Sie sitzen gemütlich im Wohnzimmer, blicken an die Wand – und entdecken plötzlich einen feinen Riss, der gestern noch nicht da war. In vielen Haushalten beginnt so die Sorge: Ist das harmlos oder ein ernstes Problem? Kleine Haarrisse im Putz sind oft nur Schönheitsfehler. Doch wenn sich Risse durch die Wand oder sogar durch das Fundament ziehen, handelt sich mit großer Wahrscheinlichkeit um eine Setzriss. Setzrisse entstehen, wenn sich der Boden unter einem Gebäude ungleichmäßig bewegt. Das klingt harmlos, kann aber gefährlich werden – bis hin zur Bedrohung der Standfestigkeit eines Hauses.
In diesem Ratgeber erfahren Sie, wie Setzrisse entstehen, welche Ursachen es gibt, wie Sie sie verhindern können und was bei der Sanierung wichtig ist.

Das erwartet Sie in diesem Beitrag
- Was genau ist ein Setzriss?
- Ursachen: Warum entstehen Setzrisse?
- Wie Sie gefährliche Risse erkennen
- Verhindern statt reparieren: So beugen Sie Setzrissen vor
- Behandlung: Was tun, wenn der Riss schon da ist?
- Setzrisse sind kein Schicksal
Was genau ist ein Setzriss?
Der Begriff klingt technisch, ist aber leicht zu erklären: Jedes Bauwerk lastet mit seinem Gewicht auf dem Untergrund. Der Boden gibt dabei ein Stück nach – das nennt man Setzung. Diese Bewegung ist ganz normal und betrifft jedes Haus. Kritisch wird es erst, wenn sich der Boden ungleichmäßig absenkt. Dann entsteht Spannung im Mauerwerk, die das Material nicht mehr auffangen kann. Die Folge: ein Riss, der sich nicht nur an der Oberfläche zeigt, sondern oft durch die ganze Wand läuft.
Ein Unterschied zu Putzrissen ist wichtig: Während kleine Risse im Putz häufig nur optisch auffallen, können Setzrisse tief in die Bausubstanz reichen. Dadurch droht eindringende Feuchtigkeit, Schimmel – und im schlimmsten Fall eine Gefährdung der Statik.
Do & Don’t bei neu entdeckten Rissen
- Do: Fotos mit Maßstab (Lineal/Münze) und Datum sichern.
- Do: Rissenden markieren, Gipsmarke setzen, Verlauf dokumentieren.
- Do: Bei Türen/Fenstern und schrägen Rissen Fachperson ansprechen.
- Don’t: Tiefe Risse einfach „zuspachteln“.
- Don’t: Tragende Bauteile eigenmächtig aufstemmen.
Ursachen: Warum entstehen Setzrisse?
Setzrisse sind kein Zufall. Meist gibt es ganz konkrete Gründe. Manche davon lassen sich schon bei der Bauplanung berücksichtigen, andere treten erst im Laufe der Jahre auf.
Spannungen im Baugrund
Ein Haus lastet nicht nur gerade nach unten auf dem Boden. Die Kräfte verlaufen schräg in den Untergrund. Treffen die Spannungsfelder zweier Gebäude aufeinander, kann es zu Überlagerungen kommen. Steht ein Haus stabil neben einem anderen, doch plötzlich wird der Nachbarbau abgerissen, ändern sich die Kräfte im Boden. Das Ergebnis kann ein Setzriss sein.

Unterschiedliche Bodenarten
Nicht jeder Boden ist gleich tragfähig. Während Sand und Kies relativ schnell zusammengedrückt sind, verhalten sich Ton- oder Lehmböden ganz anders. Problematisch wird es, wenn unter einem Haus verschiedene Bodenschichten zusammentreffen. Dann sackt die eine Seite stärker ab als die andere – und die Wand bekommt einen Riss. Ein berühmtes Beispiel dafür ist der Schiefe Turm von Pisa.

