Ziegel, Holz oder Porenbeton: Welcher Baustoff ist die beste Wahl fürs Haus?

Von Dominik Hochwarth

Ziegel war lange der klare Favorit beim Einfamilienhaus. Inzwischen hat sich das Bild verändert. Von den 2025 fertiggestellten Wohngebäuden mit einer Wohnung wurden 12.042 überwiegend aus Ziegel und 11.973 überwiegend aus Holz gebaut. Der Abstand beträgt gerade einmal 69 Häuser. Porenbeton folgt mit 8.067 Gebäuden.

Welcher Baustoff am häufigsten verwendet wird, sagt allerdings wenig darüber aus, welcher für das eigene Haus am besten geeignet ist. Wärmeschutz, Schallschutz, Tragfähigkeit, Wandaufbau, Bauzeit und Kosten unterscheiden sich erheblich. Auch die Frage, ob eine zusätzliche Dämmschicht nötig ist, spielt eine Rolle.

Hinzu kommt: Eigentlich werden beim Hausbau nicht einzelne Baustoffe miteinander verglichen, sondern komplette Konstruktionen. Eine Außenwand aus Kalksandstein funktioniert bauphysikalisch anders als eine monolithische Ziegelwand oder eine Holztafelwand.

verschiedene Baustoffe für den Hausbau im Vergleich
Welcher Baustoff ist die beste Wahl fürs Haus? Ziegel, Holz, Porenbeton, Kalksandstein und Beton im verständlichen Vergleich.

Ziegel und Holz liegen beim Einfamilienhaus fast gleichauf

Das Statistische Bundesamt unterscheidet bei Neubauten nach dem „überwiegend verwendeten Baustoff“. Bei den 2025 fertiggestellten Wohngebäuden mit genau einer Wohnung ergibt sich folgendes Bild:

Überwiegend verwendeter BaustoffGebäude 2025Anteil
Ziegel12.04228,8 %
Holz11.97328,7 %
Porenbeton8.06719,3 %
Kalksandstein5.31112,7 %
Stahlbeton2.7196,5 %
Leichtbeton/Bims1.1382,7 %
Stahl und sonstige Baustoffe5361,3 %

Die Kategorie „Wohngebäude mit einer Wohnung“ entspricht weitgehend dem klassischen Einfamilienhaus. Die Statistik bedeutet allerdings nicht, dass sämtliche Bauteile eines als Holz- oder Ziegelbau erfassten Hauses aus diesem Material bestehen. Erfasst wird der überwiegende Baustoff. Destatis: Baufertigstellungen nach überwiegend verwendetem Baustoff

Besonders auffällig ist der Holzbau. 2015 entfielen lediglich 15.009 von 84.603 fertiggestellten Wohngebäuden mit einer Wohnung auf Holz. Das waren rund 17,7 %. Ziegel kamen damals auf gut 31 %, Porenbeton auf knapp 24 %. Die Zahlen zeigen, wie stark Holz innerhalb eines Jahrzehnts aufgeholt hat.

Die Statistik ist jedoch keine Qualitätsrangliste. Regionale Bautraditionen, Fertighausanbieter, verfügbare Handwerksbetriebe und die konkrete Planung beeinflussen ebenfalls, welches Material verwendet wird.

Die Grafik zeigt, wie stark Holz beim Einfamilienhaus aufgeholt hat: 2025 lag der Anteil mit 28,7 % fast gleichauf mit Ziegel bei 28,8 %. Porenbeton fiel im Vergleich zu 2015 auf 19,3 % zurück. Quelle: Destatis.
Die Grafik zeigt, wie stark Holz beim Einfamilienhaus aufgeholt hat: 2025 lag der Anteil mit 28,7 % fast gleichauf mit Ziegel bei 28,8 %. Porenbeton fiel im Vergleich zu 2015 auf 19,3 % zurück. Quelle: Destatis.

Außenwandkonstruktionen im Vergleich

Ein einfacher Vergleich nach dem Schema „Ziegel dämmt gut, Kalksandstein schlecht“ führt in die Irre. Kalksandstein wird bei einer Außenwand normalerweise mit einer separaten Dämmschicht kombiniert. Beim Holztafelbau liegt ein großer Teil der Dämmung innerhalb der Konstruktion. Hochwärmedämmende Ziegel oder Porenbeton können dagegen auch monolithisch eingesetzt werden.

