Trockenes Herbstlaub auf der Einfahrt stellt einen Laubbläser kaum vor Probleme. Anders sieht es aus, wenn schwere, feuchte Blätter im Rasen liegen oder ein großes Grundstück unter mehreren alten Laubbäumen geräumt werden soll. Genau dort zeigt sich, welcher Laubbläser wirklich passt.
Die alte Faustregel „Akku für kleine, Benzin für große Gärten“ hilft dabei nur noch bedingt. Moderne Akku-Geräte erreichen inzwischen Leistungswerte, die klassische handgeführte Benzin-Laubbläser übertreffen können. Benzin hat seinen größten Vorteil heute an anderer Stelle: Der Tank lässt sich schnell füllen, wenn mehrere Stunden am Stück gearbeitet werden soll.
Für die Kaufentscheidung sind deshalb vor allem Laubmenge, Untergrund und Einsatzdauer wichtig.

Das Wichtigste in Kürze
- Für die meisten privaten Gärten reicht ein Akku-Laubbläser aus.
- Benzin bedeutet nicht automatisch mehr Blaskraft.
- Bei großen Laubmengen sind Blaskraft und Luftdurchsatz wichtiger als eine hohe Luftgeschwindigkeit in km/h.
- Wer bereits passende Akkus für andere Gartengeräte besitzt, kann beim Kauf deutlich sparen.
- Benzin bleibt bei langen Arbeitseinsätzen praktisch, weil sich der Tank innerhalb weniger Minuten nachfüllen lässt.
- Feuchtes Laub auf nassem Rasen oder Pflaster lässt sich oft leichter mit Rechen oder Besen entfernen.
- Auch Akku-Laubbläser unterliegen den gesetzlichen Betriebszeiten für Laubbläser.
Nicht die Gartengröße entscheidet
Ein 1.000 m² großer Garten mit zwei jungen Obstbäumen kann im Herbst wenig Arbeit machen. Auf einem nur halb so großen Grundstück mit mehreren alten Ahorn-, Kastanien- oder Lindenbäumen können dagegen große Laubmengen zusammenkommen.
Hinzu kommt der Untergrund. Trockenes Laub auf Pflaster lässt sich wesentlich leichter bewegen als feuchte Blätter, die zwischen Grashalmen liegen oder am Boden festkleben.
Als grobe Orientierung eignet sich deshalb folgende Einteilung:
| Garten und Arbeit | Passender Antrieb |
| Terrasse, Einfahrt, kleiner Vorgarten | kleiner Akku-Laubbläser |
| kleiner bis mittlerer Garten, wenige Laubbäume | Akku |
| mittlerer Garten mit regelmäßigem Laubanfall | kräftiger Akku |
| großer Garten mit vielen Laubbäumen | kräftiger Akku mit Wechselakku oder Benzin |
| sehr große Flächen und lange Arbeitseinsätze | Benzin oder professionelles Akku-System |
| kein Stromanschluss und keine Möglichkeit zum Nachladen | Benzin oder mehrere Wechselakkus |
Die Quadratmeterzahl sollte dabei nur als Orientierung dienen. Viel wichtiger ist, wie lange das Gerät tatsächlich arbeiten muss.

Ein Benziner ist nicht automatisch stärker
Bei der Leistung hat sich in den vergangenen Jahren viel verändert. Ein aktuelles Beispiel zeigt, warum sich Akku- und Benzingeräte nicht mehr allein anhand ihres Antriebs einordnen lassen.
Der Akku-Laubbläser Husqvarna 230iB erreicht laut Hersteller im Boost-Modus eine maximale Blaskraft von 19,6 Newton. Beim handgeführten Benzinmodell Husqvarna 125B sind es 12,5 Newton. Der maximale Luftdurchsatz an der Runddüse liegt beim Akku-Gerät ebenfalls höher.
| Husqvarna 230iB Akku | Husqvarna 125B Benzin | |
| maximale Blaskraft | 19,6 N | 12,5 N |
| Luftdurchsatz an der Runddüse | 1.104 m³/h | 721,8 m³/h |
| Luftgeschwindigkeit | 62,5 m/s | 58,12 m/s |
| Gerätegewicht | 2,49 kg ohne Akku | 4,26 kg |
| Gewicht mit B140-Akku | ca. 3,74 kg | – |
| Schalldruck am Ohr | 79 dB(A) | 94 dB(A) |
Der zum Set gehörende Husqvarna B140 wiegt 1,25 kg. Damit kommt der Akku-Bläser einsatzbereit auf rund 3,74 kg. Beim Benziner kommt zum angegebenen Gerätegewicht noch der Kraftstoff hinzu.