Fehler beim Fundament
Das Fundament ist die Basis jedes Hauses. Doch auch hier entstehen Fehler. Wird nicht überall gleich tief gegründet oder die Bewehrung zu schwach ausgeführt, kann sich das Gebäude ungleichmäßig setzen. Besonders gefährlich ist es, wenn benachbarte Gebäude unterschiedlich tiefe Fundamente haben. Dann kommt es zu Versätzen, die sich in Rissen äußern.

Grundwasserveränderungen
Der Grundwasserspiegel ist ein unterschätzter Faktor. Wird er abgesenkt – etwa weil für einen Neubau Wasser abgepumpt wird –, verliert der Boden seinen Auftrieb. Er sackt zusammen wie ein Schwamm, aus dem man das Wasser drückt. Das kann umliegende Häuser betreffen und dort zu Setzrissen führen. Behörden prüfen solche Eingriffe deshalb streng, doch nicht immer lässt sich alles vorhersehen.

Erschütterungen und Vibrationen
Ständige Erschütterungen wirken wie ein unsichtbarer Feind. Häuser an Bahntrassen, viel befahrenen Straßen oder in Erdbebengebieten sind besonders betroffen. In rolligen Böden wie Kies oder Schotter verdichtet sich das Material unter Vibrationen weiter. Setzrisse sind eine mögliche Folge.
Bodenabsackungen und Bergbau
In alten Bergbaugebieten kommt es immer wieder zu plötzlichen Bodenabsackungen. Wenn ein Stollen einbricht, senkt sich der Boden abrupt ab. Ganze Häuser können schief stehen oder sogar einstürzen. Betroffene Eigentümer*innen müssen in der Regel auf eine aufwändige Sanierung vorbereitet sein – manchmal auch mit Unterstützung der zuständigen Bergbaugesellschaften.
Grundbruch
Von einem Grundbruch spricht man, wenn der Boden seitlich weggedrückt wird. Das passiert häufig bei flachen Fundamenten, die zu stark belastet werden. Durch Wasserzutritt verliert der Boden seine innere Reibung, er kann das Gewicht nicht mehr halten. Das Fundament sackt ab, die Erde wölbt sich seitlich auf – und im Haus entstehen Risse.
Wie Sie gefährliche Risse erkennen
Nicht jeder Riss bedeutet gleich Gefahr. Doch es gibt Anzeichen, die Sie ernst nehmen sollten:
- Tiefe Risse, die durch Mauerwerk oder Decken verlaufen
- Risse über Türen und Fenstern, da dort die Spannung am höchsten ist
- Diagonal verlaufende Risse, besonders gefährlich für die Statik
- Breiter werdende Risse über Wochen oder Monate
Ein einfacher Test hilft, die Bewegung zu beobachten: Kleben Sie einen Gipsstreifen über den Riss. Wenn dieser nach einigen Wochen erneut bricht, ist das Gebäude noch in Bewegung. Dann sollten Sie unbedingt Fachleute hinzuziehen.
Schnellcheck: Handelt es sich um einen Setzriss?
- Riss verläuft schräg/diagonal über Türen oder Fenster? → Achtung.
- Riss geht durch Putz und Mauerwerk (nicht nur Oberfläche)?
- Rissbreite nimmt über Wochen zu (Foto-/Bleistiftmarke prüfen)?
- Risse an Anbauten/Übergängen (z. B. Garage, Giebel)?
Empfehlung: Bei zwei Treffern oder mehr Fachperson (Statik/Baugrund) einbeziehen.
Verhindern statt reparieren: So beugen Sie Setzrissen vor
Viele Setzrisse entstehen, weil beim Bauen gespart oder geschludert wurde. Dabei lassen sich die meisten Probleme durch sorgfältige Planung vermeiden.
