Vogelabwehr bei PV-Anlagen – darauf kommt es an

Vögel sind manchmal ein echtes Problem – zum Beispiel, wenn sie unter der PV-Anlage nisten oder auf die Anlage kacken. Beides kann unmittelbar zusammenhängen, denn wo zum Beispiel Tauben brüten, kommt der Vogelkot von ganz allein. In Meeresnähe können Seevögel die Solarmodule regelrecht abdecken mit ihren Fladen. Sie sehen – es gibt einige Gründe für die Vogelabwehr bei PV-Anlagen. Welche Möglichkeiten sich Ihnen bieten, erfahren Sie in diesem Beitrag.

Tauben auf Photovoltaikanlage
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Tauben können den Betrieb einer PV-Anlage nachhaltig schädigen, daher sollten Sie Maßnahmen gegen eine Taubenplage unternehmen

Das erwartet Sie in diesem Beitrag

Tauben nisten unter der Solaranlage

Wenn sich die Tauben bereits unter der PV-Anlage eingenistet haben, ist es in der Regel fast schon zu spät, etwas dagegen zu unternehmen. Das Problem hierbei ist nicht die einzelne Taube, die dort brütet, sondern dass die Vögel Gewohnheitstiere sind und über Sommer ständig Nachwuchs produzieren. Innerhalb weniger Monate leben unter ihren Modulen ganze Tauben-Großfamilien inklusive Kadaver und Bergen von Kot. Mit einer Taubenschutz PV Anlage vermeiden Sie das.

Vogelkot auf Photovoltaik-Anlage
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Vogelkacke kann insbesondere Hochleistungs-Solarmodule schädigen

Sie sollten daher bestenfalls bereits bei der Installation einer Solaranlage Maßnahmen ergreifen, dass Tauben unter die Module kriechen und dort ihre Familienplanung betreiben. Spätestens, wenn Sie merken, dass die Vögel bei Ihnen im Wohngebiet umherfliegen und auch auf Ihrem Dach landen, ist es Zeit zu handeln. Eine Solar Vogelabwehr muss her.

Ob sich Tauben unter einer PV-Anlage wohlfühlen, hängt unter anderem von der Dachneigung ab. Experten haben herausgefunden, dass bei Dächern mit einer Neigung von 35 bis 45 Prozent in der Regel kein Taubenproblem zu beobachten ist. Bei flacheren Dächern mit einer Neigung von 20 oder 30 Prozent ist es für die Tauben jedoch kein Problem, unter die Solarmodule zu Kriechen und dort zu brüten.

Welche Möglichkeiten der Taubenabwehr gibt es?

Im Handel gibt es zahlreiche Systeme, mit denen Tauben der Zugang unter die Solarmodule verwehrt bleibt. Nicht alle sind tierschutzkonform, nicht alle bringen das, was sie sollen. Es ist daher darauf zu achten, das richtige zu kaufen. Welche Maßnahmen zur Vergrämung der Tauben ergriffen werden müssen, hängt auch davon ab, ob es sich noch um einen Besiedelungsversuch handelt, ob bereits Tauben brüten oder sogar bereits die ersten Küken geschlüpft sind.

Ob Sie einen Taubenschutz kleben, festbinden oder anschrauben, ist eigentlich egal. Wichtig ist nur, dass er dauerhaft festbleibt und keinerlei Lücken aufweist, durch die noch Tiere schlüpfen können. Wichtig hierbei ist aber auch, die Hinterlüftung der Solarmodule nicht zu unterbinden, da sonst ein Temperaturstau entstehen kann. Hohe Temperaturen sorgen für einen Leistungsabfall der PV-Anlage. Außerdem wird die Brandgefahr erhöht, ganz zu Schweigen von dem Lärm, den die Vögel zwischen Dach und Solarmodul erzeugen. Nicht zuletzt können die eingeschleppten Zweige Kratzer auf der Rückseitenfolie des Moduls verursachen, was zu Erdschlussschutzfehlern führen kann.

Das sollten Sie unbedingt wissen

Wichtig ist auch zu wissen, dass Tauben eine unglaubliche Kraft entwickeln, sobald sie in der Brutphase sind. Herkömmliche Bürsten können den Kräften mitunter nicht widerstehen, wenn die Muttertiere zu ihrer Brut kommen wollen. Hier empfiehlt sich ein massiver Taubenschutz aus zumindest drei Millimeter starkem Material, der fest mit der Solaranlage verschraubt ist, eine Klebeverbindung ist meist nicht dauerhaft zuverlässig haltbar. Bei Befall von brütenden Tauben, aber auch bei Mardern und Ratten ist daher die Schraubmontage zu bevorzugen.