Deshalb ist ein Vergleich typischer Wandkonstruktionen sinnvoller:

KonstruktionWie wird der Wärmeschutz erreicht?SchallschutzBesonderheiten
Wärmedämmender ZiegelMauerwerk übernimmt Trag- und Dämmfunktionstark vom Ziegel abhängigmonolithische Außenwand möglich
Porenbetongeringe Wärmeleitfähigkeit des Mauerwerksbei gleicher Wanddicke meist geringer als bei schwerem Mauerwerkleicht, gut zu bearbeiten
Kalksandstein + Dämmungseparate Dämmschichtsehr gute Voraussetzungen durch hohe Massetragende Schale kann relativ schlank bleiben
Holztafel-/HolzrahmenwandDämmstoff überwiegend innerhalb der Konstruktionabhängig vom mehrschichtigen Aufbauhoher Vorfertigungsgrad
Stahlbeton + Dämmungseparate Dämmschichtsehr gute Voraussetzungen durch hohe Massesehr hohe Tragfähigkeit
Leichtbetonje nach Produkt monolithisch möglichabhängig von Rohdichte und Wandaufbaugroße Bandbreite verschiedener Steine

Die Tabelle beschreibt typische Konstruktionen, keine garantierten Produkteigenschaften. Innerhalb einer Baustoffgruppe können Rohdichte, Festigkeit und Wärmeleitfähigkeit erheblich variieren.

Typische Außenwandaufbauten im Vergleich: Ziegel und Porenbeton können monolithisch ausgeführt werden, Kalksandstein benötigt eine separate Dämmschicht. Holzrahmenwände bestehen dagegen aus mehreren funktionalen Schichten mit integrierter Dämmung.
Typische Außenwandaufbauten im Vergleich: Ziegel und Porenbeton können monolithisch ausgeführt werden, Kalksandstein benötigt eine separate Dämmschicht. Holzrahmenwände bestehen dagegen aus mehreren funktionalen Schichten mit integrierter Dämmung.

Ziegel: tragende und dämmende Wand in einer Schicht

Moderne Hintermauerziegel haben mit klassischen Vollziegeln wenig gemeinsam. Zahlreiche Hohlräume reduzieren die Wärmeleitung. Bei einigen Produkten sind diese zusätzlich mit Mineralwolle oder Perlit gefüllt.

Damit lassen sich Außenwände bauen, bei denen das Ziegelmauerwerk gleichzeitig Lasten trägt und einen großen Teil des Wärmeschutzes übernimmt. Eine zusätzliche außenliegende Dämmschicht ist bei entsprechend ausgelegten Ziegeln nicht erforderlich. Der Bundesverband Ziegel weist solche Konstruktionen sowohl für Ein- und Zweifamilienhäuser als auch für mehrgeschossige Gebäude aus.

Allerdings gibt es nicht „den Ziegel“. Steine mit besonders niedriger Wärmeleitfähigkeit unterscheiden sich von schwereren Ziegeln mit höherer Rohdichte und anderen Festigkeits- oder Schallschutzeigenschaften.

Deshalb sollte nicht allein der Dämmwert den Ausschlag geben. Für die Wand zählen Wärme-, Schall- und Brandschutz ebenso wie Tragfähigkeit und die konstruktiven Details.

Welche Wärmeleitfähigkeit Ziegel, Porenbeton, Kalksandstein und andere Materialien tatsächlich besitzen, haben wir im Beitrag „Welcher Baustoff dämmt am besten?“ ausführlich verglichen.

Porenbeton: geringe Wärmeleitfähigkeit und einfache Bearbeitung

Porenbeton besteht zu einem großen Teil aus feinen Luftporen. Dadurch besitzt er eine geringe Rohdichte und leitet Wärme vergleichsweise schlecht – für eine Außenwand ist das erwünscht.

Bei hochwärmedämmenden Porenbetonprodukten sind Bemessungswerte der Wärmeleitfähigkeit von etwa 0,08 W/(m·K) möglich. Nach Angaben des Bundesverbands Porenbetonindustrie erreicht beispielsweise eine verputzte Außenwand mit 42,5 cm Porenbeton und einer Wärmeleitfähigkeit von 0,08 W/(m·K) einen U-Wert von etwa 0,18 W/(m²K).