Baugrundgutachten – die wichtigste Vorsorge
„Nur wer genau weiß, was für ein Boden ansteht, kann das Fundament richtig dimensionieren.“ Dieser Satz gilt nach wie vor. Ein Bodengutachten kostet zwar Geld, spart aber im Zweifel ein Vielfaches an Sanierungskosten. Schon wenige Meter weiter kann der Boden ganz andere Eigenschaften haben. Bohrungen und Laboranalysen zeigen, ob eine Gefahr für ungleichmäßige Setzungen besteht.
Stabile Kellerkonstruktionen
Ein Keller aus Stahlbeton ist oft die bessere Wahl gegenüber Mauerwerk. Beton mit ausreichender Bewehrung macht das Gebäude steifer. Das bedeutet: Es setzt sich gleichmäßiger – und gleichmäßig heißt, es entstehen keine Setzrisse.
Tiefgründungen nutzen
Manchmal reicht der Boden direkt unter dem Haus nicht aus. Dann kann eine Tiefgründung helfen. Dabei werden Pfähle oder Schlitzwände bis in tiefere, tragfähige Bodenschichten geführt. Ein bekanntes Beispiel: Die Stadt Amsterdam steht sprichwörtlich auf Pfählen. Auch der Reichstag in Berlin ruht teilweise auf Holzpfählen.
Bodenverbesserung
Nicht immer muss man tief gründen. Oft reicht es, den Boden zu verbessern. Weicher Boden kann ausgetauscht werden, etwa durch Schotter oder Kies. Verdichtungsverfahren – von schweren Rüttlern bis zu Injektionen mit Beton oder Harz – erhöhen die Tragfähigkeit. So lässt sich ein gleichmäßiges Fundament schaffen.
Riss-Bewegung prüfen: Gipsmarke in 4 Schritten
- Risskante leicht säubern (staubfrei).
- Kleine Gipsraupe quer über den Riss setzen (ca. 2–3 mm dick).
- Datum mit Bleistift daneben notieren, Foto machen.
- Nach 2–3 Wochen prüfen: gerissen? → Bewegung noch aktiv.
Wichtig: Bei erneutem Bruch keine kosmetische Reparatur, sondern Ursache klären lassen.
Behandlung: Was tun, wenn der Riss schon da ist?
Ist der Schaden einmal sichtbar, hilft nur eine Sanierung. Dabei kommt es auf zwei Dinge an:
- Ist der Riss harmlos oder gefährdet er die Statik?
- Ist die Bewegung abgeschlossen oder setzt sich das Gebäude noch weiter?
Elastische Spachtelmassen
Kleine, oberflächliche Risse lassen sich mit Acryl oder anderen elastischen Massen verschließen. Dazu wird der Riss etwas erweitert, gereinigt und dann ausgespritzt. Ein Spachtel glättet die Masse. Streichen oder tapezieren – und optisch ist nichts mehr zu sehen.
Rissanker
Bei tieferen Setzrissen im Mauerwerk helfen sogenannte Rissanker. Spiralanker werden quer zum Riss eingebaut und übernehmen die Zugkräfte. Das Mauerwerk bleibt so zusammengehalten.
Rissverpressung
Bleibt ein Riss zwar bestehen, bewegt sich aber nicht mehr, kann eine Verpressung helfen. Dabei wird spezieller Mörtel unter Druck in den Riss gepresst. Er verbindet die Bauteile wieder kraftschlüssig. Wichtig: Bewegt sich der Riss noch, bringt diese Methode wenig.
Fundamentverstärkung
Wenn nichts anderes mehr hilft, muss das Fundament selbst verstärkt werden. Dafür gibt es verschiedene Verfahren – etwa Segmentpfähle, die unter das Fundament geführt werden, oder Spezialharze, die in den Boden gepresst werden und ihn aushärten. Damit lassen sich sogar abgesackte Häuser wieder leicht anheben.
Wer hilft wann?