Die beiden Modelle sind kein allgemeingültiger Test „Akku gegen Benzin“. Sie zeigen aber gut, dass sich aus dem Antrieb allein nicht mehr auf die Blasleistung schließen lässt.
Das gilt mittlerweile sogar für professionelle Rückengeräte. STIHL nennt für den Akku-Rucksackbläser BRA 600 B bis zu 35 N. Der benzinbetriebene BR 600 kommt auf 32 N. Das Akku-Modell benötigt dafür allerdings zwei große Akkus und gehört klar in den Profibereich.

Was bedeuten Newton, m³/h und km/h?
Beim Kauf eines Laubbläsers treffen Sie auf verschiedene Leistungsangaben. Besonders häufig wird mit einer hohen Luftgeschwindigkeit geworben.
Ein Gerät mit 300 km/h ist aber nicht automatisch stärker als eines mit 200 km/h.
Drei Werte sind wichtig:
- Luftgeschwindigkeit: Sie gibt an, wie schnell die Luft aus der Düse strömt. Ein schneller Luftstrahl hilft dabei, Blätter vom Untergrund zu lösen.
- Luftdurchsatz: Er wird meist in Kubikmetern pro Stunde angegeben und beschreibt, wie viel Luft das Gerät bewegt. Für größere Laubhaufen ist ein hoher Luftdurchsatz wichtig.
- Blaskraft: Einige Hersteller geben sie in Newton an. Sie berücksichtigt die Wirkung des Luftstroms und eignet sich deshalb besser zur groben Einordnung der tatsächlichen Blasleistung.
Für einen normalen Hausgarten braucht es keine Profiwerte jenseits von 30 N. Wichtiger ist eine gut regelbare Leistung. Auf einer Terrasse kann zu viel Luftstrom sogar störend sein, weil Kies, Erde oder kleine Zweige mitfliegen.

Wie lange hält ein Akku-Laubbläser?
Bei Akku-Geräten gehört die Laufzeit zu den wichtigsten Kaufkriterien. Ein einzelner Wert wie „bis zu 60 Minuten“ kann dabei täuschen, denn die Laufzeit hängt stark von der gewählten Leistungsstufe ab.
Ein Beispiel ist der STIHL BGA 60 mit dem 180-Wh-Akku AK 30 S. STIHL nennt je nach Leistungsstufe Laufzeiten zwischen rund 16 und 130 Minuten. Bei maximaler Leistung ist der Akku also erheblich schneller leer. Für trockenes Laub auf Asphalt nennt der Hersteller unter definierten Bedingungen eine Reichweite von bis zu 900 m² pro Ladung.
Die 900 m² sind keine allgemeine Angabe für einen Garten. Feuchtes Laub auf Rasen verlangt erheblich mehr Arbeit als trockene Blätter auf glattem Asphalt.
Beim Kauf sollten Sie deshalb auf vier Punkte schauen:
- Laufzeit bei hoher Leistung,
- Energieinhalt des Akkus in Wh,
- Ladezeit,
- Preis und Verfügbarkeit eines Wechselakkus.
Wer ohnehin mehrere Geräte eines Akkusystems besitzt, kann vorhandene Akkus häufig auch im Laubbläser nutzen.
Das spielt ebenso bei anderen Gartengeräten eine Rolle. In unseren Vergleichen erfahren Sie, wann sich eine Akku- oder Benzin-Kettensäge lohnt und welche Vorteile Akku- und Benzin-Heckenscheren haben.
Wann lohnt sich ein Benzin-Laubbläser noch?
Die eigentliche Stärke des Benziners liegt heute vor allem in der Einsatzdauer.
Ist der Tank leer, lässt er sich auffüllen und die Arbeit kann unmittelbar weitergehen. Ein Akku-Gerät benötigt dafür entweder einen geladenen Wechselakku oder eine Ladepause.
Benzin kann deshalb sinnvoll sein, wenn Sie:
- regelmäßig sehr große Laubmengen beseitigen,
- über mehrere Stunden arbeiten,
- weit entfernt von einer Lademöglichkeit arbeiten,
- nicht mehrere teure Wechselakkus anschaffen möchten,
- das Gerät sehr intensiv oder gewerblich einsetzen.