Porenbeton lässt sich außerdem vergleichsweise einfach sägen, bohren und fräsen. Das geringe Gewicht erleichtert die Verarbeitung.

Die niedrige Rohdichte hat jedoch Konsequenzen. Für den Schallschutz ist Masse grundsätzlich günstig. Schwere Kalksandstein- oder Betonwände haben deshalb bei vergleichbaren Wandabmessungen andere Voraussetzungen als leichte Porenbetonwände.

Auch bei Befestigungen muss genauer hingeschaut werden. Für schwere Lasten kommen spezielle, für Porenbeton geeignete Dübel oder Befestigungssysteme zum Einsatz.

Kalksandstein: hohe Masse, separate Wärmedämmung

Kalksandstein besitzt eine wesentlich höhere Rohdichte als Porenbeton. Das bringt gute Voraussetzungen für Schallschutz und Tragfähigkeit, erhöht aber gleichzeitig die Wärmeleitfähigkeit.

Bei Außenwänden wird deshalb normalerweise mit einer zusätzlichen Dämmschicht gearbeitet. Typische Konstruktionen sind beispielsweise:

  • Kalksandstein mit Wärmedämmverbundsystem,
  • Kalksandstein mit Dämmung und vorgehängter Fassade,
  • zweischaliges Mauerwerk mit Dämmung und Verblendschale.

Tragwerk und Wärmeschutz werden damit bewusst getrennt. Der Kalksandstein übernimmt vor allem statische und schallschutztechnische Aufgaben, die Dämmung begrenzt den Wärmeverlust.

Vor allem bei Reihenhäusern, Doppelhäusern oder Gebäuden an lauten Standorten kann die hohe Masse interessant sein. Der tatsächliche Schallschutz hängt jedoch nicht nur vom Stein ab. Wanddicke, Rohdichte, Putz, Dämmung sowie angrenzende Decken und Wände beeinflussen das Ergebnis ebenfalls.

Holz: beim Einfamilienhaus inzwischen fast gleichauf mit Ziegel

Die Destatis-Zahlen zeigen den stärksten Wandel beim Holz. Sein Anteil an den 2025 fertiggestellten Wohngebäuden mit einer Wohnung lag bei knapp 29 %.

Bei Einfamilienhäusern kommen häufig Holztafel- oder Holzrahmenkonstruktionen zum Einsatz. Tragende Holzständer, Beplankungen und Dämmstoffe bilden gemeinsam die Wand. Weil die Dämmung zwischen den tragenden Holzbauteilen liegen kann, lässt sich eine hohe Dämmwirkung mit vergleichsweise schlanken Konstruktionen verbinden.

Ein weiterer Unterschied zum klassischen Mauerwerksbau ist die Vorfertigung. Ganze Wand- und Deckenelemente können unter kontrollierten Bedingungen im Werk entstehen und anschließend auf der Baustelle montiert werden. Der aktuelle Informationsdienst Holz behandelt Vorfertigung und Montage deshalb als zentrale Bestandteile des modernen Holztafelbaus.

Bei Holzbauteilen müssen Feuchteschutz und Luftdichtheit sehr sorgfältig geplant und ausgeführt werden. Das gilt zwar grundsätzlich für jede gedämmte Konstruktion, dauerhafte Feuchtigkeit kann Holz jedoch direkt schädigen.

Wie moderner Holzbau funktioniert und welche Rolle Holztafelbau, Massivholz und Vorfertigung spielen, erklären wir ausführlicher im Beitrag „Bauen mit Holz: Wie sich der Bausektor technologisch neu aufstellt“. Wer sich genauer für den Feuchteschutz gedämmter Konstruktionen interessiert, findet weitere Informationen in unserem Ratgeber zu Dampfbremse und Dampfsperre.

Stahlbeton: hohe Tragfähigkeit, aber kein Dämmstoff

Stahlbeton übernimmt in vielen Häusern wichtige konstruktive Aufgaben. Dazu gehören beispielsweise Bodenplatten, Kellerwände, Geschossdecken oder aussteifende Bauteile.