- Statik/Tragwerk: Tragwerksplaner oder Prüfstatiker
- Boden & Gründung: Baugrundgutachter/Geotechnik
- Risssanierung: Mauerwerks-/Betoninstandsetzung (Spezialbetrieb)
- Altbergbau: Zuständige Bergbehörde/Bergbauunternehmen
- Schäden dokumentieren: Öffentlich bestellter Sachverständiger
Setzrisse sind kein Schicksal
Risse im Haus wirken beängstigend. Doch nicht jeder Riss ist gleich ein Fall für den Abrissbagger. Wer die Ursachen kennt und frühzeitig reagiert, kann Schäden begrenzen. Am besten ist es, schon beim Bau die nötigen Vorsichtsmaßnahmen zu treffen. Doch auch im Bestand gibt es Lösungen – von einfachen Spachtelarbeiten bis zu aufwendigen Fundamentverstärkungen.
















Sehr geehrte Damen und Herren ,am unseres Haus entstanden dieses Jahr viele Risse ,dafür haben wir ein Bodengutachten durchführen lassen.
Es soll die Fundamente stabiliesiert werden .Dafür wende mich an Sie und bitte um ein schnelle Termin.
Hallo,
da kann ich Ihnen leider nicht helfen. Bauredakteur.de ist eine reine Informationsplattform.
Viele Grüße
Dominik Hochwarth
Hallo,
zwischen Atbau und Anbau treten nach 9 Jahren Setzungsrisse auf.
Die Risse sind außen und innen. Außen sind die Risse zwische der alten Isolierung und der neuen )solierung zu sehen ca. 5 bis 10 mm
Innen sind ebenfalls Risse zu sehen. Erdgeschoss ca. 5mm Dachgeschoss 10-14 mm
Was kann man tun?
mdg Erich Nietgen
Hallo,
das sollte sich vor Ort ein Fachmann anschauen.
Viele Grüße
Dominik Hochwarth
Wir haben in fast jedem Zimmer Setzrisse in den Ecken der Wände und Decken. Keiner davon geht durch die Wand. Es handelt sich um einen Holzbau, der 2018 auf ein Bestandsgebäude (Eine alte Setzerei, einem dicken, soliden Bau) gesetzt wurde. Jeder sagt, natürlich gibt es Setzrisse. Ok, aber wann merkt man, dass es zu viel ist? Und an wen kann ich mich wenden, um jemanden aus der Branche zu urteilen. Wen kann man da ansprechen? Dachdecker, Architekten, Bauherren, wen? Vielen Dank für Ihre Hilfe.
Hallo Sophie,
im Normalfall sollten das keine gefährlichen Setzrisse sein. Zumal Sie selbst schreiben, dass diese nicht durch die Wand gehen. Generell müssen es auch nicht unbedingt Setzrisse sein, die bei Ihnen sichtbar sind. Holz arbeitet insbesondwere in den Anfangsjahren recht stark, so dass sich bei unsachgemäßer Ausführung ebenfalls Risse bilden können. Wenn Sie Zweifel haben, können Sie natürlich einen Sachverständigen zu Hilfe rufen. Suchen Sie im folgenden Verzeichnis des Bundesverbandes Deutscher Sachverständiger einfach nach „Holzbau“: https://www.bundesverband-gutachter.de/
Hi,
es geht um 2 von 4 gleichen Häusern mit je 4 Wohnungen !
Die Häuser sind jetzt ca. 25 Jahre alt.Sie sehen von oben aus
wie die 4 auf einem Würfel !
Vor einigen Jahren wurde ein grosses Altersheim vor diese 4 Häuser
gebaut ! Die Baustelle lag sehr tief !!! 2 Jahre lang mit grossen Erschütterungen, weil der Untergrund
extrem steinig ( felsige Grauwacke ! ) war.
Ich wohne in einem der 2 Häuser vorne zum Altenheim.Vor ca. 18 Monaten waren plötzlich
an den b e i d en vorderen Häusern vollkommen identische treppenförmige RISSE zu sehen.
Diese Risse gingen von ganz oben rechts bis fast unten links !!! In beiden vorderen Häusern
zeigten sich aussen wie innen diverse Risse in Abstellräumen und Waschkellern !