Für typische Arbeiten rund um Einfamilienhaus, Terrasse und Einfahrt ist dieser Vorteil deutlich weniger wichtig. Dort ist die Arbeit häufig beendet, bevor ein passend dimensionierter Akku leer ist.
Vorhandene Akkus können die Kaufentscheidung verändern
Beim Preisvergleich sollten Sie genau hinschauen. Akku-Laubbläser werden häufig sowohl als Einzelgerät als auch als Set mit Akku und Ladegerät angeboten.
Das nackte Gerät kann preislich attraktiv aussehen, funktioniert ohne vorhandenen Akku aber nicht.
Besitzen Sie bereits einen passenden Akku für Rasenmäher, Heckenschere, Rasentrimmer oder Kettensäge, sieht die Rechnung anders aus. Dann müssen Sie möglicherweise nur den Laubbläser kaufen.
Wer mehrere Gartengeräte benötigt, sollte deshalb möglichst früh überlegen, welches Akkusystem langfristig passen könnte. Verschiedene Hersteller verwenden eigene Systeme, die untereinander in der Regel nicht kompatibel sind.
Gewicht: Nicht nur die Zahl auf dem Datenblatt zählt
Laubbläser werden über längere Zeit getragen. Deshalb ist das Arbeitsgewicht wichtiger als bei vielen anderen Gartengeräten.
Achten Sie bei Akku-Modellen darauf, ob das angegebene Gewicht den Akku enthält. Häufig nennen Hersteller zunächst nur das Gewicht des nackten Geräts.
Beim Husqvarna 230iB steigt das Gewicht beispielsweise von 2,49 kg ohne Akku auf rund 3,74 kg mit dem B140.
Das Gewicht allein verrät trotzdem nicht alles. Auch Balance, Griffposition und die Verteilung der Masse beeinflussen, wie anstrengend die Arbeit wird.
Bei besonders leistungsstarken Geräten kann ein Rucksackmodell angenehmer sein, obwohl es insgesamt deutlich schwerer ist. Schulter- und Hüftgurte verteilen die Last auf den Oberkörper.
Auch Vibrationen spielen eine Rolle. Husqvarna nennt beim 230iB beispielsweise 2,35 m/s² am Handgriff, beim benzinbetriebenen 125B 11,1 m/s².
Beim Lärm hat Akku einen klaren Vorteil
Der Elektromotor verursacht weniger Geräusche als ein Verbrennungsmotor. Komplett leise ist ein Akku-Laubbläser trotzdem nicht, denn ein erheblicher Teil des Geräuschs entsteht durch den starken Luftstrom.
Beim Vergleich von Husqvarna 230iB und 125B liegen die Herstellerangaben für den Schalldruck am Ohr bei 79 beziehungsweise 94 dB(A). Beim garantierten Schallleistungspegel sind es 102 und 112 dB(A).
Vor allem in dicht bebauten Wohngebieten ist der niedrigere Geräuschpegel ein starkes Argument für Akku.
Das Umweltbundesamt weist allerdings darauf hin, dass Laubbläser und Laubsauger generell erhebliche Lärmbelastungen verursachen können.
Wann dürfen Laubbläser benutzt werden?
Beim Thema Ruhezeiten spielt der Antrieb keine entscheidende Rolle. Die Geräte- und Maschinenlärmschutzverordnung führt Laubbläser ausdrücklich als Geräteart Nr. 34 auf.
In reinen, allgemeinen und besonderen Wohngebieten sowie weiteren in § 7 der 32. BImSchV genannten Gebieten gelten für Laubbläser grundsätzlich besonders enge Betriebszeiten.
An Werktagen dürfen sie dort grundsätzlich nur zu diesen Zeiten betrieben werden:
9 bis 13 Uhr
15 bis 17 Uhr
An Sonn- und Feiertagen gilt grundsätzlich ein ganztägiges Betriebsverbot. Für bestimmte lärmarme beziehungsweise entsprechend gekennzeichnete Geräte sieht die Verordnung Ausnahmen von den zusätzlichen werktäglichen Einschränkungen vor. Länder und Kommunen können weitere Vorgaben erlassen.
Akku bedeutet deshalb nicht automatisch, dass Sie frühmorgens oder am Abend Laub blasen dürfen.
Was hilft bei feuchtem Laub?