Als überwiegender Baustoff eines Einfamilienhauses spielt er eine kleinere Rolle. 2025 waren 2.719 Wohngebäude mit einer Wohnung beziehungsweise rund 6,5 % dieser Kategorie zugeordnet.

Beton besitzt eine hohe Rohdichte und kann große Lasten aufnehmen. Gleichzeitig leitet Normalbeton Wärme erheblich besser als hochwärmedämmendes Mauerwerk. Bei beheizten Außenbauteilen ist deshalb normalerweise eine zusätzliche Wärmedämmung erforderlich.

Bei der ökologischen Bewertung fällt insbesondere die Herstellung des Zements ins Gewicht. Wie bei allen Bauweisen muss allerdings das komplette Gebäude betrachtet werden und nicht nur ein einzelner Kubikmeter Baustoff.

Leichtbeton und Bims: eine kleine, aber interessante Baustoffgruppe

Leichtbeton ist kein einzelner Baustoff mit festgelegten Eigenschaften. Durch leichte Gesteinskörnungen besitzt er eine geringere Rohdichte als Normalbeton. Eine mögliche Gesteinskörnung ist Naturbims, daneben werden beispielsweise Blähton oder andere leichte Zuschläge verwendet.

Entsprechend groß ist die Bandbreite. Es gibt schwere, tragfähige Leichtbetonsteine und besonders leichte, wärmedämmende Varianten. Bestimmte Systeme eignen sich für monolithische Außenwände ohne separate Dämmschicht. Der Bundesverband Leichtbeton nennt für unterschiedliche Mauersteine entsprechend große Spannweiten bei Rohdichte, Festigkeit und Wärmeleitfähigkeit.

Bundesweit ist die Bauweise vergleichsweise selten. 2025 wurden 1.138 Wohngebäude mit einer Wohnung überwiegend der Kategorie Leichtbeton/Bims zugerechnet. Das entspricht rund 2,7 %.

Je nach Ziel kommen unterschiedliche Bauweisen infrage: Ziegel und Porenbeton eignen sich für monolithische Außenwände, Kalksandstein und Stahlbeton bieten gute Voraussetzungen für hohe Lasten und Schallschutz, Holzrahmenbau punktet mit schneller Montage und hohem Vorfertigungsgrad.
Je nach Ziel kommen unterschiedliche Bauweisen infrage: Ziegel und Porenbeton eignen sich für monolithische Außenwände, Kalksandstein und Stahlbeton bieten gute Voraussetzungen für hohe Lasten und Schallschutz, Holzrahmenbau punktet mit schneller Montage und hohem Vorfertigungsgrad.

Wie wichtig ist die Wanddicke?

Die Außenwand benötigt einen erheblichen Teil der Grundfläche eines Hauses. Deshalb kann ihre Dicke bei kleinen Grundstücken oder fest vorgegebenen Außenmaßen durchaus relevant sein.

Eine schlanke tragende Kalksandsteinwand benötigt zwar eine zusätzliche Dämmung. Hochwärmedämmende monolithische Außenwände wiederum kommen ohne separate Dämmschicht aus, benötigen dafür je nach System eine größere Mauerwerksdicke.

Auch Holztafelwände können vergleichsweise schlank aufgebaut werden, weil die Dämmung überwiegend zwischen den tragenden Holzbauteilen liegt.

Ein sinnvoller Vergleich darf deshalb nicht nur die Dicke des Mauersteins betrachten. Maßgeblich ist die gesamte fertige Außenwand einschließlich Dämmung, Putz, Bekleidung oder Vorsatzschale.

Welcher Baustoff schützt im Sommer am besten vor Hitze?

Schwere Baustoffe wie Kalksandstein oder Beton können viel Wärme speichern. Das kann helfen, kurzfristige Temperaturschwankungen im Gebäude abzumildern. Daraus folgt aber nicht, dass ein Massivhaus im Sommer automatisch kühler bleibt als ein Holzhaus.

Für die Überhitzung eines Gebäudes spielen vor allem Fensterflächen, Sonnenschutz, Orientierung, Dämmstandard und Lüftung eine große Rolle. Auch die Speichermasse von Decken und Innenwänden beeinflusst das Verhalten.