Bei den beiden hinteren Häusern war k e i n einziger Riss zu entdecken !!!
Die 16 Mieter wurden nie informiert von der WOHNUNGS-GESELLSCHAFT !!!
Die beiden vorderen Häuser wurden „repariert“ ! Je Haus eine Woche lang mit Gerüst !
Es wurden 12mm starke KUNSTSTOFF-PLATTEN auf die 2 Haus-Fronten „genagelt“ !
DAS GANZE WURDE MIT DER ORIGINAL-FARBE NEU VERPUTZT ! DAS WAR ES DANN !
Ich habe ALLES fotografiert !!!!!!!!!!
Guten Abend,
mein Haus wurde zwischen 1947 und 1952 erbaut auf einem sehr lehmhaltigen Boden. In den letzten zwei Jahren haben sich an den Außen und Innenwänden Risse gebildet die sukzessive größer werden . Wie und voran kann ich im Raum Wiesbaden einen seriösen und kompetenten Sachverständigen finden? . Im Netz stehen zu viele Angebote .
Besten Dank
Hallo, ich würde einen öffentlich bestellten Sachverständigen wählen. Diese können das nur werden, wenn sie besondere Sachkunde nachgewiesen haben. Hier ist die Liste der IHK für den Raum Wiesbaden:
https://www.ihk-wiesbaden.de/blob/wiihk24/recht/downloads/1253266/000ac0f09ddbf612a1ed4793340b32ce/Sachverstaendigenliste_der_IHK_Wiesbaden-data.pdf
Hallo!
Ich habe 2016 einen Winkelbungalow gekauft, bestehend aus einem 1965 Bau und einem Anbau 1985. Der Altbau steht ohne Probleme. Der Neubau hatte bereits einige Risse, die ich 2016 gleich zugespachtel habe. Seit dem Sommer 2018 bilden sich viele Risse ausschliesslich am Neubau. Der Untergrund ist Lehmboden, kein Keller. Besonders die Wand zum Altbau hin scheint noch in Bewegung.
Ich vermute das sich durch die Wetterlage der Grundwasserspiegel abgesenkt hat, denn auch im Garten und der Einfahrt, zeigen sich Vertiefungen.
Ich bin auf die Firma GeoSec aufmerksam geworden,die einen Sachverständigen vorbeischicken zur Beratung. Ist dies empfehlenswert, oder sollte ich lieber einen eigenen Sachverständigen anfordern? An wen wende ich mich, ob das was mir die Firma vorschlägt, auch sinnvoll ist?
Vielen Dank für Ihre Hilfe im vorraus!
Hallo, sorry, dass ich so spät anworte, ich war gerade 14 Tage im Urlaub. Wenn Sie der Firma nicht trauen, dann sollten Sie sich an einen öffentlich bestellten Sachverständigen wenden, der macht Ihnen ein unabhängiges Gutachten.
Die Richtung der Risse in den Ziff. 1.3 , 1.5 und 1.8 stimmt nicht!
mit freundlichen Grüssen, Frank Kunow, Tel.: 08105/8661
Danke für den Hinweis, ich habe es geändert
Hallo,
ich habe eine sehr wichtige Frage.
Bei uns wurde im Jahr 2013 eine fast 2 jährige dauerndeStraßenbaumaßnahme durchgeführt. Alte einbetonierte Wasserrohre, die sich kaum entfernen ließen wurden entfernt. Es kam zu krassen Erschütterungen immer wieder,
Das Nachbarhaus stand kurz vor dem Abriss und viele andere Häuser wurden beschädigt.
Bei uns senkte sich die Trepp zum Haus ab und wir bekamen einige Putzrisse,
Ein Gutachter war 2015 da und nahm alles auf.
Im Nachhinein bildete sich ein Setzriss ( 1cm ).
Das wurde mir jetzt erst im Rahmen einen Renovierung des Hauses gewahr.
