Welche Solarmodul-Größen gibt es? Der große Überblick

Von Dominik Hochwarth

Solarmodule sind das Herzstück jeder Photovoltaikanlage. Sie wandeln Sonnenlicht in elektrischen Strom um – und das auf einer Fläche, die gut geplant sein will. Denn nicht jedes Modul passt auf jedes Dach, und auch nicht jede Modulgröße bringt automatisch mehr Leistung. In diesem Beitrag erfahren Sie, welche Modulmaße heute üblich sind, wie sich die Technik entwickelt hat und worauf Sie achten sollten, wenn Sie eine Solaranlage planen.

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Solarmodule sind in den verschiedensten Größen erhältlich

Das erwartet Sie in diesem Beitrag

Was bestimmt die Größe eines Solarmoduls?

Die Modulgröße hängt im Wesentlichen von drei Faktoren ab:

  1. Anzahl der Solarzellen: Die Zellen bilden das Grundgerüst des Moduls. Je mehr Zellen verbaut sind, desto größer das Modul.
  2. Größe der Zellen: Aktuell verbreitete Formate reichen von M0 (156 mm) bis M12 (210 mm). Größere Zellen bedeuten bei gleicher Anzahl mehr Fläche.
  3. Anordnung der Zellen: Üblich sind Reihen- und Spaltenformate wie 6×10 (60 Zellen) oder 6×24 (144 Zellen).

Von M0 bis M12: Wie sich Zellformate entwickeln

Die Photovoltaikbranche war lange Zeit durch eine große Modellvielfalt geprägt. In den 1990er-Jahren waren 60-Zellen-Module mit M0-Zellen (156 x 156 mm) verbreitet. Die Modulmaße lagen meist bei 1,64 m x 1,00 m. Inzwischen haben sich leistungsstärkere Zellformate etabliert. Seit 2020 setzen viele Hersteller auf M10- und M12-Zellen.

Beispielhafte Zellmaße:

  • M0: 156 x 156 mm
  • M2: 156,75 x 156,75 mm
  • M6: 166 x 166 mm
  • M10: 182 x 182 mm
  • M12: 210 x 210 mm

Diese größeren Zellformate machen Module nicht nur leistungsstärker, sondern auch größer. So können heutige Solarmodule bei gleicher Stückzahl deutlich mehr Strom erzeugen.

Standardmodule: Das ist heute üblich

Auf Wohnhäusern werden häufig Module mit 60, 108 oder 120 Zellen eingesetzt. Die klassischen 60-Zellen-Module sind meist rund 1,65 m lang und 1 m breit. Ein modernes Modul mit 108 Halbzellen (Halfcut-Technologie) misst etwa 1,72 m x 1,13 m und bringt 400 bis 430 Watt Leistung.

Typische Größen im Vergleich:

  • 60 Zellen (Vollzellen): ca. 1,65 x 1,00 m (1,65 m²)
  • 120 Halbzellen: ca. 1,75 x 1,05 m (1,84 m²)
  • 144 Halbzellen: ca. 2,20 x 1,13 m (2,49 m²)

Module mit mehr als 2 m² Fläche sind in Deutschland auf privaten Dächern nicht immer zulässig. Grund ist die bauaufsichtliche Begrenzung der Modulfläche für Hausdachanlagen.

Mehr Watt pro Modul: Aber nicht immer mehr Leistung pro Quadratmeter

Größere Module bringen meist mehr Leistung. Doch die Leistungsdichte – also Watt pro Quadratmeter – steigt nicht unbegrenzt mit. Ein 400-Watt-Modul liefert rund 215 W/m², ein 700-Watt-Modul mit 3,1 m² Fläche nur etwa 225 W/m².

Größere Module sind daher nicht immer im Vorteil. Bei begrenzter Dachfläche lohnt sich daher der Blick auf die Watt pro m², nicht nur auf die Gesamtleistung eines Moduls.

Sonderformate und flexible Lösungen

Nicht jedes Dach bietet Platz für standardisierte Module. Deshalb bieten manche Hersteller Sondergrößen oder flexible Module an. Diese eignen sich besonders für Balkone, Garagendächer, Wohnmobile oder gewölbte Flächen. Flexible Module lassen sich biegen und mit Kabelbindern montieren. Sie wiegen wenig und sind mobil einsetzbar – ideal, wenn eine temporäre Installation gefragt ist.

Auch sogenannte Lückenschlussmodule oder Dummys kommen zum Einsatz. Sie füllen ungenutzte Flächen aus, ohne elektrische Leistung zu liefern. So lässt sich eine Dachfläche optisch ansprechend und gleichmäßig belegen.

Wie viele Module passen aufs Dach?

Die Modulgröße beeinflusst direkt die Zahl der installierbaren Module. Als Faustformel gilt: Pro Kilowatt installierter Leistung benötigen Sie etwa 7 m² Dachfläche. Der genaue Wert hängt von Modulgröße, Leistung, Ausrichtung und Dachform ab.

Ein Beispiel: Eine 8-kWp-Anlage mit 400-Watt-Modulen benötigt 20 Module. Bei einer Modulgröße von knapp 2 m² ergibt sich ein Flächenbedarf von rund 40 m². Hindernisse wie Gauben, Kamine oder Dachfenster können die effektive Fläche allerdings deutlich reduzieren.

Zelltechnologien und ihre Unterschiede

Neben der Größe spielt auch die Zelltechnologie eine Rolle. Monokristalline Zellen bieten mit rund 20–22 % die höchste Effizienz. Polykristalline Zellen sind günstiger, aber weniger leistungsfähig. Dünnschichtzellen sind besonders leicht und biegsam, haben aber den niedrigsten Wirkungsgrad.

Wirkungsgrade im Vergleich:

  • Monokristallin: 20–22 %
  • Polykristallin: 15–18 %
  • Dünnschicht: 10–13 %

Bei begrenzter Fläche lohnt sich der Griff zu monokristallinen Modulen. Sie liefern mehr Leistung pro Quadratmeter – bei höherem Preis.

Modulgrößen und typische Leistungen im Vergleich

Modulgröße (in m)Fläche (m²)Typische Leistung (Wp)ZellanzahlTechnologie
1,65 x 1,001,6533060Vollzellen
1,75 x 1,051,84400–430108–120Halbzellen
2,20 x 1,132,49540–600144Halbzellen
2,38 x 1,303,09600–700132–156Drittelzellen

Fazit: Die richtige Modulgröße hängt vom Ziel ab

Ob 60, 108 oder 144 Zellen: Die Wahl der Modulgröße hängt von der verfügbaren Fläche, dem gewünschten Stromertrag und dem Budget ab. Größere Module sind nicht automatisch besser. Entscheidend ist die Kombination aus Modulfläche, Leistung und Wirkungsgrad.

Lassen Sie sich am besten von einem Fachmann bzw. einer Fachfrau beraten, wenn Sie Ihre Photovoltaikanlage planen. Denn nur mit einer individuellen Betrachtung lässt sich das volle Potenzial Ihrer Dachfläche ausschöpfen.

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