Der sommerliche Wärmeschutz muss deshalb für das ganze Gebäude betrachtet werden. Mehr dazu finden Sie in unserem Ratgeber „Sommerlicher Wärmeschutz: So bleibt Ihr Haus auch bei 35 Grad angenehm kühl“. Zum Ratgeber über sommerlichen Wärmeschutz

Wärmeschutz, Masse und Schallschutz unterscheiden sich deutlich: Porenbeton und Holzrahmenwände dämmen besonders gut, während Kalksandstein und Stahlbeton vor allem durch hohe Masse und gute Schallschutzvoraussetzungen punkten. Entscheidend ist immer der komplette Wandaufbau.
Wärmeschutz, Masse und Schallschutz unterscheiden sich deutlich: Porenbeton und Holzrahmenwände dämmen besonders gut, während Kalksandstein und Stahlbeton vor allem durch hohe Masse und gute Schallschutzvoraussetzungen punkten. Entscheidend ist immer der komplette Wandaufbau.

Ist Holz nachhaltiger als Ziegel oder Beton?

Ein einfaches Ranking wäre unseriös. Die Klimawirkung eines Gebäudes hängt unter anderem von der Menge der eingesetzten Materialien, deren Herstellung, dem Energiestandard, der Lebensdauer und der späteren Verwertung ab.

Eine Untersuchung des Umweltbundesamtes von 2025 verglich unter anderem verschiedene Bauweisen eines modellierten Einfamilienhauses. Beim Energieaufwand der Herstellungsphase lag der untersuchte Holzleichtbau rund 17 % unter der Massivbauweise mit Wärmedämmverbundsystem. Die monolithische Massivbauweise lag dazwischen.

Daraus lässt sich jedoch keine allgemeingültige Rangliste ableiten. Andere Gebäude, Materialien oder Konstruktionen können zu anderen Ergebnissen führen.

Das Umweltbundesamt kommt bei seiner Untersuchung außerdem zu einem übergeordneten Ergebnis: Der Energiestandard des Gebäudes hat einen größeren Einfluss auf den kumulierten Energieaufwand und die Treibhausgasemissionen als die betrachtete Bauweise allein.

Bei Holz kommt ein weiterer Aspekt hinzu. Bäume nehmen während ihres Wachstums CO₂ auf. Ein Teil des darin enthaltenen Kohlenstoffs bleibt während der Nutzung im Holzprodukt gespeichert. Für eine vollständige Bewertung müssen jedoch auch Herstellung, Herkunft, Nutzungsdauer und das Ende des Lebenszyklus berücksichtigt werden.

Die Ökobilanz von Baustoffen hängt von mehr ab als nur von der Herstellung: Holz kann beim Treibhauspotenzial Vorteile haben, während mineralische Baustoffe bei Dauerhaftigkeit und Recycling punkten. Entscheidend ist die Betrachtung des gesamten Lebenszyklus.
Die Ökobilanz von Baustoffen hängt von mehr ab als nur von der Herstellung: Holz kann beim Treibhauspotenzial Vorteile haben, während mineralische Baustoffe bei Dauerhaftigkeit und Recycling punkten. Entscheidend ist die Betrachtung des gesamten Lebenszyklus.

Welcher Baustoff ist beim Hausbau am günstigsten?

Preislisten für einzelne Steine helfen bei dieser Frage nur begrenzt. Ein Kalksandstein kann pro Quadratmeter Mauerwerk günstig erscheinen, benötigt bei der Außenwand aber zusätzlich eine Wärmedämmung. Ein hochwärmedämmender Ziegel kann teurer sein, dafür aber eine zusätzliche Dämmschicht ersetzen.

Beim Holzbau spielen Vorfertigung, Transport und Montage eine andere Rolle als beim Mauerwerksbau. Auch regional unterscheiden sich Lohnkosten und Angebote der Bauunternehmen erheblich.

Verglichen werden sollte deshalb der Preis der kompletten fertigen Konstruktion.

Dazu gehören beispielsweise:

  • tragende Wand,
  • Dämmung,
  • Innen- und Außenputz oder Bekleidung,
  • Arbeitskosten,
  • erforderliche Befestigungs- und Montagesysteme,
  • Fenster- und Türanschlüsse,
  • Wärmebrückendetails,
  • zusätzliche Vorsatz- oder Installationsebenen.