Ich habe wieder den gleichen Gutachter bestellt, der nur zornig wurde, als ich sagte, dass dies noch eine Folge der Baumaßnahm sei.
Solche Schäden würden unmittelbar nach Erschütterungen entstehen.
Mein Haus ist 120 Jahre alt und der Riss kam die letzten Jahre erst.
Der Gutachter schob es dann zuletzt auf meinen Fliederbaum, der ein Wasserrohr verstopft hätte,
Meine Frage, kann so ein Setzriss auch noch im Nachhinin nach solch einer heftigen Baumaßnahme entstehen? Ist das ganze verjährt? Lohnt es sich einen Anwalt zu nehmen?
Liebe Grüße von Angi
Hallo,
wir haben einen Bungalow Bj 1960; an den in den 70ern zwei Anbauten (links und rechts) gesetzt wurde. Jetzt haben wir innen an den Zwischenwänden des Altbaus, die an die Außenwände des Altbaus grenzen, vertikale feine Risse. In einem Bereich befindet sich in einer Wand auf beiden Seiten (in den unterschiedlichen Zimmern) jeweils ein identischer feiner Riss (rechte Hausseite). Im Garten kann man unter einer Buche, die wenige Meter vom Haus entfernt steht (rechte Hausseite), deutlich eine Mulde erkennen. Auf der anderen Seite des Hauses (linke Hausseite) befindet sich ein Weg bestehend aus zwei nebeneinander liegenden Gehwegplatten. Hier ist eine deutliche Senkung der dem Haus nicht zugewandten Gehwegplatten zu erkennen. Die Gehwegplatten direkt grenzend am Haus liegen noch „normal“.
Besteht hier Handlungsbedarf? Kann dieses alles mit den trockenen Sommern zu tun haben?
Vielen lieben Dank im voraus 🙂
Hallo Tanja,
es kann durchaus sein, dass sich das Grundwasser durch den heißen Sommer abgesenkt hat und dadurch die Risse entstanden sind. Ob hier Handlungsbedarf ist, lässt sich aus der Ferne nicht beurteilen. Sie sollten die Risse auf jeden Fall ganz genau beobachten und schauen, ob sie sich weiter vergrößern. Wenn ja, würde ich einen Fachmann in ihrer Nähe kontaktieren, der sich das Problem vor Ort einmal anschaut.
Viele Grüße
Dominik Hochwarth
Hallo,
ich bin Mieter in einem denkmalgeschützten Wohnkomplex, dem Friedrich-Ebert-Hof in Hamburg.
Seut Herbst letzten Jahres lässt die Vermietung umfangreiche Sanierungs- sowie energetische Modernisierungsmaßnahmen durchführen. Dazu gehört auch die Sanierung der Flachdächer. Es sind je Gebäudeabschnitt unzählige Container Bauschutt von den Dächern geholt worden, bis bis auf den ursprünglichen Stahlbeton alles entfernt war.
Die Arbeiten wurden teilweise mit Abbruchhämmern durchgeführt.
Eine ganze Reihe von Mietern der oberen Geschosse hat jetzt gemeldet – und ich bin ebenfalls betroffen, dass es in den Wänden zu enorm vielen Rissbildungen gekommen ist. Bei Innenwänden teilweise von beiden Seiten sichtbar, sowie vereinzelt zu Rissen in der Decke.
Arbeiter der Dachdeckerfirma haben erzählt, dass Dach sei durch die im Laufe der Jahrzehnte aufgebrachten Materialien so belastet gewesen, dass es nach statische Berechnungen „eigentlich“ nur noch mit 30kg/qm belastbar gewesen sei.
Vetreter der Vermietung, die wegen der Risse die Schadensaufnahme gemacht haben, haben hingegen von „Entlastungsrissen“ gesprochen.
Das Stahlbetonfundament sei nach dem Entfernen der Lasten „wieder hochgekommen“.
Da seien solche Rissbildungen ganz normal.
