schneller füllt sich die Zisterne wieder.
Rechner: Zisternengröße berechnen
Berechnen Sie grob, wie groß Ihre Regenwasserzisterne für die Gartenbewässerung sein sollte.
Benötigtes Material
- Zisterne
- Regenwasserfilter
- KG-Rohre
- Überlaufsiphon
- beruhigter Zulauf
- Kies oder Splitt
- Sand
- Tauchdruckpumpe oder Hauswasserwerk
- Schachtabdeckung
Ein beruhigter Zulauf verhindert das Aufwirbeln von Sedimenten am Boden der Zisterne und verbessert die Wasserqualität.
Standort festlegen
Die Zisterne sollte möglichst nahe am Fallrohr liegen. Dadurch bleiben die Leitungswege kurz.
Wichtig:
- ausreichender Abstand zu Fundamenten
- Zugang für Wartungsarbeiten
- Überlaufmöglichkeit zum Kanal oder einer Versickerung
- keine großen Bäume direkt darüber
Die Zulaufleitung benötigt ein Gefälle von mindestens 1 %. Das bedeutet: Auf zehn Meter Leitungslänge sinkt die Rohrleitung um etwa zehn Zentimeter ab.

Schritt 1: Baugrube ausheben
Zunächst wird die Baugrube ausgehoben.
Faustregel:
- rund 50 cm größer als die Zisterne
- Tiefe entsprechend Herstellerangaben
Viele Hersteller verlangen eine Erdüberdeckung von mindestens 60 cm über dem Tankkörper.
Wer keinen Minibagger besitzt, sollte einen mieten. Bereits eine 5.000-Liter-Zisterne verursacht mehrere Kubikmeter Aushub.
Schritt 2: Fundament herstellen
Auf dem Grubenboden wird eine tragfähige Bettung angelegt.
Typisch sind:
- 15 bis 20 cm Kies
- Körnung 4 bis 8 mm
- sorgfältig abgezogen und verdichtet
Eine waagerechte Bettung verhindert spätere Setzungen.
Schritt 3: Zisterne einsetzen
Nun wird die Zisterne vorsichtig in die Baugrube abgesenkt.
Kontrollieren Sie:
- waagerechte Ausrichtung
- Höhe des Zulaufs
- Position des Domschachts
Bereits kleine Schieflagen können später Probleme verursachen.
Schritt 4: Zulauf anschließen
Jetzt wird das Rohr vom Fallrohr zur Zisterne verlegt.
Wichtig:
- mindestens 1 % Gefälle
- möglichst wenige Richtungsänderungen
- Filter vor der Zisterne installieren
Regenwasserfilter halten Blätter, Moos und andere Verschmutzungen zurück.
Schritt 5: Überlauf anschließen
Jede Zisterne benötigt einen Überlauf.
Er kann angeschlossen werden an:
- Versickerung
- Rigole
- Drainage
- Regenwasserkanal
Ohne funktionierenden Überlauf kann die Anlage bei Starkregen überlaufen.
Schritt 6: Pumpe installieren
Für die Gartenbewässerung reicht meist eine Tauchdruckpumpe.
Vorteile:
- leise
- platzsparend
- einfache Installation
Wer zusätzlich Toilettenspülung oder Waschmaschine versorgen möchte, benötigt meist ein Hauswasserwerk.
Schritt 7: Zisterne verfüllen
Während des Verfüllens wird die Zisterne schrittweise mit Wasser gefüllt.
Dadurch gleichen sich Erd- und Wasserdruck aus.
Das Verfüllmaterial wird lagenweise eingebracht und verdichtet. Rohrgräben sollten ebenfalls schichtweise verfüllt werden.
Schritt 8: Frostschutz beachten
Die Zuleitungen sollten unterhalb der örtlichen Frostgrenze verlegt werden. In vielen Regionen Deutschlands gelten etwa 80 cm als Orientierung, regional können jedoch größere Tiefen erforderlich sein.
Besonders wichtig sind:
- Zulaufleitung
- Druckleitung
- Domschacht
- Pumpentechnik
Typische Fehler beim Einbau
Zisterne zu klein gewählt
Viele Anlagen laufen im Sommer bereits nach wenigen trockenen Wochen leer.
Fehlendes Gefälle
Stehendes Wasser in den Leitungen führt zu Ablagerungen und Verstopfungen.
Kein Filter eingebaut
Blätter und Schmutz gelangen in die Zisterne.
Überlauf vergessen
Bei Starkregen kann Wasser unkontrolliert austreten.
Erdüberdeckung ignoriert
Zu wenig Überdeckung erhöht die Frostgefahr und kann die Belastbarkeit beeinträchtigen.
Kosten für den Einbau
| Position | Kosten |
| Kunststoffzisterne 3.000–5.000 Liter | 1.000–2.500 € |
| Filter und Zubehör | 200–600 € |
| Pumpe | 150–700 € |
| Minibagger | 100–250 € pro Tag |
| Fachbetrieb komplett | 3.000–8.000 € |
Wer die Erdarbeiten selbst übernimmt, kann einen erheblichen Teil der Kosten sparen.