Auch Angebote verschiedener Hausanbieter sollten denselben energetischen Standard und eine vergleichbare Ausstattungsqualität zugrunde legen. Andernfalls werden Konstruktionen verglichen, die technisch gar nicht dasselbe leisten.

Was schreibt das Gebäudemodernisierungsgesetz vor?

Seit dem 29. Juli 2026 gilt das Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG). Für einen Neubau schreibt das Gesetz nicht vor, dass eine Außenwand aus Ziegel, Holz oder Porenbeton bestehen muss. Auch einen allgemeingültigen maximalen U-Wert für jede einzelne Neubauwand gibt es in dieser Form nicht.

Bei neuen Wohngebäuden darf der Jahres-Primärenergiebedarf für Heizung, Warmwasser, Lüftung und Kühlung höchstens das 0,55-Fache des entsprechenden Referenzgebäudes erreichen. Zusätzlich ist der Transmissionswärmeverlust der Gebäudehülle begrenzt.

Für die Außenwand des Referenzgebäudes setzt Anlage 1 des Gesetzes einen U-Wert von 0,28 W/(m²K) an. Dieser Wert dient jedoch der Berechnung des Referenzgebäudes. Er ist nicht mit einem pauschalen gesetzlichen Grenzwert gleichzusetzen, den jede einzelne Außenwand unterschreiten muss. Aussagen wie „36,5 cm dieses Steins erfüllen automatisch das Gesetz“ greifen deshalb zu kurz. Die energetische Bewertung erfolgt für das Gebäude als Ganzes.

Welcher Baustoff passt zu welchem Haus?

Aus den Eigenschaften lassen sich einige sinnvolle Vorauswahlen ableiten:

Wenn Ihnen besonders wichtig ist …Diese Bauweise sollten Sie näher prüfen
monolithische massive Außenwand ohne separate Dämmungwärmedämmender Ziegel, Porenbeton oder geeigneter Leichtbeton
hoher SchallschutzKalksandstein mit Dämmung, je nach Konstruktion auch Stahlbeton
schnelle Montage und hoher VorfertigungsgradHolztafel-/Holzrahmenbau
einfache Bearbeitung des MauerwerksPorenbeton
schlanke tragende MassivwandKalksandstein mit separater Dämmung
hohe Tragfähigkeit bei besonderen KonstruktionenStahlbeton oder entsprechend dimensioniertes Mauerwerk
möglichst wenig unterschiedliche Schichten in der Außenwandmonolithischer Ziegel, Porenbeton oder Leichtbeton
niedrige Umweltwirkungkonkrete Wand- und Gebäudekonstruktionen über den Lebenszyklus vergleichen

Die Tabelle ist keine Planungsempfehlung für ein konkretes Gebäude. Standort, Grundriss, Statik und gewünschter Energiestandard können die Auswahl verändern.

Fazit: Die fertige Wand ist wichtiger als der einzelne Baustoff

Ziegel steht beim Einfamilienhaus nicht mehr allein an der Spitze. Holz lag bei den 2025 fertiggestellten Gebäuden mit einer Wohnung praktisch gleichauf, Porenbeton bleibt ebenfalls weit verbreitet. Für die eigene Planung ist diese Rangfolge nur eine Orientierung.

Ziegel und Porenbeton ermöglichen hochwärmedämmende monolithische Außenwände. Kalksandstein trennt Tragwerk und Wärmeschutz und bietet durch seine hohe Masse gute Voraussetzungen für den Schallschutz. Holzbau punktet vor allem mit Vorfertigung und der Möglichkeit, Dämmung in die Tragkonstruktion zu integrieren. Stahlbeton wird dort interessant, wo hohe Lasten und besondere konstruktive Anforderungen auftreten.

Verglichen werden sollte deshalb nicht der Preis, die Wärmeleitfähigkeit oder das Gewicht eines einzelnen Steins. Relevant ist die komplette Wand und wie gut sie zu Haus, Grundstück und Anforderungen der Bewohner passt.

Über den Autor

Schreibe einen Kommentar