Mir erscheint diese Erklärung unglaubwürdig, weil nur Dachgeschosswohnungen betroffen sind und weil ich zu „Entlastungsrissen“ im Internet nichts Einschlägiges finde.
Der Gebäudekomplex ist gemauert, die Böden der Etagen bestehen jeweils aus Stahbeton.
Was kann hier die tatsächliche Ursache für die Rissbildungen sein?
Die Erschütterungen durch die Abbruchhämmer auf einer annähernd maximal belasteten Betondecke?
Was müsste jetzt regulär unternommen werden, um die Schäden zu beheben und das Entstehen von weiteren Schäden zu verhindern?
Mit freundlichen Grüßen
Burkhard Strüven
Hallo Herr Strüven,
die Risse können natürlich auch durch die Arbeiten mit dem Abbruchhammer entstanden sein. Das ist aber aus der Ferne nur schwer zu beurteilen. Die Erklärung mit den veränderten Kraftverhältnissen im Mauerwerk durch eine Entlastung des Daches sind sicherlich auch möglich. Aber auch hier kann ich nichts zu sagen. Auch nicht zur weiteren Vorgehensweise – sind die Risse bereits zum Stillstand gekommen, sind weitere Risse zu befürchten? Letzlich kann das nur ein Sachverständiger vor Ort klären. Ist aber auch die Frage, welche Möglichkeiten Sie als Mieter da haben. Eigentlich ist es ja Sache des Vermieters, die Schäden zu reparieren und dafür zu sorgen, dass keine weitere Schäden entstehen.
Viele Grüße
Dominik Hochwarth
Guten Abend, wir haben vor ein Haus zu kaufen. Das Haus ist ein Neubau von 2015. Im
Wohnzimmer ist ein Riss zu sehen, dieser ist aber überstrichen, sodass man nicht sehen kann, wie tief dieser ist. Laut Angaben des Maklers handelt es Sicht um ein „Putzriss“. Dieser erstreckt sich von der linken Wand über die Decke bis zur Mitte der Decke. Zudem sind in den Bodenfliesen eine Fuge nicht vorhanden, laut Makler handelt es sich hierbei um eine Dehnungsfuge? Wie würden Sie den Riss aus der Ferne beurteilen? Bzw. wie kann ich feststellen, ob es sich nur um ein Putzriss handelt? Bei dem Haus handelt es sich um ein Reihenmittelhaus ohne Keller, links und rechts befindet sind ebenfalls ein Haus. Meine Idee ist nun, einen Gutachter hinzuziehen, aber ich weiß leider nicht welche Art von Gutachter können Sie mir das weiterhelfen? Darüber hinaus hatte ich vor bei den Nachbarn links und rechts zu Schellen und nachzufragen, ob dort ebenfalls „Setzrisse“ vorhanden sind oder waren. Würde mir es weiterhelfen, wenn die Nachbarn keine haben?
Über eine Antwort würde ich mich sehr freuen
Hallo Bianca,
aus der Ferne kann ich nur wenig dazu sagen, es wäre in der Tat hilfreich, wenn sich das ein Gutachter vor Ort anschaut. Googlen Sie einfach mal nach „Sachverständiger Baumängel“. Da sollten Sie jemanden in Ihre Nähe finden. Generell kann man sich solche Risse aber auch natürlich über eine längere Zeit anschauen und beobachten, ob er sich noch verändert. Aber diese Zeit und die Möglichkeit, dort ständig vorbeizuschauen, haben Sie sicher nicht. Ob es Ihnen hilft, die Nachbarn zu befragen, ist schwierig zu beantworten. Haben diese Setzrisse, dann kann es bei Ihnen sicherlich auch einer sein. Haben die keine, ist es noch keine Gewähr, dass es bei Ihnen auch keiner ist. Wobei es natürlich gut möglich ist, gerade bei einem Reihenmittelhaus. Da sollten die Setzungsverhältnisse bei den Nachbarn doch ähnlich sein.
Viele Grüße
Dominik Hochwarth