Beachten Sie hierbei, dass eine Schraubverbindung die stromerzeugende Technik im Modul nicht beeinträchtigt, sofern fachgerecht montiert. Dennoch gilt es als Eingriff in ein bestehendes Produkt. Bei allen Solarmodulen, an die eine Taubenabwehr geschraubt wird, verlieren daher ihre Produktgarantie.

Mitunter werden zur Vergrämung von Tauben Abwehrstacheln montiert – die sind bei Ihrer PV-Anlage nicht notwendig. Zumal das auch nicht besonders schick anzuschauen ist. In der Regel reicht es vollkommen aus, den Zugang unter die Solarmodule zu verschließen. Aufgrund des Bruttriebes der Tauben sollten Sie unbedingt darauf achten, das Verletzungsrisiko für die Vögel möglichst gering zu halten. Machen Sie das nicht, bestehen beachtliche Risiken hinsichtlich Verletzungen für die Tauben, die während der ersten Zeit mit aller Macht versuchen werden, sich zu ihrem Gelege durchzukämpfen. Verstümmelungen, Amputationen und ein daraus resultierendes Sterben der Tiere sind hierbei nicht auszuschließen.

Was tun, wenn sich die Tauben bereits eingenistet haben?

Hat sich der Taubenschwarm bereits eingenistet, lässt er sich in der Regel nur schwer vertreiben. In der Regel kehrt er nach der erfolgten Flucht auch wieder zurück, da Tauben ihre Nistplätze immer wieder aufsuchen. Durch Verschließen der Zugänge lässt sich zwar verhindern, dass die Tiere dorthin zurückkehren können, doch Taubennester dürfen nicht einfach so entfernt werden.

Im europäischen Tierschutzgesetz ist verankert, dass Nester mit frisch geschlüpften Jungtieren nicht beseitigt werden dürfen. Hier hilft nur ein Gang zum zuständigen Veterinäramt. Das benennt einen sachkundigen Falkner oder Kammerjäger, der sich der Tiere fachgerecht annimmt.

Solaranlage reinigen
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Verschmutzte Solaranlagen sollten Sie vom Fachbetrieb reinigen lassen

Vogelkot entfernen – dann ist es notwendig

Wenn ab und an ein Vogel auf Ihre PV-Anlage kackt, ist das nicht weiter schlimm. Der nächste Regen wäscht in der Regel wieder alles ab und die Leistungsfähigkeit der Anlage bleibt erhalten. Anders sieht es hingegen in Meernähe aus, wenn ständig Möwen und andere Seevögel über Ihrer Solaranlage kreisen und riesige Flatschen auf den Modulen hinterlassen. Dann ist auf jeden Fall eine regelmäßige Reinigung notwendig, damit die volle Leistung erzielt werden kann.

Problematisch kann es zudem bei modernen Hochleistungsmodulen werden, die durch besondere Verfahren der Lichtbrechung leistungsfähiger als alte Module sind. Die Glasoberfläche kann hier so empfindlich sein, dass sogar Sperlingskot auf Dauer Verätzungen zurücklässt – insbesondere in Kombination mit intensiver Sonneneinstrahlung. Hier ist es zu empfehlen, das Glas und den Kot regelmäßig zu prüfen, ob sich die optischen Veränderungen in einem tolerierbaren Maß halten.

Wie häufig eine PV-Anlage gereinigt werden muss, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Ist sie steiler, braucht sie weniger häufig gesäubert werden. Andere Einflussfaktoren sind die Montageart, Wetterregion und Umgebung. Wichtig ist auch der Zeitpunkt, wann die Anlage gereinigt wird. Manchmal ist eine Herbstreinigung zu empfehlen, in anderen Fällen eine Frühjahrsreinigung:

  • Lässt man den Vogelkot zum Beispiel über Winter auf den Modulen, rutscht der Schnee schlechter ab und reduzieren die Wintererträge. Hier ist es zu empfehlen, die PV-Anlage im Herbst zu reinigen.
  • In schneereichen Lagen oder Gebieten mit anhaltendem Hochnebel sind Wintererträge zu vernachlässigen. Hier lohnt es sicher eher, die Solarmodule im Frühjahr zu reinigen.

Prinzipiell ist es ratsam, die Reinigung einer speziellen Fachfirma zu überlassen. Vogelkot kann ziemlich hartnäckig sein, da braucht es spezielles Gerät und spezielle Kenntnisse, diesen so zu entfernen, dass dabei die PV-Module nicht beschädigt werden.

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