Feuchtes Laub verlangt deutlich mehr Leistung als trockene Blätter. Leistungsstarke Akku-Geräte können auch solche Aufgaben bewältigen. STIHL nennt beispielsweise für seinen professionellen BRA 600 B bis zu 35 N und führt schweres, nasses Laub ausdrücklich als Einsatzbereich auf.
Das heißt jedoch nicht, dass Motorleistung immer die beste Lösung ist.
Kleben nasse Blätter auf feuchtem Asphalt oder zwischen Grashalmen, sinkt die Effizienz stark. Das Umweltbundesamt rät bei feuchtem Laub eher zu Besen, Laubrechen oder Harke.
Für die Praxis bedeutet das:
- trockenes Laub auf Pflaster: kleiner bis mittlerer Akku-Bläser reicht häufig,
- trockenes Laub auf Rasen: kräftigeres Gerät spart Zeit,
- größere Laubhaufen: hoher Luftdurchsatz hilft,
- feuchtes oder nasses Laub: möglichst erst antrocknen lassen oder zum Rechen greifen.
Laubbläser oder Laubsauger?
Laubbläser und Laubsauger werden häufig gemeinsam betrachtet, haben aber unterschiedliche Auswirkungen.
Ein Laubbläser verschiebt die Blätter lediglich. Dabei können Staub, Mikroorganismen, Pilzsporen, Unrat oder Tierkot aufgewirbelt werden.
Laubsauger ziehen das Material ein. Besitzt das Gerät zusätzlich ein Häckselwerk, können mit dem Laub auch kleine Tiere wie Insekten, Spinnen oder Regenwürmer eingesaugt und verletzt oder getötet werden. Darauf weist auch das Umweltbundesamt hin.
Nicht jedes Blatt muss außerdem aus dem Garten verschwinden. Unter Hecken und Sträuchern kann Laub liegen bleiben und dort langsam verrotten. Möchten Sie größere Mengen sinnvoll verwerten, finden Sie hier unsere Anleitung zum richtigen Kompostieren von Laub und Gartenabfällen.
Fallen beim Herbstschnitt gleichzeitig größere Mengen Zweige und Äste an, kann zusätzlich ein Häcksler sinnvoll sein. Welche Antriebsart dafür passt, lesen Sie im Vergleich Benzin- oder Elektrohäcksler: Was lohnt sich für welchen Garten?.
Schutzbrille und Gehörschutz nicht vergessen
Ein Laubbläser bewegt nicht nur Blätter. Kleine Steinchen, Holzstücke und anderer Unrat können ebenfalls durch die Luft fliegen.
Eine Schutzbrille ist daher sinnvoll. Je nach Geräuschpegel und Herstellerangaben kann zusätzlich Gehörschutz erforderlich oder zumindest empfehlenswert sein.
Blasen Sie außerdem nicht in Richtung anderer Personen, Tiere, Fahrzeuge oder Fenster. Besonders auf Kiesflächen sollte die Leistung reduziert werden.
Akku oder Benzin: Welche Variante passt?
Für die meisten privaten Hausgärten spricht heute mehr für Akku. Die Geräte sind leistungsfähig, unkompliziert zu starten, verursachen am Einsatzort keine Verbrennungsabgase und benötigen weniger Wartung. Wer bereits passende Akkus besitzt, spart zusätzlich bei der Anschaffung.
Benzin bleibt interessant, wenn große Mengen Laub über lange Zeit bewegt werden müssen und Ladepausen oder mehrere Wechselakkus unpraktisch wären.
Die oft zitierte Gartengröße hilft bei der Entscheidung nur begrenzt. Ein Garten mit 1.000 m² und zwei kleinen Bäumen kann problemlos mit Akku zu bewältigen sein. Ein 500-m²-Grundstück unter mehreren alten Laubbäumen kann mehr Leistung und Laufzeit verlangen.
Für die meisten Gartenbesitzer lautet die Empfehlung deshalb: Erst die tatsächliche Laubmenge und Einsatzdauer betrachten – und erst danach zwischen Akku und Benzin entscheiden.
Quellen
- Bundesministerium der Justiz: 32. Verordnung zur Durchführung des Bundes-Immissionsschutzgesetzes (32. BImSchV)
- Umweltbundesamt: Wohin mit dem Laub?
- Husqvarna: Akku-Laubbläser 230iB
- Husqvarna: Benzin-Laubbläser 125B
- Husqvarna: Akku B140
- STIHL: Akku-Rucksackbläser BRA 600 B
- STIHL: Benzin-Rucksackbläser BR 600




